Laufender Hund
Als Laufender Hund (engl. Vitruvian scroll, running dog; frz. méandre, bandes de vagues; ital. can corrente; span. meandro<ref name=":0">Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 30. Januar 2024), S. 308.</ref>) wird ein fortlaufender griechischer Ornament-Fries bezeichnet, der abstrahierten, sich überschlagenden Wasserwogen gleicht.<ref name=":0" /> Der Laufende Hund ist ein Wellenband im Gegensatz zum eckig gebrochenen Mäander.
Begriffe
Der wissenschaftliche Begriff für den Laufenden Hund ist Vitruvianische Veloute, benannt nach dem römischen Architekturtheoretiker Vitruv aus dem ersten Jahrhundert nach Christus, oder Figura serpentinata, was auf die schlangenartige Form verweist.<ref name=":1">Laufender Hund, in: Denkmalstimme, Heft 2/2017, Hrsg. Denkmalstiftung Baden-Württemberg, S. 11 (Digitalisat auf denkmalstiftung-baden-wuerttemberg.de, abgerufen am 30. Januar 2024).</ref>
Franz Sales Meyer nannte das Ornament 1888 in seinem Lehr- und Musterbuch zur Ornamentik eingedeutscht „Wasserwogenband“ und erklärte sich die „Entstehung als eine rein geometrische oder eine Übersetzung der Mäanderlinie ins Runde“.<ref name=":2">Franz Sales Meyer: Systematisch geordnetes Handbuch der Ornamentik: Zum Gebrauche für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen (= Seemanns Kunsthandbücher. Band 1). Seemann, Leipzig 1888, S. 169 (Digitalisat auf dilibri.de, abgerufen am 31. Januar 2024).</ref>
Anwendungen
Dieser Fries wird wie andere Mäanderformen als Tapetenmuster, Bordüre oder bei Intarsien in klassizistischen Möbeln genutzt. Das Ornamentband wird auch als Fries bei Gebäudefassaden verwendet.<ref name=":1" />
- Bildbeispiele
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„Wasserwogenbänder“ nach Franz Sales Meyer (1888)<ref>Erläuterung der 14 Beispiele bei Franz Sales Meyer: Systematisch geordnetes Handbuch der Ornamentik: Zum Gebrauche für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen (= Seemanns Kunsthandbücher. Band 1). Seemann, Leipzig 1888, S. 169 (Digitalisat auf dilibri.de, abgerufen am 31. Januar 2024).</ref>
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Laufender Hund als Gesims (Lee School, Pittsburgh)
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Laufender Hund als Gurtgesims, City Hall, Atlantic City
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Laufender Hund als aufgemaltes Gurtgesims am sogenannten Fürstenbau in Murrhardt, Klosterhof 6
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Laufender Hund als Jugendstil-Stuckfries unter einem Kranzgesims (München, Bothmerstraße 19)
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Laufender Hund als Rahmenfries eines Mosaiks in Antakya
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Laufender Hund als Mosaik-Fries im Haus der Leda, Solunt
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Laufender Hund an einem Armreif aus dem Goldschatz von Erstfeld
Literatur
- Laufender Hund, in: Denkmalstimme, Heft 2/2017, Hrsg. Denkmalstiftung Baden-Württemberg, S. 11 (Digitalisat auf denkmalstiftung-baden-wuerttemberg.de, abgerufen am 30. Januar 2024).
- Designhandbuch für Architekten. Hrsg. Cembrit GmbH, Düsseldorf 2021 (Digitalisat auf cembrit.de, abgerufen am 30. Januar 2024), S. 33.
- Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Band 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 30. Januar 2024), S. 308.
- Wilfried Koch: Baustilkunde. Orbis, München 1994, ISBN 3-572-00689-9, S. 464.
Weblinks
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Einzelnachweise
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