Gelbvieh
| {{#if:Gelbvieh|Gelbvieh|Gelbvieh}} | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| {{#if:Gelbviehkuh auf der Weide (10).jpg|[[Datei:Gelbviehkuh auf der Weide (10).jpg|250px|alt={{#if:Gelbviehkuh mit sehr heller Gelbfärbung | {{#ifeq: | |}}Bild nicht vorhanden}}
{{#if:Gelbviehkuh mit sehr heller Gelbfärbung|Gelbviehkuh mit sehr heller Gelbfärbung}} | |||||
| Rasseschlüssel | 12 | |||||
| Verbreitung | ||||||
| Herkunft | Franken | |||||
| Zuchtverband | ||||||
| Population | ||||||
| Fellfarbe | gelb bis rotgelb | |||||
| Nutzung | {{#switch:Milchproduktion und Mutterkuhhaltung | 1 = Einnutzungsrind | 2 = Zweinutzungsrind | 3 = Dreinutzungsrind | #default = Milchproduktion und Mutterkuhhaltung
}} | |
| Milchleistung | 6000 kg<ref name="RiZuFra"/> | |||||
| Milchprotein | 3,70 %<ref name="RiZuFra"/> | |||||
| Milchfett | 4,19 %<ref name="RiZuFra"/> | |||||
| tägliche Zunahmen | 1200–1300 g/Tag | |||||
| männlich | weiblich | |||||
| Kreuzbeinhöhe | 150 bis 160<ref name="RiZuFra">Informationen zum Zuchtprogramm/-ziel beim Rinderzuchtverband Franken, Abruf am 18. Dezember 2024</ref> cm | 140 bis 150<ref name="RiZuFra"/> cm | ||||
| Gewicht | 1100–1300 kg<ref name="RiZuFra"/> | 700–850 kg<ref name="RiZuFra"/> | ||||
| Behornung | ja | |||||
| Maul | Flotzmaul, bevorzugt hell | |||||
Gelbvieh, auch Gelbes Frankenvieh oder einfach Frankenvieh<ref name="Sambr">Hans Hinrich Sambraus: Farbatlas Nutztierrassen. Ulmer, Stuttgart 2001, 6. Aufl., ISBN 3-8001-3219-2, S. 38.</ref> genannt, ist eine deutsche behornte Hausrindrasse. Hans Hinrich Sambraus beschreibt sie als „großwüchsiges, langes Rind mit guter Bemuskelung und kräftigen Knochen“, das einfarbig gelb ist<ref group="Anm.">Auch in rotgelbem Fell vorkommend, s. Bildergalerie.</ref> und „im Allgemeinen ein helles, gelegentlich dunkles Flotzmaul“ hat.<ref name="Sambr"/><ref group="Anm.">Das dunkel gefärbte Flotzmaul kann auf die Einkreuzung des Roten Dänischen Milchviehs hindeuten. S. Genusserbe-Bayern.de, Abruf am 4. Januar 2025</ref>
Geschichte
Das Gelbvieh entstammt dem roten altfränkischen Vieh, in das im Laufe der Jahrhunderte verschiedene weitere Rassen eingekreuzt wurden. 1872 wurde begonnen, Simmentaler aus der Schweiz zu importieren und so die Zucht auf ein einfarbiges gelbes Rind umzustellen. 1875 wurde in Uffenheim der erste Stammzuchtverein und schließlich 1897 der erste Zuchtverband für Mittel- und Oberfranken gegründet. 1899 entstand ein Zuchtverband für Unterfranken.
Im 20. Jahrhundert wurden einzelne Tiere der Rassen Rotes Dänisches Milchrind und Rotes Flämisches Rind eingekreuzt. Das Gelbvieh selbst wurde teilweise in den Rinderrassen Kärntner Blondvieh, Murbodner und Glanvieh verwendet. Das Gelbvieh war das typische Rind in der bayerischen Rhön und im Spessart und war auch in Hessen und Thüringen stärker verbreitet.
Zuchtlinien für Gelbvieh wurden ab 1971 in den USA und ab 1972 in Kanada begründet. Sie nutzten dazu anfänglich Importe aus Deutschland. Heute gehören die Bestände zu den häufigen Rassen, so wurden 2012 in Kanada 3500 und in den USA 45.000 Rinder dieser Zucht registriert. Weitere, größere Bestände gibt es in Australien und Südafrika, einzelne Herden auch in vielen anderen Ländern weltweit.
Merkmale
Das Gelbvieh ist einfarbig gelb bis rötlich. In Kanada und den USA wird „Gelbvieh“ allerdings mittlerweile überwiegend in einer schwarzen Farbvariante gezüchtet, die es in Deutschland nicht gibt. Bei dem in Deutschland verbreiteten Gelbvieh soll das Flotzmaul hell sein, die Hörner ebenfalls hell mit dunkler Spitze und die Klauen dunkel. Ursprünglich handelte es sich um eine Dreinutzungsrasse (Milch, Fleisch, Arbeitsleistung als Zugtier), heute eher Doppelnutzungsrasse (Milch, Fleisch) oder reine Fleischrasse. Die Tiere sind mittel- bis großrahmig, haben eine gute Bemuskelung, einen kräftigen Knochenbau und harte Klauen. Kühe erreichen bei einer Widerristhöhe von 138–142 cm 700–800 kg, Stiere bei 150–158 cm 1200–1300 kg. Die Jahresmilchleistung betrug 2004/2005 durchschnittlich 5657 kg bei 4,19 % Fett und 3,53 % Eiweiß. Diese Leistung hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. In der Mast haben die Tiere Tageszunahmen von etwa 1200–1300 g, der Ausschlachtungsgrad beträgt 58–62 %.
Das Gelbvieh liefert neben exzellenten Klassifizierungsergebnissen eine hohe sensorische Fleischqualität. Es ist gleichmäßig marmoriert und ist überdurchschnittlich zart. Durch die kräuterreichen Rhönweiden hat das Fleisch ein exzellentes Aroma.
In Deutschland ist dieser Rinderrasse nach dem Rasseschlüssel die Kennung 12 zugewiesen, bei der Beschränkung auf Fleischnutzung ist die Kennung 76.<ref>Anlage 6 zur Viehverkehrsverordnung</ref>
[[Datei:Weideabtrieb Ginolfs.jpg|mini|Gelbviehherde (zweite Reihe Mitte) beim Weideabtrieb in Ginolfs 2024]]
Bestandsentwicklung und Gefährdung
{{#if: Liste gefährdeter Nutztierrassen|{{#ifexist:Liste gefährdeter Nutztierrassen|
|{{#if: |{{#ifexist:{{{2}}}|
|{{#if: |{{#ifexist:{{{3}}}|
|}}|}}|}}|}}|}}|Einbindungsfehler: Die Vorlage Hauptartikel benötigt immer mindestens ein Argument.}}
Betrug der Anteil an Gelbvieh an den Herdbuchrindern im Jahr 1951 (nur in den westdeutschen Ländern der Bundesrepublik Deutschland) noch 7,7 %, sank dieser Anteil im wiedervereinigten Deutschland im Jahr 1998 auf nur noch 0,4 %.<ref>Hans Hinrich Sambraus: Farbatlas Nutztierrassen. Ulmer, Stuttgart 2001, 6. Aufl., ISBN 3-8001-3219-2, S. 31.</ref>
In Deutschland sank die Zahl weiblicher Zuchttiere in der Doppelnutzung von einem Bestand von 8.552 im Jahr 1997 auf nur noch 1.289 im Jahr 2022. Bei den männlichen Zuchttieren gab es in denselben Jahren eine Entwicklung von 34 auf nur noch 10 Tiere. Es sind aber ca. 20 weitere Bullen über die künstliche Besamung verfügbar. Die Zahl der weiblichen Zuchttiere in der reinen Fleischnutzung stieg von ca. 1000 im Jahre 2012 auf 1335 im Jahr 2022 mit ca. 30 Bullen. Es gibt mehrere anerkannte Zuchtverbände für Zuchttiere in der Doppelnutzung und in der reinen Fleischnutzung in verschiedenen deutschen Ländern. Sowohl Samen als auch Embryonen sind in einer Genbank gelagert.<ref name="TGRDEU">Angaben zu Gelbvieh bei TGRDEU.genres.de, Abruf am 1. März 2024</ref>
In Bayern<ref>Beschreibung auf STMELF.Bayern.de, Abruf am 8. August 2024</ref> und in Nordrhein-Westfalen<ref>Richtlinien zur Förderung der Zucht und Haltung bedrohter Haus- und Nutztierrassen von 2015, Abruf am 8. August 2024</ref> wird die Zucht der Rinderrasse Gelbvieh staatlich gefördert.<ref name="TGRDEU"/><ref name="BLEPubl2023">Gelbvieh in Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) (Hrsg.): Einheimische Nutztierrassen in Deutschland und Rote Liste gefährdeter Nutztierrassen 2023, S. 64</ref> Dies gilt unter bestimmten Umständen auch in Mecklenburg-Vorpommern<ref>Richtlinie zur Förderung der Erhaltung tiergenetischer Ressourcen in der Landwirtschaft vom 3. August 2022, Abruf am 1. März 2024</ref> und in Hessen.<ref>Beschreibung auf Landwirtschaft.Hessen.de, Abruf am 8. August 2024</ref><ref>Merkblatt Erhaltung der Vielfalt der tiergenetischen Ressourcen in der Landwirtschaft, Abruf am 8. August 2024</ref>
Für die Erhaltung der Rasse tritt die „Interessengemeinschaft für das Deutsche Gelbvieh“ ein. In ihr sind Züchter in ganz Deutschland organisiert.<ref>Beschreibung auf RZV-Franken.de, Abruf am 1. März 2024</ref>
Das Gelbvieh steht 2024 in Stufe III (= gefährdet) auf der Roten Liste gefährdeter Nutztierrassen der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH).<ref>Rote Liste der GEH vom Mai 2024, Abruf am 11. Dezember 2024</ref> Die GEH hat einen Betreuer für diese Rinderrasse berufen.<ref>Beschreibung bei G-E-H.de, Abruf am 11. Dezember 2024</ref>
Die GEH hat für das Jahr 2025 das Gelbvieh zur Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres ausgerufen.<ref>Pressemitteilung vom 5. Januar 2025 der GEH, Abruf am 12. Januar 2025</ref> Seit dem Jahre 1984 wird mit dieser Auswahl von der GEH auf diejenigen heimischen Nutztiere hingewiesen, die es wegen der Agrarbiodiversität zu erhalten gilt, um diese genetische Reserve auch zukünftig zur Verfügung zu haben.
- Bilder des Gelbviehs
-
Kuh bei einer Vorführung
-
Ochsen im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim
-
Kälber – das Flotzmaul zu dunkel?
-
Der Bulle Herold
-
Gemischter Bestand, darunter viele Gelbviehkühe
Siehe auch
Literatur
- Diethelm Richter: Franken – deine gelbe Kuh. Herausgegeben vom Rinderzuchtverband Würzburg e. V. BLV Verlags-Gesellschaft, München u. a. 1997, ISBN 3-405-15321-2.
- Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) (Hrsg.): Das Gelbvieh, in Reihe Gefährdete Rinderrassen, Witzenhausen 2016, S. 33–36 (Link zum Digitalisat auf G-E-H.de)
- Hans Hinrich Sambraus: Farbatlas Nutztierrassen. Ulmer, Stuttgart 2001, 6. Aufl., ISBN 3-8001-3219-2, S. 38.
- Erwin Schmidbauer: Gefährdete Nutztierrasse des Jahres 2025 – Das Gelbvieh (Frankenvieh), in: Arche Nova. Fachzeitschrift der Vereine und Verbände zur Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen, Heft 4. Quartal Dezember 4/2024, S. 4 f.
Weblinks
|X|x= |0|-= |S|s= – Sammlung von Bildern |1|= – Sammlung von Bildern{{#if:
| {{#switch: {{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}/{{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}
|1/= und Videos
|1/1=, Videos und Audiodateien
|/1= und Audiodateien}}
| , Videos und Audiodateien
}}
|#default= – }}{{#if:
| {{#ifeq: {{#invoke:Str|left||9}}
| category:
| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}Vorlage:Wikidata-Registrierung
- Daten über die Rasse, Bestandsentwicklung, Förderung, Kryoreserven, Zuchtverbände bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
- Gelbvieh in Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hrsg.): Einheimische Nutztierrassen in Deutschland und Rote Liste gefährdeter Nutztierrassen 2023, S. 64
- Deutsches Gelbvieh und Gelbvieh-Fleisch in Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hrsg.): Einheimische Nutztierrassen in Deutschland und Rote Liste gefährdeter Nutztierrassen 2025, S. 67
- Informationen zum Zuchtprogramm beim Rinderzuchtverband Franken
- Innovations- und Forschungsprojekt Zucht auf Fleischqualität beim Gelbvieh der Bayerischen Anstalt für Landwirtschaft
Anmerkungen
<references group="Anm." />
Einzelnachweise
<references responsive /> {{safesubst:#ifeq:0|10| {{#switch: Gelbvieh |Navigationsleiste|NaviBlock|0=|#default= Vorlage:Templatetransclusioncheck Vorlage:Dokumentation/ruler }}}}Vorlage:Klappleiste/Anfang {{#if: Grünes Deutschland
|
Kärntner Brillenschaf (1984) | Murnau-Werdenfelser-Rind (1986) | Schwäbisch-Hällisches Landschwein (1987) | Schleswiger Kaltblut (1988) | Waldschaf (1989) | Angler Sattelschwein (1990) | Rhönschaf (1991) | Hinterwälder Rind (1992) | Thüringer Waldziege (1993) | Westfälisches Totlegerhuhn, Diepholzer Gans, Pommernente (1994) | Buntes Bentheimer Schwein (1995) | Schleswiger Kaltblut (1996) | Rotes Höhenvieh (1997) | Weiße gehörnte Heidschnucke, Altdeutscher Hütehund (1998) | Wollschwein (1999) | Rottaler Pferd (2000) | Bergische Landhuhnrassen (Bergischer Kräher, Bergischer Schlotterkamm, Krüper) und Bayerische Landgans (2001) | Angler Rind alter Zuchtrichtung (2002) | Haus- und Hofhunde (Spitze und Pinscher) (2003) | Leutstettener Pferd, Dunkle Biene (2004) | Bentheimer Landschaf (2005) | Deutsches Sattelschwein (2006) | Murnau-Werdenfelser-Rind (2007) | Bronzepute (2008) | Alpines Steinschaf (2009) | Meißner Widderkaninchen (2010) | Limpurger Rind (2011) | Deutscher Sperber (2012) | Leineschaf (2013) | Dülmener (2014) | Deutsches Karakul (2015) | Regionale Rinderrassen (Original Braunvieh, Glanrind und Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind) (2016) | Eindrucksvolle Entenrassen (Deutsche Pekingente, Orpingtonente und Warzenente) (2017) | Altwürttemberger (2018) | Wollschwein (2019) | Pustertaler Schecken, Westerwälder Kuhhund (2020/2021) | Walachenschaf (2022/2023) | Ungewöhnliche Kaninchenrassen (Marderkaninchen, Luxkaninchen und Angorakaninchen) (2024) | Gelbvieh (2025) | Graue und Weiße Gehörnte Heidschnucke, Weiße Hornlose Heidschnucke (Moorschnucke) und Altdeutsche Hütehunde (2026)
|
Kärntner Brillenschaf (1984) | Murnau-Werdenfelser-Rind (1986) | Schwäbisch-Hällisches Landschwein (1987) | Schleswiger Kaltblut (1988) | Waldschaf (1989) | Angler Sattelschwein (1990) | Rhönschaf (1991) | Hinterwälder Rind (1992) | Thüringer Waldziege (1993) | Westfälisches Totlegerhuhn, Diepholzer Gans, Pommernente (1994) | Buntes Bentheimer Schwein (1995) | Schleswiger Kaltblut (1996) | Rotes Höhenvieh (1997) | Weiße gehörnte Heidschnucke, Altdeutscher Hütehund (1998) | Wollschwein (1999) | Rottaler Pferd (2000) | Bergische Landhuhnrassen (Bergischer Kräher, Bergischer Schlotterkamm, Krüper) und Bayerische Landgans (2001) | Angler Rind alter Zuchtrichtung (2002) | Haus- und Hofhunde (Spitze und Pinscher) (2003) | Leutstettener Pferd, Dunkle Biene (2004) | Bentheimer Landschaf (2005) | Deutsches Sattelschwein (2006) | Murnau-Werdenfelser-Rind (2007) | Bronzepute (2008) | Alpines Steinschaf (2009) | Meißner Widderkaninchen (2010) | Limpurger Rind (2011) | Deutscher Sperber (2012) | Leineschaf (2013) | Dülmener (2014) | Deutsches Karakul (2015) | Regionale Rinderrassen (Original Braunvieh, Glanrind und Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind) (2016) | Eindrucksvolle Entenrassen (Deutsche Pekingente, Orpingtonente und Warzenente) (2017) | Altwürttemberger (2018) | Wollschwein (2019) | Pustertaler Schecken, Westerwälder Kuhhund (2020/2021) | Walachenschaf (2022/2023) | Ungewöhnliche Kaninchenrassen (Marderkaninchen, Luxkaninchen und Angorakaninchen) (2024) | Gelbvieh (2025) | Graue und Weiße Gehörnte Heidschnucke, Weiße Hornlose Heidschnucke (Moorschnucke) und Altdeutsche Hütehunde (2026) }} Vorlage:Klappleiste/Ende