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Gerichtsorganisationsgesetz (Hessen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Basisdaten
Titel: Gesetz über den Sitz und den Bezirk der Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit und der Staatsanwaltschaften
Kurztitel: Gerichtsorganisationsgesetz
Früherer Titel: Gesetz über den Sitz und den Bezirk der Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit
Abkürzung: GerOrgG HE nicht amtl.
Art: Landesgesetz
Geltungsbereich: Hessen
Rechtsmaterie: Rechtspflege
Ursprüngliche Fassung vom: 8. Februar 1961
(GVBl. S. 29<ref>Gesetz über den Sitz und den Bezirk der Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit (Gerichtsorganisationsgesetz) vom 8. Februar 1961. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1961 Nr. 6, S. 29 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref>)
Inkrafttreten am: 1. März 1961
Letzte Neufassung vom: 11. Februar 2005
(GVBl. I S. 98)
Letzte Änderung durch: 13. Dezember 2012
(GVBl. I S. 624)
Inkrafttreten der
letzten Änderung:
14. Dezember 2012
Bitte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung beachten.

Das Gerichtsorganisationsgesetz vom 8. Februar 1961 regelt die Organisation der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Hessen. In der Anlage zu diesem Gesetz wird die Zugehörigkeit der jeweiligen hessischen Gemeinden zu den Gerichtsbezirken festgelegt.

Vorgeschichte

Erste Vorläufer waren die Gerichtsorganisationsgesetze des Großherzogtums Hessen von 1821<ref>Hess. Reg.Bl. S. 403–415</ref> und 1853<ref>Bekanntmachung
1) die Aufhebung der Großherzoglichen Landgerichte Großkarben und Rödelheim, und die Errichtung neuer Landgerichte zu Vilbel und Altenstadt, ferner die Verlegung des Landgerichtssitzes von Altenschlirf nach Herbstein;
2) die künftige Zusammensetzung der Landgerichts-Bezirke in der Provinz Oberhessen betreffend
vom 4. Oktober 1853. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 44 vom 7. Oktober 1853, S. 640–641.</ref> mit denen folgende ordentliche Gerichte geschaffen wurden:

Siehe auch

Ältere Fassungen von 1961, 1968 und 1976

Als Sitz des hessischen Oberlandesgerichts wurde Frankfurt am Main bestimmt. Als Sitze der neun hessischen bis heute bestehenden Landgerichte wurden festgelegt:

  1. Darmstadt
  2. Frankfurt am Main
  3. Fulda
  4. Gießen
  5. Hanau
  6. Kassel
  7. Limburg an der Lahn
  8. Marburg an der Lahn
  9. Wiesbaden

Die Bezirke der Landgerichte wurden aus folgenden Amtsgerichtsbezirken gebildet:

  1. Der Bezirk des Landgerichts Darmstadt aus den Bezirken der Amtsgerichte Beerfelden (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2.">Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref>), Bensheim, Darmstadt, Dieburg, Fürth, Groß-Gerau, Groß-Umstadt (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Hirschhorn (Neckar) (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Höchst im Odenwald (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Lampertheim, Langen, Michelstadt, Offenbach am Main, Reichelsheim im Odenwald (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Reinheim (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Rüsselsheim (begründet am 1. Juni 1976<ref name="7.">Siebentes Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210-16 und 212-05) vom 26. März 1976. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1976 Nr. 8, S. 212–214 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 935 kB]).</ref>), Seligenstadt und Wald-Michelbach (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />).
  2. Der Bezirk des Landgerichts Frankfurt am Main aus den Bezirken der Amtsgerichte Frankfurt am Main, Bad Homburg v. d. Höhe, Königstein im Taunus, Bad Vilbel (aufgelöst am 1. Januar 2005<ref name="Strukturreform">Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes Art. 1 (GVBl. I S. 507–508) vom 20. Dezember 2004. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2004 Nr. 24, S. 507–508 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,4 MB]).</ref>) und Usingen.
  3. Der Bezirk des Landgerichts Fulda aus den Bezirken der Amtsgerichte Fulda, Bad Hersfeld, Hünfeld und Lauterbach (aufgelöst am 1. Januar 2005<ref name="Strukturreform" />).
  4. Der Bezirk des Landgerichts Gießen aus den Bezirken der Amtsgerichte Alsfeld, Büdingen, Butzbach (aufgelöst am 1. Januar 2005<ref name="Strukturreform" />), Friedberg, Gießen, Grünberg (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Homberg (Ohm) (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Laubach (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Bad Nauheim (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Nidda, Ortenberg (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />) und Schotten (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />).
  5. Der Bezirk des Landgerichts Hanau am Main aus den Bezirken der Amtsgerichte Gelnhausen, Hanau am Main, Langenselbold (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Bad Orb (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Salmünster (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Schlüchtern, Steinau (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />) und Wächtersbach (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />).
  6. Der Bezirk des Landgerichts Kassel aus den Bezirken der Amtsgerichte Arolsen, Eschwege, Fritzlar, Hofgeismar (aufgelöst am 1. Januar 2005<ref name="Strukturreform" />), Karlshafen (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Kassel, Korbach, Melsungen, Rotenburg an der Fulda, Sontra (aufgehoben am 1. Juni 1976<ref name="7." />), Bad Wildungen (aufgelöst am 1. Januar 2005<ref name="Strukturreform" />), Witzenhausen (aufgelöst am 1. Januar 2005<ref name="Strukturreform" />) und Wolfhagen (aufgelöst am 1. Januar 2005<ref name="Strukturreform" />).
  7. Der Bezirk des Landgerichts Limburg an der Lahn aus den Bezirken der Amtsgerichte Braunfels (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Dillenburg, Ehringshausen (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Hadamar (aufgehoben am 1. Januar 2005<ref name="Strukturreform" />), Herborn (aufgelöst am 1. Januar 2005<ref name="Strukturreform" />), Limburg an der Lahn, Runkel (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Weilburg und Wetzlar.
  8. Der Bezirk des Landgerichts Marburg an der Lahn aus den Bezirken der Amtsgerichte Biedenkopf, Borken (Bezirk Kassel) (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Frankenberg (Eder), Gladenbach (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />), Amtsgericht Homberg an der Ohm, Kirchhain, Marburg an der Lahn, Neukirchen (aufgehoben am 1. Juli 1968<ref name="2." />) und Treysa (am 1. Dezember 1971 umbenannt in Amtsgericht Schwalmstadt<ref>Viertes Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 2. November 1971. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 260, Artikel 1, Abs. 2 l) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 781 kB]).</ref>).
  9. Der Bezirk des Landgerichts Wiesbaden aus den Bezirken der Amtsgerichte Eltville am Rhein (aufgelöst am 1. Januar 2005<ref name="Strukturreform" />), Hochheim am Main (aufgelöst am 1. Januar 2005<ref name="Strukturreform" />), Idstein, Rüdesheim am Rhein, Bad Schwalbach und Wiesbaden.

Fassung von 2005

In der Fassung vom 11. Februar 2005 gestaltete sich die Aufteilung der Amtsgerichte auf die einzelnen Landgerichtsbezirke wie folgt:

  1. Der Bezirk des Landgerichts Darmstadt wird gebildet aus den Bezirken der Amtsgerichte Bensheim, Darmstadt, Dieburg, Fürth, Groß-Gerau, Lampertheim, Langen (Hessen), Michelstadt, Offenbach am Main, Rüsselsheim und Seligenstadt.
  2. Der Bezirk des Landgerichts Frankfurt am Main wird gebildet aus den Bezirken der Amtsgerichte Frankfurt am Main, Bad Homburg v. d. Höhe, Königstein im Taunus und Usingen (aufgehoben am 1. Januar 2012<ref name="letzte">Gesetz zur Änderung gerichtsorganisatorischer Regelungen (GVBl. I S. 409–419) vom 16. September 2011. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2011 Nr. 17, S. 409 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 574 kB]).

Bezieht sich auf das Gesetz über den Sitz und den Bezirk der Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit und der Staatsanwaltschaften (Gerichtlichesorganisationsgesetz) (GVBl. I S. 98) vom 1. Februar 2005. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2005 Nr. 5, S. 98 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 235 kB]).</ref>).

  1. Der Bezirk des Landgerichts Fulda wird gebildet aus den Bezirken der Amtsgerichte Fulda, Bad Hersfeld, Hünfeld und Rotenburg an der Fulda (aufgehoben am 1. Januar 2012<ref name="letzte" />).
  2. Der Bezirk des Landgerichts Gießen wird gebildet aus den Bezirken der Amtsgerichte Alsfeld, Büdingen, Friedberg (Hessen), Gießen und Nidda (aufgehoben am 1. Januar 2012<ref name="letzte" />).
  3. Der Bezirk des Landgerichts Hanau wird gebildet aus den Bezirken der Amtsgerichte Gelnhausen, Hanau und Schlüchtern (aufgehoben am 1. Januar 2012<ref name="letzte" />).
  4. Der Bezirk des Landgerichts Kassel wird gebildet aus den Bezirken der Amtsgerichte Bad Arolsen (aufgehoben am 1. Januar 2012<ref name="letzte" />), Eschwege, Fritzlar, Kassel, Korbach und Melsungen.
  5. Der Bezirk des Landgerichts Limburg an der Lahn wird gebildet aus den Bezirken der Amtsgerichte Dillenburg, Limburg an der Lahn, Weilburg und Wetzlar.
  6. Der Bezirk des Landgerichts Marburg wird gebildet aus den Bezirken der Amtsgerichte Biedenkopf, Frankenberg (Eder), Kirchhain, Marburg, und Schwalmstadt.
  7. Der Bezirk des Landgerichts Wiesbaden wird gebildet aus den Bezirken der Amtsgerichte Idstein, Rüdesheim am Rhein, Bad Schwalbach und Wiesbaden.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />