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Guntershausen bei Berg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Guntershausen bei Berg
Datei:Guntersb.jpg
Wappen von Guntershausen bei Berg
Staat: Vorlage:CHE2
Kanton: Kanton ThurgauDatei:Wappen Thurgau matt.svg Thurgau (TG)
Bezirk: Weinfeldenw
Politische Gemeinde: Berg TGi2
Postleitzahl: 8572
frühere BFS-Nr.: 4903
Koordinaten: 731650 / 270500Koordinaten: 47° 34′ 19″ N, 9° 11′ 18″ O; CH1903: 731650 / 270500
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Höhe: 504 m ü. M.
Fläche: 1,44 km²<ref name="Areal" />
Einwohner: 155 (31.12.2018)<ref name="Einwohner">Vorlage:Orte TG 2018</ref>
Einwohnerdichte: 108 Einw. pro km²
Datei:Guntershausen bei Berg..jpg
Guntershausen von Norden (2016)
Guntershausen von Norden (2016)
Karte
Guntershausen bei Berg (Schweiz)
Guntershausen bei Berg (Schweiz)
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Datei:Karte Gemeinde Guntershausen 1994.png
Gemeindestand vor der Fusion im Jahr 1995

Guntershausen bei Berg ist eine Ortschaft<ref name="Einwohner" /> der Gemeinde Berg im Bezirk Weinfelden des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Bis 1994 war Guntershausen mit dem Namen Guntershausen bei Birwinken eine Ortsgemeinde der Munizipalgemeinde Birwinken. 1995 trennte sich Guntershausen von der Munizipalgemeinde Birwinken ab und fusionierte im Rahmen der Thurgauer Gemeindereform zur politischen Gemeinde Berg<ref name="StatistikTG" />

Geographie

Guntershausen liegt am Südosthang des Ottenbergs. Auf dem Gebiet der früheren Ortsgemeinde liegt der Tobelweiher, der vom Tobelbach entwässert wird, und der Mättlibach.

Geschichte

Guntershausen wurde erstmals 1291 unter dem Namen Gundhartzhusen erwähnt. Im Frühmittelalter war Guntershausen eine sogenannte freiherrliche Vogtei. Freiherr Friedrich von Bussnang verkaufte 1346 Guntershausen an den Konstanzer Bürger Rudolf Ruch. Nach einigen Besitzerwechseln wurde das Niedergericht 1553 an die Herrschaft Bürglen verkauft, die von 1579 bis 1798 der Stadt St. Gallen gehörte.<ref name="HLS" />

Das seit der Reformation im Jahr 1529 evangelische Guntershausen gehörte stets zur Pfarrei Sulgen.<ref name="HLS" /> Im Wintermonat 1769 wurde in Guntershausen eine erste Dorfschule zusammen mit Andhausen eröffnet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Eine seit 1423 bestehende Mühle war ein Konstanzer Lehen und wurde von der Familie Altwegg gekauft. Um 1830 erwarb Jakob Farner aus Stammheim die Mühle mit Sägerei und einem grossen Landwirtschaftsgut. Dessen jüngste Tochter Caroline Farner war die zweite Schweizer Ärztin und erste Allgemeinpraktikerin.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Caroline Farner 1842–1913. Eine Frau macht Geschichte. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 15. September 2016 im Internet Archive; PDF)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berg-tg.ch Auf der Webseite der Gemeinde Berg TG, abgerufen am 14. Februar 2020.</ref> 1832 baute die Familie Altwegg eine kleine Mühle, die vom Tobelbach betrieben wurde.

Im 19. Jahrhundert wurde Ackerbau betrieben, ausserdem waren eine Schmiede und eine Kattunweberei ansässig. Mit dem Übergang zur Milchwirtschaft und zum Obstbau gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam die Stickerei ins Dorf. Die 1911 eröffnete Mittelthurgaubahn, deren Strecke über das Gemeindegebiet führt, bewirkte keinen Strukturwandel.<ref name="HLS" />

1924 wurde das «Milchhüttli» gebaut, das als Sammelstelle der Milch für die Käsereigesellschaft Leimbach-Guntershausen diente. Im Laufe der Jahre ging die Zahl der Milchlieferanten zurück, und das Gebäude wurde 1985 an die Telefonverwaltung vermietet. Mit der Zeit wurde das «Milchhüttli» zum Treffpunkt der Jugendlichen und diente als Nachtlager für Landstreicher. 2003 wurde es abgebrochen.

Seit dem Bau mehrerer Einfamilienhäuser ab 1960, eines privaten Alters- und Pflegeheims 1965 und des «Seniorendörflis» 1986 hat Guntershausen den Charakter eines reinen Bauerndorfs abgelegt.<ref name="HLS" />

Wappen

Datei:Guntersb.jpg

Blasonierung: In Blau ein stehender, gelber Schwan.

1941 bekam Guntershausen ein eigenes Gemeindewappen. Die Farben Gelb und Blau stammen von den Freiherren von Bürglen.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung von Guntershausen bei Berg
Jahr 1850 1900 1930 1950 1990 2000 2010 2018 2023
Ortsgemeinde 133 105 91 115 169
Ortschaft 197 122 155<templatestyles src="FN/styles.css" /> Anm. 177<templatestyles src="FN/styles.css" /> Anm.
Quelle HLS<ref name="HLS" /> DfS<ref name="Statistik2005" /> DfS<ref name="Statistik2012" /> DfS<ref name="Einwohner" /> DfS<ref name=":0">Die Ortschaften des Kantons Thurgau und ihre Wohnbevölkerung 2024. Kanton Thurgau, Dienststelle für Statistik, Frauenfeld, 2024, abgerufen am 8. Juni 2024.</ref>

<templatestyles src="FN/styles.css" />

Anm. 
mit Aussenhöfen

Von den insgesamt 177 Einwohnern der Ortschaft Guntershausen bei Berg am 31. Dezember 2023 waren 16 bzw. 9,0 % ausländische Staatsbürger. 73 (41,2 %) waren evangelisch-reformiert und 22 (12,4 %) römisch-katholisch.<ref name=":0" />

Die Ortschaft Guntershausen bei Berg beherbergt ein im Jahr 2016 eröffnetes Asylwohnheim. Im Januar 2021 bot das Asylwohnheim Personen aus den Staaten Afghanistan, Äthiopien, Somalia, Syrien Schutz.

Verkehr

Strassenverkehr

Datei:Strassennetz Guntershausen bei Berg, Januar 2021.png
Strassennetz von Guntershausen bei Berg

Das Strassennetz von Guntershausen bei Berg besteht aus Gemeindestrassen. Die Kantonsstrasse K105 (Sulgen-Langrickenbach) ist über das Strassennetz von Guntershausen bei Berg an der Kreuzung beim Weiler Guntersried (Gemeinde Bürglen) zu erreichen. Die Kantonsstrasse H470 (Kreuzlingen-Sulgen-Hauptwil) ist über das Mühletobel zu erreichen.

Strassenverbindungen, beginnend in nördlicher Richtung im Uhrzeigersinn fortlaufend:

Andhausen

Per Strasse Halde, am Bahnübergang Guntershausen vorbei. Der Andhauserstrasse folgend in Andhausen gelangt man nach Berg TG.

Birwinken

Per Kreuzung im Unterdorf am Napf vorbei. Im Winter teilweise nicht gepfadet.

Mattwil

Per Kreuzung bei Guntersried auf die Kantonstrasse K105 (Himmelsrichtung: Nord-Osten).

Heimenhofen

Per Kreuzung bei Guntersried auf die Gemeindestrasse (Himmelsrichtung: Süd-Osten).

Leimbach

An der Kreuzung bei der in Guntershausen ansässigen Firma "Willi Messerli AG" in südliche Richtung. Den Mättlibach überquerend nach Oberholz (Leimbach).

Opfershofen

Entweder über die Strassen Breitäcker oder Hagäcker, anschliessend in westlicher Himmelsrichtung folgend nach Oberopfershofen.

Bahnverkehr

Guntershausen bei Berg besitzt selbst keinen eigenen Bahnhof. Die am 16. Dezember 1911 eingeweihte Bahnlinie Weinfelden-Kreuzlingen, gebaut von der im Jahr 2003 liquidierten Mittelthurgaubahn, verläuft nördlich des Siedlungsgebiets von Guntershausen bei Berg. Letztmalige Arbeiten an der Bahnlinie waren ein Doppelspurausbau auf einer Länge von 4,7 Kilometer Länge, der Ende 2018 abgeschlossen war. Circa 1,4 Kilometer der insgesamt 4,7 Kilometer liegen auf dem Gebiet der ehemaligen Ortsgemeinde Guntershausen bei Birwinken (gemäss Gemarkungsgrenze aus dem Jahr 1970).

Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind mit Stand Januar 2021:

Bahnhof Kehlhof

Anfahrtsweg: Per Veloweg am Viadukt Buchtobel vorbei zu erreichen

Via Mühletobel (Ortschaft Opfershofen)

Bahnhof Berg

Anfahrtsweg: Via Andhausen

Sehenswürdigkeiten

Eine im Jahr 1877 angeschaffte Feuerwehrspritze kann im Feuerwehrmuseum Kradolf besichtigt werden.

Persönlichkeiten

  • Caroline Farner (1842–1913), erste allgemein praktizierende Ärztin der Schweiz

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Areal"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schweizerische Arealstatstik. Abgeschlossen auf 1. Juli 1912. (Memento vom 12. April 2016 im Internet Archive; PDF) Herausgegeben vom Eidg. Statistischen Bureau.</ref> <ref name="HLS">Verena Rothenbühler: Guntershausen bei Berg. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref> <ref name="StatistikTG">Vorlage:Statistik TG 1850–2000</ref> <ref name="Statistik2005">Vorlage:Orte TG 2000</ref> <ref name="Statistik2012">Vorlage:Orte TG 2010</ref> </references>

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