Hansgeorg Buchholtz
Hansgeorg Buchholtz (* 25. Juni 1899 in Mülhausen, Reichsland Elsaß-Lothringen; † 22. April 1979 in Uetersen) war ein deutscher Schriftsteller.
Leben
Hansgeorg Buchholtz war der Sohn eines Offiziers der Preußischen Armee; seine Vorfahren stammten größtenteils aus Ostdeutschland. Buchholtz besuchte in Braunschweig die Oberrealschule bis zur Reifeprüfung. Ab 1917 nahm er als Fähnrich am Ersten Weltkrieg teil. Nach dem Ende des Krieges absolvierte er ab 1919 ein Studium an den Universitäten in Berlin, Freiburg im Breisgau und Königsberg. Ab 1926 wirkte er als Lehrer an Mittelschulen in den ostpreußischen Orten Nikolaiken und Sensburg, ab 1928 als Rektor einer Schule in Gilgenburg und ab 1933 in Lötzen. Seit Anfang der 1930er Jahre war er neben seinem Lehrerberuf auch als freier Schriftsteller tätig.
Buchholtz nahm ab 1939 als Hauptmann der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. 1941 wurde er beurlaubt; anschließend übte er in Heilsberg (Ostpreußen) die Funktion eines Schulrats aus. Nach der Flucht aus Ostpreußen lebte er in Braunschweig, Haseldorf, Wedel und Uetersen; bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1958 war er als Schulrat in Bremervörde tätig.
Werk
Hansgeorg Buchholtz war Verfasser Romanen, Erzählungen, Jugendbüchern und Gedichten. Sein Werk hat häufig die ostpreußischen Landschaften der Masurischen Seen und der Kurischen Nehrung zum Thema bzw. Hintergrund.
Im NS-Staat gehörte Buchholtz zu den Autoren, die als „politisch zuverlässig“ und „künstlerisch wertvoll“ galten und deren Veröffentlichungen von der HJ-Führung gefördert wurden.<ref>Michael Buddrus: Totale Erziehung für den totalen Krieg. Hitlerjugend und nationalsozialistische Jugendpolitik (= Texte und Materialien zur Zeitgeschichte. 13). 2 Teile. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11615-2, S. 106.</ref> So wendete er z. B. in Ein Musketier von Potsdam (1935) die Geschichte Preußens unmittelbar nationalsozialistisch.<ref>Norbert Hopster: Vorgeschichte, Geschichte, Kriege. In: Ders., Petra Josting, Joachim Neuhaus: Kinder- und Jugendliteratur 1933–1945. Ein Handbuch. Bd. 2. Darstellender Teil. J. B. Metzler, Stuttgart 2005, Sp. 206.</ref> Mit diesem Titel war Buchholtz auch auf der „Grundliste“ vertreten, die im Erlass vom 29. Januar 1937 zum Aufbau des Schulbüchereiwesens an Volksschulen enthalten war.<ref>Peter Aley: Jugendliteratur im Dritten Reich. Dokumente und Kommentare. C. Bertelsmann, Gütersloh 1967, S. 42.</ref> Mit der Neubearbeitung der „Grundliste“ vom 22. August 1939 kaum auch sein Titel Jugend an der Grenze dazu.<ref>Peter Aley: Jugendliteratur im Dritten Reich. Dokumente und Kommentare. C. Bertelsmann, Gütersloh 1967, S. 52.</ref>
In dem Buch Nomas Opfer. Eine Erzählung aus der Zeit der Eroberung Preußens durch den deutschen Ritterorden nahm Buchholtz 1938 die Position des heidnischen Preußen ein, die er zu einem tapferen und edlen Volk und Vorbild der Nationalsozialisten stilisierte. Denn ihre völkische Leistung, so Buchholtz, liege in ihrem Verhalten gemäß dem Gesetz der Treue zu „Blut und Boden“. Das sich ihres „rassischen Wertes“ und angestammten Bodens bewusste Volk der Preußen habe sich im hartnäckigen kriegerischen Widerstand bewährt.<ref>Sebastian Schmideler: Vom Geöffneten Ritter-Platz (1702) zum postmodernen Jugendroman. Ritterdarstellungen aus vier Jahrhunderte Kinder- und Jugendliteratur. In: Mathias Herweg u. Stefan Keppler-Tasaki (Hrsg.): Rezeptionskulturen. Fünfhundert Jahre literarischer Mittelalterrezeption zwischen Kanon und Populärkultur. De Gruyter, Berlin 2012, S. 383–410, hier S. 397.</ref>
Buchholtz erhielt 1940/41 den „Hilf-mit!“-Preis des Nationalsozialistischen Lehrerbundes für das beste Jugendgedicht.<ref>Peter Aley: Jugendliteratur im Dritten Reich. Dokumente und Kommentare. C. Bertelsmann, Gütersloh 1967, S. 74.</ref> 1959 wurde er mit dem Kulturpreis der Landsmannschaft Ostpreußen in der Sparte „Literatur“ sowie 1961 mit dem Jugendbuchpreis der Künstlergilde Esslingen ausgezeichnet.
Die Erzählung Fremder, bist Du mein Bruder (1962) wird als Beispiel für die einseitige Verzerrung der Täter-Opferperspektive der Vertreibung bewertet. Während die Schreckensbilder endloser Flüchtlingstrecks und torpedierter Flüchtlingsschiffe präsent seien, würden deutsche Verbrechen wie der Überfall auf Polen und der Holocaust nicht zur Sprache gebracht. Karsten Leutheuser konstatiert eine unangemessen Aufrechnung von Schuld, eine zeittypische Verniedlichungs- und Verdrängungsmentalität sowie verstreckte Diskriminierungen der Polen.<ref>Karsten Leutheuser: Freie, geführte und verführte Jugend. Politisch motivierte Jugendliteratur in Deutschland 1919–1989. Igel, Paderborn 1995, S. 177 f.</ref>
Werke
Gedichte
- Fern von ihr.<ref>Das Ostpreußenblatt 17. März 1973 / Folge 11 / Seite 9, abgerufen am 7. März 2023</ref>
Herausgeberschaft
- Stille Seen, dunkle Wälder, München 1956
Weblinks
- {{#if: Buchholtz, Hansgeorg | Buchholtz, Hansgeorg | Hansgeorg Buchholtz }}. In: Ostdeutsche Biografie (Kulturportal West-Ost)
Einzelnachweise
<references />
{{#ifeq: p | p | | {{#if: 105017612n8101055510296687 | |
}} }}{{#ifeq:||{{#if: | [[Kategorie:Wikipedia:GND fehlt {{#invoke:Str|left|{{{GNDCheck}}}|7}}]] }}{{#if: | {{#if: | | }} }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 105017612 | | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 105017612 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: n81010555 | | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: n81010555 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 10296687 | | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 10296687 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }} }}Vorlage:Wikidata-Registrierung
{{#if: Buchholtz, Hansgeorg | {{#if: | {{#if: deutscher Schriftsteller | {{#if: 25. Juni 1899 | {{#if: Mülhausen, Reichsland Elsaß-Lothringen | {{#if: 22. April 1979 | {{#if: Uetersen || Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Buchholtz, Hansgeorg
}} |
| ALTERNATIVNAMEN |
}} |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller
}} |
| GEBURTSDATUM | 25. Juni 1899
}} |
| GEBURTSORT | Mülhausen, Reichsland Elsaß-Lothringen
}} |
| STERBEDATUM | 22. April 1979
}} |
| STERBEORT | Uetersen
}} |
- Wikipedia:GND fehlt
- Wikipedia:Normdaten-TYP falsch oder fehlend
- Wikipedia:GND in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Wikipedia:GND in Wikipedia vorhanden, fehlt jedoch in Wikidata
- Wikipedia:LCCN in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Wikipedia:LCCN in Wikipedia vorhanden, fehlt jedoch in Wikidata
- Wikipedia:VIAF in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Wikipedia:VIAF in Wikipedia vorhanden, fehlt jedoch in Wikidata
- Autor
- Jugendliteratur
- Heimatliteratur
- Literatur (Deutsch)
- Schulleiter (Deutschland)
- Person (Uetersen)
- Geboren 1899
- Gestorben 1979
- Mann
- Träger des Kulturpreises der Landsmannschaft Ostpreußen
- Deutscher