Hirschpark (Hamburg)
Der Hirschpark ist ein 24,5 ha großer Landschaftsgarten im Hamburger Stadtteil Nienstedten.
Geschichte und Gestaltung
Die Geschichte der Umgebung des Hirschparks wurde schon im 19. Jahrhundert von Lappenberg und Ehrenberg beschrieben. Der Kaufmann Cesar Godeffroy (1742–1818) erwarb im Oktober 1786 die Besitzung aus dem Nachlass von Berend Johann Rodde. Er war Kaufmann in Reval und handelte von und mit Russland. Er hatte einen 7/4 Bauhof von Peter Diedrich Tönnies und 1 1/2 von Heitmann und Eggerstedt dazugekauft. So war es damals das größte Landgut in der Gegend.
Die Parkanlage, die damals „Godeffroy’s Park“ hieß, wurde im Laufe der Jahre mehrfach umgestaltet. Teile wie die beiden Schaugärten im französischen Stil stammen aus der Zeit um 1855 und wurden mit Stauden nach historischem Vorbild bepflanzt. Der originale Brunnensockel in der Mitte des Antiken Gartens wurde 2011 vom Nienstedtener Bildhauer Jörn Lissow zu einer Brunnenanlage ausgebaut. Aus dem frühen 19. Jahrhundert stammen die für einen Landschaftsgarten typischen Elementen mit geschwungenem Wegesystem verbundener weiter Wiesenflächen, Baumgruppen, kleiner Waldbereiche und Solitärbäumen wie Stieleichen und Bergahorn und exotischen Pflanzen wie Azaleen und Rhododendren, sowie dem Aussichtsplatz auf die Elbe am Geesthang. Die mehrfach zu lesende Feststellung, die vierreihige Lindenallee stamme aus der Zeit des Vorbesitzers A. Oldehorst ab 1620, ist bisher ohne Beleg.<ref>Adrian von Buttlar, Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1, Altona: Elbgärten, S. 123</ref> In dem 1860 von Cesar Godeffroy (1813–1885) angelegten Damwildgatter, von dem der Park seinen heutigen Namen „Hirschpark“ ableitet, kann man Damwild, Wasservögel und Pfauen beobachten.
Im Jahr 1890 wurden der Park und Gebäude an den Kaufmann Ernst August Wriedt verkauft. Zu dieser Zeit sprach man vom „Wriedt's Park“. 1924 erwarb die Gemeinde Blankenese die Flächen,<ref>Zum Ankauf des Hirschparkes durch die Gemeinde Blankenese. In: Schiffbeker Zeitung. 18. September 1924, Beilage, S. [6], (Digitalisat)</ref> und 1927 machte die Stadt Altona sie der Öffentlichkeit zugänglich. Mit der Eingemeindung Altonas ging der Hirschpark 1938 in den Besitz der Stadt Hamburg über.
Im Januar 2026 schloss das Bezirksamt Altona das Hirschgatter aus Gründen des Tierschutzes.<ref>Damwildgatter im Hirschpark wird geschlossen - Bezirksamt Altona zieht Konsequenzen im Sinne des Tierschutzes. In: Hamburg.de. 26. Januar 2026</ref>
Nationalerbe-Baum
Am 23. Oktober 2020 wurde ein rund 270 Jahre alter Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) mit einem Stammumfang von 5,55 Metern als sechster Nationalerbe-Baum Deutschlands ausgezeichnet.<ref>Hamburger Berg-Ahorn ist jetzt Nationalerbe auf hamburg.de vom 23. Oktober 2020, abgerufen am 23. Oktober 2020</ref> Er befindet sich in der Nähe des Tennisplatzes.<ref>Edgar S. Hasse: 270 Jahre alter Baum gehört jetzt zum Nationalerbe. In: Hamburger Abendblatt, 24. Oktober 2020, S. 17.</ref>
Gebäude
Innerhalb des Hirschparks stehen das um 1792 errichtete Landhaus J. C. Godeffroy und ein um 1800 erbautes reetgedecktes Haus, das sogenannte „Kavaliershaus“.<ref name="Klee" /> Von 1950 bis zu seinem Tode 1959 wurde es von Hans Henny Jahnn bewohnt. An ihn erinnern eine Tafel mit Relief sowie ein Findling. Dessen Räumlichkeiten dienen heutzutage als Gasthaus Witthüs.<ref>Der Hirschpark auf hamburg.de</ref> Ein ehemals um 1835 erbautes Gärtnerhaus, dessen Äußeres stark verändert wurde,<ref name="Klee">Renata Klee-Gobert, Heinz Ramm: Landhaus J.C. Godeffroy und Hirschpark. In: Günther Grundmann, Kulturbehörde (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der Freien und Hansestadt Hamburg. 2. Auflage. Band 2. Christians Verlag, Hamburg 1970, ISBN 3-7672-0595-5, S. 224–225.</ref> ist nicht mehr Bestandteil.
Literatur
- Paul Th. Hoffmann: Die Elbchaussee. Ihre Landsitze, Menschen und Schicksale. Broschek, 4. Aufl., Hamburg 1952, S. 210ff., (Digitalisat)
- Richard Ehrenberg: Aus der Vorzeit von Blankenese und den benachbarten Ortschaften Wedel, Dockenhuden, Nienstedten und Flottbek. Meißner, Hamburg 1897, S. 95–96, (Digitalisat) (Datum des Kaufes 30. Oktober 1786)
- Johann Martin Lappenberg: Die Elbkarte des Melchior Lorichs vom Jahre 1568, Meissner, Hamburg 1847, S. 86 (Jahr des Kaufes 1782)
- Innerhalb der Karte (Garten von Godeffroy, Digitalisat) In: Drei Tage in Hamburg. Ein praktischer Führer für Fremde, um die Sehenswürdigkeiten der Stadt und Umgegend auf die genussreichste Weise in drei Tagen kennen zu lernen. C. Gassmann, Hamburg 1881, (anschließend an S. 70)
- Dockenhuden (Kön. Dän. Terr.). In: Friedrich Theodor Nevermann: Neuer Almanach aller um Hamburg liegenden Gärten. Hamburg 1793, S. 19, (Digitalisat)
Weblinks
- Geschichte und Bilder des Hirschparks bei gartenhistorie.de (private Seite)
- Die „Telefonzelle“ im Hirschpark. In: Tagebuch. Lutz Hoffmann (Astwerk), 26. August 2018, abgerufen am 10. Januar 2020.
- Monumentale Bäume im Hirschpark in Hamburg – Blankenese, Hamburg, Deutschland. In: MonumentalTrees.com. Abgerufen am 10. Januar 2020.
- Französischer Brunnen, Hirschparkverein
Nachweise
<references />
Altonaer Balkon | Altonaer Volkspark | Antonipark | August-Lütgens-Park | Bahrenfelder See | Baurs Park | Bei der Friedenseiche | Bertha-von-Suttner-Park | Betty-Levi-Passage | Bismarckstein | Bornpark | Böverstpark | Donners Park | Emil-Wendt-Park | Fischers Park | Goldschmidtpark | Goßlers Park | Grothpark | Hans-Christian-Andersen-Park | Hans-Leip-Ufer | Harkenseepark | Heine-Park | Hessepark | Hindenburgpark | Hirschpark | Jenischpark | Kapitän-Schröder-Park | Klövensteen | Lise-Meitner-Park | Loki-Schmidt-Garten | Lunapark | Lutherpark | Luuspark | Olbersweg | Osdorfer Feldmark | Park Mitte Altona | Platz der Republik | Rathenaupark | Reemtsmapark | Römischer Garten | Rosengarten | Schinckels Park | Schleepark | Schöns Park | Schröders Elbpark | Sternschanzenpark | Sven-Simon-Park | Tinsdaler Heide | Waldpark Falkenstein | Waldpark Marienhöhe | Walter-Möller-Park | Westerpark | Wesselhoeftpark | Wohlerspark | Ziegeleiteich-Park
Koordinaten: 53° 33′ 28,8″ N, 9° 49′ 26,2″ O
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