IDAS (Flugkörper)
| IDAS (Flugkörper) | |
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Modell von IDAS (TechDemo'08, 2008) | |
| Allgemeine Angaben | |
| Typ | Flugabwehrrakete |
| Herkunftsland | Datei:Flag of Germany.svg Deutschland |
| Hersteller | IDAS Consortium (Diehl u. tkMS) |
| Indienststellung | > 2029 |
| Technische Daten | |
| Länge | 2800 mm |
| Durchmesser | 180 mm |
| Gefechtsgewicht | > 100 kg |
| Geschwindigkeit | > 200 m/s |
| Reichweite | 20 km |
| Ausstattung | |
| Lenkung | Lichtwellenleiter |
| Waffenplattformen | Klasse 212 A Klasse 212 CD (geplant) |
| Listen zum Thema | |
IDAS (Interactive Defence and Attack System for Submarines) ist ein in Entwicklung befindlicher Flugabwehrflugkörper, mit dem U-Boote erstmals U-Jagd-Hubschrauber bekämpfen könnten. Der Flugkörper lässt sich aber auch gegen kleine Schiffe und küstennahe Landziele einsetzen. Er wird vom deutschen Unternehmen Diehl Defence zusammen mit ThyssenKrupp Marine Systems (ehemals HDW) für die U-Boot-Klasse 212 A bzw. 212 CD der Deutschen Marine entwickelt.
Der Leichtgewichts-Lenkflugkörper IDAS hat einen Feststoffantrieb, mit dem eine Reichweite von rund 20 km erreicht wird, und kann von getaucht fahrenden U-Booten der Klasse 212 A abgefeuert werden. Der Start erfolgt durch den Ausstoß aus einem Torpedorohr, gesteuert wird die Lenkwaffe über einen Lichtwellenleiter. Der Zielsuche dient ein von dem Luft-Luft-Lenkflugkörper IRIS-T übernommener Infrarot-Bild-Suchkopf. Die Video-Daten des Suchkopfes werden über den Lichtwellenleiter in das U-Boot an eine Bildschirm-Konsole übertragen, die Zielauswahl und Steuerung erfolgt dann durch den Bediener. Dadurch wird die Trefferwahrscheinlichkeit erheblich erhöht. So kann der Flugkörper präzise ins Ziel gelenkt oder nötigenfalls umgelenkt werden bzw. der Einsatz auch abgebrochen werden. Andererseits kann die Rakete aber auch selbständig fliegen (Fire-and-Forget), falls die Verbindung zum U-Boot verloren geht oder wenn die Situation es erfordert. Das Magazin für vier Lenkflugkörper belegt ein Torpedorohr. Im Magazin sind jeweils zwei Raketen neben- und hintereinander gelagert.
Am 29. Mai 2008 unternahm das U-Boot U 33 in der Ostsee einen Raketentest. Erstmals wurde der neuentwickelte Lenkflugkörper IDAS erfolgreich unter Wasser aus einem Torpedorohr gestartet und traf danach ein simuliertes Ziel in der Luft.<ref>Deutsche Marine: IDAS-Flugkörper erstmals vom U-Boot gestartet. In: www.presseportal.de. Abgerufen am 21. Februar 2021.</ref> Die Entwicklung und Qualifizierung des Flugkörpers ist in den Jahren 2024 bis 2029 geplant.
Nachdem die Finanzierung von IDAS aus dem im Juni 2022 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 eingerichteten Sondervermögen Bundeswehr in Höhe von einhundert Milliarden Euro finanziert werden sollte,<ref>Bundestags-Drucksache 20/2090. In: bundestag.de. 1. Juni 2022, abgerufen am 30. Oktober 2022.</ref> wurde das Projekt Ende Oktober 2022 wieder herausgenommen.<ref>Thomas Wiegold: Nach Rechnungshof-Kritik: Weniger Projekte im Bundeswehr-Sondervermögen. In: augengeradeaus.net. 28. Oktober 2022, abgerufen am 30. Oktober 2022.</ref> Am 18. Dezember 2024 billigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages schließlich doch die Entwicklung des Lenkflugkörpers IDAS.<ref>Bundestag bewilligt weitere 38 Beschaffungsvorhaben für die Bundeswehr. In: bmvg.de. Bundesministerium der Verteidigung, 18. Dezember 2024, abgerufen am 18. Dezember 2024.</ref>
Literatur
- Larf Hoffmann: Luftverteidigungssystem IDAS für U-Boote: Fertigentwicklung könnte im kommenden Jahr starten. In: Europäische Sicherheit & Technik. Band 72, Nr. 8, 2023, S. 80 f.
Stefan Nitschke: Militärische Schlüsseltechnologie „Made in Germany“ – Uboote bekommen IDAS. In: Wehrtechnik. Band 57, Nr. 1, 2025, S. 56.
Weblinks
- Webseite Diehl zum „Lenkflugkörper IDAS“
- LFK Sys See/Luft U212A (IDAS). In: bundeswehr.de.
Einzelnachweise
<references />