Insektenstich
{{#if: behandelt den Stich giftiger Insekten als Verteidigungsreaktion. Für den Stich blutsaugender Insekten siehe Blutsaugende Insekten.
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Ein Insektenstich oder Giftstich ist eine Abwehrhandlung von mit einem Giftstachel bewehrten Insekten, meist Hautflüglern wie etwa Honigbienen, Wespen und Hornissen, seltener auch Ameisen. Dabei wird dem Feind mit dem Stachel ein giftiges Sekret unter die Haut injiziert. Es kann sich um die unmittelbare Verteidigungsreaktion eines einzelnen Insekts, aber auch um die kollektive Reaktion auf eine Bedrohung der Niststätte handeln.
Im Normalfall reagiert der menschliche Körper auf das Stichgift (etwa das Bienen- oder Hornissengift) dieser Insekten mit einer lokalen Entzündungsreaktion (Schwellung und Rötung), bei einem kleinen Kreis anfälliger Personen besteht darüber hinaus die Gefahr einer allergischen Reaktion.
Direkte Stichreaktion
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Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11
Das Stichgift von Bienen und Wespen verursacht Schmerzen und im späteren Verlauf Juckreiz sowie eine (bei Allergikern mitunter massive) Schwellung, die erst nach einigen Tagen nachlässt. Diese kann bis zu fünf oder sechs Tage anhalten. Am zweiten oder dritten Tag kann die Reaktion am stärksten sein. Gerade die Schwellung kann auslaufend sein und in den Tagen nach dem Stich weiter ausbreiten. Die Wirkung ist jedoch abhängig von der Einstichstelle und der Menge des Giftes, so dass die Reaktion sehr unterschiedlich ausfallen kann. Bei einem Wespenstich kann der Schmerz beispielsweise schon nach einigen Minuten stark nachlassen, aber auch mehrere Stunden anhalten.
Das Gift von Bienen und Wespen, aber auch von Hornissen oder Hummeln ist erst bei mehreren hundert Stichen lebensgefährlich.<ref>Ulrich Wahn: Pädiatrische Allergologie und Immunologie.</ref> Dabei kann es durch eine Rhabdomyolyse, Hämolyse, Gerinnungsstörungen und Blutplättchenmangel sowie akutem Leber- und Nierenversagen zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen.<ref>Emmanuel A. Burdmann, Vivekanand Jha, Visith Sitprija: Acute Kidney Injury in the Tropics. In: Jürgen Floege, Richard J Johnson, John Feehally: Comprehensive Clinical Nephrology. 4. Auflage. St. Louis 2010, S. 814.</ref> Unabhängig davon kann eine Schwellung der oberen Luftwege eine tödliche Gefahr darstellen, wenn dadurch die Atemwege mechanisch verlegt werden. Bei Allergikern dagegen kann bereits ein einziger Stich zu einer allergischen Allgemeinreaktion führen, die potenziell lebensbedrohlich sein kann.
Allergische Reaktion
Wenn der Betroffene durch frühere Stiche sensibilisiert ist (Insektengiftallergie), kann durch das Gift bereits eines einzelnen Stiches eine allergische (anaphylaktische) Reaktion ausgelöst werden.<ref name="golden" /> Dabei ist eine anaphylaktische Reaktion dadurch definiert, dass es nicht nur zu einer lokal begrenzten Hautreaktion (Rötung, Schwellung, Quaddeln), sondern auch zu Reaktionen im gesamten Körper kommt. Betroffen davon sind schätzungsweise etwa 0,4 bis 0,8 % der Kinder und etwa 3 % der Erwachsenen.<ref>John E. Moffitt u. a. (Joint Task Force on Practice Parameters for Allergy and Immunology): Stinging insect hypersensitivity: A practice parameter update 2011. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology. Volume 127, Issue 4, 2011, S. 852–854.</ref> Die allergische Reaktion reicht von leichten Allgemeinreaktionen (Übelkeit, Kopfschmerzen, großflächige Hautreaktionen an weit vom Stich entfernten Regionen) und Atemnot bis hin zum lebensbedrohlichen Blutdruckabfall mit Herzrasen und Kreislaufversagen (anaphylaktischer Schock). Eine anaphylaktische Reaktion tritt sehr rasch innerhalb von Minuten bis 5 Stunden nach dem Stich auf, fast immer aber innerhalb der ersten Stunde.<ref>James H. Diaz: Hymenopterid Bites, Stings, Allergic Reactions, and the Impact of Hurricanes on Hymenopterid-Inflicted Injuries. In: Journal of the Louisiana State Medical Society. 159, 2007, S. 149–157.</ref>
Diagnostik
Aus dem Blut des Patienten lassen sich Insekten-spezifische IgE-Antikörper nachweisen. Diese lassen sich allerdings schon nachweisen, wenn Personen irgendwann einmal von dem entsprechenden Insekt gestochen wurden. Eine zweizeitige Antikörperbestimmung kann durch eventuellen Titeranstieg Rückschlüsse auf das verantwortliche Insekt zulassen.<ref>LADR Informiert: Insektengiftallergie</ref> Auch eine Differentialdiagnose zwischen Biene und Wespe ist mittels moderner molekularer IgE-Allergiediagnostik möglich.<ref>LADR: Insektengiftallergie: Häufigste Ursache anaphylaktischer Reaktionen</ref> Um eine fragliche Anaphylaxie nach Bienen- oder Wespenstich abzuklären, bietet sich auch der Basophilen-Stimulationstest an.<ref>LADR Informiert: Basophilen-Stimulationstest - Neue Möglichkeiten in der Allergiediagnostik</ref>
Behandlung
Erstmaßnahme bei Bienenstichen ist die sofortige Entfernung des Stachels<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> und sofortige Kühlung.<ref>P. Altmeyer: Die Online Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Umweltmedizin, Stichwort Insektenstich; enzyklopaedie-dermatologie.de, abgerufen am 1. September 2016.</ref> Zusätzlich ist ein Abmildern der Symptome durch lokale Hyperthermie mittels eines Wärmestifts nachgewiesen (punktuelle Erwärmung der betroffenen Hautstelle mit 50 bis 60 °C für 3 bis 10 Sekunden).<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Lokale Cremes oder Gele mit einem Antihistaminikum helfen gegen Juckreiz und Schwellung. Kortikoide sind nur bei allergischen Reaktionen hilfreich. Bei deutlicher Schwellung an Arm oder Bein ist eine Hochlagerung sinnvoll.
Bei allergischen Reaktionen ist eine Behandlung mit entsprechenden Medikamenten (Adrenalin, Antihistaminika, Kortikoide) notwendig, bei einer ausgeprägten Anaphylaxie als notärztliche Behandlung.<ref name="golden">D. B. Golden: Insect sting anaphylaxis. In: Immunol Allergy Clin North Am. 27(2), Mai 2007, S. 261–272, vii. Review. PMID 17493502.</ref> Hierbei steht vor allem die Therapie des Kreislaufversagens mit Adrenalin im Vordergrund. Daher können Risikopersonen eine Adrenalin-Fertigspritze als Notfallset zur Selbstanwendung mit sich tragen. Dauerhaft kann das Risiko durch eine Immuntherapie, die allerdings drei bis fünf Jahre dauert, reduziert werden. Durch Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Stichrisiko vermindern. Dazu zählen unter anderem das Unterlassen aggressiver Bewegungen und das Meiden von Blüten, Fallobst, Süßgetränken, Wiesen u. a.
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Bienenstich. Der Stachel bleibt in der Haut stecken.
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Stachel an der Stichstelle
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Nach Entfernung des Stachels
Siehe auch
Literatur
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- Shu Zhen Chong, Maximilien Evrard, Lai Guan Ng: Lights, Camera, and Action: Vertebrate Skin Sets the Stage for Immune Cell Interaction with Arthropod-Vectored Pathogens. In: Frontiers in Immunology. 4, 2013, doi:10.3389/fimmu.2013.00286. (Review)
- Helmut Schubothe: Vergiftungen. In: Ludwig Heilmeyer (Hrsg.): Lehrbuch der Inneren Medizin. Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 1195–1217, hier: S. 1216 f. (Bienen-, Wespen- und Hornissenstiche).
Weblinks
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Einzelnachweise
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