Janez Janša
Ivan<ref>Anže Božič, notranja politika: Predsednik vlade Ivan ali Janez Janša? 6. Februar 2012, abgerufen am 1. Juli 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Janez Janša [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] (* 17. September 1958 in Ljubljana) ist ein slowenischer Politiker und seit 1993 Vorsitzender der Slowenischen Demokratischen Partei (SDS). Er war von Dezember 2004 bis November 2008, von Februar 2012 bis März 2013 und von März 2020 bis Mai 2022 Ministerpräsident Sloweniens.
Politische Karriere
In den 1980er Jahren war Janša aktiv in der kommunistischen Jugendorganisation Sloweniens ZSMS und veröffentlichte regimekritische Artikel in deren Zeitschrift Mladina. Diese Aktivitäten kulminierten 1988 im Laibacher Prozess gegen Janša, den Wehroffizier Borštner und die beiden Journalisten Tasić und Zavrl. Am Ende dieses Prozesses wurde Janez Janša zu 18 Monaten Haft verurteilt.<ref name=":0">Keno Verseck: Janez Janša wird neuer Regierungschef: Die Orbánisierung Sloweniens. In: Der Spiegel. 7. März 2020, abgerufen am 9. März 2020.</ref>
Janša war 1989 an der Gründung der ersten namhaften slowenischen Oppositionspartei, der Slowenischen Demokratischen Union (SDZ), beteiligt und danach stellvertretender Vorsitzender dieser Partei. Nach dem Wahlsieg der Wahlplattform DEMOS bei den ersten freien Wahlen 1990 wurde Janša Verteidigungsminister und war in dieser Funktion Befehlshaber der slowenischen Armee während des Slowenischen Unabhängigkeitskrieges 1991.<ref>BZZ: Ein gereifter slowenischer Rebell</ref> Nachdem die Koalition DEMOS zerfallen war (1992), blieb Janša Verteidigungsminister und schloss sich 1992 der Sozialdemokratischen Partei Sloweniens (SDS) Jože Pučniks an. Er musste 1994 wegen der Depala-vas-Affäre, in der er seine Ministerialbefugnisse missbraucht haben soll, zurücktreten.
Im Jahr 1993 wurde er Parteivorsitzender der SDS, die sich 2003 in Slowenische Demokratische Partei umbenannte und dabei auch ihre Ausrichtung hin zu liberal-konservativen, marktwirtschaftlichen und prowestlichen Standpunkten änderte.
Am 3. Oktober 2004 erlangte er mit seiner Partei bei den slowenischen Parlamentswahlen ca. 30 % der Stimmen und bildete so die stärkste Kraft im slowenischen Parlament. Janša wurde Ministerpräsident. Das Kabinett Janša I stützte sich auf die konservativen Parteien SDS, SLS und NSi sowie die Pensionistenpartei DeSUS.<ref>eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Bei den darauffolgenden Wahlen am 21. September 2008 verlor die Regierungskoalition jedoch die Parlamentsmehrheit an das von den Sozialdemokraten geführte Bündnis.
Bei der vorgezogenen Parlamentswahl im Dezember 2011 wurde die SDS zweitstärkste politische Kraft nach der neu gegründeten Partei Pozitivna Slovenija. Janša gelang die Bildung einer Mitte-rechts-Koalition mit vier kleineren Parteien (Kabinett Janša II); er wurde am 28. Januar 2012 als Nachfolger Borut Pahors zum neuen Ministerpräsidenten Sloweniens gewählt.<ref>Der Standard: Janez Jansa zum neuen Premier gewählt, 28. Januar 2012.</ref> Ein Jahr später verlor er das Amt nach Korruptionsvorwürfen (Patria-Affäre).
Bei der Parlamentswahl 2018 wurde die SDS stärkste Partei. Janša fand aber nicht genug Koalitionspartner. Nachdem Ministerpräsident Marjan Šarec im Januar 2020 zurücktrat und eine Neuwahl anstrebte, gelang es Janša, eine Koalition aus vier Parteien zu bilden (SDS, SMC, NSi und DeSUS; Kabinett Janša III). Am 13. März 2020 wurde er zum dritten Mal Ministerpräsident.<ref>Die Presse: Slowenische Mitte-Rechts-Regierung im Parlament bestätigt</ref>
Im Februar 2021 überstand er als Premierminister ein Misstrauensvotum der „Koalition des Verfassungsbogens“, einem Bündnis von Oppositionsparteien. In der Debatte vor der geheimen Abstimmung warfen dessen Vertreter Janša u. a. vor, die Verfassung zu missachten, zunehmend autoritär zu regieren und Slowenien weg von der Europäischen Union zu führen. Zudem habe seine Regierung gravierende Fehler im Umgang mit der Corona-Pandemie begangen.<ref>Tobias Zick: Janez Janšas Krieg gegen die slowenischen Medien. Abgerufen am 1. Juli 2021.</ref>
Im Zuge des Krieges in der Ukraine reiste Janša am 15. März 2022 zusammen mit seinen Amtskollegen Mateusz Morawiecki und Jarosław Kaczyński (Vize-Ministerpräsident) aus Polen und Petr Fiala aus Tschechien als erste westliche Politiker in die belagerte Hauptstadt Kiew, um die Unterstützung der EU für die Freiheit der Ukraine zum Ausdruck zu bringen.<ref>Regierungschefs von Tschechien, Polen und Slowenien reisen nach Kiew. In: tagesschau.de vom 15. März 2021. Abgerufen am 16. März 2022.</ref> Janša bezeichnete den Ukraine-Krieg als Gelegenheit, die Rolle der zentraleuropäischen Staaten in der EU zu stärken.<ref>Domen Mezeg: Janez Janša for the Polish media: The war in Ukraine can be a historic opportunity to strengthen the geopolitical position of Central Europe. In: Demokracija. 29. September 2022, abgerufen am 9. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nachdem Janšas SDS lange Zeit in Umfragen geführt hatte, unterlag die Partei bei den Parlamentswahlen in Slowenien 2026 knapp der Regierungspartei Gibanje Svoboda von Ministerpräsident Robert Golob.<ref>Slowenien: Liberale um Golob gewinnen Parlamentswahl knapp - WELT. In: welt.de. Abgerufen am 26. März 2026.</ref> Große Bedeutung hatte dabei eine Schmutzkampagne, unter Beteiligung des privaten israelischen Nachrichtendiensts Black Cube. Janša musste Treffen mit einem Berater der Firma einräumen, was ihn am Ende des Wahlkampfs in die Defensive brachte.<ref>Oliver Soos: Parlamentswahl in Slowenien: Golob gewinnt knapp - verliert aber Regierungsmehrheit. Tagesschau, abgerufen am 26. März 2026.</ref><ref>Knapper Wahlausgang in Slowenien – hat eine israelische Agentur mitgemischt? In: t-online.de. 23. März 2026, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Positionen
Janša zweifelte wiederholt an, dass die gegenwärtige globale Erwärmung menschengemacht sei.<ref name=":0" /> Er plädiert außerdem für das Recht slowenischer Bürger, Schusswaffen tragen zu dürfen.<ref name=":0" />
Janša betrachtet den „kulturellen Marxismus“ als eine zentrale Bedrohung für die Europäische Union.<ref>Orbans illiberale Internationale. In: Wiener Zeitung, 8. Juli 2020, abgerufen am 19. Oktober 2020.</ref>
Bereits vor dem Ende der Auszählung der Stimmen bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020 gratulierte Janša Amtsinhaber Donald Trump zum Wahlsieg.<ref>Philipp Fritz: Wer ist der slowenische Regierungschef, der Trump bereits zum Sieg gratuliert hat?, welt.de, 4. November 2020, abgerufen am 7. November 2020.</ref> Auf Twitter schrieb er auf Englisch: „More delays and facts denying from #MSM, bigger the final triumph for #POTUS.“<ref>Helga Schmidt: EU-Reaktionen auf US-Wahl: „Orban kann sich das zum Vorbild nehmen“. In: tagesschau.de. 4. November 2020, abgerufen am 4. November 2020.</ref>
Kritik
Korruptionsvorwürfe
Wegen seiner möglichen Verwicklung in eine Schmiergeldaffäre rund um die während seiner Amtszeit als Ministerpräsident getätigte Beschaffung von 135 Radpanzern des Typs Patria AMV für die slowenische Armee musste Janša sich seit August 2011 vor Gericht verantworten. In drei EU-Staaten wurde gegen ihn im Zusammenhang mit der Patria-Affäre ermittelt.<ref>Ex-Premier Jansa angeklagt (wienerzeitung.at, 27. August 2011, abgerufen am 20. September 2011) </ref><ref> finnischer Ermittler belastet Sloweniens Ex-Premier Jansa (derstandard.at, 11. September 2011, abgerufen am 20. September 2011)</ref>
Angesichts von Korruptionsermittlungen verlor Janša 2013 die Mehrheit im Parlament. Seine Regierungskoalition zerbrach; zuletzt kontrollierten die Regierungsparteien nur noch 30 von 90 Parlamentssitzen.<ref>Neue Zürcher Zeitung: Janez Jansa als Überlebenskünstler, 15. Februar 2013.</ref> Am 27. Februar 2013 sprach das slowenische Parlament Janša das Misstrauen aus. Es wählte Alenka Bratušek zur neuen Ministerpräsidentin.<ref>Neue Zürcher Zeitung: Sloweniens Opposition stürzt Regierungschef Jansa, 27. Februar 2013.</ref> Bis zur Bildung einer neuen Regierung durch Bratušek (Kabinett Bratušek) blieb die bisherige Regierung kommissarisch im Amt.
Am 5. Juni 2013 wurde Janša von einem Gericht in Ljubljana zu zwei Jahren Haft verurteilt.<ref>Janša to "Fight to the End", Says Conviction Political (5. Juni 2013)</ref> Er legte beim Obersten Gerichtshof Berufung gegen das Urteil ein.<ref>Slowenien: Hafturteil gegen Ex-Premier Janša, Die Presse, Onlineausgabe 5. Juni 2013</ref> Dieser bestätigte das Urteil am 28. April 2014.<ref>Slovenian court confirms jail sentence for ex-PM Jansa</ref> Am 20. Juni 2014 trat er seine Haftstrafe an. Danach konnte er nicht am Wahlkampf zur Parlamentswahl in Slowenien am 13. Juli 2014 teilnehmen. Das Verfassungsgericht nahm sich der Sache an und setzte am 12. Dezember 2014<ref name="faz1">FAZ.net 12. Dezember 2014: Haft für Sloweniens Oppositionsführer ausgesetzt</ref> Janšas Haft bis zu seiner Entscheidung aus.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Slovenian Constitutional Court releases Janez Janša ( des Vorlage:IconExternal vom 23. Dezember 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Im April 2015 entschied es, dass der Prozess zu wiederholen sei. Allen Angeklagten seien Rechte verwehrt worden, da die Beweisführung in den unteren Instanzen unvollständig gewesen sei. Janša sei zudem wegen Befangenheit von einem der Richter am obersten Gerichtshof ein fairer Prozess verwehrt worden. 2015 lief die Verjährungsfrist der Vorwürfe ab.<ref>Höchstgericht ordnet neuen Prozess an - Slovenci-Meldungen. In: volksgruppen.orf.at. Abgerufen am 3. August 2017.</ref>
Verhältnis zur slowenischen Identitären Bewegung
Janša teilte auf Twitter mehrere Beiträge der Identitären Bewegung Sloweniens Generacija identitete, darunter 2019 auch deren Unterstützungserklärung für den österreichischen Identitärenchef Martin Sellner, der wegen einer mutmaßlichen Spende des rechtsextremen Terroristen von Christchurch in der Kritik stand. Darüber hinaus gab es mehrmals gemeinsame öffentliche Auftritte von SDS-Politikern und Identitären.<ref>Slowenische ÖVP-Schwesterpartei mit Sympathien für Identitäre. In: diepresse.com, 3. April 2019, zuletzt abgerufen am 5. März 2020.</ref>
Beschneidung der Pressefreiheit
Nach seinem Amtsantritt begann Janša, ihm unliebsame Journalisten im öffentlichen Rundfunk gegen regierungsfreundliche auszutauschen. Gleichzeitig förderte er regierungsfreundliche Privatsender. Viktor Orbán nahestehende Geschäftsleute unterstützen diese privaten Medien mit Geld und Know-how.<ref name=":1">Was kommt da auf die EU zu? Orbán-Freund Janša übernimmt Ratspräsidentschaft. 30. Juni 2021, abgerufen am 1. Juli 2021.</ref> In Tweets griff er 2020 mehrfach kritische Journalisten aus dem In- und Ausland an.<ref>Sloweniens neue Regierung: Twitter-Krieg gegen Kritiker. In: Der Standard. 11. April 2020, abgerufen am 9. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2020 hatte die ARD über die Medienpolitik seiner Regierung und mögliche Einschränkungen der Pressefreiheit in Slowenien berichtet, woraufhin Janša die Berichterstattung des ARD-Korrespondenten Nikolaus Neumaier mit der der antisemitischen NS-Wochenzeitung „Der Stürmer“ verglich.<ref name=":2">Süddeutsche Zeitung: "Tagesthemen": Sloweniens Ministerpräsident gegen ARD-Mann. Abgerufen am 1. Juli 2021.</ref> Janšas Regierungssprecher Uroš Urbanija wies 2020 die Beschwerden von Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zurück, sie würden beschnitten und erklärte dagegen, dass 90 Prozent der slowenischen Medien „links und gegen die Regierung“ seien.<ref name=":2" />
Ein Analyst des liberalen US-Thinktank Freedom House bezeichnete Janez Janšas Umgang 2021 mit den öffentlichen Medien in seinem Land als „boshaft“.<ref>Tobias Zick: Janez Janšas Krieg gegen die slowenischen Medien. Abgerufen am 1. Juli 2021.</ref> Reporter ohne Grenzen war nach der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Slowenien besorgt, dass die slowenische Regierung das Amt missbrauchen könnte, „um Bemühungen zur Stärkung der Medienfreiheit in Europa zu behindern“.<ref name=":1" />
Privatleben
Janša hat einen Sohn und eine Tochter mit seiner früheren Lebensgefährtin Silva Predalič. Seit Juli 2009 ist er mit der 1978 geborenen Ärztin Urška Bačovnik Janša verheiratet, mit der er seit Herbst 2006 liiert war.<ref>Urška Bačovnik in Janez Janša pričakujeta naraščaj? (www.siol.net, 20. Juli 2009, abgerufen am 24. Februar 2012)</ref> Im August 2011 wurde ein gemeinsamer Sohn geboren.<ref>Rodil se je Črtomir Janša (Slovenske Novice, 18. August 2011, abgerufen am 24. Februar 2012)</ref> Janez Janša wird eine Freundschaft mit Viktor Orbán nachgesagt.<ref name=":0" />
Siehe auch
Weblinks
- Literatur von und über Janez Janša im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Offizieller Webauftritt des Ministerpräsidenten (slowenisch/englisch)
Einzelnachweise
<references />
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Janša, Janez |
| ALTERNATIVNAMEN | Janša, Ivan (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | slowenischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 17. September 1958 |
| GEBURTSORT | Ljubljana |
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