Zum Inhalt springen

Jauch (Hanseatengeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Wappen Jauch tingiert.jpg
Wappen
Datei:Wappen Jauch neu.png
Siegel mit Devise

Jauch ist der Name einer ursprünglich bäuerlichen, später bürgerlichen Familie, die seit dem Ende des 15. Jahrhunderts im thüringischen Sultza Villa, den damals als Einheit verstandenen Orten Dorfsulza und Bergsulza, nachweisbar ist. Dort erscheinen Angehörige im 16. Jahrhundert als besessene Männer – freie, mit erblichen Gütern belehnte Bauern.<ref name="Erbbuch">Erbbuch des Amtschössers Roßla vom Jahre 1512 in: Georg Judersleben: Einwohner Sulzas vor der Reformation. Bad Sulza 1936, S. 42–47.</ref> Von Thüringen aus führten Linien der Familie im 17. Jahrhundert nach Mecklenburg und im 18. Jahrhundert nach Polen sowie in das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg. Über Lüneburg gelangte die Familie nach Hamburg, wo sie seit dem frühen 19. Jahrhundert zu den Hanseaten zählt. Seit dem späten 20. Jahrhundert wird der Name in der medial geprägten Öffentlichkeit vor allem mit Günther Jauch verbunden.

Die Familiengeschichte ist neben diesen räumlichen von sozialen Veränderungen geprägt, die mit dem Übergang vom bäuerlichen Stand zum Stadtbürgertum einsetzten – seit Beginn der gesicherten Stammfolge im 17. Jahrhundert sind die Angehörigen der Familie als Ackerbürger und zünftige Handwerker in Stadtsulza belegt. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts verließ Johann Christian Jauch der Ältere das kriegs- und flutgeschädigte, wirtschaftlich geschwächte Stadtsulza und trat in den Kammerdienst der Herzogin von Mecklenburg-Güstrow ein; Söhne und Enkel wurden Offiziere in Diensten Augusts des Starken, später Augusts III. im Königreich Polen. Diese polnischen Zweige wurden seit dem Generalmajor Joachim Daniel Jauch in der polnischen,<ref>Adam Boniecki: Herbarz Polski, Bd. 8, Warszawa 1905, S. 340; Polska Encyklopedia Szlachecka, Bd. 6, Warszawa 1937, S. 194; Seweryn Uruski: Rodzina. Herbarz Szlachty Polskiej, Bd. 6, Warszawa 1909, S. 29; Emilian von Żernicki-Szeliga: Der Polnische Adel …, Bd. 1, Hamburg 1900, S. 373.</ref> teils auch deutschen<ref>Zirschke, Johann Georg: Zuverläßige Beschreibung der Hohen Generalität, oder ausführliche Nachrichten von den Hohen Kriegsbedienten, welche seit dem Jahre 1680. dem Hause Sachsen Albertinischer Linie, gedienet, Görlitz 1756, S. 339.</ref> Literatur fälschlich dem Adelsstand zugerechnet;<ref group="A">Die adelige Einordnung in polnischen Herbarzen und auch bei Zschirke erklärt sich wohl aus Rang und Hofnähe: Franz Georg Jauch als Oberstleutnant der Krongarde und Joachim Daniel Jauch als Generalmajor, Artilleriekommandeur und königlicher Baumeister standen in Positionen, die in Polen-Litauen meist von Angehörigen der Szlachta oder nobilitierten Ausländern besetzt waren; daraus wurde offenbar ohne nachweisbare Standeserhebung fälschlich auf Adel geschlossen. Ein Nobilitierungsakt ist nicht nachgewiesen.</ref> sie erloschen im 18. Jahrhundert.

Nachdem das Herrscherhaus Mecklenburg-Güstrow ausgestorben war und seine Frau Ingeborg, Kammerfrau der letzten Herzogin, ebenfalls nicht mehr lebte, wechselte Johann Christian mit einem Teil seiner Kinder zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus der Residenz Güstrow nach Lüneburg. Dort stieg die Familie in akademisch geprägte Bildungs- und Berufsstände auf; Familienmitglieder waren mehrheitlich als Geistliche und Juristen, aber auch als Kaufleute vertreten. Nach der Verlegung des Handelsgeschäfts von Lüneburg nach Hamburg in der Mitte des 18. Jahrhunderts, ausgelöst durch die wirtschaftliche Stagnation Lüneburgs nach dem Niedergang des Salzhandels, wurden die Jauchs Teil des hanseatischen Großbürgertums, das in der bürgerlich regierten Stadtrepublik Hamburg die Stadtherrschaft ausübte. In den folgenden Generationen erwarben sie Güter in Schleswig-Holstein und Kaffeeplantagen in Guatemala.

Überblick

Hanseaten

Aufstieg in die hanseatische Oberschicht

Datei:Jauch Johann Christian senior.jpg
Johann Christian Jauch senior (1765–1855)<ref group="A">Bürgerporträt im sachlichen Stil des Spätbiedermeiers von Otto Speckter aus dem Jahr 1847 mit schlicht gehaltener, atypischer Kopfbedeckung statt des üblichen Zylinders.</ref>

Hamburg hatte sich seit etwa 1650 zu einer der bevölkerungsreichsten Städte des Alten Reiches und zu einem führenden Handelsplatz entwickelt; als aus dem Dreißigjährigen Krieg wohlhabend hervorgegangene, bürgerlich regierte Stadtrepublik bot es Kaufleuten günstige Entfaltungsmöglichkeiten. Ungeachtet des in Hamburg untersagten Adels – Adelige konnten weder Grundbesitz in der Stadt erwerben noch städtische Ämter bekleiden<ref>Percy Ernst Schramm: Hamburg und die Adelsfrage (bis 1806). In: »Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte«, Bd. 55, 1969, S. 82.</ref> – und des Fehlens eines erblichen Patriziats, das sich aufgrund der fortlaufenden Fluktuation und Selbstergänzung der bürgerlichen Führungsschichten nie herausbildete, lag die politische und wirtschaftliche Leitung der Stadt bei einer kleinen, kaufmännisch geprägten Oberschicht, den Hanseaten, die den Rat und die maßgeblichen Ämter unter Ausschluss der bürgerlichen Mittelschichten<ref>Für das ebenso regierte Bremen Andreas Schulz: Vormundschaft und Protektion: Eliten und Bürger in Bremen 1750–1880. 2002, S. 15</ref> dominierte.<ref>Matthias Wegner: Hanseaten. Von stolzen Bürgern und schönen Legenden. Siedler, Berlin 1999, S. 34f.</ref>

Seit dem frühen 19. Jahrhundert zählt die Familie zu den Hanseaten, nachdem sie Mitte des 18. Jahrhunderts ihr Handelsgeschäft von Lüneburg nach Hamburg verlegt und dort zu einer der führenden Holzhandlungen mit internationalen Geschäftsverbindungen aufgebaut hatte. Für den Großhandel in Hamburg war das Großbürgerrecht maßgeblich, das unter anderem den Zugang zum bankmäßigen Zahlungs- und Kreditverkehr eröffnete. Johann Christian Jauch senior (1765–1855), letzter gemeinsamer Stammvater der heute lebenden Familienmitglieder, erwarb dieses erbliche Recht für sich und seine männlichen Nachkommen. Sein Enkel August Jauch (1848–1930) gehörte in der Folge bis 1915 zu den letzten ohne allgemeine Wahl in die Hamburgische Bürgerschaft entsandten Notabeln,<ref group="A">1913: Einwohner 1.037.275, zur Bürgerschaft wahlberechtigt 83.187, Gruppe I 28.479 Wähler für 48 Abgeordnete, Gruppe II 48.762 Wähler für 24 Abgeordnete, 5.946 Wähler im Landgebiet wählen 8 Abgeordnete, 8.731 Grundeigentümer wählen 40 Abgeordnete, 954 Notabeln wählen ebenfalls 40 Abgeordnete aus ihren Reihen.</ref> bevor mit der Novemberrevolution 1918/1919 die Stadtherrschaft der Hanseaten endete.

Datei:Hamburg Stadtdeich 9 farbige Version.jpg
Hamburg, Stadtdeich 9<ref>Im Staatsarchiv geführt als Stadtdeich 10, Verzeichnungseinheit DA002002 und andere</ref>
Datei:Hamburg Wallanlagen Bastion beim Deichtor Rosenberg 1796.webp
Blick am Hamburger Stadtgraben über die Bastion Bartholdus auf den Kronendeich – Häuser u. Holzlager<ref>Vgl. Karte von Hamburg aus dem Jahr 1791[3]</ref>

Erbgesessen in Hamburg, Grundherren im Königreich Dänemark

Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Familie lag am Stadtdeich, wo sie mehrere Häuser im Bereich des Oberhafens besaß. Im westlichen, stadtnahen Abschnitt hatten Kaufleute aus der Innenstadt seit dem frühen 18. Jahrhundert reich ausgestattete Landhäuser errichtet, darunter den Barockbau Stadtdeich 9, das spätere Stammhaus der Familie, sowie der von Moritz Jauch (1804–1876) erworbene Stadtdeich 3. Von hier aus wurde der internationale Holzhandel betrieben; entsprechend ließen sich im 18. und frühen 19. Jahrhundert zunehmend Holzhändler am Stadtdeich nieder. Der westliche Stadtdeich wurde in dieser Zeit auch Krondiek beziehungsweise Kronendeich genannt, weil in diesem Teil vermögende Bürger wohnten.<ref>Anne-Marie Thede-Ottowell: Vom alten Stadtdeich, Hamburg 1998, S. 5 ff., 9.</ref> Darüber hinaus besaß die Familie städtische Wohnhäuser an der Außenalster.

Datei:Eugen-krueger-die-jagd-lithographie-1861 (1).jpg
Jagd auf Wellingsbüttel um 1860 mit erlegtem Hirsch; in der Mitte (hell) Johann Christian Jauch junior<ref>Lithographie des befreundeten Malers und Zeichners Eugen Krüger aus dem Jahr 1861, der regelmäßiger Jagdgast der Familie war.</ref>

Im Umland, damals Teil des dänischen Gesamtstaats (später preußische Provinz Schleswig-Holstein), gelangten die Grundherrschaften Wellingsbüttel, Schönhagen und Krummbek sowie die Landgüter Fernsicht und Marienhof an der Stör sowie Schwonendahl in Familienbesitz. Wellingsbüttel war 1810 zunächst vom dänischen König an Herzog Friedrich Carl Ludwig von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck belehnt und zugleich zum Kanzleigut erhoben worden; dabei wurden das Dorf Wellingsbüttel und seine Armenlasten vom Gut getrennt<ref>Fiege, Hartwig, Geschichte Wellingsbüttels – Vom holsteinischen Dorf und Gut zum hamburgischen Stadtteil, Neumünster 1982, S. 66</ref> – ein Umstand, der im weiteren Verlauf noch eine Rolle spielt. Das im Norden Hamburgs gelegene Wellingsbüttel bildet seit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 – zusammen mit dem vormaligen Dorf Wellingsbüttel – den heutigen Stadtteil Hamburg-Wellingsbüttel.

Ein Ausdruck der fortschreitenden Feudalisierung des Lebensstils der Hanseaten<ref>Vgl. Klaus Mühlfried: Baukunst als Ausdruck politischer Gesinnung – Martin Haller und sein Wirken in Hamburg, Diss. Hamburg 2005, S. 49 f., 610; vgl. Matthias Wegner: Hanseaten, Berlin 1999, S. 34 f; Renate Hauschild-Thiessen: Adel und Bürgertum in Hamburg. In: Hamburgisches Geschlechterbuch. 14, 1997, S. 31.</ref> war die Jagd auf ihren Gütern, die nicht allein dem Zeitvertreib diente, sondern zugleich zur Bühne großbürgerlicher Selbstdarstellung wurde: Gestaltung und Wildwahl fungierten als Zeichen gesellschaftlicher Geltung.<ref>Martin Haller konstatierte bei den Hanseaten eine hochherrschaftliche Neigung zu bisweilen exzessiv betriebener Jagd. Vgl. Mühlfried, Klaus: Baukunst als Ausdruck politischer Gesinnung – Martin Haller und sein Wirken in Hamburg, Diss. Hamburg 2005, S. 49f.</ref> Der betriebene Aufwand war zum Teil beträchtlich und übertraf den für manches Jagdschloss eines mecklenburgischen Landesherrn.<ref>Mühlfried, Klaus: Baukunst als Ausdruck politischer Gesinnung – Martin Haller und sein Wirken in Hamburg, Diss. Hamburg 2005, S. 610.</ref> Johann Christian Jauch junior ließ – wie nach 1871 auch Bismarck im östlich von Hamburg gelegenen Sachsenwald<ref>Hegewald, Carl Léon: Fürst Bismarck als Jäger, Neudamm 1895, S. 168.</ref> – auf Wellingsbüttel ein Wildgehege anlegen,<ref name="Fiege">Fiege, Hartwig: Geschichte Wellingsbüttels, Neumünster 1982, S. 70.</ref> um das nicht heimische Rotwild zu jagen. Außerhalb der Jagdzeiten stand der Wildpark – nach eingeholter Erlaubnis<ref>Heering, Wilhelm Christian August: Anleitung zu naturwissenschaftlichen Beobachtungen, 1905, S. 31</ref> – Hamburger Ausflüglern offen.<ref>Hamburger Tourist, Hamburg und Leipzig 1886, S. 9</ref>

Datei:Carl Jauch als Kavallerieleutnant.JPG
Carl Jauch (1828–1888) als Ltnt. d. hanseat. Kav.

Kavallerieoffiziere im Hamburger Bürgermilitär

Zum Selbstverständnis der hanseatischen Führungsschicht gehörte die Übernahme von Offiziersstellen im Hamburger Bürgermilitär.<ref>„Die angesehensten Bürger der Stadt übernahmen bei dem damals so lästigen Dienst gerne eine Officiersstelle“. Andreas Fahl: Das Hamburger Bürgermilitär 1814–1868, Berlin, Hamburg 1987, S. 45.</ref> Im Unterschied zu Preußen, wo der Eintritt ins Offizierskorps gesellschaftlich Türen öffnete, bestimmten im Bürgermilitär gesellschaftlicher Rang und Vermögen die Waffengattung und den Dienstgrad;<ref>Bedeutung und soziale Struktur des Bürgermilitärs.</ref> mit der Konsequenz, dass jeder, der in Konkurs geriet, zum einfachen Gardisten degradiert wurde.<ref>Andreas Fahl: Das Hamburger Bürgermilitär 1814–1868, Berlin/Hamburg 1987, S. 77; Ulrich Bauche: Abschied vom Bürgermilitär, Hamburg 1976.</ref> Mitglieder der Familie dienten als Oberleutnante in der von Rittmeister Adolph Godeffroy, später von Rittmeister Ernst Merck geführten Kavallerieeinheit, die schon wegen der selbst zu tragenden Kosten – bis hin zu eigenen Pferden – praktisch den Söhnen von Großbürgern vorbehalten war.<ref>Fahl, S. 179</ref>

Mitwirkende in der hamburgischen Selbstverwaltung

Im Gegensatz zu den Fürstenstaaten des Alten Reiches, deren Verwaltung von einer landesherrlichen Beamtenhierarchie getragen wurde (→ z. B. den Hübschen Familien) und deren Einwohner rechtlich Untertanen waren, beruhte Hamburgs Ordnung auf ehrenamtlicher Selbstverwaltung durch freie, angesehene Bürger.<ref>Julia von Blumenthal: Freie und Hansestadt Hamburg: Das letzte Feierabendparlament. In: S. Mielke u. a.: Länder-Parlamentarismus in Deutschland. Wiesbaden 2006, S. 195. Renate Hauschild-Thiessen: Über den Hamburgischen Nationalcharakter. In: Deutsches Geschlechterbuch, Bd. 127, 1979, S. 24.</ref> Dabei verband sich innerstädtisches Elitenbewusstsein mit stadtrepublikanischer Freiheitstradition. An dieser Selbstverwaltung beteiligten sich zahlreiche männliche Familienmitglieder, vornehmlich in der Armenfürsorge: als Armenpfleger, als Mitglieder des Großen und Kleinen Armenkollegiums sowie als Provisoren des Werk- und Armenhauses.<ref>Hamburg wie es war und ist…, 1827, S. 136: „Alle Ehrenämter bei der Armen-Anstalt […] werden völlig unentgeltlich verwaltet.“</ref>

Stifter in hamburgischer Stiftertradition

Datei:Damenstift Jauch Knooperweg Kiel.jpg
Jauchsches Damenstift in Kiel (re.)
Datei:Stadtkloster in der Harmsstraße 104-122 (Kiel 45.808).jpg
Wiederaufgebautes Stammhaus des mit dem Jauchschen Damenstift vereinigten Stadtklosters Kiel

Hamburg weist traditionell eine besonders hohe Zahl rechtsfähiger Stiftungen auf, was in der hanseatischen Tradition bürgerlicher Wohltätigkeit wurzelt.<ref>https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bjv/stiftungen/stiftungsstandort-215234</ref> In dieser Linie unterhielten die Jauchs in der Stadt eine tägliche Armenspeisung<ref>Archiv für soziale Hygiene, Band 8, 1913, S. 303</ref> und errichteten dort zwei Armenhäuser<ref>Auguste-Jauch-Stiftung auf der Bürgerweide: Vom Hamburger Wohnstift zum sozialwirtschaftlichen Unternehmen-Alida Schmidt-Stiftung 1874 – 2014, S. 11; Heim für alte Männer: Hamburger Adressbuch: 1935, 2 - Seite xxiv.</ref> sowie ein Damenstift in Kiel.<ref>Christian Stubbe: Damenstift aus Dankbarkeit: Festschrift zum 50jährigen Jubiläum am 11.11.1936, Kiel (Verlag Damenstift aus Dankbarkeit, Pastor D. P[aul Franz August] Klappstein), 1936.</ref> Da Frauen nach den zeitgenössischen Verhältnissen die Mitarbeit in den städtischen Selbstverwaltungsgremien nicht offenstand, erfolgte ihr Beitrag je nach den eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten entweder durch Tätigkeit in Vereinen wie dem von der selbst nicht begüterten Amalie Sieveking gegründeten Weiblicher Verein für Armen- für Krankenpflege oder wie im Fall der Jauchs durch Stiftungen und eigene Einrichtungen, in denen sie auch praktisch mitwirkten. Die Stiftungshäuser in Hamburg wurden 1943 im Zuge der Operation Gomorrha durch den Feuersturm in den östlichen Stadtteilen vernichtet, ihr Stiftungskapital dem ebenfalls zerstörten Wohnstift Gast- und Krankenhaus übertragen, das später in Poppenbüttel neu errichtet wurde. Nach der Zerstörung auch des Jauchschen Damenstifts während der Luftangriffe auf Kiel 1944 wurde mit dem Stiftungskapital das ebenfalls stark zerstörte Stammhaus des inzwischen mit ihm vereinigten Stadtklosters Kiel wiederaufgebaut.<ref>Satzung für die Stiftung Kieler Stadtkloster vom 10. Februar 2017, Präambel.</ref>

Die Umgestaltung ihres Gutes Wellingsbüttel zum Jagdrevier hatte soziale Folgewirkungen in dem vom Gut getrennten Dorf Wellingsbüttel: Verarmte Bauernhöfe wurden zur Erweiterung des Gutes übernommen, die Hofstellen niedergelegt und die Landwirtschaft eingestellt, wodurch die Armenlasten des Dorfes anstiegen, an denen sich die Familie zur Hälfte beteiligte.<ref name="Fiege" />

1879 gründeten Angehörige der Familie den „Hülfsverein für Borgfelde, Hamm und Horn“, der bis 1929 nicht städtisch unterstützte Bedürftige in den schnell wachsenden Vorstädten versorgte.<ref>Staatsarchiv Hamburg, Sign. 611-20/12</ref>

Dem hamburgischen Luthertum zugehörig

Datei:Hubertuskapelle Gut Wellingsbüttel.jpg
Waldkirche Wellingsbüttel

Zu den hamburgischen Vorfahren der Linie Jauch-Wellingsbüttel aus der Hansezeit zählt Johann Wetken (1470–1538), der als Bürgermeister die lutherische Reformation in Hamburg vorantrieb und seit 1529 erster evangelischer Bürgermeister der seitdem lutherisch geprägten Stadt war, in der die Zugehörigkeit zur lutherischen Kirche lange Zeit Voraussetzung für volle Bürgerrechte und politische Teilhabe bildete. Dabei kam der Familie zugute, dass sie seit der Reformation 1527/1528 in Sulza lutherisch war und in ihrer Lüneburger Zeit leitende Geistliche hervorbrachte; der Reformator Salomon Gesner, streitbarer Vertreter der Lutherischen Orthodoxie, zählt zu ihren Vorfahren. In dieser Kontinuität steht auch die später von Johann Christian Jauch junior errichtete Waldkirche auf Wellingsbüttel. August Jauch (1848–1930) wirkte als Mitglied von Synode und Konvent der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Hamburgischen Staate und war als Gemeindeältester und Vorsitzender des Verwaltungsausschusses maßgeblich am Bau der 1943 zerstörten Erlöserkirche in Borgfelde beteiligt.

Andere Namensträger

Datei:Schweizer Regiment Jauch Neapel.jpg
Das Schweizer Söldner-Regiment Jauch in Neapel (1734–1789)

Die neben den hier behandelten hanseatischen Jauchs namhaften, nicht verwandten Namensträger gehören überwiegend zu den älteren, insbesondere als Militärunternehmer hervorgetretenen Schweizer Jauchs (→ Jauch (Urner Geschlecht)).

Im sächsischen Raum sind seit dem 16. Jahrhundert Namensträger belegt, die genealogisch jedoch nur teilweise fassbar sind. Erschlossen ist eine Familie, die auf den Pfarrer Caspar Jauch (1566–1626) in Grimma zurückgeführt wird.<ref>Genealogische Angaben zu Caspar Jauch bei Geneanet: https://gw.geneanet.org/fkahrs?lang=en&p=caspar&n=jauch</ref> Auch Stamm- und Verwandtschaftstafeln einer Familie Jauch aus Leipzig sind überliefert.<ref>Helga Bachmann: Stamm- und Verwandtschaftstafeln der Familie Jauch aus Leipzig, 1966, in: Sächsisches Staatsarchiv, 22179 Genealogische Mappenstücke, Nr. Ma 8345</ref> Weitere genealogisch greifbare Namensträger finden sich seit dem 16. Jahrhundert im Raum Schwarzwald-Baar-Heuberg, von denen infolge von Armutsauswanderung im 18. und 19. Jahrhundert<ref>Ralf Ketterer: Schwenningen 1847 – Katastrophen und Gier, Armut und Auswanderung [5]</ref> ein Teil der in Nordamerika nachweisbaren Namensträger abstammt.<ref>Genealogische Zusammenstellung zu Familien Jauch aus Schwenningen und Umgebung: [6]</ref>

Ewald Jauch, SS-Oberscharführer im Hamburger KZ Neuengamme und Lagerführer im Außenlager am Bullenhuser Damm,<ref group="A">Abb. Ewald Jauch, KZ-Gedenkstätte Neuengamme</ref> gehörte den in Villingen-Schwenningen beheimateten Jauchs an; er wurde 1946 in einem der Curiohaus-Prozesse zum Tode verurteilt.

Nachkommen

Über Eleonora Maria Jauch (1732–1797) wirkte die Familie auch in der Hansestadt Lübeck. Sie ist die Stammmutter der Lübecker Bürgermeister- und Senatorenfamilie Overbeck, die zu jenen „Genie- und Talentfamilien“ zählt,<ref name="Brandt">Ahasver von Brandt: Geist und Politik in der lübeckischen Geschichte: 8 Kapitel von den Grundlagen historischer Größe, Lübeck 1954, S. 40.</ref> welche „durch drei bis vier Generationen hindurch Lübeck sein geistiges Gepräge“ gaben.<ref>Wie vor.</ref> Zu ihren Enkeln gehört der Maler Friedrich Overbeck, einer der – neben Thomas Mann – bekanntesten Söhne der Stadt.

Datei:Schrein sel Hanna Chrzanowska.jpg
Schrein der seligen Hanna Chrzanowska

Über Nachkommen des in Polen erloschenen Zweiges entfaltete die Familie weiterhin Wirkung in der polnischen Geschichte. Constance Jauch (1722–1802) ist die Stammmutter des polnischen Adelsgeschlechts Lelewel. Ihr Enkel Joachim Lelewel setzte 1831 als Präsident der radikalen Patriotischen Gesellschaft im Sejm die Absetzung Zar Nikolaus’ I. als letztem gekrönten König von Kongresspolen durch.<ref>Hans-Jürgen Bömelburg Der Revolutions- und Aufstandsdiskurs in Polen (1789–1870), S. 52f</ref> Er gehörte während des Novemberaufstands der Polnischen Nationalregierung an. In der Forschung wird er zudem als wichtiger Vertreter des polnischen demokratischen Exils und als früher Kontakt- und Einflussfaktor im Umfeld von Karl Marx gesehen.<ref>Juliusz Stroynowski: Polen und Deutsche, Bd. 1 Was uns verbindet, 1973, S. 114.</ref><ref group="A">1847 war Lelewel mit Karl Marx und Friedrich Engels Gründungsmitglied und Vizepräses der Demokratischen Vereinigung mit Sitz in Brüssel.</ref> Sein Bruder Jan Paweł Lelewel nahm 1832 am Hambacher Fest teil und gehörte 1833 zu den führenden Beteiligten des Frankfurter Wachensturms, der eine nationale und demokratische Erhebung in ganz Deutschland auslösen sollte.<ref>Grażyna Szewczyk, Renata Dampe-Jarosz: Eichendorff heute lesen, 2009, S. 158.</ref> Zu den Nachkommen zählen außerdem der Nobelpreisträger Henryk Sienkiewicz und die selige Hanna Chrzanowska.

Trotz ihrer rein bürgerlichen Stellung in Hamburg und bereits zuvor im Umfeld Augusts des Starken gehören zu den Nachkommen der Familie neben deutschen auch Linien des europäischen Adels, darunter die Lords Bolton sowie Zweige polnischer Magnatengeschlechter, darunter der Fürsten Czartoryski.

Geschichte

Besessene Männer und Bürgermeister zu Sulza in Thüringen

1495 ist in Sultza Villa, den damals als Einheit begriffenen Orten Dorfsulza und Bergsulza, heute Teil von Bad Sulza in Thüringen, zunächst die Witwe Lena Joherrin genannt.<ref>Erbbuch des Amtschössers Roßla vom Jahre 1512 in: Georg Judersleben: Einwohner Sulzas vor der Reformation. Bad Sulza 1936, S. 42–47.</ref> Der Name gehört sprachlich zu einer frühneuhochdeutschen Namensgruppe um Jaherr/Joherr, die in den Glossaren als Personenbezeichnung im Sinne von „Ja-Sager“ erklärt wird.<ref>Alfred Götze: Frühneuhochdeutsches Glossar, 1967, S. 128 („Jaherr = Jasager“); Georg Samuel Albert Mellin: Encyclopädisches Wörterbuch der kritischen Philosophie, 1802, S. 216; Friedrich Brinkmann: Die Metaphern: Studien über den Geist der modernen Sprachen, 1878, S. 146 („Joherr/Jaherr = Jasager“); Károly Mollay: Das Ofner Stadtrecht, Monumenta historica Budapestinensia, Bd. 1, 1959, S. 214, 233.</ref>

Datei:Leopold von Kalckreuth Schnitter in Bergsulza 1888 bearbeitet.jpg
Bauern in Bergsulza
(Ölgemälde Leopold von Kalckreuth)

Da in Sulza nur wenige Jahre nach der Nennung der „Joherrin“ mit Georg, Matthias und Nikolaus Jauch erstmals der Name Jauch erscheint, sprechen die zeitliche und örtliche Nähe dafür, dass beide Formen derselben Namensentwicklung angehören und auf dieselbe Familiengruppe zurückgehen – eine im Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit häufig begegnende Namens- und Schreibvariation.

Die Genannten sind 1512 im Erbbuch des Amtschössers zu Niederroßla als Besessene Männer, grundbesitzende freie Vollbauern, in Sultza Villa verzeichnet; Matthias Jauch war dort mit Segelitzen Gut belehnt.<ref>Erbbuch des Amtschössers Roßla vom Jahre 1512 in: Georg Judersleben: Einwohner Sulzas vor der Reformation. Bad Sulza 1936, S. 42–47.</ref> 1656 ist ein Jeremias Jauch als „Tümplingscher Bäcker zu Stadt Sulza“ überliefert.<ref>Wolf von Tümpling: Geschichte des Geschlechtes von Tümpling, Band 2, Weimar 1892, S. 156.</ref> Georg Jauch (1606–1675) wurde Bürgermeister von Stadtsulza. Von diesem oder dessen mutmaßlichem Bruder, dem Schumacher Hans Jauch († 1670), stammt Johann Christian Jauch der Ältere (1638–1718) ab, mit dem die lückenlos belegte Stammfolge beginnt.

Im herzoglichen Hofstaat von Mecklenburg-Güstrow

Datei:Kammerfrau - Lancelot Volders Ladies servants.jpg
Zeitgenössische Darstellung einer Kammerfrau im 17. Jahrhundert
Datei:Tafeldecker.jpg
Fürstl. Tafeldecker
im 17. Jahrhundert

Christian Jauch der Ältere (1638–1718) verließ das durch die Thüringer Sintflut sowie die Plünderung und Brandschatzung durch schwedische Truppen 1640 wirtschaftlich geschwächte Sulza und trat 1662 in den Dienst der Ehefrau des Herzogs Gustav Adolf von Mecklenburg-Güstrow, unter dem die höfische Kultur in der Residenzstadt Güstrow eine Blüte erlebte.<ref>Steffen Stuth: Höfe und Residenzen. Untersuchungen zu den Höfen der Herzöge von Mecklenburg im 16. und 17. Jahrhundert, Bremen 2001, S. 257.</ref> 1665 heiratete er im Güstrower Dom<ref group="A">Am 12. Januar 1661 hatte Gustav Adolph verfügt, wer der Schloßkirche „eigentlich einverleibt“ sei und dort zu heiraten hatte; Ausnahmen – etwa für Hofbedienstete – waren möglich. Steffen Stuth: Höfe und Residenzen …, S. 241 Anm. 359.</ref> die aus Husum stammende Kammerjungfer und Vertraute der Herzogin Magdalena Sibylla, Ingeborg Nicolai († 1702), die der Herzogin bereits auf Schloss Gottorf gedient hatte.<ref>Johann Georg Bertram: Das Evangelische Lüneburg 1719, S. 583. Krafft, Melchior: Hollsteinische Zwey-Hundert-Jährige Jubel-Feyer, 1730, S. 356.</ref> Bis 1669 standen beide im Kammerdienst der Herzogin und gehörten zu deren engerem Hofstaat;<ref>Die „dabey unentbehrliche bedienten“ rechneten zum Hofstaat – Veit Ludwig von Seckendorf: Teutscher Fürsten-Staat, Jena 1720 (Erstausgabe 1655), S. 587 f.</ref> anschließend wurde Christian Jauch „Erster Lacquay und Taffeldecker“<ref group="A">Für Güstow zur Zeit Gustav Adolfs ist folgende Livrée überliefert: „ ... den 8. May ist von dem Herzoglichen Hofe zu Güstrow ein großer Aufzug gewesen, darinnen die Diener in ihrer Livree erschienen, welche gelb gewesen und mit blauen und weißen Schnüren besetzt … … die Herren Officianten und Bedienten standen in der großen Gallerie gegen den Saal … … darauf die Tafel aufgetragen worden und man große Confecte und Früchte gesehen auf silbernen Platten …“, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Cod. Guelf. 28 Blank., Tagebuch und Aufzeichnungen Ludwig Rudolfs, 1701, fol. bzw. S. 47. DFGviewer [7]</ref> des Erbprinzen Karl zu Mecklenburg-Güstrow. Die Anstellung am Güstrower Hof galt als Lebensstellung: Man pflegte „nicht von öffterer Veränderung Ihrer Bedienten“ und „schaffte alte treue Diener“ nicht ab, sondern ließ ihnen „Gnade und Vertrauen“ zuteilwerden.<ref>Johann Stieber: Merckwürdige und erbauliche Lebensbeschreibung der … Fürstin Magdalena Sibylla, Rostock 1745, S. 76, Anm. (8), 77.</ref> Die Stellung am Hof war nach damaligen Maßstäben mit privilegierten Lebensverhältnissen verbunden.<ref group="A">Für Hofbedienstete am Güstrower Hof sind neben Geldbesoldung regelmäßig Sach- und Naturalleistungen belegt (Livree/Kleid, Kostgeld/Freitisch, oft freie Wohnung). Wohn- und Steuerprivilegien ergaben sich aus Burg- und Domfreiheit; vgl. Clemens Meyer: Geschichte der Güstrower Hofkapelle, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 83, 1919, S. 1–46; Steffen Stuth: Güstrow als Residenz …, in: Mecklenburgische Jahrbücher, 114, 1999, S. 81–104.</ref> Das ermöglichte den Unterhalt von vierzehn Kindern. Anders als es die hohe Kindersterblichkeit des 17. Jahrhunderts erwarten ließe,<ref>Vgl. Bernd Eggen, Marina Rupp: Kinderreichtum – Eine Ausnahme in der neueren Geschichte?, in: Veröffentlichungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg, 3/2005.</ref> erreichten dreizehn von ihnen das Erwachsenenalter. Die Angehörigkeit zum herzoglichen Hofstaat ging mit standesübergreifenden Heiratsverbindungen einher; Töchter heirateten in die Adelsfamilien von Naumann und der Freiherrn von Schmiedel ein.

Datei:Domschule Güstrow Ausschnitt.jpg
Domschule Güstrow

Die Söhne Christian Jauchs besuchten die Domschule Güstrow, die nach der Reform durch Herzog Gustav Adolf als eine der besten Schulen Mecklenburgs galt. Die Schule stand seit 1662 unter dem Kompatronat der Stadt und war für Bürger geöffnet, die Söhne von Hofbediensteten blieben zugelassen. Der älteste Sohn Johann Christoph Jauch (1669–1725) ergriff als „praestantissimus juvenum“ – der vorzüglichste der jungen Männer, der 1689 auf Latein die Festrede zum Geburtstag des Herzogs hielt<ref name="ReferenceA">Qvandoqvidem Jam, Gestiente Plaudenteqve Tota Provincia … Einladungsprogramm der Güstrower Domschule zur lateinischen Festrede Johann Christoph Jauchs zum Geburtstag des Herzogs, Güstrow 1689.</ref> – gefördert von Herzog Gustav Adolf das Studium der Theologie; von Oktober 1694 bis 1695 versah er die vakante Funktion eines Herzoglich Mecklenburg-Güstrowschen Hof- und Schlosspredigers in Güstrow und gehörte damit ebenfalls dem herzoglichen Hofstaat an; er war der letzte Güstrower Schlossprediger vor dem Erlöschen des Hauses Mecklenburg-Güstrow 1695.<ref>Johann Georg Bertram: Das Evangelische Lüneburg, Braunschweig 1719, S. 286 f.</ref>

Nach dem frühen Tod des Erbprinzen 1688 und dem Aussterben der Linie Mecklenburg-Güstrow mit Herzog Gustav Adolf verlor die Residenz Güstrow an Bedeutung. Christian Jauch war bereits vor 1695 vom herzoglichen Hof in die Stadt übergewechselt, hatte das Bürgerrecht erworben und sich als Herzoglich Mecklenburg-Güstrowscher Hofschuhmacher und Handelsmann betätigt. Die Herzogswitwe Magdalena Sibylla unterhielt bis zu ihrem Tod 1719 noch einen kleinen Hof; nach dem Tod Ingeborg Jauchs 1702 verließ Christian Jauch nach knapp vierzig Jahren, zunächst in Diensten des Hofes, später als Hoflieferant, Güstrow und folgte – wie bereits sein Sohn Christian Jauch der Jüngere – Johann Christoph nach Lüneburg. Dieser war, nachdem er von Herzog Gustav Adolf 1695 „nach gehaltener Abschieds-Predigt in der Schloßkirche gnädigst dimittiret“ worden war,<ref>Johann Georg Bertram: Das Evangelische Lüneburg, 1719, S. 287.</ref> einem Ruf als Archidiakon an St. Lamberti in Lüneburg gefolgt. Die anderen unverheirateten Kinder Christian Jauchs des Älteren wechselten ebenfalls nach Lüneburg.

In königlich großbritannischen und kurfürstlich braunschweig-lüneburgischen Diensten

Datei:Konzeptpartitur Erstfassung Matthäus Passion Bach.png
Konzeptpartitur der Urfassung von J. S. Bachs Matthäus-Passion<ref>Johann Friedrich Agricola: Partitur-Torso, zusammengestellt zwischen 1755 und 1770 [4]</ref>

Christian Jauch der Jüngere († 1720) erwarb 1701 das Lüneburger Bürgerrecht. 1710 kaufte er das vormalige Haus des Bürgermeisters Statius II. von Töbing, das Haus Nr. 97 der Inneren Stadt.<ref>Doris Böker: Hansestadt Lüneburg. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Bd. 22.1, S. 409 (Digitalisat).</ref> Christian Jauch der Ältere, sein Vater, wurde 1703 Bürger zu Lüneburg.

Johann Christoph Jauch (1669–1725) war königlich großbritannischer und kurfürstlich braunschweig-lüneburgischer Stadtsuperintendent, Erster Pastor an St. Johannis zu Lüneburg und Inspektor des Johanneums, zuvor Erster Pastor an St. Nicolai.<ref>Bertram: Das evangelische Lüneburg, S. 286.</ref> Er war ein barocker Textdichter und wird in neuerer, noch nicht breit rezipierter Forschung als wahrscheinlicher Librettist eines wesentlichen Teils der geistlichen Werke Johann Sebastian Bachs in dessen frühen Leipziger Jahren, darunter der Urfassung der Matthäus-Passion, diskutiert.<ref>Michael Hochgartz: Thesen zur Identifizierung des Leipziger Hauptlibrettisten Johann Sebastian Bachs, 2023 [8]; Michael Hochgartz: Zur Person des Leipziger Hauptlibrettisten Johann Sebastian Bachs, 27. Juni 2025 [9].</ref>

Sein Neffe Johann Christian Jauch (1702–1778) war Erster Domherr und Vizedekan mit der Stellung eines Stiftspropstes des nahegelegenen landtagsfähigen Domstifts Bardowick.<ref>Christian Schlöpken: Chronicon oder Beschreibung der Stadt und des Stiftes Bardewick, Lübeck 1704, S. 429.</ref> Er heiratete Clara Maria Rhüden (1710–1775), Ururenkelin des Reformationstheologen Salomon Gesner (1559–1605).<ref>Isabel Sellheim: Die Familie des Malers Friedrich Overbeck (1789–1869) in genealogischen Übersichten, Neustadt an der Aisch 1989, ISBN 3-7686-5091-X; vgl. auch Georg Lockemann: Robert Wilhelm Bunsen und seine Ahnen. In: Genealogie und Heraldik, 1948/50.</ref> Ihr Onkel war der Lüneburger Superintendent Heinrich Jonathan Werenberg (1651–1713), ein Urenkel Philipp Melanchthons.<ref>Isabel Sellheim: Die Familie des Malers Friedrich Overbeck (1789–1869) in genealogischen Übersichten, Neustadt an der Aisch 1989.</ref>

Datei:Hannover Haus Senator Jauch.jpg
Hannover-Calenberg, Mittelbrand 2, Haus d. Senators Friedr. Aug. Jauch

Ludolph Friedrich Jauch (1698–1764)<ref group="A">Kurzbiographie in: H. Reuter: Die St. Michaeliskirche in Lüneburg, Hannover und Leipzig 1918, S. 58.</ref> wirkte 34 Jahre an der Michaeliskirche in Lüneburg, zunächst als Archidiakon, seit 1744 als Erster Pastor und als Inspektor der Michaelisschule.<ref>H. Reuter: Die St. Michaeliskirche in Lüneburg, Hannover und Leipzig 1918, S. 58.</ref> Er baute eine umfangreiche Bibliothek auf, die nach seinem Tode mehrtägig versteigert wurde.<ref group="A">Bibliotheca b. Ludolph, Frider, Iauch: pastoris quondam ad D. Michaelis … publicae auctionis lege distrahetur Luneburgi, die 23. et sqq. m. Septembris a. 1765 …. Lüneburg 1765.</ref> Sein Bruder, der Jurist Tobias Christoph Jauch (1703–1776), war Stadt-Secretarius beim Magistrat von Lüneburg.<ref>Urban Friedrich Christoph Manecke: Kurze Beschreibung und Geschichte der Stadt Lüneburg, Lüneburg 1816, S. 43.</ref>

Friedrich August Jauch (1741–1796), Sohn des kaiserlichen Notars (Notarius publicus caesareus) Adolph Jauch (1705–1758),<ref>Johann Gottfried von Meiern: Gründliche Nachricht von dem an die Stadt Lübeck 1359 verpfändeten Dominio et Advocatia oder Herrschaft und Vogtey Möllen, 1740, S. 40.</ref> wurde Ratsherr und Senator von Hannover-Calenberg.<ref>Handbuch der Provinz Hannover, 1783.</ref> Carl Jauch (1735–1818) war Gerichtshalter am Burggericht Horneburg im Bremischen, belehnter Burgmann ebendort<ref>Hannoverscher und Churfürstlich-Braunschweigisch-Lüneburgischer Staatskalender, 1801, S. 72.</ref> und weltlicher Domherr zu Bardowick.<ref>Königl.-grossbrittannischer und Churfürstl.-braunschweig-lüneburgscher Staatskalender, 1798, S. 66.</ref>

Datei:Lüneburg Große Bäckerstraße 12.jpg
Große Bäckerstraße 12
in Lüneburg, 1710 erworben

Carl Jauch (1680–1755), Kaufmann und Postagent der Freien Reichsstadt Lübeck in Lüneburg,<ref group="A">„Archiv für deutsche Postgeschichte“ 1975, S. 125, zum Lübecker Postwesen und den „Lübschen Boten“, welche die Lübecker Post in anderen Städten besorgten.</ref> stand pietistischen Kreisen nahe: 1724 bot er August Hermann Francke an, alle seine durch Lüneburg reisenden Hallenser Studenten bei sich aufzunehmen,<ref>Reisetagebuch des Präzeptors Preiß, Franckesche Stiftungen zu Halle, Sign. AFSt/H D 111, 1321–1324.</ref> und beherbergte nach dessen Ausweisung aus Dänemark den Pietisten, Arzt und Alchemisten Johann Konrad Dippel,<ref>Rudolf Ruprecht: Der Pietismus des 18. Jahrhunderts in den Hannoverschen Stammländern, 1919, S. 66.</ref> der in Teilen der Forschung als mögliches historisches Vorbild für Mary Shelleys Romanfigur „Frankenstein“ diskutiert wird. Unabhängig von der historischen Beweislage ist Dippel in der Populärkultur weithin als Prototyp Frankensteins rezipiert und literarisch verarbeitet worden. (→ Dippel als Vorbild für Frankenstein)

Während Lüneburg im 17. Jahrhundert den Glanz seiner Blütezeit noch zu bewahren vermochte, befand sich die Stadt im 18. Jahrhundert in einem zunehmenden wirtschaftlichen Niedergang: „Alles in Lüneburg war in Verfall, der Wohlstand nahm immer mehr ab.“<ref>Wilhelm Görres, August Nebe: Geschichte des Johanneums zu Lüneburg, Lüneburg 1907, S. 43.</ref> Die Bautätigkeit kam nahezu zum Erliegen, wodurch das historische Stadtbild erhalten blieb. Eine der wenigen Ausnahmen bildet das 1740 von dem Kaufmann Carl Daniel Jauch (1714–1795), Sohn Christian Jauchs des Jüngeren, barock umgestaltete Haus der Familie Nr. 97 der Inneren Stadt, heute Große Bäckerstraße 12.<ref>Doris Böker: Hansestadt Lüneburg. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Bd. 22.1, S. 409 f., Abb. S. 400, 402, 409 und 410 (Digitalisat).</ref> 1752 verlegte Carl Daniel Jauch sein Handelsgeschäft aus dem wirtschaftlich stagnierenden Lüneburg nach Hamburg.

In Diensten Augusts des Starken

Datei:Gen. Joachim Daniel Jauch.png
Generalmajor Joachim Dan. Jauch
(1688–1754), Gemälde von
Johann Samuel Mock 1730<ref group="A">Repräsentatives Hofporträt in höfisch-militärischem Mischtyp, Halbfigur dreiviertel nach links mit weißem Halstuch mit Spitzenjabot, offen getragenem dunkelrotem Justaucorps und darunter getragenem Brustharnisch.</ref>
Datei:Weichsel-Schaluppe des Gen. von Jauch.jpg
Barkasse Joachim Daniel Jauchs als Flottillenkommandant<ref group="A">"Auch ließ sich nach diesen der Obrist-Lieutenant von Jauch, welcher die Flotte commandirte, in einer Chalouppe, die von 6 auf vorgedachte Art propre gekleideten Matroßen geführet wurde, sehen", in: Ausführliche Beschreibung oder richtiges Journal, dessen was in dem welt-bekandten Königl. Pohlnisch- und Churfürstlich-Sächsischen Lust-Campement bey Mühlberg in Sachsen anno 1730 vom 30. May bis den 28. Junii jeden Tag öffentlich vorgegangen. 1730, S. 37.</ref>

Johann Christoph Jauch hatte außer am Hof zu Mecklenburg-Güstrow in der Hofkirche von Schloss Frederiksborg vor Prinz Carl von Dänemark und in Sachsen-Zeitz vor den Fürsten „mit großem applausu“ gepredigt. 1698 berief ihn die Kurfürstin von Sachsen und Titularkönigin von Polen Christiane Eberhardine auf Schloss Pretzsch. Nachdem ihr Mann August der Starke 1697 für seine Wahl zum polnischen König zum katholischen Glauben konvertiert war, predigte Johann Christoph Jauch der Königin im königlichen Zimmer<ref>Johann Georg Bertram: Das Evangelische Lüneburg 1719, S. 589.</ref> und galt als einer der maßgeblichen protestantischen Geistlichen, die zu ihrer Standhaftigkeit im lutherischen Bekenntnis beitrugen; die Königin wurde in der Folge von ihren protestantischen Untertanen als „die Betsäule Sachsens“ bezeichnet.

Johann Christophs jüngerer Bruder Joachim Daniel Jauch (1688–1754) organisierte am Hof in Warschau für August den Starken die großen höfischen Feste – Bälle, Jahrmärkte, Tierhetzen, Maskeraden, Illuminationen und Schützenfeste. Sie waren kostspielige Staatsaktionen und dienten wie die neuen Schlösser und Kunstsammlungen der königlichen Selbstdarstellung nach dem Vorbild Ludwigs XIV. von Frankreich. Während des Lustlagers von Zeithain 1730, das in der Forschung als „Spektakel des Jahrhunderts“ beschrieben worden ist,<ref>Ernst Engelberg, Wolfgang Küttler: Das Lange 19. Jahrhundert: Personen-Ereignisse-Ideen-Umwälzungen. Ernst Engelberg zum 90. Geburtstag, Bd. 1, 1999, S. 73.</ref> verantwortete Joachim Daniel Jauch das fünfstündige Feuerwerk auf den Schiffen und an Land; ein orthographisch verunglücktes illuminiertes „VIVAT“ („FIFAT“)<ref group="A">Vivat wurde [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈfiːfat] ausgesprochen. Ein der lateinischen Sprache nicht mächtiger Untergebener hat dies wörtlich genommen und fälschlich [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈfiːfat] auch Fifat geschrieben.</ref> brachte ihm seinen Scherznamen ein.<ref>Das große deutsche Anekdoten-Lexikon, Erfurt 1843/44, Nachdruck Leipzig 1985, S. 302.</ref> (→ Ein „FIFAT“ von nie gesehener Größe)

Joachim Daniel Jauch war mit Eva Maria Münnich verheiratet, über deren Herkunft unterschiedliche Auffassungen in der Literatur bestehen. Ein Teil der Autoren nimmt – ohne quellenmäßigen Nachweis – an, sie sei eine Tochter des 1716 bis 1721 am Sächsischen Bauamt in Warschau als Vorgesetzter und Amtsvorgänger Jauchs tätigen späteren Kaiserlich Russischen Generalfeldmarschalls, Türkenbezwingers und Premierministers Burkhard Christoph von Münnich (1683–1767) gewesen.<ref>DGB 200, S. 413f; nicht nachgewiesen in den Stammtafeln bei Ernst von Münnich, Arved Jürgensohn: Die Memoiren des Grafen Ernst von Münnich, 2006, ISBN 3-939119-37-7, S. 216 ff. Joachim Lelewel gibt ihren Namen mit Münich an und führt aus, sie sei eine Schweizerin gewesen, Korespondencja J. Lelewela z Karolem Sienkiewiczem [Briefwechsel zwischen Joachim Lelewel und Karol Sienkiewicz], in: Artur Śliwiński: Joachim Lelewel. Zarys biograficzny. Lata 1786–1831 [Joachim Lelewel. Biografischer Überblick. Jahre 1786–1831], Warschau 1918, S. 11–12.</ref> Der früh verstorbene Sohn August Jauch (* 1731) war Patenkind Augusts des Starken; die vom König zur Geburt gestiftete Wiege wird heute im Nationalmuseum Krakau aufbewahrt.

Joachim Daniel Jauch war kurfürstlich-sächsischer Generalmajor, königlich-polnischer Oberst, Kommandeur der Kronartillerie und der Weichselflottille sowie Direktor des sächsischen Bauamtes in Warschau. Als Organisator der Hoffeste Augusts des Starken, als Architekt und als leitender Verwaltungsbeamter zählte er zu den prägenden Gestalten der sächsischen Barockzeit Warschaus. Ungeachtet seiner herausgehobenen Stellung blieb er zum polnisch-katholischen Hofmilieu auf Distanz. Er sprach kein Polnisch, sondern bediente sich der Hilfe von Dolmetschern, konvertierte erst drei Tage vor seinem Tod zum Katholizismus und nahm anders als vergleichbare Funktionsträger wie Carl Friedrich Pöppelmann keinen Adelsstand an.

Datei:29. Korpus artylerii w mundurach paradnych.JPG
Offizier der Polnischen Artillerie im 18. Jhdt. (li.)
Datei:34. Regiment Gwardii Pieszej Koronnej.JPG
Offizier d. Fußgarde im 18. Jhdt. (li.)

Joachim Daniel Jauch folgten mehrere Familienmitglieder als Offiziere in polnische Militärdienste, darunter sein Neffe und Adjutant, der spätere Capitaine der Artillerie Ernst Ulrich Jauch († nach 1764),<ref>Konstanty Górski: Historya artyleryi polskiej, 1902, S. 321.</ref> sowie sein Bruder Franz Georg Jauch (1682–1753), der 1724 als Capitaine des Infanterie-Regiments Garde des Königs und Kompaniechef in der Festung Thorn<ref>Baron Galéra: Deutsche unter Fremdherrschaft, Bd. I, S. 24.</ref> am Thorner Blutgericht beteiligt war.<ref>Joachim Bahlcke: Daniel Ernst Jablonski: Religion, Wissenschaft und Politik um 1700, 2008, S. 241.</ref> Franz Georg Jauch, „der zu den Günstlingen des Königs gehörte“,<ref>»Beiträge zur Geschichte Danzigs und Umgebung«, Heft II, 1837, S. 10.</ref> wurde ebenso wie später sein Neffe Heinrich Georg Jauch (* 1709) einer der jeweils zwei Oberstleutnante der Königlich Polnischen Krongarde – beide als Gardeoffiziere mit dem Range eines Obersten der Linienregimenter. In Thorn erregte im Vorfeld der später blutig endenden konfessionellen Spannungen die evangelische Taufe einer Tochter des Capitaines Franz Georg Jauch Aufsehen, weil dabei zunächst liturgisch unzulässiges Rosenwasser verwendet wurde. „Die Untersuchung gegen einen Vornehmen war indes so mißlich, daß man sie lieber nicht begann“. Zugleich bestand die Sorge, die Jesuiten könnten den Vorfall zur Agitation gegen die Protestanten ausschlachten.<ref>Maria Roskovska: Anno 1724. Zur Charakteristik der polnischen Herrschaft, S. 63; Adolf Prove: Die Wacht an der Weichsel. Drei Erzählungen aus der Geschichte Thorn's, S. 25.</ref>

Großbürger der Freien und Hansestadt Hamburg

1. Generation

Datei:Mutzenbecher Johann Baptista improved.jpg
Joh. B. Mutzenbecher

Franz Jürgen Jauch und sein Bruder Christian Jauch der Jüngere († 1720) erlernten ab 1699 die Handlung in Hamburg. 1752 verlagerte Carl Daniel Jauch (1714–1795) seinen Handel aus dem wirtschaftlich verfallenden Lüneburg in das aufstrebende Hamburg.

Carl Daniel Jauchs Neffe Johann Georg Jauch (1727–1799), Kaufmann und Lackfabrikant zu Lauenburg/Elbe,<ref>Wichmann von Meding: Lauenburg: zur Geschichte des Ortes, Amtes, Herzogtums, 2008, S. 184.</ref> entführte und heiratete 1754 als seinerzeitiger königlich großbritannischer und kurfürstlich braunschweig-lüneburgischer Offizier Anna Mutzenbecher,<ref>Vgl. Mutzenbecher. Zeitgeschichte Familie in Hamburg. Familiengeschichtliche Webseite. [10]</ref> Tochter des vormaligen Hamburger Senatssyndicus’ und Herrn auf Horst Johann Baptista Mutzenbecher (1691–1759) und der Christiane Moller vom Baum sowie Großnichte des Senators Matthias Mutzenbecher (1653–1735). Die Entführung erklärt sich vor dem Hintergrund, dass Ehen hamburgischer Bürgertöchter mit Offizieren – bis in das frühe 20. Jahrhundert – „ein Ding der Unmöglichkeit“ waren.<ref>Julius von Eckardt: Lebenserinnerungen, Leipzig 1910, Bd. 1, S. 200; ähnlich Percy Ernst Schramm: Gewinn und Verlust, Hamburg 1969, S. 108.</ref>

{{#if: {{#iferror:{{#ifexpr:{{#switch: | R+ = abs | R- = -abs | Z = trunc | Z+ | N = abs trunc

| Z- = -abs trunc}}(1400) = (1400) {{#if: | round ({{{3}}}) }} | 1 }} }}|

{{#if: Der Holzhafen des Hamburger Hafens um 1850
Sägerei von J. C. Jauch & Söhne am Stadtdeich
Lager von J. C. Jauch & Söhne mit geflößtem, in der Elbe lagerndem Stammholz
Flößer, die Holz auf der Elbe mit einem sogenannten Elboden<ref> Elböden bestehen aus vierkantig behauenen Hölzern, über welche quer eine Schwarte genagelt ist; nur Kiefernhölzer kommen auch rund vor. Gustav Marchet: Holzhandel und Holzindustrie der Ostseeländer, Weimar 1876</ref> zum westlichen Jauchschen Lager bringen|
{{#ifeq:center|center|
}}Der Holzhafen des Hamburger Hafens um 1850
Sägerei von J. C. Jauch & Söhne am Stadtdeich
Lager von J. C. Jauch & Söhne mit geflößtem, in der Elbe lagerndem Stammholz
Flößer, die Holz auf der Elbe mit einem sogenannten Elboden<ref> Elböden bestehen aus vierkantig behauenen Hölzern, über welche quer eine Schwarte genagelt ist; nur Kiefernhölzer kommen auch rund vor. Gustav Marchet: Holzhandel und Holzindustrie der Ostseeländer, Weimar 1876</ref> zum westlichen Jauchschen Lager bringen
|}}

|

Datei:Hamburg Holzhafen.jpg: Bitte eine Gesamtbreite ohne Einheit angeben.Vorlage:Panorama/Wartung/Breite mit Einheit

}}{{#if:|Vorlage:Panorama/Wartung/Para4}}{{#if:|Vorlage:Panorama/Wartung/Dir}}

2. Generation

Datei:Hamburg Holzlager am Stadtdeich.jpg
Holzlager zwischen der Bankstraße und dem Stadtdeich (Bleistiftzeichnung von Ebba Tesdorpf 1884)
Datei:PPN669990906 Die Elb-Brücke nach Harburg, von Hamburg erbaut in 83 Tagen im Jahr 1813 (1813).jpg
Die 1813 aus beschlagnahmtem Holz der Hamburger Holzhändler errichtete 5 Kilometer lange Elbbrücke

Johann Christian Jauch senior (1765–1855), Sohn von Johann Georg Jauch, baute den Holzhandel seines Großonkels Carl Daniel unter der Firma J. C. Jauch & Söhne zum marktbeherrschenden Holzgroßhandel Hamburgs aus.<ref>Arthur Freiherr von Hohenbruck: Der Holzexport Oesterreichs nach dem Westen und Norden, 1869, S. 78.</ref> Johann Georg Jauch (1769–1840), Holzhändler in Pretzetze, organisierte und überwachte das Flößen des für den Hamburger Handel bestimmten Holzes auf der Elbe.

Johann Christian Jauch senior wurde Ende des 18. Jahrhunderts Bürger der Freien Reichsstadt Hamburg und nach dem Ende des alten Reiches 1806 Großbürger der Freien und Hansestadt Hamburg. Er erwarb das später „Jauchsches Haus“ genannte Anwesen Stadtdeich 9; sein Sohn Moritz (1804–1876) übernahm Stadtdeich 3, Carl Jauch (1828–1888) das gegenüber an der Elbseite gelegene Haus Stadtdeich 159. Durch Zukäufe wurde das Areal bis zur Bank- und zur Schleusenstraße erweitert, sodass „achter Jauch sin Plank“ zu einer geläufigen Ortsbezeichnung wurde.<ref>Anne-Marie Thede-Ottowell: Vom alten Stadtdeich, Hamburg 1998, S. 5 ff.</ref> Johann Christian Jauch senior übernahm das Amt des Ältesten Deichgeschworenen des Hammerbrook, zu dem der Stadtdeich gehörte. Sein Sohn Johann Christian Jauch junior (1802–1880) legte neben dem Haus ein Hirschgehege und einen Bärenzwinger an, in dem er von seinen Russlandreisen mitgebrachte Bären hielt.<ref>Thede-Ottowell, S. 12; Hartwig Fiege: Geschichte Wellingsbüttels, Neumünster 1982, S. 70; Friedrich Hebbel charakterisierte den Stadtdeich später als Gegend von „Katzen, Schlangen und Bären“ – Richard Maria Berner: Friedrich Hebbel. Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, Teil 3, Band 3, 1905, S. 91.</ref>

In der Hamburger Franzosenzeit überstand die Firma 1813 die Beschlagnahme ihrer gesamten Holzvorräte für Fortifikationsarbeiten, insbesondere den Bau der 15.173 Fuß langen hölzernen Elbbrücke über den Grasbrook, durch den französischen Marschall und Gouverneur Louis-Nicolas Davout. Zeitgenössische Berichte schildern, dass der Holzhafen am Stadtdeich „Balken und Bretter zu mehreren Millionen an Werth“ umfasste<ref>Heinrich Luden: Nemesis: Zeitschrift für Politik und Geschichte, Bd. 4, 1815, S. 210.</ref> und viele Holzhändler durch deren Requisition ruiniert wurden,<ref>Leben und Thaten des Tyrannen Davoust, 1814, S. 60; Theodor von Haupt: Hamburg und der Marschall Davoust, 1814, S. 41.</ref> was zur jahrzehntelangen Vorrangstellung der Jauchschen Holzhandlung beitrug.<ref>„Der Import von Bauholz in größerem Maßstabe liegt in Hamburg fast ausschließlich in den Händen von zwei Firmen, nämlich der Herren J. C. Jauch & Söhne und Klinckrath & Martens, von welchen die erstere namentlich von sehr großer Bedeutung in diesem Fache ist“, in: Arthur Freiherr von Hohenbruck: Der Holzexport Oesterreichs nach dem Westen und Norden. 1869, S. 78.</ref>

3. Generation

Datei:Johann Christian Jauch jun..jpg
Johann Christian Jauch jun. auf Niederwildjagd
Datei:August Jauch Corps Hanseatia Heidelberg V2.jpg
August Hermann Jauch (1817–1859) als Senior des Corps Hanseatia Heidelberg

Johann Christian Jauchs Söhne begründeten die Linien Wellingsbüttel, Schönhagen und Fernsicht. Der älteste Sohn Johann Christian Jauch junior (1802–1880) erwarb als Landsitz das Kanzleigut Wellingsbüttel, zuvor Sitz des letzten Herzogs von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck.

Während andere anglophile Hanseaten dem englischen Rudersport nacheiferten und den Hamburger Ruderclub gründeten, pflegte Johann Christian Jauch junior das pheasant shooting nach englischem Vorbild,<ref>Fieldssports Journal: Pheasant shooting – a short history, 16. Mai 2020.</ref> das sich seit Beginn der viktorianischen Epoche zu einem gesellschaftlichen Fixpunkt der landed gentry entwickelt hatte. Zu diesem Zweck pachtete er neben seinen eigenen Ländereien den Duvenstedter Brook als Jagdrevier und ließ dort Fasane einsetzen.<ref>Fiege, Hartwig: Geschichte Wellingsbüttels, Neumünster 1982, S. 70; Jens-Peter Stödter: Wie der Fasan in den Brook kam … und was Günther Jauch damit zu tun hat, in: Naturschutz für die Walddörfer, Jahresbericht 2013, S. 84–85.</ref><ref group="A">Ludwig Frahm: Stormarns Bruch, in: Jahrbuch des Alstervereins 1903, S. 15.</ref>

Johann Christian Jauch junior zeichnete 1845 – ohne selbst Mitglied zu sein – mit Bürgermeister Abendroth, Alexis de Chateauneuf und Salomon Heine Aktien für den Neubau des Hauses der Patriotischen Gesellschaft von 1765.<ref>Sammlung von Bau-Capital für das Haus der Patriotischen Gesellschaft, Hamburg 1845.</ref> 1848–1850 gehörte er der Hamburger Konstituante an.<ref>Berichte über die Verhandlungen der constituierenden Versammlung in Hamburg, 1850.</ref> 1856 wurde er mit Gustav Godeffroy und Robert Miles Sloman Ersatzvorstand des Hamburger Vereins für Handelsfreiheit, eines zentralen wirtschaftspolitischen Forums des liberalen Hamburger Bürgertums. 1863 war er Mitinitiator und Zeichner des Garantiefonds der Internationalen Landwirtschaftsausstellung auf dem Heiligengeistfeld<ref>House Documents …, 13th–49th Congress, 1863, S. 31.</ref> und 1864 Mitbegründer des Hamburger Comités zur Pflege von Verwundeten und Kranken im Deutsch-Dänischen Krieg, einer der Wurzeln des Deutschen Roten Kreuzes in Hamburg.<ref>Volkmar Schön (Hrsg.): "Auf nach Düppel" – erstmals Hilfe unter dem Zeichen des Roten Kreuzes, München 2019, S. 267 ff.</ref>

August Hermann Jauch (1817–1859) lebte, wie auch weitere Angehörige der Familie, als Particulier von seinem Vermögen und wohnte im Kurbad Oldesloe, nachdem er in Heidelberg Jurisprudenz studiert hatte. Dort trat er in das Corps Hanseatia ein und war dessen Senior. Das von dem späteren Hamburger Bürgermeister Carl Friedrich Petersen und Gustav Lührsen, dem Ehemann von Charlotte Jauch (1811–1872), gestiftete Corps,<ref>Kösener Korps-Listen 1910, 71, 3.</ref> aus dem in der Folge das Corps Vandalia Heidelberg hervorging, galt als bevorzugtes Corps der Hamburger und Lübecker Großbürger sowie des mecklenburgischen Adels und zählte sich zum Goldenen Kreis – der nur aus ihm bestand.

Datei:Auguste Jauch 001.jpg
Auguste Jauch

Die Philanthropin Auguste Jauch (1822–1902), geb. Stubbe, unterhielt eine tägliche Armenspeisung, stiftete Armenhäuser in Hamburg und gründete das Jauchsche Damenstift in Kiel. Ihr Mann Heinrich Moritz Jauch (1804–1876) und ihr Schwager Carl Daniel Jauch (1806–1866) wirkten als gewählte Pfleger des Armenkollegiums für den Stadtdeich.<ref>Frank Hatje: Das Armenwesen in Hamburg …, in: Franklin Kopitzsch (Hrsg.): Das Volk im Visier der Aufklärung, Münster 1998, S. 176, Fn. 40.</ref> Sohn Hermann Jauch (1856–1916), Kavallerieoffizier, Herr auf Schönhagen und Schwonendahl, erbaute Schloss Schönhagen und war Mitstifter des Jauchschen Männerstifts am Stadtdeich; sein Sohn Erich Jauch (1883–1965) verlor das Vermögen, musste Schönhagen verkaufen und wurde 1934 als Vorstand des Männerstifts wegen Unterschlagung abgesetzt.<ref>Staatsarchiv Hamburg, Aktenzeichen B 123 a.</ref> August Jauch (1848–1930), Besitzer von Fernsicht und Marienhof,<ref>Schleswig-Holsteinische Anzeigen, 1870, S. 456.</ref> Rittmeister und Notabelnabgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft, und Robert Jauch (1856–1909), Herr auf Krummbek, zogen von ihren Gütern nach Hamburg und engagierten sich ebenfalls in der Armenfürsorge.

4. Generation

Datei:Eugen Krüger Wellingsbüttel Ausschnitt.jpg
Louise und Carl Jauch 1876 mit Tochter Bertha auf Wellingsbüttel<ref>Ausschnitt aus einem Gemälde von Eugen Krüger vor 1876.</ref>

Johann Christian Jauch juniors Sohn Carl Jauch (1828–1888), Herr auf Wellingsbüttel und Großbürger zu Hamburg, heiratete Louise von Plessen,<ref>M. Naumann: Die Plessen, Limburg an der Lahn 1971, S. 52.</ref> Tochter des mecklenburgischen Oberlanddrosten Ulrich von Plessen und Ururenkelin des Handelsherrn der Niederländischen Ostindien-Kompanie Seneca Inggersen.<ref name="Brahms">Dessen Großvater Diederich Brodersen (1640–1717) ist zugleich Vorfahr des Komponisten Johannes Brahms.</ref> Carl Jauch bekleidete – wie sein Onkel Moritz Jauch – einen Offiziersrang in der hanseatischen Kavallerie. Er besaß eine umfangreiche Sammlung von Gemälden zeitgenössischer Künstler.<ref>J. F. Richter: Neuester, vollständiger Führer durch Hamburg, Altona und Umgegend, 1869, S. 28.</ref>

5. Generation

Der Linie Jauch-Wellingsbüttel entstammte Gustav Adolf Jauch (1859–1907), Kaufmann in Firma Jauch Gebr. Im- und Export, die Überseehandel mit Guatemala, Barbados, Venezuela und Brasilien betrieb.<ref>Kelly’s Directory of Merchants, Manufacturers and Shippers, 1907, S. 858.</ref> Er war Mitglied des Vorstands der Hamburger Börse und langjähriger Handelsrichter.<ref>Staatsarchiv Hamburg, Sign. 111-1 (Senat), 101496.</ref> An der zum Mühlenteich aufgestauten Bille in Reinbek ließ er neben dem von der Familie mitbegründeten Wentorf-Reinbeker Golfclub ein Landhaus errichten. Sein Bruder Paul Jauch (1857–1915), ebenfalls Kaufmann in Jauch Gebr., nahm 1891 mit seiner Frau – was seinerzeit als „exotisch und überdies als ungehörig“ galt, da dies als „geistig und körperlich zu anstrengend für die Damen“ angesehen wurde<ref>Schönemann, Lisa: Die Geschichte beginnt hier: Die Reise der AUGUSTA VICTORIA [11]</ref> – an der weltweit ersten Kreuzfahrt auf der „Augusta Victoria“ teil.<ref>Christian Wilhelm Allers: Backschisch. Erinnerungen an die Reise der Augusta Victoria in den Orient, 1891, Passagierliste.</ref>

Datei:Hans Jauch.jpg
Hans Jauch
Datei:Adriatica von Mylendonk.jpg
Luise Jauch, die Adriatica von Mylendonk in Manns Roman Der Zauberberg<ref group="A">Luise Jauch (links), Sanitätsrat Friedrich Jessen (Mitte), Vorbild für Hofrat Behrens, und dessen Sohn Harald Jessen (rechts).</ref>

6. Generation

Paul Jauchs Sohn Alfred Jauch (1895–1966) fand im Billardsalon des großbürgerlichen Elternhauses, wie er in repräsentativen Villen des späten 19. Jahrhunderts nahezu unverzichtbar war,<ref>Die Villen der Industriellen im Ruhrgebiet – Unser Reichtum gestattet es, in: Monumente April/2017 [12]</ref> Gefallen am Billard<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> und wurde mehrfacher Nordmarkmeister im Dreiband; sein Sohn Rudolf Jauch (1932–2008) errang mehrfach norddeutsche Meistertitel. Paul Jauchs weiterer Sohn Walter Jauch (1888–1976), Rittmeister der Reserve im 2. Hannoverschen Dragoner-Regiment Nr. 16, gründete die auf dem europäischen Festland führenden Versicherungs- und Rückversicherungsmakler Jauch & Hübener.<ref>Peter Koch: Geschichte der Versicherungswirtschaft in Deutschland, 2012, S. 350.</ref>

Dessen Cousin Hans Jauch (1883–1965), Oberst und Freikorpsführer gegen die Rote Ruhrarmee, verheiratet mit Elsa von Othegraven, Großnichte des von Theodor Fontane literarisch verarbeiteten Generals Karl Thomas von Othegraven, begründete den katholischen Zweig des Geschlechts. Über Heiratsverbindungen zur Neusser Kaufmannsfamilie Werhahn verlagerte sich der Schwerpunkt dieses Zweiges ins Rheinland.

Rudolf Jauch (1891–1915) fiel als Zweiter Wachoffizier auf dem U-Boot U 40, das 1915 als erstes deutsches Unterseeboot von einer britischen U-Boot-Falle versenkt wurde. Carl Jauch (1892–1922) war Syndicus der Hamburg-Amerika-Linie und diente im Ersten Weltkrieg als Kavallerist bei den „Weißen Ulanen“.

Luise Jauch (1885–1933) war Oberschwester des Waldsanatoriums Berghof in Davos, dem Zauberberg Thomas Manns, unter anderem während der Behandlung von Katia Mann 1912.<ref>Inge und Walter Jens: Frau Thomas Mann. Das Leben der Katharina Pringsheim, Reinbek 2003, Abb. 16; Günther Schwarberg: Es war einmal ein Zauberberg, Hamburg 1996.</ref> Sie ist das Vorbild der Romanfigur der „Oberaufseherin dieses Schreckenspalastes“ Adriatica von Mylendonk.<ref>Thomas Sprecher: Die Krankenschwester im frühen Werk Thomas Manns …, in: ders. (Hrsg.): Literatur und Krankheit im Fin de siècle, Frankfurt am Main 2001, S. 35–72. Christian Virchow: Medizinhistorisches um den „Zauberberg“, Augsburg 1995.</ref>

7. Generation

Datei:RIAN archive 602161 Center of Stalingrad after liberation.jpg
Stalingrad am 2. Februar 1943

Hans Jauchs Sohn Robert (1913–2000) nahm als Oberleutnant und Vorgeschobener Beobachter im Panzer–Artillerie–Regiment 16 der 16. Panzer-Division an der Schlacht um Stalingrad teil, geriet am 2. Februar 1943 in sowjetische Kriegsgefangenschaft und gehörte 1950 zu den rund 6.000 zurückkehrenden Überlebenden der 6. Armee (→ Folgen der Schlacht von Stalingrad). Seine Brüder Hermann (1914–1943), Hauptmann im Stab des Artillerie-Regiments 69, und Hans-Günther (1919–1942), Oberleutnant und Abteilungsadjutant im Stab des Artillerie-Regiments 227, fielen in Russland. Jüngster Sohn war der Journalist Ernst-Alfred Jauch (1920–1991). In den beiden Weltkriegen verlor die Familie mit acht gefallenen oder verschollenen Kriegsteilnehmern etwa die Hälfte ihrer Stammhalter.

8. Generation

Datei:Le Général Gerd Mosbach.JPG
Hans-Gerd Jauch (Gemälde G. Mosbach)
Datei:Mdm Tussauds Berlin 12.jpg
Günther Jauch bei Madame Tussauds

Enkel von Hans Jauch sind der Insolvenzverwalter Hans-Gerd Jauch (* 1953), verheiratet mit Monika Becker-Berke, der Franziskaner Pater Robert Jauch OFM (* 1954) und der Fernsehmoderator und Fernsehproduzent Günther Jauch (* 1956). Robert Jauch war mehrere Jahre Rektor der Kirche „Dominus flevit“ in Jerusalem, zuvor im Konvent der Grabeskirche, und wirkte 2010 an der Dokumentation „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen“ über die Grabeskirche mit.<ref>Standphoto bei filmportal.de, [13].</ref>

Günther Jauch ist Eigentümer des Weinguts von Othegraven und des Wawerner Herrenbergs an der Saar, die aus dem Besitz des Jauchschen Ahnherrn Emmerich Grach (1753–1826) stammen. Mit seiner Stiftung für die Wiedererrichtung des Fortunaportals in Potsdam gab er den Anstoß zum Neubau des Potsdamer Stadtschlosses als Sitz des Brandenburgischen Landtages, der 2014 eröffnet wurde. 2000 gründete er die Fernsehproduktionsgesellschaft i&u TV, die er 2019 an den Finanzinvestor KKR verkaufte.

Datei:Tajumulco Guatemala.jpg
Am Tajumulco–Fuß Armenia Lorena
Datei:Victorian Planatation.jpg
Villa im viktorianischen Kolonialstil auf Armenia Lorena in Guatemala

Großgrundbesitzer in Guatemala

Ein Familienzweig verlagerte seinen wirtschaftlichen Schwerpunkt nach Mittelamerika und betrieb Kaffeeplantagen in Guatemala. Otto Jauch (1874–1949) gehörte dort zu den deutschen Kaffeebaronen und Latifundienbesitzern.<ref>The coffee barons of the ‚latifundia‘ (large plantations). In: »Report on Guatemala« (Guatemala News and Information Bureau, National Network in Solidarity with the People of Guatemala (U.S.)), Bd. 22–23, 2001, S. 9.</ref> Er leitete die Jauchschen Plantagen nebst Kaffeefabrik bei San Rafael Pie de La Cuesta im Departement San Marcos – Armenia Lorena, La Ceiba, La Lucha und Nueva Reforma.<ref>Regina Wagner, Asociación de Educación y Cultura „Alejandro von Humboldt“, Comité de Investigaciones Históricas: Los alemanes en Guatemala: 1828–1944, Bd. 2, 1991, S. 381.</ref> Präsident Cabrera hatte die indianische Bevölkerung enteignet, den Verkauf des fruchtbarsten Landes an ausländische Investoren gefördert und „verhalf deutschen ‚Kaffeebaronen‘ … zu großem Reichtum.“<ref>Wiebke Hoffmann: Auswandern und Zurückkehren: Kaufmannsfamilien zwischen Bremen und Übersee, eine Mikrostudie, 1860–1930, 2009, S. 124.</ref> Exportiert wurde der Kaffee von Jauch Gebr. in Hamburg.<ref>Vgl. Katharina Trümper: Kaffee und Kaufleute: Guatemala und der Hamburger Handel 1871–1914, 1996, die ausführt, Jauch Gebr. gehöre zu den wenigen Ausnahmen, die sich ohne eigenen Plantagenbesitz als Hamburger Kaffee-Importeure etablieren konnten (S. 72), und den wirtschaftlichen Zusammenhang mit den in Familienbesitz befindlichen Plantagen übersieht.</ref>

Das Landgut Armenia Lorena mit der viktorianischen Jauchschen Villa sowie die anderen Besitzungen wurden im Zweiten Weltkrieg nach der Kriegserklärung Guatemalas 1941 an Deutschland beschlagnahmt, 1953 entschädigungslos enteignet und zur Finca Nacional erklärt.<ref>Atlas Historico, Fondos documentales para la asistencia y/o acompanamiento de conflictos agrarios en el Departamento de San Marcos, 2004, S. 119.</ref> „Der Krieg der Alliierten gegen den Faschismus ermöglichte es Guatemala, die gewaltigen Ländereien der deutschen Kaffeebarone zu konfiszieren, die Guatemalas Wirtschaft seit 1914 dominiert hatten.“<ref>The Allied war against fascism enabled Guatemala to confiscate the vast lands of the German coffee barons who had dominated Guatemala’s economy since 1914. In: Blanche Wiesen Cook: The declassified Eisenhower: A Divided Legacy, 1981, S. 220.</ref>

In der Zeit des Nationalsozialismus

Heinrich Jauch, Erster Staatsanwalt zu Hamburg, und die Zerschlagung der Roten Marine

Datei:Rote Marine.jpg
Emblem
der Roten Marine

Heinrich Jauch (1894–1945) war Ankläger in dem 1934 vor dem Sondergericht Hamburg geführten „Rote-Marine-Prozess“ – auch als „Adlerhotelprozess“ bezeichnet – gegen 53 des Terrorismus Angeklagte, darunter der sowjetische Geheimagent Jan Valtin. Der Prozess endete mit neun Todesurteilen,<ref>Hans-Robert Buck: Der kommunistische Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Hamburg, 1933–1945, 1969, S. 34.</ref> sieben lebenslangen Zuchthausstrafen sowie weiteren insgesamt 350 Jahren Zuchthaus und zerschlug die Rote Marine Hamburg, örtliche Sektion des paramilitärischen Rotfrontkämpferbundes. Der Schauprozess gilt als nationalsozialistischer Vorläufer der Moskauer Prozesse, in denen sich Josef Stalin 1936 bis 1938 der Politikergeneration der Oktoberrevolution von 1917 entledigte.<ref>„The Russian show trials, prior to which, for the sake of the record, the accused are broken by torture, are very similar to the first trials (the Rote Marine Prozess) staged under the Nazis …“ – American Jewish Committee, Commentary, Band 54, 1972.</ref> Heinrich Jauch soll bis zu seiner Abberufung nach Berlin 1937 die meisten Todesurteile in der Hansestadt erwirkt haben.<ref>Gertrud Meyer: Nacht über Hamburg: Berichte und Dokumente, 1971 (Bibliothek des Widerstandes), S. 27.</ref>

{{#ifeq: {{{vor}}}@@-@@{{{nach}}} | -@@-@@- | {{#if:trim|Der Staatsanwalt, ein großer, dünner, bleichgesichtiger Mann namens Jauch beherrschte die Verhandlungen. Sein Hass auf uns war unverhohlen. Seine Augen blitzten und seine farblosen Lippen zogen sich die Zähne entblößend zurück, wenn er den Tod forderte – und zwar nichts als den Tod.}} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|@#@}}{{#if:|{{{nach}}}|@#@}} | @#@@#@ | {{#ifeq: de | de | „{{#if:trim|Der Staatsanwalt, ein großer, dünner, bleichgesichtiger Mann namens Jauch beherrschte die Verhandlungen. Sein Hass auf uns war unverhohlen. Seine Augen blitzten und seine farblosen Lippen zogen sich die Zähne entblößend zurück, wenn er den Tod forderte – und zwar nichts als den Tod.}}“ | {{#invoke:Text|quoteUnquoted| Der Staatsanwalt, ein großer, dünner, bleichgesichtiger Mann namens Jauch beherrschte die Verhandlungen. Sein Hass auf uns war unverhohlen. Seine Augen blitzten und seine farblosen Lippen zogen sich die Zähne entblößend zurück, wenn er den Tod forderte – und zwar nichts als den Tod. | {{{lang}}} }} }} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|-}} | - | | {{{vor}}} }}{{#if:trim|Der Staatsanwalt, ein großer, dünner, bleichgesichtiger Mann namens Jauch beherrschte die Verhandlungen. Sein Hass auf uns war unverhohlen. Seine Augen blitzten und seine farblosen Lippen zogen sich die Zähne entblößend zurück, wenn er den Tod forderte – und zwar nichts als den Tod.}}{{ #ifeq: {{#if:|{{{nach}}}|-}} | - | | {{{nach}}} }} }} }}{{ #if: Jan Valtin in seinem autobiographischen Bestseller „Out of the night“ („Tagebuch der Hölle“) || <ref>Out of the night, Neuauflage Kessinger Publishing, 2005, S. 590.</ref><ref group="A">Bis heute das weltweit auflagenstärkste Buch eines ehemaligen Kommunisten – Michael Rohrwasser: Der Stalinismus und die Renegaten. Die Literatur der Exkommunisten, Stuttgart 1991, S. 188.</ref> }}

{{#if:

|

„{{{Latn}}}“{{#if: Jan Valtin in seinem autobiographischen Bestseller „Out of the night“ („Tagebuch der Hölle“) || <ref>Out of the night, Neuauflage Kessinger Publishing, 2005, S. 590.</ref><ref group="A">Bis heute das weltweit auflagenstärkste Buch eines ehemaligen Kommunisten – Michael Rohrwasser: Der Stalinismus und die Renegaten. Die Literatur der Exkommunisten, Stuttgart 1991, S. 188.</ref> }}

}}{{#if:

|

„{{{de}}}“{{#if: Jan Valtin in seinem autobiographischen Bestseller „Out of the night“ („Tagebuch der Hölle“) || <ref>Out of the night, Neuauflage Kessinger Publishing, 2005, S. 590.</ref><ref group="A">Bis heute das weltweit auflagenstärkste Buch eines ehemaligen Kommunisten – Michael Rohrwasser: Der Stalinismus und die Renegaten. Die Literatur der Exkommunisten, Stuttgart 1991, S. 188.</ref> }}

}}
{{#if: Jan Valtin in seinem autobiographischen Bestseller „Out of the night“ („Tagebuch der Hölle“) |
– <templatestyles src="Person/styles.css" />{{#if:|{{{4}}} |}}{{#if:|{{{2}}} |}}{{#if:| {{{3}}} |}}{{#if:| „{{{6}}}“ |}}{{#if:trim|Jan Valtin in seinem autobiographischen Bestseller „Out of the night“ („Tagebuch der Hölle“)}}{{#if:| {{{5}}}|}}{{#if: | : {{#if:trim|}} }}<ref>Out of the night, Neuauflage Kessinger Publishing, 2005, S. 590.</ref><ref group="A">Bis heute das weltweit auflagenstärkste Buch eines ehemaligen Kommunisten – Michael Rohrwasser: Der Stalinismus und die Renegaten. Die Literatur der Exkommunisten, Stuttgart 1991, S. 188.</ref>
|{{#if: 
|
{{#if:trim|}}<ref>Out of the night, Neuauflage Kessinger Publishing, 2005, S. 590.</ref><ref group="A">Bis heute das weltweit auflagenstärkste Buch eines ehemaligen Kommunisten – Michael Rohrwasser: Der Stalinismus und die Renegaten. Die Literatur der Exkommunisten, Stuttgart 1991, S. 188.</ref>
}}
}}

{{#if: <ref>Out of the night, Neuauflage Kessinger Publishing, 2005, S. 590.</ref><ref group="A">Bis heute das weltweit auflagenstärkste Buch eines ehemaligen Kommunisten – Michael Rohrwasser: Der Stalinismus und die Renegaten. Die Literatur der Exkommunisten, Stuttgart 1991, S. 188.</ref> |

{{#if: {{#invoke:Text|unstrip|<ref>Out of the night, Neuauflage Kessinger Publishing, 2005, S. 590.</ref><ref group="A">Bis heute das weltweit auflagenstärkste Buch eines ehemaligen Kommunisten – Michael Rohrwasser: Der Stalinismus und die Renegaten. Die Literatur der Exkommunisten, Stuttgart 1991, S. 188.</ref>}}

        | }} }}{{#if: Der Staatsanwalt, ein großer, dünner, bleichgesichtiger Mann namens Jauch beherrschte die Verhandlungen. Sein Hass auf uns war unverhohlen. Seine Augen blitzten und seine farblosen Lippen zogen sich die Zähne entblößend zurück, wenn er den Tod forderte – und zwar nichts als den Tod. | {{
   #if:  | {{#if: Der Staatsanwalt, ein großer, dünner, bleichgesichtiger Mann namens Jauch beherrschte die Verhandlungen. Sein Hass auf uns war unverhohlen. Seine Augen blitzten und seine farblosen Lippen zogen sich die Zähne entblößend zurück, wenn er den Tod forderte – und zwar nichts als den Tod. |
   Vorlage:Zitat: Doppelangabe 1=Text=}}

}}| }}{{#if: | {{#if: Jan Valtin in seinem autobiographischen Bestseller „Out of the night“ („Tagebuch der Hölle“) |

   Vorlage:Zitat: Doppelangabe 2=Autor=}}

}}{{#if: | {{#if: |

   Vorlage:Zitat: Doppelangabe 3=Quelle=}}

}}{{#if: | {{#if: |

   Vorlage:Zitat: Doppelangabe Umschrift=Latn=}}

}}{{#if: | {{#if: |

   Vorlage:Zitat: Doppelangabe Sprache=lang=}}

}}{{#if: | {{#if: |

   Vorlage:Zitat: Doppelangabe Übersetzung=de=}}

}}

Datei:Hamburger Richtbuch.jpg
Hinrichtung von Jonny Dettmer mit dem Handbeil um 6 Uhr 10 im Hamburger Hinrichtungsbuch<ref>Breloer, Heinrich und Horst Königstein: Blutgeld. Materialien zu einer deutschen Geschichte. Köln 1982, S. 90.</ref>

{{#ifeq: {{{vor}}}@@-@@{{{nach}}} | -@@-@@- | {{#if:trim|Die Hinrichtung des Dettmer ist unter Leitung des Staatsanwalts Jauch von dem Scharfrichter Gröpler aus Magdeburg heute vormittag 6:10 Uhr durch Handbeil in dem Nordausgang des Hofes 8 der Anstalt HH I erfolgt.}} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|@#@}}{{#if:|{{{nach}}}|@#@}} | @#@@#@ | {{#ifeq: de | de | „{{#if:trim|Die Hinrichtung des Dettmer ist unter Leitung des Staatsanwalts Jauch von dem Scharfrichter Gröpler aus Magdeburg heute vormittag 6:10 Uhr durch Handbeil in dem Nordausgang des Hofes 8 der Anstalt HH I erfolgt.}}“ | {{#invoke:Text|quoteUnquoted| Die Hinrichtung des Dettmer ist unter Leitung des Staatsanwalts Jauch von dem Scharfrichter Gröpler aus Magdeburg heute vormittag 6:10 Uhr durch Handbeil in dem Nordausgang des Hofes 8 der Anstalt HH I erfolgt. | {{{lang}}} }} }} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|-}} | - | | {{{vor}}} }}{{#if:trim|Die Hinrichtung des Dettmer ist unter Leitung des Staatsanwalts Jauch von dem Scharfrichter Gröpler aus Magdeburg heute vormittag 6:10 Uhr durch Handbeil in dem Nordausgang des Hofes 8 der Anstalt HH I erfolgt.}}{{ #ifeq: {{#if:|{{{nach}}}|-}} | - | | {{{nach}}} }} }} }}{{ #if: StolpersteineGefängnisakte des Jonny Dettmer, Führer der Roten Marine Hamburg || <ref>stolpersteine-hamburg.de</ref> }}

{{#if:

|

„{{{Latn}}}“{{#if: StolpersteineGefängnisakte des Jonny Dettmer, Führer der Roten Marine Hamburg || <ref>stolpersteine-hamburg.de</ref> }}

}}{{#if:

|

„{{{de}}}“{{#if: StolpersteineGefängnisakte des Jonny Dettmer, Führer der Roten Marine Hamburg || <ref>stolpersteine-hamburg.de</ref> }}

}}
{{#if: Stolpersteine |
– <templatestyles src="Person/styles.css" />{{#if:|{{{4}}} |}}{{#if:|{{{2}}} |}}{{#if:| {{{3}}} |}}{{#if:| „{{{6}}}“ |}}{{#if:trim|Stolpersteine}}{{#if:| {{{5}}}|}}{{#if: Gefängnisakte des Jonny Dettmer, Führer der Roten Marine Hamburg | : Gefängnisakte des Jonny Dettmer, Führer der Roten Marine Hamburg }}<ref>stolpersteine-hamburg.de</ref>
|{{#if: Gefängnisakte des Jonny Dettmer, Führer der Roten Marine Hamburg
|
Gefängnisakte des Jonny Dettmer, Führer der Roten Marine Hamburg<ref>stolpersteine-hamburg.de</ref>
}}
}}

{{#if: <ref>stolpersteine-hamburg.de</ref> |

{{#if: {{#invoke:Text|unstrip|<ref>stolpersteine-hamburg.de</ref>}}

        | }} }}{{#if: Die Hinrichtung des Dettmer ist unter Leitung des Staatsanwalts Jauch von dem Scharfrichter Gröpler aus Magdeburg heute vormittag 6:10 Uhr durch Handbeil in dem Nordausgang des Hofes 8 der Anstalt HH I erfolgt. | {{
   #if:  | {{#if: Die Hinrichtung des Dettmer ist unter Leitung des Staatsanwalts Jauch von dem Scharfrichter Gröpler aus Magdeburg heute vormittag 6:10 Uhr durch Handbeil in dem Nordausgang des Hofes 8 der Anstalt HH I erfolgt. |
   Vorlage:Zitat: Doppelangabe 1=Text=}}

}}| }}{{#if: | {{#if: Stolpersteine |

   Vorlage:Zitat: Doppelangabe 2=Autor=}}

}}{{#if: | {{#if: Gefängnisakte des Jonny Dettmer, Führer der Roten Marine Hamburg |

   Vorlage:Zitat: Doppelangabe 3=Quelle=}}

}}{{#if: | {{#if: |

   Vorlage:Zitat: Doppelangabe Umschrift=Latn=}}

}}{{#if: | {{#if: |

   Vorlage:Zitat: Doppelangabe Sprache=lang=}}

}}{{#if: | {{#if: |

   Vorlage:Zitat: Doppelangabe Übersetzung=de=}}

}}

Die Hinrichtung von Jonny Dettmer inspirierte Arnold Zweig zu seinem Roman Das Beil von Wandsbek.<ref>Beispiel Jonny Dettmer in: Stefan Romey: Widerstand in Wandsbek 1933–1945, Herausgeber Bezirksversammlung Hamburg-Wandsbek, Hamburg 2021, S. 105–108</ref>

1937 vertrat Heinrich Jauch die Anklage vor dem Sondergericht Hamburg in dem Schauprozess<ref>Frank Bajohr: Arisierung in Hamburg. Die Verdrängung der jüdischen Unternehmer 1933–1945, Hamburg 1997, S. 206.</ref> gegen den von Gerd Bucerius verteidigten jüdischen Reeder Arnold Bernstein, Pionier des Autotransports in „Schwimmenden Garagen“,<ref>Im Wechsel der Gezeiten – Der Reeder Arnold Bernstein – Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin 2008, das den Nachlass besitzt.</ref> wegen Vergehens gegen Devisenvorschriften.<ref>Franklin Kopitzsch, Dirk Brietzke: Hamburgische Biografie 5: Personenlexikon, 2010, S. 49.</ref> Die Reederei war mit über 1.000 Seeleuten eines der größten jüdischen Unternehmen Deutschlands. Bernstein gilt als einer der ersten jüdischen Großindustriellen, die Opfer der Arisierung wurden. Heinrich Jauch führte auch die Untersuchungen gegen Alfred Toepfer, der wegen des Verdachts auf Verstoß gegen Devisengesetze 1937 verhaftet wurde und die Kontrolle über sein Unternehmen aufgeben musste.<ref>Georg Kreis u. a. (Hrsg.): Alfred Toepfer. Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie – Kritische Bestandsaufnahme, 2000.</ref>

Jauch schied vor Kriegsende aus dem Staatsdienst aus; nach NS-Terminologie galt er als „Mischling ersten Grades“, da sein Vater August Jauch in zweiter Ehe mit der Jüdin Catharina Margaretha Mathiessen verheiratet war. Er wurde zum Frontdienst herangezogen und starb am 2. Juni 1945 im Lazarett Wetzlar.

Jauch & Hübener und der Widerstand

Datei:Bundesarchiv Bild 146-2004-0007, Hans Oster.jpg
Walter Jauchs Cousin,
Generalmajor Hans Oster

Walter Jauch (1888–1976), Gründer von Jauch & Hübener in Hamburg, war angeheirateter Cousin des Generals und Widerstandskämpfers Hans Oster (1887–1945). Jauch & Hübener hatten schon zu Beginn der NS-Zeit einen Beauftragten der Geheimen Staatspolizei zugeordnet bekommen, weil in NS-Kreisen Zweifel an ihrer politischen Zuverlässigkeit bestanden. Über Walter Jauchs Cousin Oster hatten Jauch & Hübener gleichwohl Kontakt zum Widerstand.<ref>Zu den Verbindungen des Kreises der Widerstandskämpfer zu den Inhabern von Jauch & Hübener vgl. Karl Bartz: Die Tragödie der deutschen Abwehr, 1955, S. 92.</ref> Im Sommer 1939 wurde der Kreis der Militäropposition um Hans Oster unterstützt. Otto Hübener, Partner von Walter Jauch, knüpfte Verbindungen zu britischen Stellen, um den drohenden Krieg abzuwenden. Auch während des Krieges arbeitete die Firma für die Widerstandsgruppe um Hans Oster und dessen Mitarbeiter im Amt Ausland/Abwehr, Hans von Dohnanyi. Als nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 der Gestapo die Verbindung zwischen dem Amt Ausland/Abwehr und den Verschwörern um Claus Schenk Graf von Stauffenberg deutlich geworden war, wurde im April 1945 Hans von Dohnanyi im KZ Sachsenhausen erhängt. Zwei Tage später wurde Oster zusammen mit Wilhelm Canaris und Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg erhängt. Hübener wurde in Hamburg verhaftet und Ende April 1945 in Berlin erschossen.

Töchter der Jauch und ihre Nachkommen

Catharina Elisabeth Jauch, verheiratete von Naumann

Datei:Esztergomi rondella (Buda).jpeg
({{{Kommentar}}})}}.</ref>

Catharina Elisabeth Jauch (1671–1736) heiratete den kursächsischen Ingenieuroffizier und Architekten Johann Christoph von Naumann (1664–1742), der von 1710 bis 1715 erster Direktor des Sächsischen Bauamts in Warschau war und als Obrist des Ingenieurkorps von 1721 bis 1733 im Auftrag Augusts des Starken die erste Schlossanlage von Hubertusburg errichten ließ. Zuvor hatte er in kaiserlichen und sächsischen Diensten am Großen Türkenkrieg, am Pfälzischen Erbfolgekrieg und am Spanischen Erbfolgekrieg sowie am Großen Nordischen Krieg teilgenommen und sich in mehreren Schlachten ausgezeichnet, erstmals 1686, noch als Volontär im Range eines Capitaines, beim Sturm auf die Türkenfestung Ofen.

Ihr Enkel ist der Ingenieuroffizier und Vedutenmaler Franz Heinrich von Naumann (1749–1795). Über dessen Enkelin Antonie Keldorfer gehört die österreichische Musikerfamilie Keldorfer zu den Nachkommen.

Constance Jauch, verheiratete von Lölhöffel

Datei:Constance Jauch.jpg
Constance Jauch
Datei:Bacciarelli Granting of the Constitution.jpg
J. P. Łuszczewski (5.v.l.)

Constance Jauch (1722–1802), Tochter des Generalmajors Joachim Daniel Jauch (1688–1754), heiratete den königlich-polnischen Hofrat und Leibarzt Augusts III. Heinrich Lölhöffel von Löwensprung (1705–1763) und ließ in Warschau aus ihrem väterlichen Erbe das Palais Lelewel errichten. Ihr Sohn Karol Maurycy (1750–1830) polonisierte den Familiennamen zu Lelewel, erlangte das polnische Indigenat und wurde Mitglied des Sejm; er war Hauptmann der Krongarde, Jurist und Generalschatzmeister der Komisja Edukacji Narodowej,<ref>Karol Maurycy Lelewel. In: Polski Słownik Biograficzny, Bd. XVII, S. 25.</ref> die als frühestes Bildungsministerium gilt, zuletzt Staatsrat.

Constance Jauchs Tochter Teresa Lelewelówna (1752–1814) heiratete den polnischen Adeligen Adam Józef Cieciszowski (1743–1783),<ref>Adam Józef Cieciszowski. In: Polski Słownik Biograficzny, Bd. III, S. 37.</ref> der das Hofamt eines Jagdmeisters von Livland innehatte und als Großnotar der Krone sowie als Berater des polnischen Königs und des Kanzlers tätig war. Er war Bruder des Erzbischofs Kasper Cieciszowski, römisch-katholischer Metropolit des Russischen Reiches.

Enkel Constance Jauchs war der Historiker und Revolutionär Joachim Lelewel (1786–1861), der 1831 als führender Kopf des Novemberaufstands Mitglied der polnischen Nationalregierung war. Sein Bruder Jan Paweł Lelewel (1796–1847) war Oberstleutnant des Ingenieurkorps, Freiheitskämpfer im Novemberaufstand und Architekt und wirkte in der Emigration als Kantonsingenieur in Bern.<ref>Grażyna Szewczyk, Renata Dampe-Jarosz: Eichendorff heute lesen, 2009, S. 158.</ref> Über die Linie ihrer Enkelin Aleksandra Franciszka Cieciszowska, die mit dem Innenminister des Herzogtums Warschau unter Napoleon Jan Paweł Łuszczewski (1764–1812) verheiratet war, gehören der Schriftsteller Henryk Sienkiewicz (1848–1916), Autor von Quo Vadis und Nobelpreisträger für Literatur, sowie die selige Krankenschwester Hanna Chrzanowska (1902–1973) zu den Nachkommen.

Eleonora Maria Jauch, verheiratete Overbeck

Datei:SuhrlandtOverbeck.jpg
Christian Adolph Overbeck, Lübecker Bürgermeister und Aufklärer
Datei:Friedrich-overbeck-selbstportraet-des-kuenstlers-mit-frau-und-sohn-alf.webp
Friedrich Overbeck, Selbstporträt mit Familie
Datei:Cilla Fechner.png
O.Verbeck, Schriftstellerin

Eleonora Maria Jauch (1732–1797), Tochter des Domherrn Johann Christian Jauch (1702–1788), heiratete den Lübecker Advokaten und Konsulenten des Schonenfahrerkollegiums Georg Christian Overbeck, Sohn des Superintendenten Caspar Nicolaus Overbeck und Bruder des Rektors des Katharineums zu Lübeck, Johann Daniel Overbeck.<ref>J. Beavington Atkinson: Overbeck, London 1882.</ref><ref>Overbeck (Kaspar Nicolaus). In: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, Bd. 3, Bd. 8, 1836, S. 32.</ref><ref>Isabel Sellheim: Die Familie des Malers Friedrich Overbeck (1789–1869) in genealogischen Übersichten, Neustadt an der Aisch 1989, ISBN 3-7686-5091-X.</ref> Die aus dieser Ehe hervorgegangene Lübecker Bürgermeister- und Senatorenfamilie Overbeck zählt in der Forschung zu den „Genie- und Talentfamilien“, die „durch drei bis vier Generationen hindurch Lübeck sein geistiges Gepräge“ gaben.<ref name="Brandt" />

Der älteste Sohn Christian Adolph Overbeck (1755–1821) war Lübecker Bürgermeister und gilt neben Georg Heinrich Sieveking und Johann Albert Heinrich Reimarus als einer der zentralen Exponenten der norddeutschen Aufklärung; er wird als „eine der wesentlichsten Erscheinungen in der Lübecker Geistesgeschichte des Jahrhunderts“ beschrieben.<ref name="Brandt" /> Sein bekanntestes Gedicht ist das von Mozart vertonte Volkslied Komm, lieber Mai, und mache. Zu seinen Nachkommen zählen u. a. der Maler Friedrich Overbeck (1789–1869), führende Figur der Nazarener und Ritter des preußischen Ordens Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste, der Oberappellationsrat Christian Gerhard Overbeck (1784–1846) am Oberappellationsgericht der vier Freien Städte sowie der Lübecker Senator Christian Theodor Overbeck (1818–1880).

Die Urenkelin Henriette Charlotte Harms (1842–1928) heiratete den Lübecker Senator Johannes Fehling. Deren Tochter Emilie Charlotte Adele Fehling (1865–1890) heiratete Bernhard von Hindenburg, Bruder des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.

Urenkelin war die unter dem Pseudonym O. Verbeck veröffentlichende Schriftstellerin Cilla Fechner (* 1857), Tochter des Ingenieurs Franz Reuleaux.

Ur-Urenkelin war die „Fin de siècle-LesbeAgnes Elisabeth Overbeck (1870–1919), Komponistin und Pianistin, die unter dem Pseudonym „Baron Eugen Borisowitsch Lhwoff-Onégin“ die Opernsängerin Sigrid Onégin heiratete.

Zu Eleonora Marias weiteren Nachkommen zählt der SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Karl von Fischer-Treuenfeld. Als Befehlshaber der Waffen-SS im Protektorat Böhmen und Mähren ließ er nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich (→ Operation Anthropoid) die Prager Kirche St. Cyrill und Method stürmen, in deren Krypta sich die Attentäter verborgen hielten. Die Kirche ist heute ein Symbolort des tschechischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus.

Teile der Nachkommenschaft gelten als Vorbilder für Figuren in Thomas Manns Roman Buddenbrooks: So wird der Senator Georg Friedrich Harms (1811–1892), Ehemann der Ururenkelin Emma Wilhelmine Buck (1832–1896), mit der Romanfigur „Senator Möllendorpf“ identifiziert, seine Frau mit „Frau Möllendorpf geb. Langhals“, deren Sohn Lorenz Harms (1840–1915) mit „Konsul Kistenmaker“.<ref>Hartwig Dräger: Buddenbrooks: Dichtung und Wirklichkeit, Bilddokumente, Lübeck 1993, S. 230–233.</ref>

Ludovica Jauch, verheiratete Deetz

Datei:Verfassungseid Friedrich Wilhelm IV. 1850.jpg
Die Kaiserdeputation bietet König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen die Kaiserkrone an. (1. u. l. Albert Deetz)

Ludovica Jauch (1772–1805) heiratete in erster Ehe den Kaufmann Johann Carl Deetz, in zweiter Ehe den späteren Stammvater der in der königlichen Hofkapelle zu Berlin tätigen Musikerfamilie Griebel, den Königlich-Preußischen Kammermusikus Johann Heinrich Griebel (1769–1852), Lehrer des Komponisten Albert Lortzing.<ref>Hans Christoph Worbs: Albert Lortzing in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, 1980, ISBN 3-499-50281-X, S. 9.</ref>

Ihr Sohn Albert Deetz (1798–1859) wurde preußischer Oberst, Chef des Zentralbureaus des Reichskriegsministeriums und von 1848 bis 1854 Stadtkommandant der Freien Stadt Frankfurt. Er gehörte der Frankfurter Nationalversammlung und der Kaiserdeputation an und war damit an dem vergeblichen Angebot der Kaiserkrone an Friedrich Wilhelm IV. beteiligt.

Ein Stiefenkel Ludovica Jauchs war der New Yorker Architekt George Henry Griebel (1846–1933), der das Dakota Building errichtete.


Datei:Theodor Avé und Frau Wilhelmine geb.Jauch.jpg
Theodor Avé-Lallemant und Wilhelmine geb. Jauch

Wilhelmine Jauch, verheiratete Avé-Lallemant

Datei:Feenpavillon auf der Alster.jpg
Konzert im Feenpavillon auf der Binnenalster unter Avé-Lallemant

Wilhelmine Jauch (1809–1893)<ref>Peter Feddersen: Tschaikowsky in Hamburg. Eine Dokumentation, Čajkovskij-Studien, Bd. 8, Mainz 2006, S. 256.</ref> heiratete den für die norddeutsche Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts maßgeblichen Musikkritiker und Schriftsteller Theodor Avé-Lallemant, einen Nachkommen des Hugenottenführers Gaspard de Coligny. Die Heirat mit seiner vermögenden, zudem, wie Robert Schumann urteilte, „sehr angenehme(n) und gebildete(n) Frau“,<ref>Robert Schumann: Tagebücher. Band II, hrsg. von Gerd Nauhaus, Leipzig 1987, S. 210.</ref> ermöglichte es Avé-Lallemant, sich ganz der Förderung der Musik zu widmen. Seit 1838 war er Mitglied, später Erster Vorsitzender des Comités für die Philharmonischen Konzerte in Hamburg und stand „durch länger als ein Menschenleben“ im Mittelpunkt des dortigen Musiklebens. 1841 spielte er eine zentrale Rolle beim 3. Norddeutschen Musikfest, dem damals größten Musikfest Deutschlands, und gehörte 1847 zu den Mitbegründern des Hamburger Tonkünstlervereins. 1862/63 scheiterte sein Versuch, seinen mit der Linie Jauch-Wellingsbüttel verwandten Freund Johannes Brahms<ref>Brahms war ein Urenkel des Jauchschen Ahnherrn Diederich Brodersen (ca. 1650–1717), Pastor zu Leck (Nordfriesland).</ref> als Direktor der Philharmonischen Konzerte oder zumindest als Chormeister der Singakademie durchzusetzen.

Die Söhne des Ehepaars, Carl Robert Christian Avé-Lallemant (1850–1896) und Johannes Avé-Lallemant (1855–1911), waren Patenkinder von Robert Schumann beziehungsweise Johannes Brahms. Enkel Hans Avé-Lallemant (1888–1945) wurde Vorstandsvorsitzender der Feldmühle Papier- und Zellstoffwerke AG. Pjotr Iljitsch Tschaikowski widmete Theodor Avé-Lallemant seine Fünfte Symphonie e-Moll.<ref>Frederic Kroll: Klaus-Mann-Schriftenreihe: 1935–1937, Teil 2, 2006, S. 501.</ref>

Die Tochter Emilie Elisabeth Avé-Lallemant (1846–1921) heiratete den Hamburger Assekuradeur Paul Clemens Duncker (1840–1909), Enkel von Johann Georg Kerner, Großneffe von Justinus Kerner und Cousin zweiten Grades von Wilhelm Hauff.

Charlotte Jauch, verheiratete Lührsen

Datei:August Jauch.jpg
August Jauch

Charlotte Jauch (1811–1872) heiratete den Juristen Gustav Lührsen, Verfasser der Hamburgischen Hypotheken-Ordnung und Befürworter eines einheitlichen deutschen Grundbuchwesens. Ihr Sohn Johannes Lührsen (1838–1903) war zunächst Syndicus der Familie Jauch und wurde später Kaiserlich Deutscher außerordentlicher Gesandter und Minister.<ref>|p17041.htm#i170403 {{#if: Dr. Johannes Lührsen |{{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Dr. Johannes Lührsen }}|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}|Suchschlüssel ID fehlt!}} auf thepeerage.comVorlage:Abrufdatum {{#if: | }}</ref> Herkunft und Vermögen seiner Mutter galten in Hamburg als Argument, ihn trotz fehlender Auslandserfahrung 1869 als Konsul nach Smyrna zu entsenden; der Hamburger Senat bescheinigte ihm gegenüber dem zweifelnden Bundeskanzleramt, er entstamme „einer sehr respektablen und wohlhabenden Familie“. Charlottes Tochter Anna Lührsen (1854–1890) heiratete ihren Cousin, den Gutsherrn und Politiker August Jauch.

Enkelinnen Charlottes waren die Zwillingsschwestern Irene Marie (1883–1968) und Ines Lührsen (1883–1978), beide Kunstmalerinnen. Ines heiratete den Freiherrn Vistallo Taxis di Bordogna e Valnigra, Sohn des letzten Obrist-Erbpostmeisters zu Trient und an der Etsch. Die Schwiegermutter von Irene Marie war die Schauspielerin Franziska Ellmenreich, Mitbegründerin und Ehrenmitglied des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Die Enkelin Carmen Carlota Lührsen (1877–1958) war mit dem Königlich Großbritannischen Konsul Henry Montagu Villiers aus dem Haus der Earls of Clarendon verheiratet, Enkel des englischen Premierministers John Russell, 1. Earl Russell und Cousin des Philosophen Bertrand Russell; ihre Nachkommen sind die Barons Bolton.<ref>|p17041.htm#i170402 {{#if: Carmen Carlota Elvira Lührsen |{{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Carmen Carlota Elvira Lührsen }}|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}|Suchschlüssel ID fehlt!}} auf thepeerage.comVorlage:Abrufdatum {{#if: | }}; Melville Henry Marquis of Ruvigny and Raineval: The Plantagenet Roll of the Blood Royal: Being a Complete Table of All the Descendants Now Living of Edward III, King of England, 1994, S. 381.</ref> Ihr angeheirateter Onkel war der Vizekönig von Indien Robert Bulwer-Lytton, 1. Earl of Lytton, dessen während der Großen Hungersnot in Indien verfolgte laissez-faire-Politik wegen der Millionen Hungertoten bis heute international umstritten ist.

Datei:Deutsche Militärmission Türkei 1913 Hi.jpg
Otto von Feldmann (2.v.l.)
Chef der Operationsabteilung im osmanischen Großen Hauptquartier

Weitere Enkel Charlottes stammten aus der Ehe ihrer Tochter Jenny (1841–1917) mit dem preußischen Generalmajor Adolf von Feldmann.<ref>Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum, Bd. 10, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. [1942], {{#if: {{#if: | {{#invoke:TemplUtl|faculty|{{{suffix}}}}} }}

 | trim | 986919810 }} DNB 986919810 Katalogeintrag der Deutschen Nationalbibliothek | DNB trim | 986919810 }} 986919810

}}{{#ifeq: 0 | 0 | {{#if: {{#invoke:URIutil|isDNBvalid|986919810}} | | (???)}} }}, S. 15 f., Nr. 3054.</ref> Hans von Feldmann wurde Generalleutnant und Staatssekretär; seine Tochter Wilhelma war Patenkind Kaiser Wilhelms II. Otto von Feldmann diente als Oberstleutnant i. G. in der Deutschen Militärmission im Osmanischen Reich als Chef der Operationsabteilung des Osmanischen Großen Hauptquartiers und enger Mitarbeiter von Enver Pascha. Er unterstützte Deportationspläne gegen die armenische Bevölkerung und war damit an den Verbrechen des Völkermords an den Armeniern beteiligt; in einem späteren Aufsatz räumte er eine Mitverantwortung deutscher Offiziere ein.<ref>Stefan Ihrig: Als der Genozid diskutiert wurde. Das Talat–Pascha–Attentat und die deutsche Debatte um den Genozid an den Armeniern. In: Rolf Hosfeld, Christin Pschichholz (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Völkermord an den Armeniern, Göttingen 2017, S. 310; Jürgen Gottschlich: Beihilfe zum Völkermord. Deutschlands Rolle bei der Vernichtung der Armenier, Berlin 2015, S. 133.</ref> In der Weimarer Republik leitete Feldmann das „Sekretariat von Hindenburg“ und steuerte als „politischer Beauftragter“ des mit der Familie verschwägerten Paul von Hindenburg<ref>Hindenburgs Bruder Bernhard von Hindenburg war mit der Jauchschen Nachfahrin Emilie Charlotte Adele Fehling verheiratet.</ref> dessen Wahlkampagne zum Reichspräsidenten.<ref>Frank Möller: Charismatische Führer der deutschen Nation, 2004, S. 136; Gerhard Schulze-Pfälzer: Wie Hindenburg Reichspräsident wurde. Persönliche Eindrücke aus seiner Umgebung vor und nach der Wahl, 1925; Maximilian Terhalle: Deutschnational in Weimar: die politische Biographie des Reichstagsabgeordneten Otto Schmidt (-Hannover) 1888–1971, 2009, S. 151.</ref>

Luise Jauch, verheiratete Halske

Luise Jauch (1815–1881) heiratete den Großbürger zu Hamburg Adolf Halske (1814–1888), Cousin des Siemens-Mitbegründers Johann Georg Halske. Ihre Tochter Anna (1854–1909) heiratete den Oberstleutnant und Bezirkskommandeur Gustav Lichtenberg (1844–1906), Urgroßneffe von Georg Christoph Lichtenberg.

Bertha Jauch, verheiratete Knoop

Datei:Golf Deutsche Verbandsmeisterschaft 1907.jpg
Alice Knoop (2.v.r.), Golfmeisterin

Bertha Jauch (1860–1935) heiratete den aus Manchester stammenden Kaufmann William Oscar Knoop (1854–1938), Mitbegründer des Golfsports in Deutschland. Er zählte 1901 zu den Initiatoren des heutigen Wentorf-Reinbeker Golfclubs<ref>Geert-Ulrich Mutzenbecher: Die Versicherer. Geschichte einer Hamburger Kaufmannsfamilie, Hamburg 1993, ISBN 3-8042-0638-7, S. 52.</ref> und war 1906 an der Gründung des Hamburger Golf-Clubs beteiligt;<ref group="A">Beide Vereine waren 1907 Gründungsmitglieder des Deutschen Golf Verbandes.</ref> beide Clubs gehören zu den ältesten Golfanlagen des Landes.

Bertha Jauchs Tochter Alice Knoop war Anfang des 20. Jahrhunderts eine der führenden deutschen Golfspielerinnen. Bei den ersten Deutschen Meisterschaften des Verbandes 1907 wurde sie Vizemeisterin<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20040919094712

      | {{#ifeq: 20040919094712 | *
    | Vorlage:Webarchiv/Wartung/Stern{{#if: Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010 | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.wrgc.de/Geschichte.htm}} }} (Archivversionen)
    | {{#iferror: {{#time: j. F Y|20040919094712}}
         | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/DatumDer Wert des Parameters {{#if: wayback | wayback | Datum }} muss ein gültiger Zeitstempel der Form YYYYMMDDHHMMSS sein!
         | {{#if: Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010 | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.wrgc.de/Geschichte.htm}} }} {{#ifeq:  | [] | [ | ( }}Memento{{#if: {{#if:  | {{{archiv-bot}}} |  }} |  des Vorlage:Referrer }} vom {{#time: j. F Y|20040919094712}} im Internet Archive{{#if:  | ;  }}{{#ifeq:  | [] | ] | ) }}
      }}
  }}
      | {{#if:
          | {{#iferror: {{#time: j. F Y|{{{webciteID}}}}}
    | {{#switch: {{#invoke:Str|len|{{{webciteID}}}}}
       | 16= {{#if: Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010 | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.wrgc.de/Geschichte.htm}} }} {{#ifeq:  | [] | [ | ( }}Memento{{#if: {{#if:  | {{{archiv-bot}}} |  }} |  des Vorlage:Referrer }} vom {{#time: j. F Y| 19700101000000 + {{#expr: floor {{#expr: {{#invoke:Str|sub|{{{webciteID}}}|1|10}}/86400}} }} days}} auf WebCite{{#if:  | ;  }}{{#ifeq:  | [] | ] | ) }}
       | 9 = {{#if: Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010 | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.wrgc.de/Geschichte.htm}} }} {{#ifeq:  | [] | [ | ( }}Memento{{#if: {{#if:  | {{{archiv-bot}}} |  }} |  des Vorlage:Referrer}} vom {{#time: j. F Y| 19700101000000 + {{#expr: floor {{#expr: {{#invoke:Str|sub|{{#invoke:Expr|base62|{{{webciteID}}}}}|1|10}}/86400}} }} days}} auf WebCite{{#if:  | ;  }}{{#ifeq:  | [] | ] | ) }}
       | #default= Der Wert des Parameters {{#if: webciteID | webciteID | ID }} muss entweder ein Zeitstempel der Form YYYYMMDDHHMMSS oder ein Schüsselwert mit 9 Zeichen oder eine 16-stellige Zahl sein!Vorlage:Webarchiv/Wartung/webcitation{{#if:  || }}
      }}
    | c|{{{webciteID}}}}} {{#if: Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010 | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.wrgc.de/Geschichte.htm}} }} (Memento{{#if: {{#if:  | {{{archiv-bot}}} |  }} |  des Vorlage:Referrer}} vom {{#time: j. F Y|{{{webciteID}}}}} auf WebCite{{#if:  | ;  }}{{#ifeq:  | [] | ] | ) }}
  }}
          | {{#if: 
              | Vorlage:Webarchiv/Today
              | {{#if:
                      | Vorlage:Webarchiv/Generisch
                      | {{#if: Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010 | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.wrgc.de/Geschichte.htm}} }}  
                 }}}}}}}}{{#if:
    | Vorlage:Webarchiv/archiv-bot
  }}{{#invoke:TemplatePar|check
     |all      = url=
     |opt      = text= wayback= webciteID= archive-is= archive-today= archiv-url= archiv-datum= ()= archiv-bot= format= original=
     |cat      = Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv
     |errNS    = 0
     |template = Vorlage:Webarchiv
     |format   = *
     |preview  = 1
  }}{{#ifexpr: {{#if:20040919094712|1|0}}{{#if:|+1}}{{#if:|+1}}{{#if:|+1}}{{#if:|+1}} <> 1
    | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Genau einer der Parameter 'wayback', 'webciteID', 'archive-today', 'archive-is' oder 'archiv-url' muss angegeben werden.|1}}
  }}{{#if: 
    | {{#switch: {{#invoke:Webarchiv|getdomain|{{{archiv-url}}}}}
        | web.archive.org = 
          {{#if:  || }}{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Im Parameter 'archiv-url' wurde URL von Internet Archive erkannt, bitte Parameter 'wayback' benutzen.|1}} 
        | webcitation.org = 
          {{#if:  || }}{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Im Parameter 'archiv-url' wurde URL von WebCite erkannt, bitte Parameter 'webciteID' benutzen.|1}} 
        | archive.today |archive.is |archive.ph |archive.fo |archive.li |archive.md |archive.vn = 
          {{#if:  || }}{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Im Parameter 'archiv-url' wurde URL von archive.today erkannt, bitte Parameter 'archive-today' benutzen.|1}}
      }}{{#if: 
         | {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}
             | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Der Wert des Parameter 'archiv-datum' ist ungültig oder hat ein ungültiges Format.|1}}
          |  }} 
         | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Der Pflichtparameter 'archiv-datum' wurde nicht angegeben.|1}}
      }}
    | {{#if: 
         | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Der Parameter 'archiv-datum' ist nur in Verbindung mit 'archiv-url' angebbar.|1}}
      }}
  }}{{#if:{{#invoke:URLutil|isHostPathResource|http://www.wrgc.de/Geschichte.htm}}
    || {{#if:  || }}
  }}{{#if: Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010
    | {{#if: {{#invoke:WLink|isBracketedLink|Geschichte des Wentorf-Reinbeker Golf Clubs, www.wrggc.de, Version vom 29. Dezember 2010}}
        | {{#if:  || }}
      }}
    | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  }}{{#switch: 
    |addlarchives|addlpages= {{#if:  || }}{{#if: 1 |Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter}}{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: enWP-Wert im Parameter 'format'.|1}}
  }}{{#ifeq: {{#invoke:Str|find|http://www.wrgc.de/Geschichte.htm%7Carchiv}} |-1
    || {{#ifeq: {{#invoke:Str|find|{{#invoke:Str|cropleft|http://www.wrgc.de/Geschichte.htm%7C4}}%7Chttp}} |-1
         || {{#switch: {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.wrgc.de/Geschichte.htm }}
              | abendblatt.de | daserste.ndr.de | inarchive.com | webcitation.org = 
              | #default = {{#if:  || }}{{#if: 1 |Vorlage:Webarchiv/Wartung/URL}}{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Archiv-URL im Parameter 'url' anstatt URL der Originalquelle. Entferne den vor der Original-URL stehenden Mementobestandteil und setze den Archivierungszeitstempel in den Parameter 'wayback', 'webciteID', 'archive.today' oder 'archive-is' ein, sofern nicht bereits befüllt.|1}}
            }} 
       }}
  }}</ref> und gewann 1908 als erste deutsche Spielerin die offene Deutsche Golf-Meisterschaft.<ref>Velhagen & Klasings Monatshefte, Bd. 26, Ausgabe 3, 1912, S. 301.</ref>

Grabstätten

Stammtafel

<templatestyles src="Stammbaum/styles.css" />

 
 
 
 
 
 
 
 
Georg Jauch
Bürgermeister von Sulza

1606–1675
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian Jauch
der Ältere
Erster Lacquay und Tafeldecker des Erbprinzen Karl von Mecklenburg
1688 Hoflieferant zu Güstrow
1702 Kauf- und Handelsmann zu Lüneburg

1638–1718
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann Christoph Jauch
Superintendent
zu Lüneburg

1669–1725
 
Catharina Elisabeth Jauch
1671–1736

Johann Christoph von Naumann
 
Christian Jauch
der Jüngere
1699 verzeichnet im Zunftregister des Krameramts zu Hamburg
1701 Kauf- und Handelsmann zu Lüneburg

† 1720
 
Carl Jauch
Kaufmann und Postagent Lübecks
zu Lüneburg

1680–1755
 
Franz Georg Jauch
Oberstleutnant der Königlich-Polnischen Krongarde
1724 bei dem Thorner Blutgericht

1682–1753
 
Joachim Daniel
Jauch

Generalmajor und
Barockarchitekt
zu Warschau

1688–1754
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ludolph Friedrich Jauch
Hauptpastor
an St. Michaelis
zu Lüneburg

1698–1764
 
Tobias Christoph Jauch
Stadt-Secretarius
zu Lüneburg

1703–1776
 
Johann Christian Jauch
Erster Domherr und Vize-Dekan
zu Bardowick

1702–1778
 
Carl Daniel Jauch
Kaufmann zu Lüneburg
1752 Begründer der Jauchschen Handlung in Hamburg

1714–1795
 
Adolph Jauch
Kaiserlicher Notar
zu Hannover

1705–1758
 
 
Constance Jauch
1722–1802

Heinrich von Lölhöffel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann Georg Jauch
Offizier a. D. und Kaufmann
zu Lauenburg

1727–1799
 
Eleonora Maria Jauch
1732–1797

Georg Christian Overbeck
Advokat zu Lübeck
 
Friedrich August Jauch
Senator zu
Hannover-Calenberg

1741–1796
 
Heinrich Georg Jauch
Oberstleutnant der Königlich-Polnischen Krongarde

* 1709
 
Carl Jauch
Gerichtsverwalter zu Horneburg
Domherr zu Bardowick

1735–1818
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann Christian Jauch senior
Großbürger zu Hamburg
in Firma J. C. Jauch & Söhne
Ältester Deichgeschworener

1765–1855
 
Ludovica Jauch
1772–1805

1. Johann Carl Deetz
2. Joh. Heinr. Griebel
 
Christian Adolph Overbeck
Bürgermeister
von Lübeck
und
Aufklärer
1755–1821
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann Christian Jauch junior
Großbürger zu Hamburg
Herr auf Wellingsbüttel

1802–1880
 
Moritz Jauch
Großbürger zu Hamburg
Olt. d. Hanseat. Kavallerie

1804–1876


Auguste Jauch
 
Wilhelmine Jauch
1809–1893

Theodor Avé-Lallemant
 
Charlotte Jauch
1811–1872

Gustav Lührsen
 
Luise Jauch
1815–1881

Adolf Halske
Großbürger zu Hamburg
 
Hermann Jauch
Herr auf Fernsicht

1817–1859
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Carl Jauch
Großbürger zu Hamburg
Herr auf Wellingsbüttel
Olt. d. Hanseat. Kavallerie

1828–1888
 
Hermann Jauch
Herr auf Schönhagen und Schwonendal

1858–1916
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
August Jauch
Herr auf Fernsicht
Repräsentant der Notabeln in der Hamburgischen Bürgerschaft
Rittmeister a. D.

1848–1930
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Robert Jauch
Herr auf Krummbek

1859–1909
 
Paul Jauch
Kaufmann
in Firma Jauch Gebr.
Import & Export

1857–1915
 
Gustav Adolf Jauch
Kaufmann
in Firma Jauch Gebr.
Import & Export
Vorstand der Hamburger Börse
1859–1907
 
Bertha Jauch
1860–1935

William Oscar Knoop
 
 
 
 
 
Heinrich Jauch
Erster Staatsanwalt
zu Hamburg

1894–1945
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hans Jauch
Oberst und Freikorpsführer
Fabrikant

1883–1965
 
Luise Jauch
Oberschwester auf dem „Zauberberg“ (Adriatica von Mylendonk)

1885–1933
 
Walter Jauch
Gründer von
Jauch & Hübener
Rittmeister d. Res.<>
1888–1976
 
Rudolf Jauch
Leutnant z.S.
auf U 40
1891–⚔1915
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Robert Jauch
Kaufmann
Oberleutnant d. Res.
Teilnehmer der Schlacht um Stalingrad

1913–2000
 
Hermann Jauch
Hauptmann
stv. Regimentsadjutant im Stab des Art.-Regts. 69

1914–⚔1943
 
Günther Jauch
Oberleutnant
Abteilungs-Adjutant im Stab des Art.-Rgts 227

1919–⚔1942
 
Ernst-Alfred Jauch
Journalist
Leiter des Landesbüros Berlin der KNA
Leutnant d. Res.

1920–1991
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hans-Gerd Hermann Jauch
Insolvenzverwalter

* 1953
 
Robert Jauch
Priester
Franziskaner (OFM)

* 1954
 
 
 
 
 
Günther Jauch
Fernsehmoderator, Journalist und Produzent
Eigentümer des Weinguts von Othegraven

* 1956
 
 
 
 
 
 
 
 

Wappen

Datei:Devise der Jauch.jpg
Devise der Jauchs (Amtseinführung Johann Christoph Jauchs
1714 als Superintendent)

Wappen: In Gold ein Mann in schwarzer Kleidung mit schwarzem Haar und schwarzem Hut, Gesicht und Hände fleischfarben, die Unterarme erhoben; Kragen, Manschetten, Knöpfe und Gürtel golden; in der Rechten hält er eine fleischfarbene Hand, die aus einer schwarzen Wolke im rechten Obereck hervorkommt.

Helmzier: Auf einem en face gestellten ungekrönten Bügelhelm, um den Hals eine eiserne Kette mit goldenem Medaillon, mit eisernen Gitterstäben und schwarz-goldenen Decken ein goldenes Gottesauge im Dreieck mit Strahlenkranz um das Dreieck zwischen einem schwarzen offenen Flug.

Devise: „HERR DU LEITEST MICH NACH DEINEN RATH“ (Ps 73,24).<ref>Deutsches Geschlechterbuch, Bd. 200, ISBN 3-7980-0200-2, 13. Hamburger, S. 337, Abb. S. 335; Devise 1703 für den Superintendenten Johann Christoph Jauch, Wappen mit Devise 1749 für Domherr Johann Christian Jauch.</ref>

Unzutreffend ist die abweichende Darstellung in der Hamburgischen Wappenrolle von 1912.<ref>Siebmacher’s Grosses Wappenbuch, Bd. G, Hamburgische Wappenrolle. Nach Hamburgischen Wappenbüchern zusammengestellt von Eduard Lorenz Lorenz-Meyer, Neustadt 1976 (Neudruck).</ref>

Literatur

  • Deutsches Geschlechterbuch, Bd. 200, 13. Hamburger, ISBN 3-7980-0200-2, S. 337–416; Bd. 209, 15. Hamburger, ISBN 3-7980-0209-6, S. 31–52, jeweils mit weiteren Literaturnachweisen.
  • Conrad Nikolaus Lührsen: Stammtafel des Geschlechtes Jauch, Aachen 1949, in: Sächsisches Staatsarchiv, 22179 Genealogische Mappenstücke, Nr. Ma 4449
  • Siegfried Koß: Jauch, Robert OFM. In: Friedhelm Golücke: Verfasserlexikon zur Studenten- und Universitätsgeschichte, Ein bio-bibliographisches Verzeichnis, Köln 2004 (= Abhandlungen zum Studenten- und Hochschulwesen. Band 13).
  • Prot Lelewel: Pamiętniki i Diariusz Domu Naszego (Erinnerungen und Tagebuch meines Stammhauses), herausgegeben von Irena Lelewel-Friemannowa, Wrocław, Warszawa, Kraków 1966.
  • Isabel Sellheim: Die Familie des Malers Friedrich Overbeck (1789–1869) in genealogischen Übersichten, Neustadt an der Aisch 1989, ISBN 3-7686-5091-X.

Weblinks

[{{canonicalurl:Commons:Category:{{#if:Jauch family|Jauch family|Jauch (Hanseatengeschlecht)}}|uselang=de}} Commons: {{#if:|{{{2}}}|{{#if:Jauch family|Jauch family|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]{{#switch:1

|X|x= |0|-= |S|s= – Sammlung von Bildern |1|= – Sammlung von Bildern{{#if: 01

    | {{#switch: {{#invoke:TemplUtl|faculty|0}}/{{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}
        |1/=  und Videos
        |1/1=, Videos und Audiodateien
        |/1=  und Audiodateien}}
    | , Videos und Audiodateien
  }}

|#default= – }}{{#if: Jauch family

   | {{#ifeq: {{#invoke:Str|left|jauch family|9}} 
       | category: 
| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}

Vorlage:Wikidata-Registrierung

[[wikt:{{#if:|{{{lang}}}:}}{{#if:Jauch|Jauch|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}|Wiktionary: {{#if:|{{{2}}}|{{#if:Jauch|Jauch|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]]{{#switch: 1

|1|= – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen |0|-= |X|x= |#default= –

}}{{#if:| {{#ifeq: {{{lang}}} | de | {{#ifeq: 0 | 0 | }} | ({{#invoke:Multilingual|format|{{{lang}}}|slang=!|shift=m}}) }}}}

{{#invoke:TemplatePar|check

  |opt= 1= 2= lang= suffix=
  |template=Vorlage:Wiktionary
  |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Schwesterprojekt
  }}

Anmerkungen

<references group="A" />

Einzelnachweise

<references responsive />