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Bajaj Mobility

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(Weitergeleitet von KTM Power Sports AG)
Bajaj Mobility AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000KTMI02
Gründung 1992
Sitz Wels, OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich
Leitung Gottfried Neumeister (Vorstandsvorsitzender seit Jänner 2025)<ref name="Vorstand">Vorstand. In: pierermobility.com. Abgerufen am 2. Mai 2025.</ref>

Stephan Zöchling (Aufsichtsratsvorsitzender seit Jänner 2025)<ref name="Aufsichtsrat">Aufsichtsrat. In: pierermobility.com. Abgerufen am 2. Mai 2025.</ref>

Mitarbeiterzahl 6184 (Stand 2023)<ref name="GB2019">Geschäftsbericht 2019. (PDF) In: ktmgroup.com. Abgerufen am 16. April 2020.</ref>
Umsatz 1.879,0 Mio. Euro (2024)<ref name="evi.gv.at">PIERER Mobility AG Konzernabschluss 2024. In: evi.gv.at. Abgerufen am 8. Juli 2025.</ref>
Branche Fahrzeugbau
Website www.bajajmobility.com
Stand: 2. Mai 2025

Die Bajaj Mobility AG,<ref>Bajaj Mobility AG, Mattighofen, Österreich. Auf northdata.de, abgerufen am 31. Januar 2026.</ref> (bis 2026: Pierer Mobility AG,<ref>Firmenbuchdaten: PIERER Mobility AG (FN 78112x). In: Elektronische Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes – EVI. Abgerufen am 8. Juli 2025.</ref> zuvor bis 2019 KTM Industries AG) ist ein börsennotierter österreichischer Motorrad- und Sportwagenhersteller mit u. a. der Marke KTM. Nachdem KTM zunächst geländegängige Motorräder (Enduro und Motocross) herstellte, fertigt das Unternehmen seit einigen Jahren in ähnlicher Stückzahl auch sportliche Straßenmotorräder; neben der Marke KTM sind Motorräder und E-Bikes der Marken Husqvarna Motorcycles, GasGas und MV Agusta im Programm. Das Unternehmen ist seit 2012 der größte Motorradhersteller Europas. Es ging aus einer Reihe von Umstrukturierungen hervor, die nach der Insolvenz des Vorgängerunternehmens, der 1934 gegründeten KTM Motor-Fahrzeugbau KG, erfolgten. Die Motorradproduktion reicht bis 1953 zurück.

Geschichte

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Frühe Jahre

1934 gründete Hans Trunkenpolz in Mattighofen eine Schlosser- und Autowerkstätte. Nach dem Zweiten Weltkrieg firmierte das Unternehmen unter der Bezeichnung „Firma Moser & Co“. Ab Anfang der 1950er Jahre tauchte erstmals die Buchstabenfolge KTM auf, die zunächst für Kraftfahrzeuge Trunkenpolz Mattighofen<ref>Erwin Tragatsch gibt hierfür die Deutung Kussin Trunkenpolz Moser an in Erwin Tragatsch: Motorräder – Deutschland, Österreich, Tschechoslowakei 1894-1971. Eine Typengeschichte. 2. Auflage, Motorbuch, Stuttgart 1971. S. 421. DNB 720107881; Kussin war ein beteiligter Rennfahrer. Zu Ernst Kussin siehe: [1].</ref> stand, seit dem Eintritt des Partners Ernst Kronreif im Jahr 1955 für Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen.

Datei:Hans Trunkenpolz und Ernst Kronreif.jpg
Hans Trunkenpolz und Ernst Kronreif Mitte der 1950er Jahre
Datei:KTM Main Building.jpg
KTM-Zentrale in Mattighofen (2015)

Die Motorradproduktion reicht bis 1953 zurück und begann mit der Serienfertigung der „Moser-KTM“ oder Moser R 100<ref>https://www.sn.at/wiki/KTM-Motorfahrzeugbau_KG,_Kronreif_%26_Trunkenpolz_Mattighofen</ref>, einer 98er Zweitaktmaschine.<ref>Erwin Tragatsch: Motorräder – Deutschland, Österreich, Tschechoslowakei 1894-1971. Eine Typengeschichte. 2. Auflage, Motorbuch, Stuttgart 1971. S. 421. DNB 720107881</ref> Anfangs wurden mit 20 Mitarbeitern täglich drei Motorräder gefertigt, zum Jahresende 1953 waren es bereits sechs pro Tag.<ref>„Motorrad Internationale Fachzeitschrift“, 6. Jahrgang Heft 12, Ibera Verlag, Wien, 1953</ref><ref>vgl. Leo Keller: KTM: Motorräder seit 1953 (Typenkompass). Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02450-0</ref> 1980 wurde das Unternehmen in KTM Motor-Fahrzeugbau KG umbenannt und erreichte Mitte der 80er Jahre einen Umsatz von über 50 Millionen Euro.<ref name="ktm-ulrich">vgl. KTM Geschichte (abgerufen am 26. November 2016)</ref>

Nachdem das Unternehmen Ende der 80er Jahre wirtschaftlich stark unter Druck geraten war, ging die KTM Motor-Fahrzeugbau KG im Jahr 1991 in das Eigentum der Gläubiger-Banken über. Das Unternehmen wurde im Jänner 1992 für 55 Millionen Schilling (rund 4 Millionen Euro) verkauft und als KTM-Sportmotorcycles GmbH neu gegründet.<ref name="KTM">Prospekt zur KTM Anleihe. (PDF) In: YUMPU. 13. April 2004, S. 36, abgerufen am 28. Juli 2022.</ref> Käufer war die KTM Motorradholding GmbH, die sich aus der Cross Holding und den vier KTM-Importeuren aus den Niederlanden, Italien und den beiden deutschen Unternehmern Toni Stöcklmeier und Helmut Staab zusammensetzte. Die Kühlerproduktion wurde sofort an ein italienisches Unternehmen weiterverkauft. Die Fahrradproduktion, seither KTM Fahrrad, war bereits von den Banken ausgegliedert und verkauft worden.

Neustart in den neunziger Jahren und Börsennotierung

KTM-Sportmotorcycles übernahm 190 der vormals 360 Mitarbeiter. Im folgenden Geschäftsjahr, 1992/93, wurden bereits wieder 6000 Motorräder verkauft.<ref name="motorrad">Werksbesuch bei KTM Der Heurige. In: motorradonline.de. 7. März 1997, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 27. März 2008.</ref> 1993 kaufte die Cross Holding die Anteile der Importeure an der KTM Motorradholding und firmierte im November 1994 die KTM-Sportmotorcycles GmbH zur AG um. Das Unternehmen spezialisierte sich zunächst auf die Entwicklung und Produktion von sportlichen Offroad-Motorrädern. Im Jahr 1994 wurde mit der 620 Duke das erste Straßenmotorrad vorgestellt.<ref name="ktm-ulrich" /> Seither wurde dieses Segment immer bedeutender; heute werden ähnlich viele Straßen- wie Offroadmodelle verkauft.<ref name="verkaufszahlen">KTM AGGESCHÄFTSBERICHT 2015, S. 63 (abgerufen am 26. November 2016)</ref> 1994 zählte das Unternehmen 212 Mitarbeiter. 1995 wurden der schwedische Motorradhersteller Husaberg und der niederländische Fahrwerkskomponentenhersteller White Power Suspension übernommen. 12.000 Motorräder wurden in jenem Jahr abgesetzt und der Umsatz überschritt die Milliarden-Schilling-Grenze (rund 73 Millionen Euro). So stieg der jährliche Absatz auf 18.000 Motorräder im Jahr 1996. Hauptexportländer waren Deutschland und die Vereinigten Staaten.<ref name="motorrad" />

Von 1993 bis 2016 notierte KTM an der Wiener Börse.<ref>KTM ging an Schweizer Börse, orf.at, 15. November 2016 (abgerufen am 26. November 2016)</ref> 1999 wurde die Cross Beteiligungsverwaltungs-AG gegründet, welche 99,77 % der Aktien der KTM Sportmotorcycle AG übernahm und diese im November 1999 von der Börse nahm. Die Gesellschafter der Cross Beteiligungsverwaltungs-AG waren die Cross Holding (2 %), die Cross Beteiligungs AG (38,3 %), die Hofer Privatstiftung (10,8 %) und die britische Finanzgesellschaft BC Partners (48,9 %).<ref>Abgeschlossenes Übernahmeverfahren der KTM Sportmotorcycle AG. Österreichische Übernahmekommission, 17. August 1999, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 27. März 2008.</ref><ref name="KTM%20105">KMG Prospekt, S. 105</ref> Die KTM Motorradholding, in welche die KTM Sportmotorcycle eingegliedert war, wurde daraufhin in KTM Group umbenannt.<ref name="KTM" /> Das Unternehmen zog sich von der Börse zurück und setzte einen Finanzinvestor ein, da die geplanten großen Investitionen in den folgenden Jahren keine Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre ermöglicht hätten und ein Unternehmensgewinn überhaupt fraglich war.<ref name="KTM" />

Im September 1999 wurde ein neues Werk in Mattighofen eröffnet, es folgten 2001 ein neues Ersatzteillager, 2003 ein neues Entwicklungszentrum und 2004 ein neues Verwaltungsgebäude, in Munderfing ging 2002 ein neues Motorenwerk in Betrieb. Im Dezember 2004 kaufte die Cross Holding sämtliche Anteile, ausgenommen jene der Hofer Privatstiftung, an der KTM Group zurück. Die Cross Holding besaß nun 89,2 Prozent der Anteile und somit erstmals seit 1999 wieder die Mehrheit am Unternehmen. Sie erklärte den Motorsport und All Terrain Vehicles (ATV) zu ihrem neuen Kerngeschäft und verschob ihre andersartigen Beteiligungen an ihre nicht börsennotierte Muttergesellschaft Cross Industries. Am 7. Juli 2005 nannte sich die Cross Holding schließlich in KTM Power Sports um.<ref>CROSS Holding AG wird zu KTM Power Sports AG, Pressetext Austria, 2. Juni 2005</ref> Nachdem auch die Anteile der Hofer Privatstiftung aufgekauft waren, wurde am 1. Dezember 2006 die KTM Group GmbH aufgelöst und ihre 99,79-prozentige Beteiligung an der KTM Sportmotorcycle an die KTM Power Sports übertragen.<ref>19. ordentliche Hauptversammlung. In: hauptversammlung.at, Tagesordnung Punkt 6. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 27. März 2008.</ref>

Im Jahr 2005 übernahm die US-amerikanische Firma Polaris Industries 24,9 %. 2006 erzielte KTM bei 84.000 verkauften Motorrädern erstmals über 500 Millionen Euro Umsatz. 2007 ging der Anteil von Polaris an KTM auf unter 5 % zurück. Währenddessen erhöhte der indische Fahrzeughersteller Bajaj Auto seine Anteile auf über 14,6 %, erreichte im Frühjahr 2008 über 20 % Anteil.<ref>Bajaj Auto kauft bei Österreichs Motorad[sic!]-Produzenten KTM zu, www.finanzen.net, 11. Jänner 2008 (Seite abgerufen am 27. März 2008)</ref> Im April 2012 wurde der Firmenwortlaut der KTM Power Sports AG auf „KTM AG“ geändert.<ref>Namensänderung bei KTM, Pressetext KTM, 8. Mai 2012 (Seite abgerufen am 11. Juli 2012)</ref>

Zukäufe und Neuorganisation des Gesellschafterkreises

2013 übernahm KTM die Husqvarna Motorcycles GmbH und führte in der Folge Husqvarna als zweite Marke neben KTM. Seit 2017 stellt KTM Motorräder der MotoGP-Klasse her.<ref>KTM und der Weg in die MotoGP, 26. Juli 2016 (abgerufen am 26. November 2016)</ref> Zum 31. Dezember 2014 waren die Cross Industries mit 51,18 %, die indische Bajaj Auto mit 47,99 % an KTM beteiligt, 0,83 % der Aktien befanden sich in Streubesitz.<ref>KTM AG Eigentümerstruktur rend-TOP-500: Die erfolgreichsten Unternehmen Österreichs, News Networld Internetservice GmbH</ref> Cross Industries gehört mehrheitlich einer Holding von KTM-Chef Stefan Pierer.<ref>Stefan Pierer wird bei Cross Industries, KTM fast Alleineigentümer. Wirtschaftsblatt, 11. April 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal;.</ref> Im Jahr 2016 wurde die Firma Cross Industries AG in KTM Industries AG geändert, die im Oktober 2019 in Pierer Mobility AG umbenannt wurde.<ref>KTM-Chef Stefan Pierer gibt seinem an der Börse mit 1,1 Milliarden Euro bewerteten Konzern seinen Namen. In: diepresse.com. 22. Oktober 2021, abgerufen am 24. November 2021.</ref>

Im Oktober 2019 übernahm KTM 60 % des spanischen Herstellers von Trial- und Enduromotorrädern GasGas vom bisherigen Eigentümer, dem Elektrobikehersteller Torrot.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL. Abgerufen am 14. Mai 2020Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Im November 2021 übernahm die Gesellschaft den Fahrradhersteller Felt Bicycles von Rossignol.<ref>Pierer Mobility kaufte US-Radhersteller Felt Bicycles. In: nachrichten.at. 23. November 2021, abgerufen am 28. November 2021.</ref> Im November 2022 beteiligte sich das Unternehmen an dem italienischen Motorradhersteller MV Agusta mit 25,1 Prozent;<ref>Stefan Pierer schnappt sich Motorrad-Kultmarke MV Agusta. In: kleinezeitung.at. 3. November 2022, abgerufen am 3. November 2022.</ref> diese Beteiligung wurde im März 2024 auf 50,1 %.erhöht.<ref>WELS. Die Pierer-Mobility-Tochter KTM hat die Mehrheit an dem italienischen Motorradhersteller MV Agusta Motor SpA mit Sitz im norditalienischen Varese übernommen. In: nachrichten.at. 15. März 2024, abgerufen am 15. März 2024.</ref> Im Jänner 2023 lief beim indischen Kooperationspartner Bajaj Auto das 1.000.000. KTM-Motorrad seit Beginn der Fertigung im Jahr 2007 vom Band, eine 390 Adventure.<ref>KTM KNACKT 1.000.000-MARKE! In: magazin.baboons.de. BABOONS GmbH, 23. Januar 2023, abgerufen am 26. Januar 2023.</ref>

Sanierungsverfahren

Kurz nachdem die Pierer Industrie AG Ende November 2024 ein Restrukturierungsverfahren begann, gemäß der EU-Richtlinie über Restrukturierung und Insolvenz um die Zahlungssicherheit zu erhalten,<ref>KTM in der Krise: Pierer Industrie AG startet Restrukturierungsverfahren im Industriemagazin vom 26. November 2024, abgerufen am 29. November 2024</ref> reichte die KTM AG ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung über ihr Vermögen, sowie das ihrer Tochtergesellschaften KTM Components GmbH und KTM Forschung & Entwicklung GmbH ein. Als Gründe wurden ein hoher Finanzierungsbedarf und die nicht rechtzeitige Sicherung einer Investition durch den Hauptaktionär und Gesellschafter Bajaj Auto genannt.<ref>KTM-Insolvenz: Fast drei Milliarden Euro Passiva – wie geht es jetzt weiter? In: presse.at. 29. November 2024, abgerufen am 29. November 2024.</ref> Anfang Dezember wurden 250 Mitarbeiter gekündigt, 500 weitere sollten laut Sanierungsplan folgen.<ref>KTM-Insolvenz: 750 Kündigungen erwartet, Stiftung in Aufbau. In: derstandard.at. 5. Dezember 2024, abgerufen am 6. Dezember 2024.</ref> Offiziell wurde der Sanierungsplan am 25. Februar 2025 von den Gläubigern angenommen. Zur Erfüllung musste die KTM AG eine 30-%-Quote (548 Mio. Euro) bis spätestens 23. Mai 2025 an ihre Gläubiger in Bar bezahlen.<ref>EQS-Adhoc: PIERER Mobility AG: Sanierungsplan der KTM AG von Gläubigern angenommen. Abgerufen am 26. Februar 2025.</ref>

Ab Jänner 2025 war Stefan Pierer neben dem Vorstandsvorsitzenden Gottfried Neumeister Co-Vorstandschef der KTM AG, im März 2025 legte Pierer sein Vorstandsmandat der KTM AG zurück.<ref>Renate Graber: Pierer verlässt KTM-Vorstand. In: DerStandard.at. 4. März 2025, abgerufen am 5. März 2025.</ref>

Am 25. April 2025 wurden auf einer außerordentlichen Hauptversammlung zwei Erhöhungen des Grundkapitals durch Ausgabe von auf Inhaber lautende Stückaktien beschlossen zum Ausgabepreis von 7,50 Euro pro Stück. Zum einen (TOP 2) wurden 20.000.000 Stückaktien und zum anderen (Top 3) 26.666.666 Stückaktien beschlossen.<ref>Grundkapital. In: pierermobility.com. Abgerufen am 2. Mai 2025.</ref> Am 20. Mai wurde verlautbart, dass die Pierer Mobility und ihre insolvente Tochter KTM eine Finanzierungszusage zur Erfüllung der 30-Prozent-Barquote im KTM-Insolvenzverfahren erhalten haben.<ref>KTM ist gerettet – wie es jetzt weitergeht (20. Mai 2025)</ref> Diese Sanierung wurde im Juni 2025 rechtskräftig abgeschlossen.<ref>KTM-Sanierung rechtskräftig abgeschlossen (17. Juni 2025)</ref>

Aktionärsstruktur der Pierer Mobility AG

(Stand Februar 2025)<ref>Aktie. Abgerufen am 2. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

  • Pierer Bajaj AG (Pierer Industrie AG 50,1 % – Bajaj Auto 49,9 %) ca. 74,9 %
  • Pierer Konzerngesellschaft mbH
  • Streubesitz

Der Konzern Bajaj hat im November 2025 alle Anteile am bisherigen Joint Venture Pierer Bajaj übernommen. Damit ist Bajaj mit 74,9 Prozent auch kontrollierende Mehrheitsaktionärin der Pierer Mobility AG.<ref>Bajaj hat Kontrolle über Pierer Mobility übernommen. Abgerufen am 19. November 2025.</ref>

Geschäftstätigkeit

Marktstellung und Vertriebsstrukturen

Das Unternehmen ist seit 2012 der größte Motorradhersteller Europas.<ref>KTM wieder mit Rekordjahr: Nummer eins in Europa, Salzburger Nachrichten, 9. Februar 2015 (abgerufen am 26. November 2016)</ref> Weltweit wurden im Jahr 2015 183.170 Fahrzeuge verkauft.<ref>vgl. KTM AGGESCHÄFTSBERICHT 2015, S. 7 (abgerufen am 26. November 2016)</ref>

Am 1. Jänner 2016 waren in Deutschland 102.806 KTM-Krafträder zugelassen, was einem Anteil von 2,4 Prozent entsprach.<ref>Fahrzeugzulassungen (FZ) – Bestand an Personenkraftwagen und Krafträdern nach Marken oder Herstellern 1. Jänner 2016. (PDF) In: kba.de. Kraftfahrtbundesamt, 1. Januar 2016, S. 9, abgerufen am 14. Januar 2017.</ref> Bis zum 1. Jänner 2025 stieg dieser Anteil mit 234.350 auf 4,6 Prozent.<ref>Fahrzeugzulassungen (FZ) – Bestand an Personenkraftwagen und Krafträdern nach Marken oder Herstellern 1. Januar 2025 – FZ 17. (XLS) In: kba.de. Kraftfahrtbundesamt, Juni 2025, abgerufen am 25. Juni 2024.</ref>

Datei:KTM Entwicklungszentrum Mattighofen.jpg
KTM-Entwicklungszentrum in Mattighofen

Es existieren weltweit 31 Vertriebstochtergesellschaften, vorwiegend in Europa, Amerika und dem asiatischen Raum. Davon gehören 24 zur KTM Sportmotorcycle GmbH und sieben zur Husqvarna Motorcycles GmbH. Hinzu kommen zwei Joint Ventures in Dubai und Neuseeland.<ref name="unternehmensstruktur">vgl. Unternehmenswebsite – Unsere Struktur (abgerufen am 26. November 2016)</ref>

Rund jeder sechste Unternehmensmitarbeiter arbeitet im Bereich der Forschung und Entwicklung (382 Mitarbeiter im Jahr 2015 – 6,7 % des Gesamtumsatzes).

Produkte

KTM ist vor allem für die Herstellung und den Vertrieb von Motorrädern bekannt, liefert aber auch Motoren für Rennsportserien und an Chassisbauer.

Motorradmotoren und -modelle

Zurzeit (2024) vertreibt KTM in Europa Modelle mit folgenden Motoren (ohne Wettbewerbsmodelle):

Motorbauform Hubraum Supersport
Supermoto
Naked Bike Sporttourer Reiseenduros Bemerkung
V2 1390 cm³
1301 cm³
R2 947 cm³
889 cm³
  • 890 SM T
799 cm³ A2-Führerschein-tauglich
(mit Drosselung)
R1 373 cm³ A2-Führerschein-tauglich
124,7 cm³ A1-Führerschein-tauglich

Wettbewerbsmotorräder:

  • Motocross:
    • Zweitaktmotoren Vergaser: 50 SX, 65 SX, 85 SX
    • Zweitaktmotoren TBI: 125SX, 150SX, 250SX, 300SX
    • Viertaktmotoren: 250 SX-F, 350 SX-F, 450 SX-F
    • Elektrisch: SX-E 5, SX-E 3, SX-E 2
  • Enduro:
    • Zweitakt: 125 XC-W, 150 EXC, 250 EXC, 300 EXC
    • Viertaktmotoren: 250 EXC-F, 350 EXC-F, 450 EXC-F, 500 EXC-F
  • Supermoto: 450 SMC, 690 SMC R

Quads (Offroad)

Datei:KTM Quad 990 neutral.jpg
KTM Quad 990
  • 525 XC (Einzylinder-4-Takt-Motor, 2008–2012)
  • 450 XC (Einzylinder-4-Takt-Motor, 2008–2009)
  • 505 SX (Einzylinder-4-Takt-Motor, 2009–2012)
  • 450 SX (Einzylinder-4-Takt-Motor, 2008–2010)
  • 990 (2008–2011)

Sportwagen

KTM X-Bow (Supersportwagen, 1984 cm³, Vierzylinder-Reihenmotor von Audi, seit 2008) – Das erste Auto von KTM wurde ab 2006 in Zusammenarbeit mit den Designern der KISKA GmbH entwickelt. Er wird seit 2008 in einer eigenen Produktionsanlage in Graz in Serie hergestellt und ist das erste Serienfahrzeug mit vollständig aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff hergestelltem Monocoque.<ref>vgl. X-Bow Modellseite (abgerufen am 26. November 2016)</ref>

Zubehör und Bekleidung

Außer den Fahrzeugen vertreibt KTM unter dem Label Powerparts verschiedene Tuning- und Styling-Bauteile für seine Motorräder und den X-Bow,<ref>vgl. ktm.com – Powerparts. Abgerufen am 14. Februar 2020.</ref> außerdem werden unter dem Namen Powerwear Funktions- und Alltagsbekleidung, Accessoires und Merchandise-Artikel angeboten.<ref>ktm.com – Powerwear. Abgerufen am 14. Februar 2020.</ref>

Rennsport

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Mika Kallio KTM 125.jpg
KTM FRR 125 (Mika Kallio/GP Brno 2005)
Datei:BHiemer.jpg
Supermoto-Weltmeister 2006 in der Klasse S1: Bernd Hiemer auf KTM
Datei:KTM MotoGP-Maschinen.jpg
MotoGP-Maschinen von KTM


KTM errang bislang (Stand November 2016) über 260 Weltmeistertitel, womit der Hersteller zu den erfolgreichsten Marken im Motorradsport zählt.<ref>vgl. ktmgroup.com (abgerufen am 26. November 2016)</ref> Insbesondere in den Disziplinen Enduro (114 Titel seit 1990), Motocross (96 Titel seit 1974) und Cross Country Rallies (37 Titel seit 2003) konnten zahlreiche Erfolge verzeichnet werden. Seit dem Gewinn der Supercross-Weltmeisterschaft durch Ryan Dungey in der Saison 2015 ist KTM auch in diesem Segment vertreten.<ref>Ryan Dungey (KTM): Hat er Interesse an der WM?, speedweek.com, 24. August 2015 (abgerufen am 26. November 2016)</ref>

Beim Africa Eco Race stellte der Hersteller 8 mal sowie bei der Rallye Dakar von 2001 bis 2019 die Siegermaschine in der Motorradwertung. Erfolge gab es außerdem bei der Atlas-Rallye, der Pharaonen-Rallye und der Optic-2000 in Tunesien sowie beim ErzbergRodeo.

Straßenrennsport

Vorlage:Hinweisbaustein

Von 2003 bis 2009 betrieb KTM auch ein Werksteam in der 125-cm³-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft, was KTMs Ambitionen, auch den Straßenmotorrad-Markt zu erobern, unterstreichen soll. In der Saison 2004 konnte der Australier Casey Stoner in dieser Klasse den ersten Sieg erringen. In der 125er-WM 2005 gelangen allen drei KTM-Werksfahrern Mika Kallio, Julián Simón und Gábor Talmácsi Siege, sowie der erste Platz in der Konstrukteursendwertung. Im April 2006 gelang schließlich auch der erste Sieg in einem 250er-WM-Lauf. In der Saison 2006 startete KTM mit einem Junior Team in der 125er-WM. In der Saison 2007 ging das KTM-Werksteam mit vier Motorrädern in der 250er-WM an den Start. Die Motorräder wurden von Harald Bartol konstruiert.

In der Saison 2012 kehrte KTM mit einem Werksteam in die neue Moto3-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft zurück und gewann mit Sandro Cortese vorzeitig den ersten WM-Titel.<ref>FIM-Gala: Auszeichnungen für Sandro Cortese. Speedweek, 12. November 2012, abgerufen am 12. November 2012.</ref> Der Spanier Maverick Viñales wurde mit KTM 2013 Weltmeister.

Des Weiteren beliefert KTM Kundenteams.

MotoGP-Klasse

Für 2017 kündigte der Hersteller den Einstieg in die höchste Motorsport-Klasse auf zwei Rädern, der MotoGP an.<ref>KTM-Chef Stefan Pierer: «Wir fahren 2017 MotoGP». Speedweek, 31. Juli 2014, abgerufen am 31. Juli 2014.</ref> Das Prototypen-Motorrad erhielt einen V4-Motor mit Gitterrohrrahmen. Das Roll-Out erfolgte durch den ehemaligen MotoGP-Rennfahrer Alex Hofmann.<ref>KTM-Roll-out Spielberg: «Ein emotionaler Moment». Speedweek, 30. Oktober 2015, abgerufen am 30. Oktober 2015.</ref>

Supermoto

Im Jahr 2005 wurde KTM-Fahrer Boris Chambon Weltmeister in der Klasse S2. Trotz Rückzugs des Werksteams konnte Bernd Hiemer 2006 den Weltmeisterschaftstitel in der Klasse S1 auf einer KTM holen. 2007 kehrte KTM wieder mit einem Werksteam zurück, Hiemer wurde für zwei Jahre verpflichtet. Auch 2008 konnte Hiemer erneut den Weltmeistertitel in der Klasse S1 mit über 30 Punkten Vorsprung für KTM holen.

KTM Motohall

Datei:KTM Motohall.jpg
Museum KTM Motohall

Im Mai 2019<ref>Hubfour Architekten, abgerufen am 16. September 2022.</ref> wurde das futuristisch anmutende Museum KTM Motohall mit einer Ausstellungsfläche von 2600 Quadratmetern, in Mattighofen eröffnet. Das Museum stellt die Geschichte von KTM von den Anfängen bis zur Gegenwart dar. In einer Hall of Fame werden die 28 erfolgreichsten KTM-Fahrer beginnend von Gennadi Moissejew, über Heinz Kinigadner, Shayne King bis hin zu Brad Binder und Matthias Walkner mit ihren Maschinen gewürdigt.<ref>KTM Motohall, abgerufen am 16. September 2022.</ref> Das Land Oberösterreich unterstützte das Projekt aus mehreren Fördertöpfen, eine Kulturförderung in der Höhe von 1,8 Mio. Euro wird vom Landesrechnungshof geprüft.

Der Präsident des Oberösterreichischen Museumsverbundes Roman Sandgruber nannte die Motohall kurz nach der Eröffnung im August 2019 eine „große Werbeschau, eine Verkaufshalle mit einer Ansammlung von Motorrädern“. Als Museum könne man das in keiner Hinsicht bezeichnen, auch als Firmenmuseum nicht, da jedwede historische Einbettung und Zusammenhänge zu technischen Entwicklungen abseits der Marke KTM fehlen würden.<ref>KTM-Motohall kein Museum, urteilt Experte Sandgruber – derStandard.at. Abgerufen am 14. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Neos: Kulturförderung für KTM rückt ÖVP in schiefes Licht – derStandard.at. Abgerufen am 14. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Aufregung um Millionen-Förderung für KTM-Museum. In: Die Presse/APA. 13. August 2019, abgerufen am 13. August 2019.</ref><ref>1,8 Millionen Euro aus Kulturbudget: Aufregung um Millionen-Förderung für KTM-Museum. In: Kleine Zeitung. 13. August 2019, abgerufen am 13. August 2019.</ref>

Im Jahr 2022 erhielt die KTM Motohall das Österreichische Museumsgütesiegel.<ref>20 Jahre Österreichisches Museumsgütesiegel. In: ots.at. 13. Oktober 2022, abgerufen am 13. Oktober 2022.</ref><ref>Nach nur 3,5 Jahren: KTM Motohall mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnet. In: ktm.com. 13. Oktober 2022, abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref>

Konzernstruktur

Die KTM AG ist mit einem Anteil von ca. 90 % des Umsatzes die größte Tochtergesellschaft des Pierer Mobility Konzerns.

Daneben gehören (Stand 2024) folgende wesentliche Tochtergesellschaften zu Pierer Mobility:<ref>Konzernstruktur. Abgerufen am 28. Juli 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

  • ACstyria Mobilitätscluster (12,3 % Beteiligung)
  • Avocodo (100 % Beteiligung)
  • CERO Design Studio S.L. (50 % Beteiligung)
  • KISKA GmbH (50 % Beteiligung)
  • KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH (100 % Beteiligung)
  • KTM Informatics GmbH (100 % Beteiligung)
  • KTM Racing GmbH (100 % Beteiligung)
  • KTM AG (100 %, Vertrieb)
    • WP Suspension (100 % Beteiligung)<ref>About WP. Abgerufen am 11. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Husqvarna Motorcycles (100 %, Vertrieb)
  • GasGas (100 %, Vertrieb)
  • CFMOTO Motorcycles Distribution GmbH (mit der Marke Zeeho) (100 %, Vertrieb)
  • MV Agusta (50,1 % Beteiligung)
  • LX media GmbH (74 % Beteiligung)
  • Felt Bicycles (70 % Beteiligung)
  • Platin 1483. GmbH (100 % Beteiligung)
  • Pierer E-Commerce GmbH (100 % Beteiligung)
  • Pierer Innovation GmbH (100 % Beteiligung)

Trivia

Datei:KTM Plaketten.jpg
Entwicklung des KTM Logos anhand von Plaketten (Fahrrad-Steuerkopfschilder)

Als Nachfolgeunternehmen der KTM Motor-Fahrzeugbau KG wurde das farbliche Erscheinungsbild – seit 1977 hatten alle Serienmodelle einen rotlackierten Rahmen und weißgefärbte Kunststoffanbauteile – zunächst fortgeführt. Mitte der 1990er-Jahre etablierte sich bei den Mitbewerbern, insbesondere im Motocross, eine markante Farbgebung, als jeweils augenfälliges Merkmal. Unter maßgeblicher Mitwirkung des Chefdesigners Gerald Kiska entschied sich das Unternehmen 1996 für die damals unbesetzte Farbe Orange, die seither das Aussehen von KTM-Motorrädern dominiert.<ref>#INTHISYEAR1996: KTM WIRD ORANGE. In: blog.ktm.com. KTM Sportmotorcycle GmbH, 10. November 2016, abgerufen am 5. Februar 2023.</ref><ref>Interview des Monats: Designer Gerald Kiska – Der Mann, der KTM orangierte. In: blog.ktm.com. KTM Sportmotorcycle GmbH, 4. Dezember 2014, abgerufen am 5. Februar 2023.</ref>

Literatur

  • Leo Keller: KTM: Motorräder seit 1953 (Typenkompass). Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02450-0, S. 128.
  • Leo Keller: Enduros & Geländemotorräder: Deutschland und Österreich 1960–2006: Europäische Marken 1960–2006 (Typenkompass). Motorbuch Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-02602-3, S. 128.
  • Friedrich F. Ehn: KTM Weltmeistermarke aus Österreich. Herbert Weishaupt Verlag, 2002, ISBN 3-7059-0034-X, S. 328.
  • Phil Mather (Übertragen und bearbeitet von Udo Stünkel): Wartung und Reparatur – KTM EXC Enduro und SX Motocross – OHC-Viertakter (2000-2007). Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-7688-5276-0.

Weblinks

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Einzelnachweise und Bemerkungen

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