Mayr-Melnhof Karton
| Mayr-Melnhof Karton AG
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Mayr-Melnhof Karton Logo 2021.svg | |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | AT0000938204 |
| Gründung | 1888 |
| Sitz | Datei:Wien Wappen.svg Wien |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 13.347 (2025)<ref name=":1">Konzernergebnis 2025. In: MM.group. Mayr-Melnhof Karton AG, 17. März 2026, abgerufen am 9. April 2026.</ref> |
| Umsatz | 3.884,3 Mio. Euro (2025)<ref name=":1" /> |
| Branche | Kartonindustrie, Papierindustrie, Verpackung |
| Website | www.mm.group |
| Stand: 31. Dezember 2025 | |
Die Mayr-Melnhof Karton AG<ref>Firmenbuchdaten: Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft (81906a). In: Elektronische Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes – EVI. Abgerufen am 9. April 2026.</ref> (kurz: MM) ist ein österreichischer Hersteller von Karton und Faltschachteln mit Sitz in Wien.
Im August 2021, anlässlich der Akquisition der Karton- und Papierproduktion in Kwidzyn, Polen wurde die Umfirmierung der Division MM Karton auf MM Board & Paper kommuniziert.<ref>Akquisition des Werks Kwidzyn-erfolgreich abgeschlossen mm-boardpaper.com, 6. August 2021, abgerufen am 28. Oktober 2021.</ref>
Geschichte
Im Jahr 1950 begann mit der Errichtung der ersten Kartonmaschine im Stammwerk Frohnleiten in der Steiermark die industrielle Fertigung von Karton.
Die Mayr-Melnhof Gruppe wurde 1994 zur Aktiengesellschaft umfirmiert und ist seitdem an der Wiener Börse notiert.
MM Packaging erwarb 2008 60 % am türkischen Faltschachtelhersteller Superpack in İzmir (Türkei). Superpack hat 120 Beschäftigte und verfügt über zwei Offset-Drucklinien mit denen jährlich 8.000 Tonnen Karton verarbeitet werden. Im selben Jahr wurde das Kartonwerk Nikopol (Bulgarien) geschlossen.
2010 wurde die Kartonfabrik in Deisswil bei Stettlen (Schweiz) geschlossen. Als Grund führte MM die in der Schweiz eingeführte Emissionssteuer an. Dem widersprach das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK): Da sich die Kartonfabrik 2008 verpflichtet habe, den CO2-Ausstoß mit diversen Maßnahmen zu senken, sei sie von der CO2-Abgabe befreit worden. Das Werk hat 2009 112.000 Tonnen Karton produziert und war laut MM nicht mehr wettbewerbsfähig. Für die 255 Mitarbeiter wurde ein Sozialplan eingerichtet. Die MM Gruppe wollte sich zunehmend auf ihre Hochleistungsstandorte konzentrieren.<ref name="DerBund">Mayr-Melnhof beharrt auf Schliessung. In: Der Bund, 29. April 2010. Abgerufen am 7. Januar 2019.</ref><ref>Mayr-Melnhof Karton AG: MM Karton schließt Schweizer Kartonfabrik. 8. April 2010. Auf FinanzNachrichten.de. Abgerufen am 7. Januar 2019.</ref>
Mitte 2013 erwarb MM Karton das CTMP-Werk Folla von Södra,<ref name="fp_20130611"/> das erst im September 2012 als Södra Cell Folla wegen mangelnder Rentabilität stillgelegt worden war.<ref name="fp_20120903"/> MM Karton startete die Produktion für eine autonome Rohstoffversorgung mit Halbzellstoffen (CTMP und TMP) zur Herstellung der eigenen Kartonqualitäten. Ein Teil der Jahreskapazität von 130.000 Tonnen wird frei im Markt gehandelt werden.<ref name="mmk_folla"/>
Im August 2021 wurden die Kartonwerke in Baiersbronn (Stand Januar 2025: Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH, 210 Mitarbeiter, 95.000 t Frischfaserkarton p. a.) und Brummen-Eerbeek (Stand Januar 2025: Folding Boxboard Eerbeek B.V., 220 Mitarbeiter, 150.000 t Frischfaserkarton p. a.) an den US-Finanzinvestor Oaktree Capital Management verkauft.<ref>Verkauf der Kartonfabriken Eerbeek und Baiersbronn abgeschlossen. Abgerufen am 22. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weiters wurden Anfang August die Karton- und Papierwerke Kwidzyn, Polen, und Kotkamills, Finnland, gekauft.<ref>Akquisition des Werks Kwidzyn erfolgreich abgeschlossen. Abgerufen am 22. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Akquisition von Kotkamills erfolgreich abgeschlossen. Abgerufen am 22. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im April 2022 hat die Mayr-Melnhof Gruppe (MM) die nordische Pharmaverpackungsgruppe Eson Pac mit Sitz in Veddige, Schweden, erworben.<ref>Erwerb der führenden nordischen Pharmaverpackungsgruppe – Eson Pac. Abgerufen am 22. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Oktober erwarb MM den britischen Pharma-Faltschachtelproduzenten Essentra Packaging samt USA-Tochter.<ref>Mayr-Melnhof kauft britische Pharmaverpackungsfirma ORF.at, 24. Juni 2022, abgerufen am 24. Juni 2022.</ref>
In das Stammwerk im steirischen Frohnleiten wurden über die letzten zehn Jahre über 150 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau der Logistik investiert. 2014 gingen davon rund 50 Millionen Euro in die Entwicklung des nachhaltigen „Foodboard“-Kartons, der Plastikverpackungen in der Lebensmittelindustrie obsolet machen sollte.<ref>Mayr-Melnhof: Millionen-Investition in Frohnleiten. In: steiermark.orf.at. 3. November 2014, abgerufen am 8. April 2026.</ref> Im Jahr 2020 wurde dann verlautbart, dass das Unternehmen rund 100 Millionen Euro in den Standort Frohnleiten investieren will. Neben der Modernisierung der beiden bestehenden Kartonmaschinen KM2 und KM3, welche das Grazer Unternehmen Andritz AG durchführte,<ref>Mayr-Melnhof modernisiert Kartonmaschinen in Österreich. In: ECOreprter. 21. Juni 2021, abgerufen am 8. April 2026.</ref> wurde viel in die Infrastruktur und Logistik am Standort eingesetzt. So wurden das Heizhaus und das Klärwerk modernisiert sowie die Parkflächen für Mitarbeiter und den Lieferverkehr ausgebaut.<ref name=":0">100 Millionen Euro: Rekordinvestition: Mayr-Melnhof rüstet Frohnleiten massiv auf. In: Kleine Zeitung. 4. Dezember 2020, abgerufen am 8. April 2026.</ref> Mitte 2023 konnten die Umbauarbeiten erfolgreich abgeschlossen werden.<ref>100 Millionen Euro investiert: Europas größte Kartonmaschine: Mayr-Melnhof dreht in Frohnleiten auf. In: Kleine Zeitung. 15. März 2023, abgerufen am 8. April 2026.</ref> Aufgrund der volatilen Wirtschaftslage durch den russischen Überfall auf die Ukraine und der dadurch zurückgegangenen Nachfrage auf dem Weltmarkt musste das Werk seine Produktion im Sommer 2023 zeitweise drosseln und Kartonmaschinen abstellen.<ref>Weniger Nachfrage bei Mayr-Melnhof Karton. In: steiermark.orf.at. 10. August 2023, abgerufen am 8. April 2026.</ref>
Eigentumsverhältnisse
Die Anteilsmehrheit der Mayr-Melnhof Karton AG befindet sich im Besitz der Familie Mayr-Melnhof (Goëss – Saurau). Das Syndikat der Kernaktionärsfamilien hielt auch 2022 stabil rund 59 % am Grundkapital. Die weiteren 41 % befinden sich im Streubesitz und werden überwiegend von langfristig orientierten institutionellen Investoren in Europa und den USA gehalten. Daneben sind Familienmitglieder an der Mayr-Melnhof Holz Holding beteiligt.<ref name="DerBund" /> Sie gehört zu 74,9 % Franz VI. Mayr-Melnhof.
Kritik
Das Unternehmen wird seit vielen Jahren aufgrund ihrer sehr hohen Managergehälter kritisiert. So verdiente CEO Peter Oswald im Jahr 2022 rund 5,6 Millionen Euro an Gehältern und belegt damit österreichweit den zweiten Rang unter den österreichischen Top-Unternehmen.<ref>Topmanager verdienen Jahresgehalt in Tagen. In: wien.orf.at. 8. Januar 2024, abgerufen am 8. April 2026.</ref>
Produktionsstandorte (MM Board & Paper)
Nach Ländern (unvollständig):
Österreich
- Frohnleiten (Stammwerk, 570 Mitarbeiter)<ref name=":0" />
Deutschland
Finnland
- Kotkamills in Kotka (2021 akquiriert)
Norwegen
- FollaCell A.S. in Follafoss<ref name="mmk_folla"/>
Polen
- Kwidzyn (Karton und Papier. 2021 akquiriert)
Slowenien
Weblinks
- MM Gruppe
- MM Board & Paper
- MM Packaging
- Cartonnette
- Wiener Börse: Marktdaten Mayr-Melnhof Karton AG
- Firmenbuchdaten: Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft (81906a) in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI).
Einzelnachweise
<references responsive>
<ref name="fp_20120903">Södra: Zellstoffwerk Cell Folla wird geschlossen. In: Forstpraxis.de. Deutscher Landwirtschaftsverlag, 3. September 2012, abgerufen am 7. Januar 2019.</ref>
<ref name="fp_20130611">MM Karton erweitert Rohstoffversorgung. In: Forstpraxis.de. Deutscher Landwirtschaftsverlag, 11. Juni 2013, abgerufen am 7. Januar 2019: „Mit einer Jahreskapazität von bis zu 130.000 t werden damit Zukäufe durch Eigenversorgung ersetzt.“</ref>
<ref name="mmk_folla">FollaCell. In: Werke. Mayr-Melnhof Karton, abgerufen am 7. Januar 2019.</ref>
</references>
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