Zum Inhalt springen

Kropywnyzkyj

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Ort in der Ukraine Kropywnyzkyj (Vorlage:UkS-Cyrl; bis 1924 Jelisawetgrad, deutsch auch Elisabethgrad, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=ru|SCRIPTING=Cyrl|SERVICE=russisch}}, 1924–1934 Sinowjewsk, 1934–1939 Kirowo, 1940–2016 Kirowograd) ist eine Industriestadt mit etwa 227.400 Einwohnern<ref name="Demographische Entwicklung">https://www.sfa.org.ua/index.php/en/about-us/kropyvnytskyi</ref> in der Ukraine und Hauptstadt der Oblast Kirowohrad.

Die Stadt liegt im Dneprhochland am Ufer des Flusses Inhul, einem 354 km langen, linken Nebenfluss des Südlichen Bugs und wird vom gleichnamigen Rajon Kropywnyzkyj umgeben, dessen Verwaltungssitz sie ist.

Kropywnyzkyj ist in die beiden Stadtrajone Rajon Fortezja (bis 2016 Rajon Kirow) und Rajon Podil (bis 2016 Rajon Lenin) und die Siedlung städtischen Typs Nowe gegliedert.<ref>Verordnung des Bürgermeisters von Kirowohrad Nr. 24 vom 19. Februar 2016; abgerufen am 18. April 2016</ref>

Geschichte

Datei:Фортеця Святої Єлисавети. Місто Кропивницький.jpg
Luftaufnahme der ehemaligen Festung

Vor der Gründung der Stadt gab es auf ihrem Territorium Siedlungen ukrainischer Kosaken, die später zu Stadtbezirken wurden.<ref>Поселення задніпрських місць до утворення Нової Сербії в документах середини XVIII століття / А. В. Пивовар.  – К.: Академперіодика, 2003.  – 336 с.</ref> Die Stadt wurde 1754 zusammen mit der neu angelegten Festung der Heiligen Elisabeth am Oberlauf des Inhul gegründet und nach der Heiligen Elisabeth Jelisawetgrad (Vorlage:Lang) benannt.<ref>Vorlage:Webarchiv (Zur historischen Bedeutung des Namens Elisabeth für unsere Stadt). Information der Allgemeinen wissenschaftlichen Gebietsbibliothek (ОУНБ), in ukrainischer Sprache.</ref>

Datei:Штамп Єлисаветська Керовнича Рада 11.04.1918.jpg
Siegel der Ukrainischen Volksrepublik

Nach dem Zusammenbruch des Russischen Reiches begannen kriegerische Auseinandersetzungen (1917–1921) und die Stadt kam unter die Kontrolle der Ukrainischen Volksrepublik. 1918–1920 hieß die Stadt Jelysawet. 1920 eroberten die sowjetischen Truppen schließlich im dritten Versuch die Stadt.<ref>Сергій Шевченко, Єлисаветградськими волами за українським паровозом, Вечірня газета, 7 травня 1993 р.</ref>

Seit 1924 erhielt die Stadt den Namen „Sinowjewsk“ nach dem hier geborenen Politikers Grigori Sinowjew, und nach seiner Entmachtung im Jahr 1934 erhielt die Stadt den Namen Kirowo nach dem sowjetischen Staats- und Parteifunktionär Sergei Mironowitsch Kirow. 1939 wurde sie in „Kirowograd“ umbenannt.

Während des Holodomors und der Repressionen starben 2.238 Zivilisten<ref>Загальноукраїнський том Національної книги пам'яті жертв Голодомору 1932–1933 років в Україні.</ref><ref>Національна книга пам'яті жертв Голодомору 1932–1933 років в Україні. Кіровоградська область.</ref>.

In den Jahren 1941–1944 wurde die Stadt von der deutschen Wehrmacht besetzt und am 8. Januar 1944 im Zuge der Kirowograd-Operation befreit. Während der Besatzung starben mehr als 50.000 Zivilisten.<ref>Воспоминания об освобождении Кировоградщины (материалы, статьи, рассказы). Издание отдела пропаганды и агитации Кировоградского обкома КП(б)У. 1945 г. (Публикация на сайте Областной Кировоградской универсальной научной библиотеки имени Чижевского.)</ref>

Nach Beginn der russischen Invasion im Donbass wurde 2016 im Rahmen der Dekommunisierung in der Ukraine die Stadt nach Marko Kropywnyzkyj umbenannt.<ref>Верховна Рада України; Постанова від 14.07.2016 № 1468-VIII Про приведення назви міста Кіровоград Кіровоградської області у відповідність із вимогами Закону України "Про засудження комуністичного та націонал-соціалістичного (нацистського) тоталітарних режимів в Україні та заборону пропаганди їхньої символіки"</ref>

Infrastruktur

Datei:Фортеця Святої Єлисавети 9 травня 2025.jpg
Statuen im Hauptsymbol der Stadt – der Festung der Heiligen Elisabeth

Die Stadt verfügt über gute Verbindungswege und breite Straßen, die sich mittlerweile in einem passablen Zustand befinden. Die Nebenstraßen sind oft in einem sehr schlechten Zustand.

Sowohl für Benzin als auch für Autogas (LPG) ist ein flächendeckendes Netz vorhanden.

Seit 2001 hat die Zahl der Supermärkte deutlich zugenommen. Inzwischen gibt es an jeder Ecke einen ATB-Supermarkt und viele kleinere Geschäfte und in jedem Stadtteil größere Einkaufsmärkte verschiedener Ketten, in denen sich fast alles kaufen lässt. Außerdem hat die Stadt diverse Märkte (Rinok) mit kleinen Ständen, in denen sich einige Waren noch günstiger einkaufen lassen.

Verkehr

Datei:Postamt in Kropyvnytskyi.jpg
Hauptpostamt
Datei:P1480854 вул. Велика Перспективна (К. Маркса), 33.jpg
Das Zentrum von Kropywnyzkyj

In Kropywnyzkyj liegt die staatliche zivile Flugakademie der Ukraine, die Ausbildung der Piloten sowie anderer Crewmitglieder und des Bodenpersonals auf diversen Flugzeugtypen (An-2, An-12, An-24, An-26, An-32, L-410, Il-76, Jak-18, Jak-40) durchführt. Die Akademie beherbergt einen größeren nationalen Flughafen. Dieser ist allerdings seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr als Zivilflughafen in Betrieb. Eine Wiedereröffnung soll es geben. Derzeit (2010) dient das Flughafengebäude nur als Busbahnhof.

Die Stadt verfügt über einen Bahnhof mit regelmäßigem Zugverkehr (siehe Bahnstrecke Borschtschi–Charkiw) sowie über diverse Busbahnhöfe. Der innerstädtische Verkehr wird seit der Perestroika durch private sog. Marschrouten-Taxis durchgeführt. Diese fahren zwischen 7.00 Uhr und ca. 24.00 Uhr jeweils entlang einer bestimmten vorgegebenen Route durch die Stadt. Die Routen sind mit Nummern gekennzeichnet. Möchte man mitfahren, so wartet man am Straßenrand oder an einer Haltestelle und winkt dem Fahrer zu. Dieser hält dann an und öffnet die Tür. Die Mitfahrt kostete 2005 noch 0,80 Hrywnja, 2010 bereits 1,50 Hrywnja. Der Fahrpreis ist unabhängig davon, wie weit man fahren möchte. Eine Hrywnja entsprach am 1. April 2010 etwa 10,5 Eurocent. Möchte man aussteigen, so muss man das dem Fahrer ebenfalls mitteilen.

Datei:Remblai de la rivière Inhul, Kropyvnytskyi, centre de l'Ukraine , 25.12.2023.jpg
Brücke über den Inhul im Stadtzentrum, Dezember 2023 (Panorama)

Außerhalb dieser Fahrzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel gibt es zahlreiche Taxis. Der durchschnittliche Fahrpreis lag im Jahr 2001 bei 8 Hrywnja, 2009 bei 20 Hrywnja.

Außerdem gibt es einige Buslinien und die sog. Trolleybusse, die mit einer elektrischen Oberleitung versorgt werden. Diese Trolleybusse wurden seit 2008 erneuert, so dass sie sich mittlerweile in einem akzeptablen Zustand befinden. Eine Fahrt kostet ca. 6 Hrywnja.

Für den Fernverkehr eignen sich hauptsächlich Busse, die zwischen den größeren Zentren des Landes regelmäßig verkehren. Auch die Bahn fährt, ist allerdings sehr langsam.

Die 1897 eröffnete Straßenbahn wurde 1941 im Zuge der Kampfhandlungen eingestellt und nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut.

Verwaltungsgliederung

Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Kropywnyzkyj (Кропивницька міська громада/Kropywnyzka miska hromada). Zu dieser zählen die 2 Stadtrajone Rajon Fortezja und Rajon Podil sowie die Siedlung städtischen Typs Nowe<ref>Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 716-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Кіровоградської області"</ref>, bis dahin bildete sie zusammen mit den 2 Stadtrajonen und der Siedlung städtischen Typs Nowe (dem Rajon Fortezja unterstellt) die gleichnamige Stadtratsgemeinde Kropywnyzkyj (Кропивницька міська рада/Kropywnyzka miska rada) unter Oblastverwaltung im Zentrum des ihn umgebenden Rajons Kropywnyzkyj.

Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon Kropywnyzkyj.<ref>Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX Про утворення та ліквідацію районів</ref>

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Kropywnyzkyj Teil der Gemeinde:

Name
ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch
Nowe Нове Новое (Nowoje)

Gastronomie

Im Stadtzentrum, aber auch außerhalb, gibt es viele Restaurants und Cafés. Es gibt auch Diskotheken, Clubs mit Livemusik und eine Bowlingbahn. Viel davon konzentriert sich in der Nähe der Universität. Auch gibt es inzwischen in der Peripherie von Kropywnyzkyj einige neuere Hotels und Motels.

Bildung

Im Zentrum der Stadt liegt die Pädagogische Universität. Hier werden Fremdsprachen, Geschichte, Kunst, Musik, Sport, ukrainische und russische Sprache, Mathematik, Physik und Biologie gelehrt. Außerdem gibt es etwas außerhalb ein Kolleg für Statistik sowie diverse andere Bildungseinrichtungen, z. B. ein Musikkolleg und ein Agrartechnikum sowie ein Institut für Agrarmechanik.

Die Stadt beherbergt auch eine Zweigstelle der Universität „Ukraine“, Zentralukrainisches Institut für menschliche Entwicklung, wo sie Jura, Finanzen, Psychologie usw. unterrichten.

Kultur

Datei:Театр1.jpg
Theater

Es gibt eine Philharmonie im Kovalivs'kyipark sowie ein Puppentheater und das Akademische ukrainische Dramentheater M.L. Kropywnyzkyj.

Sport

Datei:Zirka Stadium.jpg
Zirka Stadion

Der erfolgreichste Fußballverein der Stadt ist der FK Sirka Kropywnyzkyj, der seit der Fußballsaison 2016/17 in der Premjer-Liha, der höchsten ukrainischen Spielklasse, spielt. Seine Heimspiele finden im über 14.000 Zuschauer fassenden Sirka-Stadion statt.

Klima

Das Klima der Stadt ist gemäßigt kontinental mit im Allgemeinen milden Wintern und warmen (manchmal heißen) Sommern. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,0 °C. Die niedrigste ist im Januar (minus 5,7 °C), die höchsten Temperaturen sind im Juli (20,0 °C).

Klimatabelle Kropywnyzkyj<ref name="Klima">Klimadaten auf meteoprog.ua.</ref>
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Ø – Temperatur in °C −5,7 −4,3 0,5 8,9 15,3 18,6 20,0 19,4 14,7 8,1 2,3 −2,3 8,0
Ø – Höchsttemperatur in °C −2 −1 3 13 20 23 25 24 19 12 5 0 11
Ø – Tiefsttemperatur in °C −8 −6 −2 5 10 13 15 14 10 4 0 −4 5
Ø – Niederschlag in mm 32 31 27 36 45 66 72 48 38 27 35 42 499
relative Luftfeuchtigkeit in % 85 84 80 68 62 65 66 64 66 76 86 88 74
Windgeschwindigkeit in m/s 4,5 4,8 4,6 4,4 3,9 3,5 3,4 3,5 3,6 3,8 4,2 4,4 4,1

Söhne und Töchter der Stadt

Vorlage:Hauptartikel

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohnerzahl
1897 Vorlage:061.488
1959 128.207
1970 188.795
1979 236.652
1989 269.803
2001 254.103
2005 248.367
2015 232.314
2022 219.676

Quellen: 1897<ref name="Volkszählung1897">Erste allgemeine Volkszählung des russischen Reiches im Jahre 1897 auf demoscope weekly.</ref> 1959<ref name="Volkszählung1959">Vorlage:Webarchiv auf webgeo.ru.</ref> 1970<ref name="Volkszählung1970">Vorlage:Webarchiv auf webgeo.ru.</ref> ab 1979<ref name="Demographische Entwicklung" />

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Orte in der Oblast Kirowohrad

Vorlage:Normdaten