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Löschplatz

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Der Löschplatz (oder Löschungsplatz; {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) ist in der Binnen- und Seeschifffahrt der Ort, an welchem das Frachtgut eines Handelsschiffes entladen wird. Komplementärbegriff ist der Ladeplatz. Im Heer wird auch der Platz zum Aufmunitionieren von Panzern, Geschützen und Raketenwerfern als Ladeplatz bezeichnet.

Allgemeines

Das Löschen von Schiffen ist ein Vorgang, der sich auf das Entladen der Schiffsladung bezieht. Der Löschplatz ist ein „Platz am Ufer, wo man Güter aus einem Schiff löschen, herausnehmen und an Land bringen kann; zuweilen versteht man auch den Bestimmungsort des Schiffes darunter“.<ref>J. Friedrichson, Schifffahrts-Lexikon, 1879, S. 192</ref> Der Löschplatz ist eine bestimmte Stelle im (Lösch-)Hafen, die das Schiff bei der Ankunft anzusteuern hat. Er ist von großer Bedeutung, weil er zwischen dem Verkäufer (Exporteur) und dem Empfänger (Importeur) im Frachtvertrag (Schiffsfrachtvertrag) und den Lieferbedingungen vereinbart werden muss und der Empfänger sich bei der Ablieferung hieran orientieren kann. Ortsüblicher Löschplatz ist derjenige, an den die Ladung aufgrund des Frachtvertrags, des Konnossements oder der Anweisung des Abladers abgeliefert werden soll.<ref>Hans Jürgen Schaps/Georg Abraham (Hrsg.), Das deutsche Seerecht, Band II: Seehandelsrecht (§ 474–905), 1962, S. 395, Anm. 9</ref> Der Kai ist ortsüblicher Lade- und Löschplatz.

Geschichte

Bereits ein Schifffahrts-Lexikon aus 1774 definierte den Löschplatz als den Ort, wo die Löschung (also das Ausladen) eines Schiffes geschieht.<ref>Wilhelm Gottlieb Korn, Erläuterungen zum Verstande der Schifffahrt und des Seekrieges nach alphabetischer Ordnung, 1774, S. 214</ref> Das ADHGB vom Mai 1861 befasste sich ausführlich mit dem Löschplatz. Der Schiffer hatte nach Art. 593 Abs. 1 ASDHGB das Schiff zur Löschung der Ladung an denjenigen Platz hinzulegen, welcher ihm vom Empfänger angewiesen wird. Bei nicht rechtzeitiger Weisung durch den Empfänger musste der Schiffer das Schiff an den ortsüblichen Löschplatz anlegen (Art. 593 Abs. 2 ADHGB). Der Schiffer hatte gemäß Art. 595 Abs. 3 ADHGB anzuzeigen, dass er zum Löschen der Ladung bereit ist; die Löschzeit begann mit der Anzeige. Das im Juni 1868 geschaffene Reichsoberhandelsgericht (ROHG) nahm mehrfach zum Löschplatz und zur Löschzeit Stellung. Der Schiffer ist demnach nicht löschbereit, wenn er beispielsweise durch Unwetter oder Überfüllung des Hafens gehindert wird, zum Löschplatz vorzudringen.<ref>ROHG, Urteil vom 13. April 1875, Rep. 187/75; Kapitän Münster ./. Messerschmidt & Albrecht</ref> Es genügte, dass der Schiffer auf deutliche Weise die Löschbereitschaft dem Empfänger übermittelte.<ref>ROHG, Urteil vom 18. Juni 1878, Rep. 706/78; Schuld & Borchers ./. Syvertsen</ref> Erst wenn das Schiff den Löschplatz eingenommen hatte, begann seine Löschbereitschaft.

Das im Januar 1900 in Kraft getretene Handelsgesetzbuch (HGB) übernahm weitgehend die Regelungen des ADHGB und verlangte in § 592 Abs. 1 HGB a. F., dass der Kapitän zur Löschung der Ladung das Schiff an den Platz hinzulegen hatte, der ihm vom Empfänger angewiesen wurde. Die Anzeige der Löschbereitschaft ergab sich aus § 594 Abs. 1 HGB a. F., die Löschzeit begann am nächsten Tag (§ 594 Abs. 3 HGB a. F.). Das Hamburgische Schiedsgericht entschied 1959, dass der Befrachter dafür einstehen muss, dass ein bereiter Lade- oder Löschplatz für das Schiff zur Verfügung steht.<ref>Hamburgisches Schiedsgericht, Hansa 1959, 2085</ref>

Rechtsfragen

Das Wort Löschplatz ist auch ein Rechtsbegriff des heutigen deutschen Handelsrechts. Der Befrachter kann in der Seeschifffahrt gemäß {{#switch: juris

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}}{{#if: 25||[Paragraf fehlt]}}{{#if: binschprg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 2 BinSchG).

Als „sicher“ gilt ein Hafen ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}), wenn er sowohl in nautischer als auch politischer Hinsicht ohne Gefahr für das Schiff zu erreichen ist.<ref>Günther Malchow, Schiffahrtskaufmann: Repetitorium in Frage und Antwort, 1980, S. 81</ref> Ein Lade- oder Löschplatz gilt als geeignet ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}), wenn er ohne Gefahr und Nachteile für das Schiff zu erreichen – also auch nicht besetzt – ist, und wenn das Schiff dort stets sicher liegen kann. Zudem muss der Löschplatz für den Umschlag eingerichtet sein, erforderliche Genehmigungen der Hafenbehörde müssen vorliegen.<ref>Günther Malchow, Schiffahrtskaufmann: Repetitorium in Frage und Antwort, 1980, S. 81</ref> Ungeeignet ist ein Löschplatz, wenn sich seine Benutzung verbietet mit Rücksicht auf Wassertiefe, Sicherheit des Schiffes oder den örtlichen Einrichtungen.<ref>Hans Jürgen Schaps/Georg Abraham (Hrsg.), Das deutsche Seerecht, Band II: Seehandelsrecht [§ 474–905], 1962, S. 396, Anm. 13</ref>

Ladeplatz/Ladezeit

Im Reisefrachtvertrag sind gemäß {{#switch: juris

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}}{{#if: 535||[Paragraf fehlt]}}{{#if: hgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 HGB die §§ 528 bis 531 HGB über Ladehafen und Ladeplatz, Anzeige der Ladebereitschaft, Ladezeit und Verladen entsprechend auf Löschhafen und Löschplatz, Anzeige der Löschbereitschaft, Löschzeit und Löschen anzuwenden. Die Lade-/Löschzeit beginnt, nachdem das Schiff lade- bzw. löschbereit am Lade-/Löschplatz liegt, die Lade-/Löschbereitschaftsnotiz dem Befrachter oder dessen Ablader zugegangen ist und die sogenannte Notizzeit abgelaufen ist.<ref>Verlag Technik (Hrsg.), Seewirtschaft, Band 6, 1974, S. 459</ref> Notizzeit ist dabei der Zeitraum zwischen dem Zugang der Löschbereitschaftsnotiz und dem Beginn der Löschzeit.

International

Während nach deutschem Seerecht die Löschbereitschaft eines Schiffes voraussetzt, dass es den vereinbarten ortsüblichen Löschplatz eingenommen hat,<ref>Günther Malchow, Schiffahrtskaufmann: Repetitorium in Frage und Antwort, 1980, S. 85</ref> gilt im Common Law dagegen, dass ein Schiff angekommen ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) ist, wenn es sich innerhalb des Hafens ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) befindet.<ref>Oldendorff (EL) & Co. GmbH vs. Tradax Export SA (The Johanna Oldendorff), 1973, 2 Lloyd’s Rep. 285</ref> Die Oldendorff hatte dem zitierten Urteil zufolge 14 Seemeilen vor dem Liverpooler Hafen auf ihre Löschung warten müssen.

Die Incoterms beziehen sich auf den Bestimmungshafen oder Bestimmungsort.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />