Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Heidschnucke – Wikipedia Zum Inhalt springen

Heidschnucke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Lüneburger Heidschnucke)
Datei:Graue gehörnte Heidschnucke qtl1.jpg
Graue Gehörnte Heidschnucke
Datei:Heidschnucke.jpg
Porträt
Datei:Heidschnucken.jpg
Heidschnuckenherde auf der Heide bei Schneverdingen
Datei:Fritz Grebe Heidschnucken.jpg
Fritz Grebe: Heidschnucken

Die Heidschnucke ist eine Rasse des Hausschafs. Sie wird zu den Nordischen Kurzschwanzschafen gezählt und gilt als genügsam.<ref name="WildPark">Beschreibung bei Wild-Park.de, Abruf am 22. Januar 2026</ref>

Die drei Rassen der Heidschnucke sind Graue Gehörnte Heidschnucke, Weiße Hornlose Heidschnucke (Moorschnucke) und Weiße Gehörnte Heidschnucke.

Beschreibung

Das Haar der Grauen Gehörnten Heidschnucke ist gräulich und extrem lang, Beine, Schwanz und Kopf sind schwarz, die Lämmer werden schwarz geboren und färben sich im zweiten Jahr zur Elternfarbe. Es existieren allerdings auch weiße Varianten. Beide Geschlechter tragen Hörner. Die lange, strähnige Wolle ist für grobe Gewebe wie zum Beispiel Teppiche geeignet.

Das Fleisch der Lüneburger Heidschnucke g. U., nämlich der Grauen gehörnten Heidschnucke, ist in der Europäischen Union unter diesem Namen geschützt und darf das Siegel einer geschützten Ursprungsbezeichnung (g. U.) tragen.<ref>Beschreibung auf der Webseite der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V., Abruf am 20. Februar 2025</ref><ref name=":0">Verordnung (EG) Nr. 134/98 der Kommission vom 20. Januar 1998 zur Ergänzung des Anhangs der Verordnung (EG) Nr. 1107/96 zur Eintragung geographischer Angaben und Ursprungsbezeichnungen gemäß dem Verfahren nach Artikel 17 der Verordnung (EWG) Nr. 2081/92 des Rates (Text von Bedeutung für den EWR). 20. Januar 1998 (europa.eu [abgerufen am 31. Mai 2025]).</ref><ref>eAmbrosia: Lüneburger Heidschnucke. Abgerufen am 25. Juli 2025.</ref> Das Herkunftsgebiet umfasst die Landkreise Celle, Gifhorn, Harburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen, Lüneburg und Soltau-Fallingbostel.<ref>Verordnung (EWG) Nr. 2081/92 Antrag auf Eintragung nach Art. 17. Abgerufen am 25. Juli 2025.</ref>

Auch die Diepholzer Moorschnucke, eine Weiße Hornlose Heidschnucke, trägt das Siegel einer geschützten Ursprungsbezeichnung (g.U.).<ref>eAmbrosia: Diepholzer Moorschnucke. Abgerufen am 25. Juli 2025.</ref> Ihr Herkunftsgebiet umfasst den Naturraum Diepholzer Moorniederung, der sich im Wesentlichen auf die Feuchtgebiete in den Landkreisen Diepholz und Nienburg (Weser) erstreckt.<ref>Diepholzer Moorschnucke - Spezifikation. Abgerufen am 25. Juli 2025.</ref>

Früher gab es in den norddeutschen Herden sowohl graue und weiße als auch gehörnte und hornlose Schnucken. Diese wurden im 20. Jahrhundert durch Züchtung zu den heute bekannten Rassen ausgeformt und dabei wurden auch die Gewichte nahezu verdoppelt.

Die weiße gehörnte Heidschnucke wurde 1998 zusammen mit dem Altdeutschen Hütehund von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ erklärt.<ref>Darstellung auf der Webseite der GEH, Abruf am 20. Februar 2025</ref>

Verbreitungsgebiete

Das Hauptzuchtgebiet sind die norddeutschen Heide- und Moorlandschaften der Lüneburger Heide. Mittlerweile haben die leicht zu haltenden Schafe hauptsächlich ihres Fleisches wegen, das einen wildartigen Geschmack hat, Verbreitung in ganz Europa gefunden.

In den großen Moor- und Heidegebieten des norddeutschen Flachlands wurden traditionell vor allem karge, ertragsschwache und teilweise vermoorte Flächen mit Schafen beweidet. Bei den hier gehaltenen Schafsrassen waren deshalb Einkreuzungen von feinwolligen südlichen Merinoschafen, die in Süddeutschland sehr weit verbreitet waren, nicht erfolgreich, da das nährstoffarme Futter nur für besonders genügsame Schafe ausreichte. Für die Heidebauernwirtschaft waren die Schafe unerlässlich, da mit ihrem Dung die Felder gedüngt wurden. Heideschafe können mit faserreichen Gräsern wie dem Borstgras und auch mit Heidekraut als Futter gehalten werden, die für andere Schafe, oder gar für Rinder und Pferde, zu nährstoffarm sind. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft und der Melioration der Nutzflächen war die Genügsamkeit der Landschafe nicht mehr von Vorteil, die Herden schrumpften auf wenige Hundert Tiere. Später erlebten sie eine Renaissance durch den Einsatz in der Landschaftspflege, für die sie bis heute von hoher Bedeutung sind. Neben Landrassen wie Bentheimer Landschaf, Skudde und Rauhwolliges Pommersches Landschaf sind die drei Heidschnucken-Rassen die typischen Landschaftspflegeschafe. Die Lüneburger Heide wird bis heute durch die Graue Gehörnte Heidschnucke geprägt, die deshalb die häufigste der drei Heidschuckenrassen ist.<ref>Carla Michels: XIII-6.1: Beweidung mit verschiedenen Haustierrassen. Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege: Kompendium zu Schutz und Entwicklung von Lebensraumen und Landschaften. Lieferung 1-32, 2000. doi:10.1002/9783527678471.hbnl2000003</ref>

Jedes Jahr, immer am zweiten Donnerstag im Juli, findet in Müden (Örtze) der Heidschnuckentag statt. Hier präsentieren sich leistungsgeprüfte Jungböcke den Züchtern und Zuschauern. Die besten Tiere werden prämiert. Bei der anschließenden Auktion können die Heidschnucken-Böcke ersteigert werden.<ref>ndr.de: Wer ist der schönste Bock? Heidschnucke setzt sich gegen 33 Konkurrenten durch. Abgerufen am 26. März 2026.</ref>

Literatur

Sonstiges

„Heidschnucke“ war auch der Deckname einer während des Zweiten Weltkriegs bei Heiligenhaus gelegenen Funkmessstellung.<ref>Darstellung auf Geschichtsspuren.de, Abruf am 20. Februar 2025</ref>

Weblinks

Commons: Heidschnucke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Heidschnucke – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Kärntner Brillenschaf (1984) | Murnau-Werdenfelser-Rind (1986) | Schwäbisch-Hällisches Landschwein (1987) | Schleswiger Kaltblut (1988) | Waldschaf (1989) | Angler Sattelschwein (1990) | Rhönschaf (1991) | Hinterwälder Rind (1992) | Thüringer Waldziege (1993) | Westfälisches Totlegerhuhn, Diepholzer Gans, Pommernente (1994) | Buntes Bentheimer Schwein (1995) | Schleswiger Kaltblut (1996) | Rotes Höhenvieh (1997) | Weiße gehörnte Heidschnucke, Altdeutscher Hütehund (1998) | Wollschwein (1999) | Rottaler Pferd (2000) | Bergische Landhuhnrassen (Bergischer Kräher, Bergischer Schlotterkamm, Krüper) und Bayerische Landgans (2001) | Angler Rind alter Zuchtrichtung (2002) | Haus- und Hofhunde (Spitze und Pinscher) (2003) | Leutstettener Pferd, Dunkle Biene (2004) | Bentheimer Landschaf (2005) | Deutsches Sattelschwein (2006) | Murnau-Werdenfelser-Rind (2007) | Bronzepute (2008) | Alpines Steinschaf (2009) | Meißner Widderkaninchen (2010) | Limpurger Rind (2011) | Deutscher Sperber (2012) | Leineschaf (2013) | Dülmener (2014) | Deutsches Karakul (2015) | Regionale Rinderrassen (Original Braunvieh, Glanrind und Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind) (2016) | Eindrucksvolle Entenrassen (Deutsche Pekingente, Orpingtonente und Warzenente) (2017) | Altwürttemberger (2018) | Wollschwein (2019) | Pustertaler Schecken, Westerwälder Kuhhund (2020/2021) | Walachenschaf (2022/2023) | Ungewöhnliche Kaninchenrassen (Marderkaninchen, Luxkaninchen und Angorakaninchen) (2024) | Gelbvieh (2025) | Graue und Weiße Gehörnte Heidschnucke, Weiße Hornlose Heidschnucke (Moorschnucke) und Altdeutsche Hütehunde (2026)

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein