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Leges Liciniae Sextiae

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Die Leges Liciniae Sextiae (lateinisch „Gesetze des Licinius und des Sextius“) sind Plebiszite (plebiscita) aus dem Jahr 367 v. Chr. Sie sind von Livius<ref>Livius 6,35.</ref> überliefert, der angibt, dass sie auf die Volkstribunen Gaius Licinius Stolo und Lucius Sextius Lateranus zurückgehen. Begleitet waren sie vom ersten römischen Ackergesetz, das Grundbesitzansprüche auf ein Höchstmaß beschränkte.

Plebiszite erlangten Gesetzescharakter – waren leges damit gleichgestellt – nachdem die Patrizier ihrer Vormachtstellung zum Ende der Ständekämpfe weitgehend verlustig gegangen waren.<ref>Pierangelo Buongiorno: Republik. In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): Handbuch des Römischen Privatrechts. Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5. Band I, S. 32–53, hier S. 44 (Rnr. 32).</ref> Ein erstes Plebiszitbündel waren die leges Liciniae Sextiae, in denen die entscheidenden Bestimmungen für die Entwicklung der Staatsverfassung der römischen Republik enthalten waren. Fortan standen – nach dem Prinzip der Kollegialität – zwei Konsuln an der Spitze des Staates. Wohl aus Gründen der ständischen Kontrolle, sollte angeblich einer von ihnen plebejischer Herkunft sein. Plebejern waren nunmehr alle wichtigen Magistraturen zugänglich. Das galt auch für das Amt des einfach besetzten Gerichtsmagistraten, den Prätor,<ref>Vgl. Max Kaser: Zur „legis actio sacramento in rem“. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (Romanistische Abteilung), Band 104, Heft 1, 1987, S. 53–83, hier S. 55; Mario Vavaro: Die Legisaktionen. In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): Handbuch des Römischen Privatrechts. Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5. Band I, S. 321–341, hier S. 322 (Rnr. 3).</ref> und die kurulischen Ädilen, die abwechselnd von Plebejern und Patriziern gestellt wurden. Die Volksversammlungen, also die Zenturiats- und Tributskomitien und die Sonderversammlungen der Plebs, waren nach Zensus und Immobiliareigentum strukturiert. Beschränkt war ihre Zuständigkeit regelmäßig auf die Abstimmung der durch die Magistraten eingebrachten Anträge.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Mit den leges Liciniae Sextiae war nach Einsatz des wichtigsten Druckmittels der Plebejer, ihrem Auszug aus der Stadt und ihrer Arbeitsverweigerung im Rahmen einer secessio plebis, erstmals geregelt worden, dass selbst die höchsten mit imperium (militärische Befehlsgewalt) versehenen Ämter des cursus honorum, das Konsulat und die Praetur, mit Vertretern der plebs besetzt werden konnten.

Literatur

  • Jochen Bleicken: Die Verfassung der Römischen Republik. Grundlagen und Entwicklung (= UTB. 460). 7., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schöningh, Paderborn u. a. 1995, ISBN 3-506-99405-0, S. 85–133, insb. S. 105 ff.
  • Karl-Joachim Hölkeskamp: Die Entstehung der Nobilität. Studien zur sozialen und politischen Geschichte der Römischen Republik im 4. Jhdt. v. Chr. Steiner-Verlag-Wiesbaden-GmbH, Stuttgart 1987, ISBN 3-515-04621-6, S. 23 ff., (Zugleich: Bochum, Universität, Dissertation, 1984).
  • {{ #if:Hans Volkmann|Hans Volkmann: |}}{{ #if:Lex, leges|Lex, leges|Leges Liciniae Sextiae }}. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 3, Stuttgart {{#switch: 3

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Einzelnachweise

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