Lind (Zirndorf)
Lind Stadt Zirndorf
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(605)&title=Lind 49° 25′ N, 10° 56′ O
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| Höhe: | 327 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 605 (1. Jan. 2022)<ref>Landkreis Fürth – Nahverkehrsplan 2023. (PDF; 10,7 MB) In: vgn.de. Verkehrsverbund Großraum Nürnberg GmbH, S. 64, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 90513 | |||||
| Vorwahl: | 0911 | |||||
Lind (<templatestyles src="IPA/styles.css" />) ist ein Gemeindeteil der Stadt Zirndorf im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Lind liegt in der Gemarkung Leichendorf.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 9. Oktober 2024.</ref>
Geographie
Südlich des Dorfes grenzt ein kleines Waldgebiet an, ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland umgeben. Im Westen erhebt sich der Linder Buck, im Südwesten der Eichelberg. Die Kreisstraße FÜ 14 führt nach Anwanden (1,6 km südlich) bzw. die Staatsstraße 2245 kreuzend nach Leichendorf (1,4 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Oberasbach (1,4 km östlich), nach Rehdorf (1,4 km südöstlich) und die Staatsstraße 2245 kreuzend nach Wintersdorf (1,8 km nördlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 17. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Die so genannten „Linder Gruben“ sind ein Naturschutzgebiet, die eigenartigen Mulden, oberhalb der Ortsverbindungsstraße Lind-Wintersdorf sind im Frühjahr völlig mit Leberblümchen bedeckt.
Geschichte
1372 wurde der Ort als „Lynde“ erstmals urkundlich erwähnt, als Kaiser Karl IV. den Nürnberger Bürger Ulrich Strohmayr mit einem Hof belehnte. Der Ortsname leitet sich von der Pflanzengattung Linde ab. Im Salbuch des Klosters Heilsbronn von 1402 wurde der Ort als „Linden“ erwähnt. 1413 wurde „Linth“ in den Unterlagen des Richteramts Roßtal aufgeführt. Lind gehörte 1430 zur Pfarrei Roßtal. Wie die Einwohner des Nachbarorts Anwanden lieferten die Lindner den Getreidezehnt an den Domkapitel in Eichstätt, obwohl ihr Dorf bereits kirchlich zu Zirndorf zählte. Zirndorf ist 1555 trotz Reformation noch Eigenkirche von Eichstätt.<ref>W. Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth, S. 65 f.</ref>
Die meisten Dörfer in der unmittelbaren Umgebung zur Alten Veste werden 1632 im Dreißigjährigen Krieg von den Truppen Wallensteins bei deren Rückzug zerstört. Lind wurde völlig zerstört und war lange verödet. In den Jahren 1681 und 1695 wurde erstmals wieder über Bauern, einen Conrad Peter und einen Erhard Lämmermann, berichtet.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Lind aus 5 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal aus. Grundherren waren die Mendelsche Zwölfbrüderhausstiftung der Reichsstadt Nürnberg (2 Halbhöfe) und Nürnberger Eigenherren: von Pömer (1 Hof, 1 Gut), von Welser (1 Hof). Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde von den Grundherren ganerblich ausgeübt.<ref name="H138">H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 138.</ref> 1801 gab es im Ort weiterhin fünf Anwesen, die alle nürnbergisch waren.<ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 371.</ref>
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Lind dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Leichendorf zugeordnet. Es gehörte auch der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Leichendorf an. Ein Anwesen unterstand in der freiwilligen Gerichtsbarkeit von 1821 bis 1835 dem Patrimonialgericht Groß- und Kleingeschaidt.<ref>H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 230 f.</ref>
1894 wurde die Freiwillige Feuerwehr Anwanden-Lind gegründet. 1957 legte die Gemeinde Leichendorf in Lind einen gemeindeeigenen Friedhof mit Leichenhalle, Gedächtnisstätte und Glockenturm, dem „Wahrzeichen von Lind“, an.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Lind am 1. Januar 1976 nach Zirndorf eingemeindet.<ref>Zirndorf > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 21. Mai 2025.</ref>
Das neue Feuerwehrhaus wird 1979 eingeweiht, daneben wurde 1984 ein Biotop angelegt.
Baudenkmäler
- Haus Nr. 1: erdgeschossiges Wohnstallhaus, massiv; Mitte des 18. Jahrhunderts; zur Straße nördliche Erdgeschosshälfte und Giebel mit Fachwerk; zugehörige Scheune des frühen 19. Jahrhunderts aus Sandsteinquadern; Hofgiebel mit einfachem Fachwerk, Nordgiebel verbrettert<ref>A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Fürth, S. 128. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.</ref>
- Grenzsteine<ref>Denkmalliste für Zirndorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
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Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Rochus (Zirndorf) gepfarrt.<ref name="H138"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Josef (Zirndorf) gepfarrt.<ref>Struktur. In: ssb-clw.kirche-bamberg.de. Abgerufen am 17. Juli 2023.</ref>
Brauchtum
Jeweils am letzten Wochenende im Monat Juni ist in Lind Kärwa. Es handelt sich um eine traditionelle fränkische Kirchweih mit Bierzelt, Baumaufstellen, Schieß- und Süßigkeitenbude, Schiffschaukel und Kinderkarussell.
Literatur
- Festschrift „75 Jahre Stadt Zirndorf“, 1987
- Johann Kaspar Bundschuh: Lind. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 371 (Digitalisat).
- August Gebeßler: Stadt und Landkreis Fürth (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 18). Deutscher Kunstverlag, München 1963, DNB 451450957, S. 128–129.
- Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 4). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1954, DNB 452071224, S. 138 (Digitalisat). Vorlage:Hofmann Nürnberg-Fürth 1954 Zusätzliche Quelle
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Vorlage:Wiessner Stadt- und Landkreis Fürth
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Lind in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Lind im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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