Luxemburgischer Film
Die Luxemburgische Filmindustrie ist recht klein, was angesichts der Einwohnerzahl von Luxemburg (etwa 400.000 Einwohner) nicht überraschend ist. Allerdings verfügt das Land im Vergleich zu seiner Einwohnerzahl über einen beachtlichen Filmausstoß. Dies sind zumeist Koproduktionen mit ausländischen Filmproduktionsgesellschaften, die sich aufgrund der hohen luxemburgischen Filmförderungen zur Zusammenarbeit mit Luxemburger Unternehmen entschließen.
Geschichte
Anfänge (1899–1979)
Der erste bekannte in Luxemburg gedrehte Film war 1899 ein zweiminütiger Bericht über die Champagnerfabrik Mercier in der Stadt Luxemburg. Er wurde von Eugène Mercier für die Weltausstellung 1900 in Auftrag gegeben. Gedreht wurde er von den Brüdern Lumière.<ref>Des bulles dans le cinématographe - Union des Maisons de Champagne. Abgerufen am 17. September 2025.</ref><ref name=":1">Dominique Auzias: LUXEMBOURG 2022 Petit Futé. Hrsg.: PETIT FUTE. 2021, ISBN 978-2-305-06839-8.</ref>
Vor dem Ersten Weltkrieg und in den 1920er Jahren drehten verschiedene Regisseure und Enthusiasten Kurz- und Dokumentarfilme.<ref name=":0">Top-10 luxemburgische Filme zum Ansehen. 30. Juni 2025, abgerufen am 17. September 2025.</ref> In den 1930er und 1940er Jahren drehten René Leclère und Pierre Bertogne Dokumentarfilme über Luxemburg.<ref name=":1" />
Das Land verfügt auch über die 1977 gegründete Cinémathèque de la Ville de Luxembourg, die rund 20.000 Filme beherbergt.<ref name=":0" />
Aufkommen des Professionellen Films (1980–1989)
In den 1980er Jahren erlebte das luxemburgische Kino dank Produktionen der AFO-Film (Paul Scheuer, Maisy Hausemer und Georges Fautsch) oder Regisseuren wie Andy Bausch sowie Schauspielern wie Thierry van Werveke einen Aufschwung.<ref name=":0" /> Die erste professionelle Filmgesellschaft, Samsa Film, wurde 1986 gegründet.<ref name=":0" />
Institutionalisierung und Etablierung (1990–2000er)
Zur 150-jährigen Unabhängigkeit Luxemburgs, subventionierte das Ministerium für Kultur 1990 erstmailig einen Film (Schacko Klak) mit zwei Millionen Franc.<ref name=":0" /><ref>Verlagerung auf Studioproduktion. In: d'Letzeburger Land. 10. Juni 1994, abgerufen am 17. September 2025.</ref>
1993 gewannen Dammentour von Paul Scheuer (AFO-Productions) und Hochzeitsnacht von Pol Cruchten Preise beim Max Ophüls Festival in Saarbrücken.
Dies fiel zeitlich mit der Einrichtung des Luxemburger Filmfonds und der Einführung staatlicher Subventionen für die Filmproduktion zusammen.<ref name=":0" />
Mit dem am 8. Mai 2012 gegründeten Filmland in Kehlen hat man ein Filmstudio, in dem ein Film komplett produziert werden kann, von den Vorbereitungen über die Dreharbeiten bis hin zur Postproduktion.<ref>Filmland: Ein Hauch von Hollywood in Kehlen. 14. März 2013, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>
Bei der 86. Oscarverleihung im Jahr 2014 wurden zwei luxemburgische Koproduktionen für einen Oscar nominiert: Ernest & Célestine (Studio 352) und Mr Hublot (Zeilt Productions). Letzterer wurde als Bester animierter Kurzfilm ausgezeichnet.
Die erfolgreichsten luxemburgischen Filme
Gelistet sind die luxemburgischen Filme mit den meisten Kinobesuchern in Luxemburg einschließlich Wiederaufführungen. (Stand: 12. Juni 2018<ref>Le TOP100 des productions et coproductions luxembourgeoises - Centre National de l'Audiovisuel // Luxembourg - Juin 2018. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Juni 2018; abgerufen am 23. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>)
| Titel | Regisseur/Regisseurin | Erscheinungsdatum in Luxemburg | Besucher | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Congé fir e Mord | AFO | 16. Dezember 1983 | 42 619 |
| 2 | Le club des chômeurs | Andy Bausch | 25. Januar 2002 | 33 816 |
| 3 | Mumm Sweet Mumm | AFO | 20. Oktober 1989 | 26 867 |
| 4 | Heim ins Reich | Claude Lahr | 17. September 2004 | 25 239 |
| 5 | Alte Jungs | Andy Bausch | 25. Januar 2017 | 21 817 |
| 6 | Doudege Wénkel | Christophe Wagner | 1. Oktober 2012 | 20 693 |
| 7 | Kleine Geheimnisse | Pol Cruchten | 13. Oktober 2006 | 17 767 |
| 8 | Wat huet e gesot? | AFO | 1981 | 17 652 |
| 9 | Troublemaker | Andy Bausch | 12. Februar 1988 | 16 988 |
| 10 | Back in Trouble | Andy Bausch | 7. November 1997 | 15 548 |
| 11 | Eng nei Zäit | Christophe Wagner | 14. Oktober 2015 | 15 453 |
| 12 | KlibberKleeschenSchueberMaischenAllerHerrgottsNationalSprangKirmes | AFO | 16. Januar 1987 | 15 228 |
| 13 | La revanche | Andy Bausch | 1. Oktober 2004 | 14 616 |
| 14 | Der neunte Tag | Volker Schlöndorff | 26. November 2004 | 13 039 |
| 15 | Dammentour | AFO | 16. Oktober 1992 | 12 884 |
| 16 | Hochzeitsnacht | Pol Cruchten | 6. Dezember 1991 | 11 673 |
| 17 | Schatzritter und das Geheimnis von Melusina | Laura Schroeder | 4. Juli 2012 | 11 381 |
| 18 | Schacko Klak | Frank Hoffmann, Paul Kieffer | 21. Dezember 1990 | 11 046 |
| 19 | A Wopbopaloobop A Lopbamboom | Andy Bausch | 10. November 1989 | 11 000 |
| 20 | Kiriku und die Zauberin | Michel Ocelot | 2. April 1999 | 10 713 |
Förderung
Film Fund Luxmeburg
Die Filmförderung Luxemburg ist eine dem Ministerium für Kultur unterstellte Organisation, deren Aufgabe darin besteht, die Filmproduktion in Luxemburg zu unterstützen, zu entwickeln und in allen europäischen und internationalen audiovisuellen Initiativen zu vertretten.
Nationales audiovisuelles Zentrum (Centre national de l'audiovisuel, CNA)
Das CNA hat den Zweck, audiovisuelle Dokumente in Luxemburg zu sammeln, zu restaurieren und zu verbreiten. Durch ihre Medienbibliothek Médiathèque unterstützt es Dokumentarfilme und andere audiovisuelle Produktionen. Darüber hinaus realisiert es Ausstellungen und Veröffentlichungen und organisiert öffentliche Veranstaltungen im audiovisuellen Bereich.
Veranstaltungen
Luxemburger Filmpreis
Der Luxemburger Filmpreis ist eine Auszeichnung für die besten luxemburgischen Beiträge im Bereich Film. Der Filmpreis wird seit 2003 vergeben und wird grundsätzlich alle zwei Jahre von der Filmförderung und der D'Filmakademie vergeben.
Luxembourg City Film Festival
Das Luxembourg City Film Festival, auch LuxFilmFest genannt, ist ein seit 2011 jährlich stattfindendes Filmfestival in Luxemburg. Es wird vom Ministerium für Kultur und der Stadt Luxemburg unterstützt und ist das offizielle Festival des Landes.
Weblinks
- Schlüsselsektoren Audiovisuelle Produktion auf luxembourg.lu
- Luxemburgischer Filmfonds
- Troublemaker – Filmbesprechung und Biographie von Andy Bausch
- Videos von Feierblumm Productions a.s.b.l.
- Centre national de l'audiovisuel
Einzelnachweise
<references />
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