Zum Inhalt springen

Maggi-Würze

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Maggiwürze-neu.jpg
Maggi-Würze (2006)

Maggi-Würze ist eine vegane Würzsauce, die nach ihrem Schweizer Entwickler Julius Maggi benannt ist. Das Produkt eignet sich wegen seines fleischigen Geschmacks besonders zum Würzen von Suppen oder Eintöpfen.

Bestandteile

Die Würzsauce ist vegan, weil ihre Grundlage Pflanzenproteine sind. Früher wurde sie aus Sojabohnen und Weizen als Eiweißbasis hergestellt, seit 2006 wird ausschließlich Weizen genutzt. Die Zutaten wurden ursprünglich durch Kochen in Salzsäure denaturiert und hydrolysiert und anschließend mit Natronlauge neutralisiert, woraus sich große Mengen Kochsalz ergaben.

Diese Methode wird nicht mehr angewendet, stattdessen kommen enzymatische Hydrolyseverfahren zum Einsatz. Die entstandene Würze wird filtriert und durch Geschmacksverstärker wie Mononatriumglutamat, Aromastoffe und Salz ergänzt. Je nach Angebotsland können die Zutaten geringfügig variieren. Nährwerte pro 100 g in Deutschland: 68 kcal, Fett <0,1 g, Kohlenhydrate 6,5 g (davon Zucker 3,5 g), Eiweiß 9,8 g, Salz 18,2 g.<ref>https://www.maggi.de/produkte/maggi-wuerze-125-g/ abgerufen am 13. November 2022.</ref>

Geschichte

Datei:Maggiwürze-alt.jpg
Maggis Würze als Replikat

Die Maggi-Würze wurde am 8. Juni 1886 von Julius Maggi als preiswerter Ersatz für Fleischextrakt entwickelt. Hergestellt wird sie vom Unternehmen Maggi, das seit 1947 zu Nestlé gehört. 1887 wurde die erste deutsche Maggi-Niederlassung in Singen eröffnet. Zunächst füllten dort lediglich sieben Arbeiterinnen die Maggi-Würze ab. Im Januar 1899 wurde die Maggi-Würze erstmals auch dort produziert, nachdem sich der Import der zur Flaschenabfüllung bestimmten Würze in großen Behältern aus der Schweiz wegen zollrechtlicher Vorschriften nicht mehr rentierte.

Die typische eckige Flasche mit gelb-rotem Etikett wurde 1887 von Julius Maggi entworfen und ist geringfügig verändert immer noch im Einsatz.<ref>Unsere Geschichte auf maggi.de: „Eigenhändig entwirft Julius Maggi ein Jahr später die typische braune MAGGI Würzflasche mit dem gelb-roten Etikett.“ Abgerufen am 2. Mai 2015.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bild zur Veränderung der Maggiflasche zwischen 1887 und 2004 (Memento vom 6. März 2016 im Internet Archive) auf maggi.at, abgerufen am 2. Mai 2015.</ref> Es existieren seit Beginn acht Flaschengrößen von 8 g bis 1400 g. In Privathaushalten waren die kleinen Nachfüllfläschchen von 120 g und 70 g beliebt. Schließlich wurde 1959 die Einwegflasche mit dem siegelroten Käppchen eingeführt.

Von den Krämern wurde das Originalprodukt mitunter verfälscht, entweder durch Panscherei mit Wasser oder durch den Ersatz mit billigerem Konkurrenzprodukt. Verfälschungen wurden von der Firma verfolgt. Beispielsweise hatte das Schweizer Bundesgericht 1913 darüber zu befinden, ob Maggi-Würze ein Lebensmittel im Sinne des Lebensmittelgesetzes sei. Ein Händler in Birsfelden hatte „ein Gemisch von Maggi-Würze und Knorr-Sos oder Maggi-Würze, Knorr-Sos und Wasser als reine Maggi-Würze“ verkauft.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig BGE 39 I 250 - Maggi-Würze.] In: Das Fallrecht. Universität Bern, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. April 2026.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

1923 kostete die 1400-g-Flasche zunächst noch 5 Goldmark, später im selben Jahr – aufgrund der Hyperinflation – 5 Billionen Mark. 1965 wurde die Preisbindung aufgegeben. Vor Aufgabe der Preisbindung kostete die 1000-g-Flasche 5,45 DM, was nach heutiger Währung inflationsbereinigt etwa 13,53 Euro entspräche.<ref>Alle Angaben in diesem Abschnitt beruhen auf dem Artikel von Ernst Nagel.</ref>

Die Bezeichnung der heute allgemein nur noch als Maggi bekannten Würzsauce wechselte zunächst zwischen Maggis Suppen- und Speisewürze und Maggis Suppenwürze, bis man sich schließlich für Maggis Würze entschied. Seit 2009 gibt es als Variante auch Maggi Hot, eine Chilisauce.

Sonstiges

Literatur

  • Ernst Nagel: Beste Würze für Suppen und Saucen, wenige Tropfen genügen. In: Singener Jahrbuch. Jahrgang 1996/97, ISBN 3-9805081-2-9, S. 33–40.

Weblinks

Commons: Maggi-Würze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references /> pl:maggi