Modulare Sanitätseinrichtung
Eine Modulare Sanitätseinrichtung (MSE) ist eine mobile medizinische Behandlungseinrichtung der Bundeswehr, die im Wesentlichen auf einer Kombination von Sanitätszelten und ISO-Containern basiert. MSE dienen im Rahmen der Rettungskette in der Bundeswehr der medizinischen Erst- und Weiterversorgung der Soldaten unter Einsatzbedingungen.<ref name="BW-SanD-EG">Uwe Henning: Sanitätsdienstliche Einsatzgrundsätze. In: bundeswehr.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. März 2023; abgerufen am 29. März 2023.</ref><ref name="MSE01">Modulare Sanitätseinrichtungen (Bw). Von der Rettungsstation bis zum Feldlazarett. In: www.panzerbaer.de. Abgerufen am 19. März 2023.</ref>
Die zunehmende Zahl der Auslandseinsätze der Bundeswehr ließ Lücken in der Sanitätsausstattung erkennen. Daraufhin wurde das Konzept der Modularen Sanitätseinrichtungen entwickelt.<ref name="MSE02">Rüstung. Unterstützung und Durchhaltefähigkeit. In: www.geopowers.com. 11. Oktober 2006, abgerufen am 19. März 2023.</ref> Den in Deutschland hohen Standard der Sanitätsversorgung zu erreichen, war das grundsätzliche Ziel bei der Entwicklung. Im Ergebnis entspricht eine MSE dem Behandlungsniveau eines deutschen Krankenhauses.<ref name="BW-SanD-EG" />
Es sind mehrere Aufbaukonfigurationen möglich:
- Rettungsstation (RS),
- Rettungszentrum leicht (RZ le)
- Rettungszentrum (RZ) und
- Einsatzlazarett (EinsLaz).
Die Grundkonfigurationen entsprechen dabei drei Behandlungsebenen (auch Role genannt), die durch die NATO standardisiert sind.<ref>NATO Logistics Handbook Chapter 16: Medical Support. In: nato.int. Abgerufen am 29. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Rettungsstation entspricht Behandlungsebene 1, das Rettungszentrum leicht Ebene 2, Das Rettungszentrum einer erweiterten Ebene 2 (Role 2+ / Role 2 Enhanced) und das Einsatzlazarett Ebene 3.<ref name="BW-SanD-EG" /><ref>Eike Dybilasz: Aktiv. Attraktiv. Anders. In: Wehrmedizin und Wehrpharmazie. 18. Januar 2017, abgerufen am 29. März 2023.</ref> Innerhalb dieser Konfigurationen kann aufgrund der Modularität unter Hinzufügen bzw. Weglassen von Zelten und Containern die Größe und Funktionalität an die jeweiligen Einsatzerfordernisse angepasst werden.<ref name="MSE01" />
Nach der Behandlung in einer dieser Einrichtungen erfolgt falls nötig der Rücktransport der Patienten mit Hilfe eines MedEvac-Flugzeugs und ggf. eine Weiterbehandlung und Rehabilitation durch ein Bundeswehrkrankenhaus oder eine zivile Gesundheitseinrichtung. Dies wird als Behandlungsebene 4 bezeichnet.<ref name="BW-SanD-EG" />
Die Verlegung von MSE ins Einsatzland und der Aufbau vor Ort nehmen je nach Konfiguration und logistischer Situation eine gewisse Zeit in Anspruch, weshalb sie für kurzfristige Einsätze nicht geeignet sind. Zur Unterstützung von Anfangsoperationen oder anderen schnellen Einsätzen wie Evakuierungsoperationen und Befreiungen deutscher Staatsbürger aus Geiselhaft gibt es im Bereich des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst die Luftverlegbaren Sanitätseinrichtungen (LSE). Laut der Bundeswehr ist die maximale Einsatzdauer einer MSE auf ein Jahr beschränkt. Bei länger dauernden Einsätzen ist stattdessen die Einrichtung fester Sanitätseinrichtungen vorgesehen.<ref name="BW-SanD-EG" />
Ein mit den MSE vergleichbares, seegestütztes Konzept sind die Marineeinsatzrettungszentren (MERZ) für die Einsatzgruppenversorger der Deutschen Marine.
Siehe auch
Einzelnachweise
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