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Nino Haratischwili

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Datei:Nino Haratischwili Frankfurter Buchmesse 2018.jpg
Nino Haratischwili (2018)

Nino Haratischwili ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 8. Juni 1983 in Tiflis, Georgische SSR, Sowjetunion) ist eine georgisch-deutsche Theaterregisseurin, Dramatikerin und Romanautorin.<ref name="aargauer-318599">Literatur - Nino Haratischwili: «Erst schreibe ich über Folter, dann spiele ich mit meinem Kind» – Aargauer Zeitung. In: aargauerzeitung.ch. 7. Oktober 2018, abgerufen am 18. Februar 2021.</ref>

Leben

Nino Haratischwili wuchs in Tiflis auf; Ausnahme waren die Jahre 1995 bis 1997. In dieser Zeit lebte sie in Deutschland, weil ihre Mutter mit ihr vor dem Bürgerkrieg in Georgien geflohen war und in einem Dorf bei Lübbecke Arbeit gefunden hatte.<ref>Kathrin Kramer: Die Zweitsprache hat ihre eigenen Reize – BZ-Porträt: Die Autorin und Regisseurin Nino Haratischwili. In: Badische Zeitung, 2. Dezember 2015.</ref> Im Alter von 14 Jahren ging sie allein nach Georgien zurück.<ref>Zeit des Exils: Interview mit Nino Haratischwili (2021) Interview mit Melanie von Bismarck. YouTube-Kanal der Körber-Stiftung (ab Min. 5:35).</ref> In ihrer Geburtsstadt besuchte sie eine Schule mit erweitertem Deutschunterricht.<ref>Christiane Pöhlmann: Lesung. Die Sicht auf ein Jahrhundert. Am Wochenende las Nino Haratischwili im Museum Europäischer Kulturen in Berlin aus ihrem neuen, heute erscheinenden Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“. In: Die Tageszeitung, 26. August 2014.</ref> Als Jugendliche gründete sie das „Fliedertheater“, eine deutsch-georgische Theatergruppe, für die sie von 1998 bis 2003 regelmäßig Stücke schrieb und inszenierte. Nach einem Studium der Filmregie an der staatlichen Schule für Film und Theater in Tiflis studierte Haratischwili von 2003 bis 2007 Theaterregie an der Theaterakademie Hamburg.

Als Regisseurin zeichnet Nino Haratischwili für zahlreiche Uraufführungen verantwortlich, u. a. am Deutschen Theater Göttingen, auf Kampnagel Hamburg und am Thalia Theater. Ihre dramatischen Texte wurden mehrfach ausgezeichnet.

Mit ihrem Romandebüt Juja (2010) stand Haratischwili auf der Longlist des Deutschen Buchpreises sowie der Shortlist des ZDF-aspekte-Literaturpreises. Ihr zweiter Roman Mein sanfter Zwilling (2011) wurde mit dem Preis der Hotlist der unabhängigen Verlage ausgezeichnet. 2014 erschien Nino Haratischwilis dritter Roman Das achte Leben (Für Brilka), für den sie ein Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung für Recherchen in Russland und Georgien erhielt. 2018 gelangte sie mit ihrem Roman Die Katze und der General auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Für Arte drehte sie anlässlich der Frankfurter Buchmesse – Gastland war Georgien – die 52-minütige NDR-Fernseh-Dokumentation Georgien erzählt: Streifzüge mit Nino Haratischwili mit Regisseurin Eva Gerberding.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Streifzüge mit Nino Haratischwili (Memento vom 20. April 2019 im Internet Archive), arte.tv (nur Text)</ref>

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 forderte sie die westliche Staatengemeinschaft auf, die angegriffenen Ukrainer zu unterstützen. Sie wandte sich allerdings gegen den Boykott russischer Kultur sowie russischer Künstler, die nicht das Regime Putins unterstützen.<ref>"In diesem Krieg kann man keinen Mittelweg wählen", sueddeutsche.de, 8. Oktober 2023.</ref> Mit dem Essay- und Redenband Europa, wach auf! Texte und Reden (2025) legte sie eine Sammlung von 15 zwischen 2013 und 2025 entstandenen Texten vor, welche das Verhältnis zwischen Ost und West nach dem Ende der Sowjetunion, die russische Aggression sowie die Rolle von Sprache und Kunst widerspiegeln; der Titel geht auf einen 2024 in der FAZ veröffentlichten Essay zurück.<ref name="taz-2025-08-23">Als der Westen lieber Olympische Spiele sah. In: taz.de. 23. August 2025, abgerufen am 25. August 2025.</ref>

2024 inszenierte Haratischwili am Deutschen Theater Berlin Penthesilea in einer zweisprachigen Inszenierung.<ref name="taz-5994151">Katja Kollmann: Penthesilia von Nino Haratischwili: Plädoyer für Tod und Unentschieden. In: taz.de. 25. Februar 2024, abgerufen am 25. Februar 2024.</ref>

Nino Haratischwili lebt als Autorin und Regisseurin in Berlin.

Auszeichnungen und Förderpreise

Veröffentlichungen

  • Der Cousin und Bekina. Katzengraben-Presse, Berlin 2001, ISBN 3-910178-36-7.
  • Georgia/Liv Stein. Zwei Stücke. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-88661-318-2.
  • Juja. Roman. Verbrecher-Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-940426-48-2.
  • Mein sanfter Zwilling. Roman. Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt 2011, ISBN 978-3-627-00175-9.
  • Zorn/Radio Universe. Zwei Stücke. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-88661-342-7.
  • Das achte Leben (Für Brilka). Roman. Frankfurter Verlagsanstalt, 2014, ISBN 978-3-627-00208-4.
  • Kokoro. In: Manana Tandaschwili: Zwischen Orient und Okzident. Theaterstücke aus Georgien, Theater der Zeit, Berlin 2015, S. 175ff., ISBN 978-3-95749-061-2.
  • Herbst der Untertanen. Drei Stücke. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-88661-373-1.
  • Die Katze und der General. Roman. Frankfurter Verlagsanstalt, 2018, ISBN 978-3-627-00254-1.<ref>deutschlandfunk.de: Nino Haratischwili: "Die Katze und der General" - Kann jeder zum Mörder werden? Abgerufen am 25. Februar 2024.</ref>
  • Beitrag in: Ralph Schock (Hrsg.): Nach Kolchis. Faszination Georgien – Reiseimpressionen, Verbrecher Verlag 2021, ISBN 978-3-95732-399-6.
  • Das mangelnde Licht. Roman. Frankfurter Verlagsanstalt, 2022, ISBN 978-3-627-00293-0.<ref>Andrea Pollmeier: Nino Haratischwili „Das mangelnde Licht“: Erinnerungen, mit denen keine intakte Gegenwart möglich ist, fr.de, 25. März 2022, abgerufen am 26. März 2022.</ref>
  • Phädra, in Flammen. Theaterstück. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2023, ISBN 978-3-88661-416-5
  • Penthesilea. Ein Requiem. Theaterstück. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2024, ISBN 978-3-88661-422-6
  • Europa, wach auf! Texte und Reden. Essay- und Redenband. Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2025, 192 Seiten.<ref name="taz-2025-08-23" />

Theaterstücke

  • 2006: Z, UA, selbst inszeniert im Thalia in der Gaußstraße Hamburg (mit Nadine Nollau und Jacob Weigert)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Material zu Z (Memento vom 21. Juni 2009 im Internet Archive) auf der Website des Schauspielers Jacob Weigert.</ref>
  • 2006: Drei Sekunden, UA, selbst inszeniert, Werkstatttage am Burgtheater Wien<ref>Nino Haratischwili – Autorenverzeichnis – Verlag Theater der Zeit. Abgerufen am 25. April 2017.</ref>
  • 2007: Mein und dein Herz. Medeia, UA, selbst inszeniert auf Kampnagel Hamburg (mit Saskia Boden, Gunther Eckes, Nina Sarita Müller, Lucia Peraza Rios, Oliver Törner)
  • 2007: Le petit Maitre, UA, Regie: Jette Steckel, Staatstheater Kassel
  • 2007: Agonie, UA, selbst inszeniert im Lichthof Theater Hamburg (mit Ralph Fellows, Thomas Klees, Alisa Levin, Hans Machowiak, Nadine Nollau, Jacob Weigert)
  • 2007: Georgia, UA: Lichthof-Theater, Hamburg, 21. September 2007. Regie: Nino Haratischwili
  • 2008: Müde Menschen in einem Raum, UA, selbst inszeniert im Lichthof Theater Hamburg (mit Friederike Brühheim, Susanne Pollmeier, Gabriel Rodriguez-Silvero, Theresa Rose, Oliver Törner und Renée Zalusky)
  • 2008: SELMA, 13 UA, Regie: Nina Mattenklotz
  • 2009: Liv Stein, UA, selbst inszeniert im Theater der Stadt Heidelberg (mit Ronald Funke, Helene Grass, Simone Mende, Antonia Mohr, Monika Wiedemer)
  • 2009: Algier, UA, selbst inszeniert im Lichthof Theater Hamburg (mit Solveig Krebs, Alisa Levin, Daniela Merz, Jacob Weigert, Vitus Wieser)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Material zu Algier (Memento vom 26. Juni 2010 im Internet Archive) auf der Website des Schauspielers Jacob Weigert.</ref>
  • 2009: Selma, 13, UA: Junges Schauspielhaus Hamburg, 31. März 2012. Regie: Anne Bader
  • 2009: Die zweite Frau, UA: monsun theater, Hamburg, 9. Oktober 2009. Regie: Nina Pichler
  • 2010: Atmen, monsun.theater Hamburg, Regie: Nina Pichler (u. a. mit Vanessa Czapla)<ref>Theater | Vanessa Czapla Schauspielerin. Abgerufen am 2. Juni 2025.</ref><ref>monsun.theater.vanessa-czapla. Abgerufen am 2. Juni 2025.</ref>
  • 2010: Le petit maître, selbst inszeniert in der Badischen Landesbühne Bruchsal (mit Evelyn Nagel, Alice Katharina Schmidt, Jörg Watolla, Mareike Dick, Markus Hennes, Caroline Elsner)
  • 2010: ZORN, UA, Regie Felix Rothenhäusler, DT Göttingen
  • 2010: Radio Universe, UA, inszeniert von Nina Mattenklotz auf Kampnagel Hamburg (mit Phillip Engelhardt, Yuri Englert, Britta Firmer, Vincent Heppner, Zoe Hutmacher, Susanne Pollmeier)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Radio Universe (Memento vom 7. April 2010 im Internet Archive) bei Kampnagel.
    Klaus Witzeling: Nino Haratischwilis: Die ungeduldige Dramatikerin. In: „Hamburger Abendblatt“ vom 3. April 2010.</ref>
  • 2010: Das Jahr von meinem schlimmsten Glück, UA, selbst inszeniert im Lichthof Theater Hamburg (mit Nino Burduli, Lisa Grosche, Solveig Krebs, Susanne Pollmeier, Verena Reichhardt und Anja Topf)<ref>Das Jahr von meinem schlimmsten Glück beim Lichthof Theater Hamburg. (Abgerufen am 29. Februar 2012)</ref>
  • 2011: Das Leben der Fische, UA, selbst inszeniert, DT Goettingen (mit Angelika Fornell, Andreas Jeßling, Marie-Isabel Walke, Karl Miller)
  • 2012: Wir ohne uns, UA: Junges Schauspielhaus Hamburg, 31. März 2012. Regie: Anne Bader
  • 2012: Elektras Krieg, UA: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 9. September 2012. Regie: Klaus Schumacher
  • 2012: Kokoro, UA: Saarländisches Staatstheater Saarbrücken, 19. Mai 2012. Regie: Nino Haratischwili
  • 2014: Herbst der Untertanen, UA: LICHTHOF Theater Hamburg, 11. April 2014. Regie: Nino Haratischwili
  • 2014: Land der ersten Dinge, UA: Deutsches Theater Berlin, 14. November 2014<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Land der ersten Dinge (Memento vom 27. Januar 2015 im Internet Archive), abgerufen am 6. Dezember 2014.</ref>, entstanden für das Projekt The Art of Ageing der European Theatre Convention, Koproduktion des Slowakischen Nationaltheater in Bratislava und des Deutschen Theaters Berlin<ref>Mounia Meiborg: Dieser Stoff ist unser Leben. Nino Haratischwilis "Land der ersten Dinge" in Berlin., in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 280, 5. Dezember 2014, ISSN 0174-4917, S. 12.</ref>
  • 2016: Schönheit, UA: Oldenburgisches Staatstheater, 7. Oktober 2016. Regie: Isabel Osthues
  • 2017: Die Nacht aus Papier, UA: Deutsches Theater Berlin, 21. Januar 2017. Regie: Jette Steckel. Entstanden für das Projekt 10 Gebote am Deutschen Theater Berlin, zum sechsten Gebot: „Du sollst nicht ehebrechen“.
  • 2017: Die Barbaren, UA: Burgtheater Wien, 27. Januar 2017. Regie: Barbara Frey
  • 2021: Löwenherzen, UA: Consol Theater Gelsenkirchen, 17. Januar 2021. Regie: Andrea Kramer
  • 2023: Phädra, in Flammen, UA: Berliner Ensemble/Ruhrfestspiele Recklinghausen, 25. Mai 2023. Regie: Nanouk Leopold
  • 2024: Penthesilea. Ein Requiem, UA: Deutsches Theater Berlin, 23. Februar 2024. Regie: Nino Haratischwili
  • 2025: Kein Schicksal, Klytämnestra, UA: Schauspiel Leipzig, 24. April 2025. Regie: Enrico Lübbe<ref>Schauspiel Leipzig: Kein Schicksal, Klytämnestra (UA), von Nino Haratischwili | Schauspiel Leipzig. Abgerufen am 2. Juni 2025.</ref>

Übersetzungen

  • Lascha Bugadse: Der Literaturexpress. Frankfurter Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-627-00223-7.

Weblinks

Einzelnachweise, Fußnoten

<references />

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