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Ohbach

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Vorlage:Infobox Fluss

Der Ohbach ist ein grobmaterialreicher, silikatischer MittelgebirgsbachVorlage:GeoQuelle im Stadtgebiet von Bad Honnef und ein rechter Nebenfluss des Mittelrheins. Er weist bei einer Länge von je nach Definition gut fünf bis acht Kilometern unter den Gewässern des Stadtgebiets die höchste Abflussmenge auf. Das Einzugsgebiet des Baches ist mit 12,858 km² angegeben.<ref>Gewässerverzeichnis des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW 2006 (PDF; 1,1 MB), S. 13</ref>

Namensgebung

In der Nähe eines Brunnens („Fuck“) am Annapfad wurde der Bach früher Fuckenbach genannt, die Brücke darüber Fuckenbrücke und der Höhenrücken vom damaligen Antoniusstift bis zur Linzer Straße Fuckenberg.<ref name="Brungs" details="S. 38" />

Vorlage:Zitat

Geographie

Verlauf

Der Bach entsteht durch Zusammenfluss des das Einsiedlertal begleitenden Einsiedlerbachs (rechter Quellbach aus dem Siebengebirge) und des Stensbachs (linker Quellbach aus dem Rheinwesterwälder Vulkanrücken) auf einer Höhe von etwa Vorlage:Höhe südlich des Schellkopfs. Gemäß der Gewässerstationierungskarte wird der an der Nordseite des Broderkonsbergs auf knapp über Vorlage:Höhe entspringende Stensbach als Oberlauf des Ohbachs betrachtet.Vorlage:GeoQuelle Der Bach verläuft nach dem Zusammenfluss im Schmelztal weitgehend parallel zur Landesstraße 144 und nimmt nördlich der Kitzenhardt von rechts den Poßbach auf. Nach weiteren 500 m weitet sich das Schmelztal auf, sodass der Ohbach das Siebengebirge verlässt und in den Bad Honnefer Ortsbereich eintritt. Nachdem er kurz darauf von links den das Mucher Wiesental durchfließenden Weidenbach aufgenommen hat, unterquert er die Landesstraße 144 und passiert die Ortsteile Selhof und Beuel, wo er stellenweise in einen Park eingebettet ist. Südlich der Fachhochschule taucht er in den Kanal ab, wo er mit Ausnahme einer Strecke von rund 200 m verbleibt und erst westlich von Bundesstraße 42 und Eisenbahnstrecke wieder an die Oberfläche tritt. Dort wird er vom Brückenbauwerk Honnefer Kreuz überquert und mündet nach wenigen Metern auf Höhe der Insel Grafenwerth in den Altarm des Rheins.

Einzugsgebiet

Das 12,849 km² große Einzugsgebiet des Ohbachs erstreckt sich vom Rheinwesterwälder Vulkanrücken und dem Siebengebirge bis zur Honnefer Talweitung und wird durch ihn über den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es grenzt

  • im Nordosten und Osten an das Einzugsgebiet des Pleisbach, der über die Sieg in den Rhein entwässert;
  • im Südosten an das des Hallerbachs, der über den Pfaffenbach und die Wied ebenfalls in den Rhein entwässert;
  • im Süden an die Einzugsgebiete der beiden Rheinzuflüsse Kasbach und Honnefer Graben und
  • im Nordwesten an das des Möschbachs, der in den Rhein mündet.

Sein Einzugsgebiet ist im östlichen Teil zum größten Teil bewaldet und im Westen im Bereich der Mündung besiedelt. Die höchste Erhebung ist der Vorlage:Höhe hohe Berg mit der Ruine der Löwenburg im Norden des Einzugsgebiets.

Zuflüsse

  • Stensbach (linker Quellbach, Hauptstrang), 3,2 km, 1,70 km², 14,10 l/s
  • Einsiedlerbach (rechter Quellbach, Nebenstrang), 2,2 km, 1,18 km², 9,59 l/s
  • Bach mit der GKZ 2719232 (links), 1,3 km, 0,54 km², 4,23 l/s
  • Poßbach (rechts), 1,4 km, 0,67 km², 5,07 l/s
  • Weidenbach (links), 4,6 km, 5,17 km², 41,09 l/s

Natur und Umwelt

Der Ohbach ist auf dem deutlichen Großteil seiner Fließstrecke als gering belastet eingestuft und trägt dort die Güteklasse I–II.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref> Lediglich bei der Belastung des Gewässers durch Metalle wird er als nicht gut eingestuft.<ref>Die Bäche und das Grundwasser im Gebiet der Rheinzuflüsse von Bad Honnef bis Köln – Zustand, Ursachen von Belastungen und Maßnahmen (PDF; 3,0 MB) 2008</ref>

Regulierungen

1928 wurde der Ohbach längs der Steinstraße auf einer Länge von 36 m in Beton gefasst und überdeckt.<ref>Honnefer Volkszeitung, 24. Mai 1928, S. 5 (zeitpunkt.nrw)</ref><ref>Honnefer Volkszeitung, 14. März 1929, S. 3 (zeitpunkt.nrw)</ref> 1933 wurde er von dort<ref>Honnefer Volkszeitung, 29. Mai 1934, S. 3 (zeitpunkt.nrw)</ref> bis kurz vor seiner Mündung in den Rhein an der Schiffersiedlung Mülheim und von der Linzer Straße bis unterhalb der Kirchstraße mit einer in Beton gefassten Rinne reguliert.<ref>Honnefer Volkszeitung, 19. August 1933, S. 2 (zeitpunkt.nrw)</ref><ref>Honnefer Volkszeitung, 26. August 1933, S. 2 (zeitpunkt.nrw)</ref><ref>Honnefer Volkszeitung, 25. Oktober 1933, S. 5 (zeitpunkt.nrw)</ref> 1950 erfolgte eine Regulierung unmittelbar an der Mündung durch Abtreppungen.<ref>Honnefer Volkszeitung, 30. Dezember 1949, S. 3 (zeitpunkt.nrw)</ref> Von 1972 bis 1974 wurde im Schmelztal ein Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 19.000 m³ errichtet.<ref>Honnefer Volkszeitung, 19. September 1972, S. 3 (zeitpunkt.nrw)</ref><ref>Honnefer Volkszeitung, 1. Dezember 1974, S. 8 (zeitpunkt.nrw)</ref>

Zwischen den Ortsteilen Beuel und Selhof wurde der ursprüngliche Verlauf des Bachs durch eine Verlegung nach Norden geändert.<ref>Adolf Nekum: Tausend Jahre Selhof, 100 Jahre Bürgerverein. Chronik eines Dorfes und seines Bürgervereins. Bürgerverein Bad Honnef-Selhof 1988, S. 65/66.</ref>

Mühlen

Ab dem Mittelalter ist der Betrieb einer Mühle am Ohbach („untere Mühle“) nachweisbar, die ihm den seinerzeitigen Namen „Milenbach“ verlieh. Eine zweite Mühle („Olligsmühle“<ref>Vorlage:Literatur</ref>), an dem nach ihr sogenannten „Olligsberg“ bei Selhof gelegen, kam 1716 hinzu und wurde zunächst 1719 in eine Ölmühle und nach 1764 in eine Mahlmühle umgewandelt; 1934 wurde sie abgebrochen.<ref>Honnefer Volkszeitung, 14. Dezember 1934, S. 3 (zeitpunkt.nrw)</ref> Weiter oberhalb in der damaligen Honschaft Beuel kam es 1782 zum Bau einer weiteren Ölmühle, die den Namen Grendelsmühle trug, ab 1851 als Gesteinsmühle<ref>Helmut Arntz (unter Mitarbeit von Adolf Nekum): Urkataster und Gewannen: am Beispiel der Gemeinde Honnef 1824/1826. (=Heimat- und Geschichtsverein „Herrschaft Löwenburg“ e. V.: Studien zur Heimatgeschichte der Stadt Bad Honnef am Rhein, Heft 13, Bad Honnef 2000; Gesellschaft für Geschichte des Weines e. V.: Schriften zur Weingeschichte, Vorlage:ISSN, Nr. 133, Wiesbaden 2000), S. 79.</ref> und später als Sägemühle diente. Eine vierte vom Ohbach betriebene Mühle wurde 1849 vollendet, ist aber wie die ersten drei spätestens Anfang des 20. Jahrhunderts außer Betrieb gegangen.<ref name="Brungs" /> Im Ersten Weltkrieg wurde das Wohnhaus der unteren Mühle am Ohbach zur Verbreiterung der Bahnhofstraße an der Einmündung Steinstraße abgebrochen, erhalten blieben die Mühlengebäude am heutigen Mühlenpfad.<ref name="Brungs" details="S. 154" /><ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Karl Günter Werber: Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten, Band 2, Europäische Bibliothek, Zaltbommel 2000, ISBN 90-288-6625-6, Abb. 21.</ref>

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references> <ref name="Brungs"> Vorlage:Literatur </ref> </references>