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Olympische Sommerspiele 2008

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Spiele der XXIX. Olympiade
colspan="2" style="text-align: center; background-color:#Vorlage:Standardfarbe" class="notheme" | Logo der Olympischen Sommerspiele 2008
Eine Welt, ein Traum
Austragungsort: Peking (Volksrepublik China)
Stadion: Nationalstadion Peking
Eröffnungsfeier: 8. August 2008
Schlussfeier: 24. August 2008
Eröffnet durch: Hu Jintao (Staatspräsident)
Olympischer Eid: Zhang Yining (Sportlerin)
Huang Liping (Kampfrichter)
Olympische Fackel: Li Ning
Disziplinen: 42 (28 Sportarten)
Wettkämpfe: 302
Länder: 204
Athleten: 11.126<ref name="faz-11451223">Achim Dreis: Pech für Kaufmann – Glück für Nowitzki – Stuhl für Xu. In: FAZ.net. 5. August 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>
(6280 Datei:Unicode Geschlechtersymbole.svg, 4846 Datei:Unicode Geschlechtersymbole.svg)
Athen 2004
London 2012
Medaillenspiegel
Platz Land G S B Ges.
1 China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg China 48 22 30 100
2 Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten 36 39 37 112
3 RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland 24 13 23 60
4 Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Großbritannien 19 13 19 51
5 DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland 16 11 14 41
6 AustralienDatei:Flag of Australia (converted).svg Australien 14 15 17 46
7 Vorlage:KOR-1997 13 11 8 32
8 JapanDatei:Flag of Japan.svg Japan 9 8 8 25
9 ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien 8 9 10 27
10 FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich 7 16 20 43
34 SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz 2 1 4 7
64 OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich 1 2 3
Vollständiger Medaillenspiegel

Die Olympischen Sommerspiele 2008 (offiziell Spiele der XXIX. Olympiade genannt) wurden vom 8. bis zum 24. August 2008 hauptsächlich in der chinesischen Hauptstadt Peking ausgetragen. Es waren die ersten Olympischen Sommerspiele in China. Den Zuschlag des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) erhielt Peking am 13. Juli 2001.

11.126 Sportler traten in den 302 Wettbewerben aus 28 Sportarten an, womit ein Wettbewerb mehr als bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen auf dem Programm stand. 37 Wettkampfstätten wurden für die Austragung der Veranstaltungen benutzt. Ein Teil von ihnen befand sich außerhalb Pekings, so in Qingdao (Segeln), Qinhuangdao, Shanghai, Shenyang und Tianjin (alle Fußball). Neben dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) der Volksrepublik China war das Nationale Olympische Komitee Hongkongs Mitausrichter, da dort die Reitsportwettkämpfe stattfanden.

Gastgeberland China war mit 48 Goldmedaillen die mit Abstand erfolgreichste Nation und erreichte damit erstmals Platz 1 im Medaillenspiegel.

Bewerbungen

Insgesamt bewarben sich zehn Städte um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2008: Bangkok, Havanna, Kairo, Kuala Lumpur, Sevilla, Osaka, Toronto, Paris, Istanbul und der Favorit Peking. Die letzten fünf ließ das IOC zur Wahl des Austragungsortes zu – wobei nur Paris, Toronto und Peking Chancen auf den Erhalt der Spiele zugestanden und Istanbul und Osaka als Außenseiter angesehen wurden.

Paris bewarb sich um die Austragung der dritten Olympischen Sommerspiele nach 1900 und 1924. Geplant waren Ausgaben in Höhe von 2,3 Milliarden Euro für die Infrastruktur und 2,2 Milliarden Euro für die Organisation. Die Zustimmung zur Bewerbung war in der französischen Bevölkerung und Politik groß. Dabei wurde versucht, sich gegenüber dem Favoriten Peking vor allem durch ethische Fragen abzusetzen. So gäbe es in Frankreich keine Menschenrechtsverletzungen und keine gravierenden Umweltprobleme. Als Olympiastadion sollte das Stade de France genutzt werden. Daneben sollten die Beachvolleyballspiele unter dem Eiffelturm und die Reitwettbewerbe vor dem Invalidendom ausgetragen werden. Das Roland-Garros-Stadion wäre Austragungsort der Tenniswettbewerbe geworden.

Toronto warb mit der multikulturellen Gesellschaft Kanadas. Die Organisatoren gingen von Ausgaben in Höhe von 10,3 Milliarden Euro für Infrastruktur und 2,3 Milliarden Euro für die Organisation aus. Die Organisatoren versprachen Spiele der kurzen Wege, da 25 von 28 Sportstätten innerhalb von 15 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein sollten. Außerdem strebten sie an, nach Calgary und Los Angeles die dritte Stadt zu werden, die einen Gewinn durch die Olympischen Spiele macht. Toronto wollte aus den Fehlern der Olympischen Sommerspiele 1976 in Montreal lernen, das noch heute an der Verschuldung durch die Austragung leidet.

Nach der gescheiterten Bewerbung von 1993 um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2000, die Peking mit nur zwei Stimmen Unterschied gegen Sydney verloren hatte, bewarb sich die chinesische Hauptstadt zum zweiten Mal. Die geplanten Kosten betrugen 23 Milliarden Euro für die Infrastruktur und 3,6 Milliarden für die Organisation. Man bewarb sich mit einem im Norden Pekings geplanten olympischen Dorf, in dem auch die meisten Sportanlagen liegen sollten, und Beachvolleyballwettbewerben auf dem Tian’anmen-Platz. Daneben war schon der Weg des olympischen Feuers geplant, der auch über den Himalaya führen sollte. Nach dem ersten Scheitern kam es zu radikalen Veränderungen in der Stadt. So wurden Fabriken in Hinterhöfen geschlossen, was zu besserer Luftqualität führen sollte, und alte, verwinkelte Stadtviertel umgestaltet. In der Stadt wurden Grünstreifen angelegt und moderne Hochhaussiedlungen errichtet. Die Bewerbung wurde von Kritik durch Menschenrechtler begleitet, da China die meisten Todesurteile weltweit vollstreckt. Im konkreten Zusammenhang mit den Spielen wurden Zwangsumsiedlungen befürchtet. Außerdem wurde kritisiert, dass mit dem vielen Geld besser Schulen und Krankenhäuser finanziert werden sollten. In den Wochen vor der Entscheidung über die Vergabe der Spiele in Moskau gab es viele Veranstaltungen zur Unterstützung der Bewerbung, die durch die Medien verbreitet wurden. 200.000 Schulkinder haben zum Beispiel ein 2008 Meter langes Plakat gebastelt, das an der Chinesischen Mauer aufgehängt wurde.<ref name="bewerbung">WAZ, 13. Juli 2001, „Spannender Wettstreit um die fünf Ringe“</ref> Das europäische Parlament formulierte die Kritik der von ihm repräsentierten Länder in einer Entschließung.<ref>Entschließung des Europäischen Parlaments zur Kandidatur Pekings für die Olympischen Spiele 2008, 5. Juli 2001.</ref>

Vergabe der Spiele

Ergebnis der Wahl des Austragungsortes 2008
Ort Land Runde 1 Runde 2
Peking China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China 44 56
Toronto KanadaDatei:Flag of Canada (Pantone).svg Kanada 20 22
Paris FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich 15 18
Istanbul TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei 17 9
Osaka JapanDatei:Flag of Japan.svg Japan 6

Peking setzte sich am 13. Juli 2001 auf der 112. IOC-Session in Moskau gegen Toronto, Paris, Istanbul und Osaka durch. Für die Beschreibung des politischen Umfeldes dieser Bewerber verwendete die IOC-Evaluierungs-Kommission in ihrem Evaluierungsbericht Begriffe, die üblicherweise für die Beschreibung von Regierungs- und Staatsformen verwendet werden. Abweichend davon übernahm die Kommission für Peking mit „funktionierend für China“ („working for China“) eine chinesische Selbstbeschreibung des politischen Systems. Weiterhin meinte die Kommission zu China: „Die allgemeine Präsenz starker Kontrolle und Unterstützung durch die Regierung ist gesund…“ („The overall presence of strong governmental control and support is healthy…“).<ref>Host City Election Procedure 2008: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Report of the IOC Evaluation Commission (Memento vom 25. März 2009 im Internet Archive), 2001, S. 60 und S. 74.</ref>

Die Vergabe der Olympischen Sommerspiele nach Peking war nicht der erste Fall, in dem die Entscheidung des IOCs zu politischen Kontroversen führte. Weitere Beispiele sind Berlin (1936), Mexiko-Stadt (1968), Moskau (1980), Los Angeles (1984) und Seoul (1988). Die Entscheidung für Peking fiel deutlicher aus und kam rascher als erwartet. Vor der Abstimmung stellte sich jeder Bewerber mit einer 45-minütigen Präsentation vor und warb um Stimmen. Der Favorit Peking setzte sich nach zwei Wahlgängen durch. Bei der Wahl des Austragungsortes der Olympischen Sommerspiele 2000 waren vier Wahlen nötig, ebenso bei den Olympischen Sommerspielen 2004. Nachdem die Spiele an Peking vergeben worden waren, erklärte am 17. Juli 2001 der stellvertretende Ministerpräsident Li Lanqing: „Der Gewinn der olympischen Bewerbung für 2008 ist ein Beispiel für die internationale Anerkennung der sozialen Stabilität Chinas, des wirtschaftlichen Fortschritts und des gesunden Lebens des chinesischen Volkes.“<ref>Li Lanqing in en.beijing2008.cn: „The winning of the 2008 Olympic bid is an example of the international recognition of China’s social stability, economic progress and the healthy life of the Chinese people.“ 17. Juli 2001.</ref>

Organisation und Vorbereitungen

Die Volksrepublik China investierte 40 Milliarden Dollar in Sportstätten und Infrastrukturprojekte. Diese wurden von rund 30.000 Arbeitern realisiert. Zwar gingen die Organisatoren davon aus, dass alle Sportstätten spätestens Ende 2007 fertiggestellt sein würden, jedoch musste der Plan, bereits weit vor dem Beginn der Spiele fertig zu sein, wegen explodierender Kosten, Engpässen in der Stahlproduktion und technischer Probleme aufgegeben werden. Für den Bau der Olympiastätten wurden 3000 Familien zwangsumgesiedelt, was rund 155 Millionen Euro kostete.<ref>Baustelle Olympia 2008 – Architekturprojekte der Superlative – chinaseite.de.</ref> Die in Genf tätige Organisation COHRE (Centre on Housing Rights and Evictions) befürchtet, dass 1,5 Millionen Einwohner wegen der Olympischen Spiele zwangsumgesiedelt wurden. Das Organisationskomitee und das chinesische Außenministerium entgegneten darauf, nur 6037 Personen seien von Umsiedlungen betroffen.<ref>Lindsay Beck: Beijing to evict 1.5 million for Olympics. Reuters, 5. Juni 2007, abgerufen am 7. Februar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach anderen Angaben sind bis Mai 2005 nicht weniger als 300.000 Einwohner umgesiedelt worden.

Gesetzgebung

Am 10. April 2006 gab die Pekinger Stadtverwaltung bekannt, dass im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 2008 mehr als 70 lokale Gesetze und Verordnungen erlassen werden, um nicht erwünschte Personen von der Stadt fernzuhalten. Betroffen sind Einwohner ohne eine Wohnberechtigung für Peking, Wanderarbeiter, Bettler und Menschen mit geistigen Behinderungen. Die Grenzkontrollen und die Überwachung von Nichtregierungsorganisationen sollen verschärft sowie sämtliche Proteste verboten werden. Die Einwohner Pekings werden dazu aufgerufen, während der Spiele zu Hause zu bleiben. Außerdem sollen Personen, die regimekritisch auffallen, strafrechtlich stärker verfolgt werden.<ref>法制晚报 (Fazhi Wanbao, bzw. Abendblatt des Rechtssystems), 10. April 2006, A05.</ref> Zahlreiche Personen, die gegen die Umsiedlungen protestierten, sind von der Pekinger Polizei verhaftet worden.<ref>Thousands of homes destroyed to make way for Olympic touristsThe Times, 26. Mai 2005.</ref>

Die Pekinger Stadtverwaltung hat neue Verhaltensregeln erlassen, welche die Polizeibeamten zu einem besseren Benehmen bewegen sollen. In Umlauf gebrachte Broschüren fordern die Beamten auf, weniger zu fluchen, ihr arrogantes Verhalten aufzugeben und keine Personen zu ignorieren, die ein Verbrechen melden wollen. Verstöße sollen bestraft werden. Die Behörden erhoffen sich bis zum Beginn der Spiele ein besseres Image.<ref>New guidelines for Beijing police ahead Of 2008 games – gamesbids.com, 11. Mai 2007.</ref>

Wettkampfstätten und olympisches Dorf

Datei:Beijing 2008 olympic venue.svg
Lageplan der Wettkampfstätten in Peking
Datei:Bird's Nest stadium, May 2008.jpg
Nationalstadion in Peking („Vogelnest“)
Datei:Beijing National Aquatics Centre 2.jpg
Nationales Schwimmzentrum („Wasserwürfel“)

Das olympische Dorf ist am nördlichen Ende einer Achse angesiedelt, die in Nord-Süd-Richtung durch Peking verläuft und an der unter anderem der Tian’anmen-Platz und die Verbotene Stadt liegen. Die runde Struktur des Nationalstadions und die eckige Form des Nationalen Schwimmzentrums, die an beiden Seiten dieser Achsen liegen, sind weitere Elemente der architektonischen Symbolik.<ref name="ultimate">TV-Dokumentation Ultimate Olympics, Discovery Channel.</ref>

Neubauten in Peking

Bestehende Anlagen in Peking

Temporäre Anlagen in Peking

Anlagen außerhalb Pekings

Logo, Maskottchen und Motto

Das Logo der Olympischen Sommerspiele 2008 trägt die Bezeichnung „Tanzendes Peking“. Es ist einem chinesischen Siegel nachempfunden und zeigt vor einem roten Hintergrund das kalligraphische Schriftzeichen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („Hauptstadt“ aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), das der Form eines Athleten nachempfunden ist. Die geöffneten Arme des Sportlers sollen die Einladung Pekings an die Welt symbolisieren.

Die fünf offiziellen Maskottchen der Spiele sind die Fuwa ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), wörtlich „Kinder des Glücks“), bestehend aus dem Karpfen Bèibèi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), dem Großen Panda Jīngjīng ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), der olympischen Fackel Huānhuān ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), dem Tschiru Yíngyíng ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) und der Schwalbe Nini ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Sie wurden am 11. November 2005, genau 1000 Tage vor der Eröffnung der Spiele, der Öffentlichkeit vorgestellt und repräsentieren die Sportfelder Schwimmen, Kampf- und Kraftsportarten, Ballsportarten, Turnen und Leichtathletik. Die Maskottchen symbolisieren aber auch die Elemente der Fünf-Elemente-Lehre des Daoismus: Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall. Außerdem entsprechen die Farben der Figuren denen der olympischen Ringe.

Jeder der fünf Namen ist so gewählt, dass er einem plausiblen Namen für ein Kleinkind entspricht. Setzt man sie jedoch zusammen, tönen sie fast identisch wie der Satz {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), was so viel wie „Peking heißt Dich willkommen“ bedeutet. In Deutschland wird das Maskottchen unter dem Namen „Die Freundlichen Fünf“ vermarktet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorstellung der Maskottchen (Memento vom 20. Dezember 2006 im Internet Archive) – Website des Organisationskomitees.</ref>

„Eine Welt, ein Traum“ (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist das Motto der Olympischen Sommerspiele 2008. Es wurde am 26. Juni 2005 vom Organisationskomitee bekanntgegeben.<ref>Vorstellung des Mottos – Website des Organisationskomitees, 25. Dezember 2005.</ref>

Fackellauf

Datei:Beijing 2008 Torch Relay Route.png
Ursprünglich geplante Route des Fackellaufs
Datei:2008 Olympic Torch Relay, London AB3.JPG
Der Fackellauf war in London nur unter massiven Sicherheitsvorkehrungen möglich

Am 26. April 2007 gab das Organisationskomitee die Route des Fackellaufs bekannt.<ref>Beijing 2008: BOCOG announces Olympic Torch Relay route – Internationales Olympisches Komitee, 26. April 2007.</ref> Der Lauf stand unter dem Motto „Reise der Harmonie“ und dauerte 130 Tage. Dabei wurde die Fackel über eine Distanz von 137.000 Kilometern getragen, womit der Fackellauf 2008 der längste der Geschichte war.

Das olympische Feuer wurde am 24. März 2008 im griechischen Olympia entzündet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beijing Olympic flame to be lit on March 24 (Memento vom 14. März 2008 im Internet Archive) – Website des Organisationskomitees, 11. März 2008.</ref> Per Flugzeug wurde die Fackel nach Peking gebracht, wo sie am 31. März ankam. Ab Peking wurde die Fackel durch alle Kontinente außer der Antarktis getragen. Außerdem führte die Route entlang der antiken Seidenstraße, womit die jahrtausendealten Verbindungen Chinas mit der übrigen Welt symbolisiert wurden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beijing 2008 Olympic Torch Relay planned route and torch design unveiled (Memento vom 29. April 2007 im Internet Archive) – Website des Organisationskomitees, 26. April 2007.</ref>

Die von einem Lenovo-Team entworfene Fackel wurde einer chinesischen Schriftrolle nachempfunden und verwendete ein traditionelles chinesisches Design, das als „Glückliche Wolke“ bekannt ist. Dieses nimmt Bezug auf die fünf Elemente, aus denen das Universum bestehe (Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde). Die Fackel musste so entworfen werden, dass die Flamme auch bei Winden von 65 Kilometern pro Stunde und Niederschlägen von 50 Millimetern pro Stunde weiter brennen konnte.

Wie seitens des Organisationskomitees angestrebt, wurde das olympische Feuer am 8. Mai ohne Vorankündigung – der planmäßige Fackellauf durch die Stadt Shenzhen in der Provinz Guangdong wurde um einige Stunden verschoben – auf den Mount Everest, den höchsten Berg der Erde, getragen. Zu diesem Zweck hatten im Juni 2007 die Bauarbeiten an einer asphaltierten Straße vom Kreis Tingri im Regierungsbezirk Xigazê in Tibet zum Basislager am Mount Everest begonnen; die Baukosten hatten 19,7 Millionen Dollar betragen. Umweltschützer hatten zuvor Bedenken geäußert, die Straße könne das Gleichgewicht der fragilen Gebirgsregion beeinträchtigen, doch die Regierung hatte mögliche negative Konsequenzen verneint.<ref>China to build highway on Mt Everest for 2008 Olympics – The Hindu, 20. Juni 2007.</ref> Die Aktion wurde live im chinesischen Staatsfernsehen übertragen. Die ursprünglichen Pläne sahen auch einen Besuch in Taiwan vor, doch die taiwanische Regierung lehnte dieses Vorhaben ab.<ref>Taiwan rejects China’s torch relay plansUSA Today, 26. April 2007.</ref>

Massive Proteste begleiteten sowohl den Auftakt des Fackellaufes in Griechenland als auch die Etappen in London und Paris. Wegen massiver Proteste gegen Menschenrechtsverletzungen in China und der chinesischen Reaktion auf die kurz zuvor ausgebrochenen Unruhen in Tibet, wurde der Fackellauf in Paris am 7. April von der Polizei unterbrochen. Die Fackel wurde dabei zwischenzeitlich mehrmals gelöscht und an der mitgeführten Laterne wieder entzündet.<ref name="nzz-1703431">Olympische Flamme mehrmals gelöscht: Fackellauf in Paris wegen Protesten abgebrochen. In: nzz.ch. 7. April 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref> In Paris kam es zu einem Eklat, als Demonstrierende eine chinesische Sportlerin im Rollstuhl angriffen. Daraufhin verfasste der französische Präsident Nicolas Sarkozy ein Entschuldigungsschreiben an die Rollstuhlfahrerin.<ref name="SPON-548619">Olympia-Proteste: Sarkozy entschuldigt sich bei Rollstuhlfahrerin aus China. In: Spiegel Online. 21. April 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>

Für den Fackellauf in San Francisco wurde die Route massiv geändert, um Protesten aus dem Weg zu gehen. Bei der Übergabe der Fackel an die von Coca-Cola nominierte Fackelläuferin Majora Carter kam es zu einem Eklat. Wenige Sekunden nach der Übergabe der Fackel zog die offizielle Läuferin eine tibetische Fahne aus dem Ärmel, um gegen Menschenrechtsverletzungen in Tibet zu protestieren. Innerhalb weniger Sekunden wurde ihr die Fahne von chinesischen paramilitärischen Sicherheitskräften entrissen. Gewaltsam wurde die Läuferin von Polizisten von der Route abgedrängt und die Fackel von einem anderen Läufer weitergetragen.<ref>Carrying the Olympic Torch, and Protesting It, TooNew York Times, 11. April 2008.</ref>

Der Vorsitzende der japanischen nationalen Kommission für öffentliche Sicherheit kündigte an, dass Japan beim olympischen Fackellauf im eigenen Land keine chinesischen Sicherheitskräfte akzeptieren wird. Der geplante Ausgangspunkt der Route in Japan im Zenkō-ji in Nagano wurde von den örtlichen Priestern abgesagt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />AFP, 18. April 2008: Japanese temple refuses to host Olympic torch. (Memento vom 22. April 2008 im Internet Archive)</ref>

Aus Protest gegen chinesische Menschenrechtsverletzungen sagte auch die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai ihre Teilnahme am olympischen Fackellauf in Tansania ab. Diese Olympischen Spiele hätten keinen verbindenden Charakter mehr, sie entzweiten die Menschen, erklärte Maathai.<ref name="SPON-546818">Peking empört: Japan will Chinas Fackelwächter stoppen. In: Spiegel Online. 11. April 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>

Aus Trauer um die Erdbebenopfer in China wurde der Fackellauf vom 19. bis zum 22. Mai unterbrochen. Die Regierung verordnete am ersten Tag drei Schweigeminuten. Für die weiteren zwei waren Vergnügungsaktivitäten eingestellt und die Flaggen wurden landesweit auf halbmast gesetzt. Die Fackellaufroute wurde daraufhin geändert und die vom Erdbeben betroffene Provinz Sichuan erst Anfang August als letzte Station vor Peking besucht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Torch relay in Chengdu concludes (Memento vom 12. August 2008 im Internet Archive) –Website des Organisationskomitees, 5. August 2008.</ref>

Teilnehmer

Datei:2008 Summer olympics team numbers.gif
Teilnehmer

Die Zahl von 202 teilnehmenden Nationen an den Olympischen Sommerspielen 2004 wurde in Peking übertroffen. Es nahmen 204 Nationen teil, da das IOC die Nationalen Olympischen Komitees der Marshallinseln und von Tuvalu anerkannt hatte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Marshall Islands joins Olympic Family (Memento des Vorlage:IconExternal vom 1. November 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oceaniasport.com – oceaniasport.com, 10. Februar 2006.</ref> Daneben starteten Serbien und Montenegro nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom 21. Mai 2006 getrennt.<ref>Two new National Olympic Committees on board! – Internationales Olympisches Komitee, 6. Juli 2007.</ref> Südkorea und Nordkorea verhandelten über ein gemeinsames Team für die Olympischen Sommerspiele, nachdem sie schon mehrmals bei Eröffnungsfeiern gemeinsam einmarschiert waren.<ref>Koreas 'to unify Olympics teams' – bbc.co.uk, 1. November 2005.</ref> Wegen Uneinigkeit bezüglich der Aufteilung der Quotenplätze kam jedoch keine Vereinbarung zustande.

Der Irak durfte – entgegen früheren Ankündigungen – an den Spielen teilnehmen.<ref name="sz-594168">Olympische Spiele – Irak von Olympia ausgeschlossen. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref> Dieses allerdings nur mit zwei Leichtathleten, da für die restlichen fünf die Meldefristen für das Bogenschießen, Gewichtheben, Rudern und Judo bereits abgelaufen waren. Die irakische Regierung hatte mit einem Erlass vom 20. Mai 2008 die Auflösung des Nationalen Olympischen Komitees angeordnet. Dieser Eingriff in die Autonomie des nationalen Komitees führte Anfang Juni zur Suspendierung des irakischen NOKs durch das IOC. Am 29. Juli wurde entschieden, dass die Sportler doch teilnehmen dürfen.

Kurz vor Beginn der Spiele wurde die Mannschaft aus Brunei, die aus zwei Athleten bestanden hätte, durch das IOC ausgeschlossen. Das Nationale Olympische Komitee des Landes hatte die Meldefrist versäumt.<ref>Brunei excluded from 2008 Games</ref> Aufgrund der militärischen Auseinandersetzungen zwischen Georgien, Südossetien und Russland erwog Georgien am 9. August 2008, seine gesamte Delegation aus Peking zurückzuziehen.<ref name="SPON-571075">Krieg im Kaukasus: Georgien will Olympia-Mannschaft aus Peking abziehen. In: Spiegel Online. 9. August 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref> Auf Bitten des georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili blieb das Team aber doch in China und nahm weiterhin an den Wettbewerben teil.<ref>de.eurosport.yahoo.com</ref>

Europa (5381 Athleten aus 49 Nationen)
Asien (2132 Athleten aus 45 Nationen)
Amerika (2130 Athleten aus 42 Nationen)
Afrika (820 Athleten aus 53 Nationen)
Ozeanien (677 Athleten aus 15 Nationen)
(Anzahl der Athleten) <templatestyles src="FN/styles.css" />
* 
erstmalige Teilnahme an Sommerspielen

Wettkampfprogramm

Während der Olympischen Sommerspiele in Peking wurden 302 Wettbewerbe (166 für Männer, 127 für Frauen, drei Mixed- und sechs offene Wettbewerbe) in 28 Sportarten/42 Disziplinen ausgetragen. Dies war ein Wettbewerb und zwei Disziplinen mehr als in Athen 2004 – die Anzahl der Sportarten blieb gleich. Nachfolgend die Änderungen im Detail:

  • Beim Radsport kamen in der neuen Radsportdisziplin BMX je eine Entscheidung für Männer und Frauen in der Disziplin Race hinzu, dafür entfielen das Bahnzeitfahren der Männer und Frauen.
  • Beim Fechten wurden der Florettmannschaftswettbewerb der Männer und der Degenmannschaftswettbewerb der Frauen durch einen Florettmannschaftswettbewerb und einen Säbelmannschaftswettbewerb bei den Frauen ersetzt.
  • Bei der Leichtathletik kam der 3000-Meter-Hindernislauf der Frauen hinzu.
  • Im Schwimmsport wurde die Disziplin Freiwasserschwimmen mit den 10 Kilometern der Männer und Frauen olympisch.
  • Beim Tischtennis wurden die bisherigen Doppelwettbewerbe durch Mannschaftswettbewerbe (Männer und Frauen) ersetzt.
  • Beim Schießen entfielen die Laufende Scheibe der Männer und die Doppeltrap der Frauen.
  • Im Segeln gab es mehrere Änderungen. Aus den offenen Bootsklassen Laser und 49er wurden Männerklassen, dagegen wurde die Männerklasse Finn-Dinghy zu einer offenen Bootsklasse. Die Frauenklasse Europe wurde durch Laser Radial ersetzt. Darüber hinaus wurde die Bootsklasse Mistral im Windsurfen durch RS:X für Männer und Frauen ersetzt.

Die olympischen Sportarten/Disziplinen

Anzahl der Wettkämpfe in Klammern

Zeitplan

Zeitplan
Disziplin Mi.
6.
Do.
7.
Fr.
8.
Sa.
9.
So.
10.
Mo.
11.
Di.
12.
Mi.
13.
Do.
14.
Fr.
15.
Sa.
16.
So.
17.
Mo.
18.
Di.
19.
Mi.
20.
Do.
21.
Fr.
22.
Sa.
23.
So.
24.
Ent-
schei-
dungen
August
Datei:Olympic rings without rims.svg Eröffnungsfeier
Datei:Badminton pictogram.svg Badminton 1 2 2 5
Datei:Baseball pictogram.svg Baseball 1 1
Datei:Basketball pictogram.svg Basketball 1 1 2
Datei:Archery pictogram.svg Bogenschießen 1 1 1 1 4
Datei:Boxing pictogram.svg Boxen 5 6 11
Datei:Fencing pictogram.svg Fechten 1 1 1 1 2 1 1 1 1 10
Datei:Football pictogram.svg Fußball 1 1 2
Datei:Weightlifting pictogram.svg Gewichtheben 1 2 2 2 2 2 1 1 1 1 15
Datei:Handball pictogram.svg Handball 1 1 2
Datei:Field hockey pictogram.svg Hockey 1 1 2
Datei:Judo pictogram.svg Judo 2 2 2 2 2 2 2 14
Kanusport Datei:Canoeing (flatwater) pictogram.svg Kanurennsport 6 6 12
Datei:Canoeing (slalom) pictogram.svg Kanuslalom 2 2 4
Datei:Athletics pictogram.svg Leichtathletik 2 4 6 6 5 3 6 7 7 1 47
Datei:Modern pentathlon 1896-2024 pictogram.svg Moderner Fünfkampf 1 1 2
Radsport Datei:Cycling (track) pictogram.svg Bahn 1 3 1 2 3 10
Datei:Cycling (BMX) pictogram.svg BMX 2 2
Datei:Cycling (mountain biking) pictogram.svg Mountainbike 2 2
Datei:Cycling (road) pictogram.svg Straße 1 1 2 4
Reitsport Datei:Equestrian Dressage pictogram.svg Dressur 1 1 2
Datei:Equestrian Jumping pictogram.svg Springen 1 1 2
Datei:Equestrian Eventing pictogram.svg Vielseitigkeit 2 2
Ringen Datei:Wrestling Freestyle pictogram.svg Freistil 2 2 2 2 3 11
Datei:Wrestling pictogram.svg Griech.-röm. 2 2 3 7
Datei:Rowing pictogram.svg Rudern 7 7 14
Datei:Shooting pictogram.svg Schießen 2 2 2 2 1 2 1 2 1 15
Schwimm-sport Datei:Open water swimming pictogram.svg Freiwasserschwimmen 1 1 2
Datei:Swimming pictogram.svg Schwimmen 4 4 4 4 4 4 4 4 32
Datei:Synchronized swimming pictogram.svg Synchronschwimmen 1 1 2
Datei:Water polo pictogram.svg Wasserball 1 1 2
Datei:Diving pictogram.svg Wasserspringen 1 1 1 1 1 1 1 1 8
Datei:Sailing pictogram.svg Segeln 3 2 2 2 2 11
Datei:Softball pictogram.svg Softball 1 1
Datei:Taekwondo pictogram.svg Taekwondo 2 2 2 2 8
Datei:Tennis pictogram.svg Tennis 1 3 4
Datei:Table tennis pictogram.svg Tischtennis 1 1 1 1 4
Datei:Triathlon pictogram.svg Triathlon 1 1 2
Turnsport Datei:Gymnastics (artistic) pictogram.svg Kunstturnen 1 1 1 1 4 3 3 14
Datei:Gymnastics (rhythmic) pictogram.svg Rhythmische Sportgymnastik 1 1 2
Datei:Gymnastics (trampoline) pictogram.svg Trampolinturnen 1 1 2
Volleyball Datei:Volleyball (beach) pictogram.svg Beachvolleyball 1 1 2
Datei:Volleyball (indoor) pictogram.svg Volleyball 1 1 2
Datei:Olympic rings without rims.svg Schlussfeier
Entscheidungen 7 14 13 19 17 15 18 27 37 18 20 11 21 21 32 12 302
Mi.
6.
Do.
7.
Fr.
8.
Sa.
9.
So.
10.
Mo.
11.
Di.
12.
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13.
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15.
Sa.
16.
So.
17.
Mo.
18.
Di.
19.
Mi.
20.
Do.
21.
Fr.
22.
Sa.
23.
So.
24.
August

Farblegende

  • Eröffnungsfeier
  • Wettkampftag (keine Entscheidungen)
  • Wettkampftag (x Entscheidungen)
  • Schlussfeier
  • Zeremonien

    Eröffnungsfeier

    Datei:2008 Summer Olympics Opening Ceremony 4.jpg
    Darsteller tanzen auf einer beleuchteten Kugel

    Die Eröffnungsfeier begann am 8. August 2008 um 20:08 Uhr Ortszeit im Nationalstadion von Peking, das entspricht 14 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Insgesamt verfolgten 91.000 Zuschauer das Spektakel im Stadion, darunter 80 Staats- und Regierungschefs. Die Regie führte mit Zhang Yimou ein bekannter chinesischer Filmemacher. In der Woche vor der Eröffnung wurden mehrere Generalproben vor Publikum abgehalten und erste Fernsehbilder veröffentlicht.

    Die Veranstaltung bestand aus drei Teilen. Im ersten stellte sich das Gastgeberland vor, im zweiten marschierten die Athleten ein, im Dritten wurden die Olympischen Spiele offiziell eröffnet. Im Zentrum des ersten Teils, der Episoden aus 5000 Jahren chinesischer Geschichte präsentierte, standen die chinesischen Erfindungen Schießpulver, Papierherstellung, Druck und der Kompass. Das Schießpulver wurde beispielsweise mit Feuerwerk dargestellt, die Druckkunst durch Tänzer, die in einer Choreographie mehrmals das Schriftzeichen für Harmonie bildeten. Daneben gab es Bezüge zur Chinesischen Mauer, zur Chinesischen Oper, zur Seidenstraße und zum Taijiquan. Musikalisch wurden Teile dieser Show von Lang Lang auf dem Klavier begleitet, während dessen Auftritt Tänzer unter anderem die Friedenstaube und das „Vogelnest“ bildeten. Zum Ende dieses Showteils wurde die chinesische Raumfahrt dargestellt, als eine große Erdkugel zum Vorschein kam. Auf der Erdkugel sangen Sarah Brightman und Liu Huan im Duett den offiziellen olympischen Song You And Me. Bei einem Teil des Feuerwerks wurden statt der Livebilder zuvor aufgezeichnete Aufnahmen gezeigt.<ref name="SPON-571129">Stephan Orth: Olympia-Eröffnungsfeier: TV-Mitarbeiter gesteht Manipulation von Livebildern. In: Spiegel Online. 10. August 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref> Es handelte sich dabei um die Darbietung eines virtuellen Feuerwerks, welches nicht live stattfand, sondern im Laufe eines Jahres aufgezeichnet und im Computer aufbereitet wurde und Fußstapfen darstellte.

    Danach marschierten die Athleten der 204 teilnehmenden Nationen in der Reihenfolge der chinesischen Namen ins Stadion ein, Griechenland und China ausgenommen, die als erste beziehungsweise letzte das Stadion betraten. Künstler aus fünf verschiedenen Kontinenten musizierten während der beinahe zwei Stunden dauernden Parade abwechselnd. Anders als 2004 und 2000 liefen die beiden koreanischen Staaten wieder getrennt ein; hierbei wurde die Reihenfolge durchbrochen, da man verhindern wollte, dass Südkorea und Nordkorea direkt hintereinander einmarschieren. Nordkorea wurde in der Reihenfolge um drei Plätze nach hinten verschoben. An den Einmarsch der Nationen schloss sich der offizielle Teil der Veranstaltung an. Der Präsident des Organisationskomitees, Liu Qi, und IOC-Präsident Jacques Rogge hielten jeweils eine kurze Ansprache, bevor Hu Jintao, der Präsident der Volksrepublik China, die Spiele offiziell für eröffnet erklärte. Im Anschluss wurde die von acht chinesischen Sportlern ins Stadion getragene olympische Flagge gehisst und die olympische Hymne von einem Kinderchor gesungen. Die Tischtennisspielerin Zhang Yining und der Kampfrichter Huang Liping leisteten stellvertretend für alle Athleten und Kampfrichter den olympischen Eid. Die olympische Fackel wurde von acht bedeutenden chinesischen Sportlern, wie dem ersten Goldmedaillengewinner Chinas bei Olympischen Spielen oder Gao Min, durch das Stadion getragen, bevor sie an Li Ning übergeben wurde. Er wurde bis an den Rand des Stadiondaches gezogen und absolvierte eine Runde auf einer 360-Grad-Projektionswand, die beim Umlauf Li Nings die vorangegangenen Stationen des Fackellaufs zeigte, bevor er das olympische Feuer entzündete. Am Ende der Veranstaltung sang Jackie Chan den offiziellen Countdown-Song We Are Ready.

    In Deutschland verfolgten im Durchschnitt 7,7 Millionen Zuschauer die Eröffnungsfeier vor dem Fernseher. In der Spitze, beim Einmarsch der deutschen Athleten, waren es 9,1 Millionen Zuschauer. Laut der staatlichen Nachrichten Agentur Xinhua verfolgten 842 Millionen Zuschauer in China die Eröffnungsfeier. Das entspricht einer Einschaltquote von 90 Prozent.

    Schlussfeier

    Die Schlussfeier der Olympischen Sommerspiele 2008 begann am 24. August um 20 Uhr Ortszeit. Zu Beginn gab es einen Showteil, bei dem Trommler und Tänzer mit Glocken auftraten. Dabei symbolisierten verschiedene Wagen mit Trommeln verschiedene Volksgruppen, die in der Volksrepublik China leben. An diesen Teil der Abschlussveranstaltung schloss sich der Einmarsch der Fahnenträger an, denen die Sportler folgten. Am Ende des Einmarsches stand die Siegerehrung der Medaillengewinner des Marathonlaufs, der am Vormittag stattgefunden hatte.

    Datei:Beijing Olympics, Closing Ceremony, Yao Ming.jpg
    Teilnehmer der Spiele während der Schlussfeier im Nationalstadion

    Es folgte der offizielle Teil der Veranstaltung, zu dessen Beginn zwölf ehrenamtliche Helfer stellvertretend von acht der neun in Peking neu gewählten Mitgliedern der Athletenkommission des IOC geehrt wurden. Dann traten der Chef des Organisationskomitees, Liu Qi, und der Präsident des IOC, Jacques Rogge, auf. Der OK-Präsident dankte in seiner Rede allen Beteiligten und Sportlern, der Präsident des IOC schloss sich dem an und grüßte die Teilnehmer der folgenden Sommer-Paralympics 2008. Rogge sagte, die Welt habe viel über China und China viel über die Welt gelernt. Zudem bezeichnete er die Olympischen Sommerspiele 2008 als echte Spiele, die außerordentlich waren. Am Schluss seiner Rede erklärte er die Spiele von Peking für beendet und lud die Jugend der Welt nach London 2012 ein.

    An diesen offiziellen Teil schloss sich eine kurze Präsentation des Austragungsorts der Olympischen Sommerspiele 2012 in London, an. Die olympische Flagge wurde vom Pekinger Bürgermeister Guo Jinlong an Jacques Rogge und von diesem dem Londoner Bürgermeister Boris Johnson übergeben. Ein roter Doppeldeckerbus fuhr ins Stadion, dessen Dach sich öffnete, woraufhin die Sängerin Leona Lewis und der Gitarrist Jimmy Page erschienen. Sie trugen den Led-Zeppelin-Hit Whole Lotta Love vor. Anschließend erschien David Beckham und kickte einen Ball ins Publikum.

    Auf den London-Teil der Feier folgte die symbolische Darstellung des Abschiedes mit einer Flugzeugtreppe. Die Musik zu diesem Teil war vom einzigen unter den Beteiligten nicht aus China stammenden Komponisten Klaus Badelt geschrieben worden. Das olympische Feuer erlosch, während Artisten an einem Turm der Erinnerung dieses darstellten. Sie bildeten zudem das Logo der Spiele ab. Sechs Sänger aus allen Erdteilen traten auf, gefolgt von Plácido Domingo und der chinesischen Sängerin Song Zuying, die zusammen das Lied Flamme der Liebe sangen. Gefolgt wurden sie von einem weiteren Gesangsbeitrag von Wei Wei, Jackie Chan, Andy Lau, Joey Yung und Emil Chau, zu dem Vertreter der 56 Volksgruppen einmarschierten und tanzten. Nach knapp zwei Stunden ging die Schlussfeier der Olympischen Sommerspiele 2008 mit einem großen Feuerwerk zu Ende.

    Herausragende Sportler und Leistungen

    Die erfolgreichsten Teilnehmer
    Rang Sportler Land Sportart Gold Silber Bronze Gesamt
    1 Michael Phelps Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten Schwimmen 8 8
    2 Chris Hoy Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich Radsport 3 3
    2 Stephanie Rice AustralienDatei:Flag of Australia (converted).svg Australien Schwimmen 3 3
    2 Zou Kai China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China Turnen 3 3

    Der mit Abstand erfolgreichste Sportler dieser Olympischen Spiele war der US-amerikanische Schwimmer Michael Phelps; er startete in acht Disziplinen, gewann acht Goldmedaillen und stellte dabei sieben Weltrekorde sowie einen weiteren olympischen Rekord auf. Damit übertraf er den olympischen Medaillenrekord von Mark Spitz, der bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München sieben Goldmedaillen gewonnen hatte. Außerdem wurde Phelps wegen seiner acht Medaillen und der sechs bei den Olympischen Sommerspielen 2004 errungenen zum erfolgreichsten Olympioniken aller bisherigen Spiele. Solche medaillenreichen Erfolge sind fast nur beim Schwimmen möglich.

    Dreifache Olympiasieger wurden der britische Bahnradsportler Chris Hoy, die australische Schwimmerin Stephanie Rice und der chinesische Turner Zou Kai. Ein weiterer herausragender Sportler war der jamaikanische Sprinter Usain Bolt, der jeweils Gold im 100-Meter-Lauf als auch im 200-Meter-Lauf gewann. Sein Sieg mit der 4-mal-100-Meter-Staffel und der dabei aufgestellte neue Weltrekord wurden hingegen nachträglich wieder aberkannt (→ Abschnitt Doping).

    Insgesamt wurden bei diesen Olympischen Spielen 45 Weltrekorde erzielt, davon 25 im Schwimmen (siehe Weltrekorde bei den Olympischen Sommerspielen 2008). Bei den späteren Nachuntersuchungen konnte festgestellt werden, dass einige dieser Rekorde durch gedopte Sportler zustande gekommen waren.

    Doping

    Am 18. August 2008 wurde die griechische Olympiasiegerin von 2004 im 400-Meter-Hürdenlauf, Fani Chalkia, wegen Dopings durch das IOC von der Teilnahme ausgeschlossen. Bei ihr wurde das künstliche Steroid Methyltrienolon bei einem Test durch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) nachgewiesen.<ref>IOC: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IOC Disciplinary Commission – Decision regarding Ms Fani Chalkia (Memento vom 30. Oktober 2008 im Internet Archive). 18. August 2008.</ref>

    Weitere aufgedeckte Fälle sind bisher der nordkoreanische Schütze Kim Jong-su, dem eine Silber- und eine Bronzemedaille aberkannt wurden,<ref>IOC: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IOC Executive Board – Decision regarding Jong Su Kim (Memento vom 15. August 2008 im Internet Archive). 14. August 2008.</ref> die spanische Radsportlerin María Isabel Moreno<ref>IOC: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IOC Disciplinary Commission – Decision regarding Ms María Isabel Moreno (Memento vom 15. August 2008 im Internet Archive). 11. August 2008.</ref> und die vietnamesische Turnerin Thi Ngan Thuong Do.<ref>IOC: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IOC Disciplinary Commission – Decision regarding Ms Thi Ngan Thuong Do (Memento vom 15. August 2008 im Internet Archive). 15. August 2008.</ref>

    Ein fünfter Dopingfall wurde am 20. August 2008 bekannt. Der ukrainischen Silbermedaillengewinnerin im Siebenkampf, Ljudmyla Blonska, wurde die Einnahme des verbotenen anabolen Steroids Methyltestosteron nachgewiesen. Am 21. August wurde sie von der Disziplinarkommission des IOC suspendiert, nachdem sich auch die B-Probe als positiv erwiesen hatte<ref>IOC: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IOC Disciplinary Commission – Decision of provisional suspension by the chairman regarding Liudmyla Blonska (Memento vom 16. September 2008 im Internet Archive). 21. August 2008.</ref>, und am 22. August disqualifiziert und von den Spielen ausgeschlossen.<ref>IOC: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IOC Executive Board – Decision regarding Liudmyla Blonska (Memento vom 24. August 2008 im Internet Archive). 22. August 2008.</ref>

    Am 21. August 2008 wurden der deutsche Springreiter Christian Ahlmann mit seinem Pferd Cöster sowie drei weitere Springreiter anderer Nationen von den Spielen ausgeschlossen, da in den A-Proben ihrer Pferde die laut Reglement verbotene Substanz Capsaicin festgestellt wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pferd gedopt – Springreiter Ahlmann suspendiert (Memento vom 15. September 2008 im Internet Archive)</ref> Bei den anderen Springreitern handelte es sich um den Brasilianer Bernardo Alves, den Iren Denis Lynch und den Norweger Tony André Hansen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 11. September 2008 im Internet Archive) Artikel auf der Seite der Fédération Équestre Internationale</ref>

    Bei der Disqualifikation Hansens wurde dessen Ergebnis im Mannschaftswettbewerb als Streichresultat gewertet und die Bronzemedaille der Norweger ging stattdessen an die Schweiz. Die endgültige Entscheidung fällte der Weltreitverband Fédération Équestre Internationale (FEI) am 23. Dezember 2008.<ref name="nzz-11561718">Schweizer Springreiter profitieren von Disqualifikation im Teamwettbewerb: Festtage im Glanz von Olympia-Bronze. In: nzz.ch. 22. Dezember 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>

    Die beiden belarussischen Hammerwerfer Wadsim Dsewjatouski und Iwan Zichan wurden am 11. Dezember 2008 nachträglich wegen Dopings disqualifiziert.<ref>IOC: IOC takes decisions on three doping cases. 11. Dezember 2008.</ref> Der Silbermedaillengewinner Dsewjatouski und der Drittplatzierte Zichan mussten ihre Medaillen abgeben, da sie nach dem Hammerwurffinale in Peking positiv auf Testosteron getestet worden waren.<ref>IOC: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IOC Executive Board – Decision regarding Vadim Devyatovskiy (Memento vom 1. Mai 2009 im Internet Archive). 11. Dezember 2008.</ref><ref>IOC: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IOC Executive Board – Decision regarding Ivan Tsikhan (Memento vom 4. Mai 2009 im Internet Archive). 11. Dezember 2008.</ref> Disqualifiziert wegen Dopings mit Clenbuterol wurde der polnische Kanute Adam Seroczyński, der im Zweier-Kajak über 1000 Meter ursprünglich den vierten Platz erreicht hatte.<ref>IOC: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IOC Executive Board – Decision regarding Adam Seroczynski (Memento vom 1. Mai 2009 im Internet Archive). 11. Dezember 2008.</ref>

    Eine Beobachtergruppe unter Leitung von Sarah Lewis, der Generalsekretärin des Weltskiverbandes, wirft dem IOC schwere Verstöße bei den Dopingkontrollen vor. So würden 300 Dopingproben fehlen und das Ergebnis weiterer 140 seien geschönt worden. 102 Nationale Olympiakomitees sind ihrer Meldepflicht an das IOC nicht nachgekommen, Konsequenzen entstanden ihnen dabei nicht<ref>Jens Weinreich: Schwere Verstöße bei Peking-Proben. Süddeutsche.de, 17. Mai 2010, abgerufen am 22. Juli 2016.</ref>.

    Von den 4770 Dopingtests, die in Peking vorgenommen wurden, sind in den Labors des IOCs 847 Proben im Frühjahr 2009 nachträglich auf Erythropoetin getestet worden. Diese Untersuchung der Proben ergab beim Olympiazweiten im Straßenrennen Davide Rebellin sowie beim Olympiasieger über 1500 Meter in der Leichtathletik Rashid Ramzi positive Ergebnisse<ref>dpa: Olympiasieger muss Gold zurückgeben. T online, 18. November 2009, abgerufen am 22. Juli 2016.</ref>.

    Am 17. Mai 2016 gab das IOC bekannt, bei Nachkontrollen weitere 31 Sportler der Olympischen Sommerspiele 2008 des Dopings überführt zu haben<ref>tora./dpa: IOC verdächtigt 31 Olympia-Athleten des Dopings. FAZ.NET, 17. Mai 2016, abgerufen am 22. Juli 2016.</ref>. Eine weitere Veröffentlichung zum Thema Nachkontrolle gab das IOC am 22. Juli 2016 heraus<ref>dpa: Doping: 45 weitere Nachtests von Peking und London sind positiv. Süddeutsche.de, 22. Juli 2016, abgerufen am 22. Juli 2016.</ref>. Am 16. August 2016 gab das IOC bekannt, dass Julia Schermoschanskaja positiv auf die Anabolika Turinabol und Stanozolol getestet wurde. Der russischen 4-mal-100-Meter-Staffel wurde daraufhin die Goldmedaille aberkannt.<ref name="olympic-2008">IOC sanctions Yulia Chermoshanskaya for failing anti-doping test at Beijing 2008. In: olympic.org. 9. November 2016, abgerufen am 31. Dezember 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Im August 2016 wurde bekannt, dass die drei chinesischen Olympiasiegerinnen Cao Lei, Liu Chunhong und Chen Xiexia gedopt waren. Auch der bereits früher gedopte belarussische Silbermedaillengewinner Andrej Rybakou wurde erneut überführt. Ihnen allen droht nun die Aberkennung des ersten Platzes und die Streichung ihrer Ergebnisse.<ref name="SPON-1109255">Doping bei Olympia 2008: Weitere 15 Gewichtheber positiv getestet. In: Spiegel Online. 24. August 2016, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref> Die Gewichtheberin Nadeschda Jewstjuchina gewann damals Bronze in der Klasse bis 75 Kilogramm, ihre Teamkollegin Marina Schainowa Silber in der Klasse bis 58 Kilogramm. Disqualifiziert wurde auch die russische 400-Meter-Läuferin Tatjana Firowa. Sie holte Silber mit der Staffel, die schon vor einigen Wochen nach einem positiven Nachtest bei Anastasija Kapatschinskaja ausgeschlossen wurde. Auch der armenische Olympiadritte im Gewichtheben bis 69 Kilogramm, Tigran Martirosjan, fiel nachträglich mit einer positiven Probe auf, ebenso Alexandru Dudoglo aus Moldau, Neunter in der Klasse bis 69 Kilogramm, und Intigam Zairov aus Aserbaidschan, Neunter in der Klasse bis 85 Kilogramm.<ref name="n-tv-18540726">Doping-Nachtests von Peking 2008: Vier Sportler verlieren Olympiamedaillen. In: n-tv.de. 31. August 2016, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>

    Am 1. September 2016 wurde der kubanischen Diskuswerferin Yarelys Barrios ihre Silbermedaille aberkannt; es wurde die verbotene Substanz Acetazolamid nachgewiesen. Auch Sprinter Samuel Adelebari Francis (Katar/29) wurde aus den Ergebnislisten gestrichen; ihm wurde Doping mit Stanozolol nachgewiesen.<ref name="n-tv-1201618542">Donnerstag, 1. September 2016. In: n-tv.de. 1. September 2016, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>

    Am 6. Oktober 2016 gab das IOC bekannt, dass Anna Tschitscherowa nachträglich von den Olympischen Spielen 2008 disqualifiziert wurde, weil in einem Nachtest ihrer Dopingproben Spuren des Anabolikums Turinabol festgestellt wurden.<ref name="doping1">Anna Chicherova verliert Olympia-Bronze von 2008, Doping, auf: leichtathletik.de, vom 6. Oktober 2016, abgerufen am 9. Oktober 2016.</ref>

    Am 25. Januar 2017 gab das IOC bekannt, die russische Weit- und Dreispringerin Tatjana Lebedewa und den jamaikanischen 4-mal-100-Meter-Staffelläufer Nesta Carter nachträglich des Dopings überführt zu haben und zu disqualifizieren. Bei Lebedewa, die im Weit- und Dreisprungwettbewerb jeweils eine Silbermedaille gewonnen hatte, wurde bei Nachtests das Dopingmittel Turinabol nachgewiesen. Carter, der gemeinsam mit Usain Bolt, Michael Frater und Asafa Powell die Goldmedaille mit der jamaikanischen 4-mal-100-Meter-Staffel gewonnen hatte, wurde nachträglich die Einnahme von Methylhexanamin nachgewiesen. Daraufhin wurde die gesamte jamaikanische Staffel disqualifiziert.<ref>IOC sanctions two athletes for failing anti-doping test at Beijing 2008. International Olympic Committee, 25. Januar 2017.</ref>

    Kritik und Probleme

    Menschenrechte

    Bei internationalen Beobachtern stieß die Wahl Pekings durch das IOC auf verhaltenen Protest. Insbesondere die Vergabe der Spiele an ein Land mit einem niedrigen Standard an Menschenrechten wurde kritisiert. Amnesty International machte zuletzt im April 2008 auf die weltweit höchste Anzahl von vollstreckten Todesurteilen, auf Folter und die sogenannte Erziehung durch Arbeit, auf die vielfach praktizierten Haftstrafen ohne Prozess und Urteil, sowie die eingeschränkte Medienfreiheit aufmerksam.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Olympics countdown – crackdown on activists threatens Olympics legacy (Memento vom 17. August 2011 im Internet Archive) (PDF; 1,5 MB), Amnesty International, April 2008.</ref> Im Dezember 2007 startete die Organisation in Berlin ihre Kampagne „Gold für Menschenrechte“, die inzwischen von zahlreichen Sportlern und Prominenten unterstützt wird.<ref>Gold für Menschenrechte – Amnesty International.</ref>

    Ende Juli 2008 wurde bekannt, dass China mit Billigung des IOC eine freie Internetrecherche im Olympia-Pressezentrum verhinderte. Chinakritische Seiten wie die von Amnesty International waren nicht aufrufbar.<ref name="SPON-568964">Olympia-Zensur: China verteidigt Web-Filter für Presse – IOC stimmt zu. In: Spiegel Online. 30. Juli 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref> Nach internationalen Protesten gegen die Zensurmaßnahmen und massiver Kritik am IOC lockerte China die Zensurmaßnahmen, einzelne Webseiten wie die der BBC oder die englischsprachige Wikipedia waren wieder zugänglich. Entgegen der Zusage des Organisationskomitees BOCOG war eine ungehinderte Internetnutzung aber auch weiterhin nicht möglich.<ref>Tagesschau: China lockert Internetzensur während Olympia vom 31. Juli 2008.</ref>

    Reporter ohne Grenzen plante einen Boykottaufruf wegen der in China herrschenden eingeschränkten Meinungs- und Pressefreiheit und wies auf die positiven Effekte früherer Olympiaboykotte hin. Nach dem ersten offiziellen China-Besuch im Januar 2007 und Treffen mit chinesischen Behörden sah die Organisation von einem Boykottaufruf ab.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Media group ends Olympic boycott (Memento vom 22. Oktober 2007 im Internet Archive) – The Manila Times, 26. Januar 2007.</ref> Gleichwohl prangert sie weiterhin die Unterdrückung von freier Rede und Menschenrechten in China an.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />China – the world’s biggest prison for journalists and cyber-dissidents (Memento vom 1. Juni 2002 im Internet Archive) – Reporter ohne Grenzen.</ref> Das Zentrum für Wohnrechte und Vertreibung COHRE kritisierte, dass wegen Bauvorhaben im Zusammenhang mit den Olympischen Sommerspielen in Peking 1,5 Millionen Menschen zwangsweise umgesiedelt wurden.<ref>dw-world.de: Zwangsumsiedlung im Namen der Ringe.</ref>

    Der Künstler Ai Weiwei, der als künstlerischer Berater am Bau des Olympiastadions beteiligt gewesen war, kündigte im britischen Guardian sein Fernbleiben von der Eröffnungszeremonie an, um gegen die autokratische Herrschaft und den Mangel an Freiheit in China zu protestieren.<ref>Ai Weiwei: Why I'll stay away from the opening ceremony of the Olympics. In: theguardian.com. 7. August 2008, abgerufen am 7. August 2008 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Tibet-Politik

    Weitere Boykottaufrufe von Menschenrechtsorganisationen und Prominenten beziehen sich auf die chinesische Besetzung Tibets und die Zusammenarbeit Chinas mit der sudanesischen Regierung ungeachtet des Darfur-Konflikts.<ref>Olympic boycott calls 'will fail' – bbc.co.uk, 18. Mai 2007.</ref> Aus diesem Grund nahm Hollywoodregisseur Steven Spielberg im Februar 2008 seine Beteiligung bei der Eröffnungsfeier zurück. Die Vereinigung birmanischer Mönche All Burma Monks’ Alliance kündigt einen Boykottaufruf an für den Fall, dass China im UN-Sicherheitsrat wiederholt sein Veto-Recht einsetzen sollte, um eine Resolution gegen die Unterdrückung der Demonstrationen in Myanmar 2007 zu verhindern.<ref>n-tv: Protest gegen Birma – Diplomat quittiert den Dienst – 9. Oktober 2007.</ref> Ende 2007 wurden die Weihnachtsferien vieler westlicher Journalisten dazu genutzt, Kritiker der Olympischen Spiele zu verhaften.<ref name="sz-285787">Henrik Bork: Peking – Spielverderber unerwünscht. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>

    Am 22. März 2008 appellierten im Vorfeld der Olympischen Spiele 30 namhafte chinesische Intellektuelle an ihre Regierung, den Dialog mit dem Dalai Lama zu suchen und die Menschenrechte in Tibet zu respektieren.<ref>Offener Brief vom 22. März 2008.</ref> Auf dem Gelände des antiken Olympia in Griechenland wurde symbolisch ein eigenes tibetisches Feuer entzündet, das bis zur Eröffnung der Olympischen Spiele an die indisch-tibetische Grenze gebracht werden soll. Für die Fackelzeremonie in Olympia am 24. März 2008 (Ostermontag) waren massive Protestaktionen von Exiltibetern und Demonstranten aus vielen anderen Ländern weltweit geplant. Griechenland versuchte die Veranstaltung mit einem riesigen Aufgebot schwerbewaffneter Polizisten abzuschirmen.<ref name="NZZ-1.694198">Proteste bei Entzündung des olympischen Feuers. 24. März 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref> Wie erwartet kam es zu einem Zwischenfall bei der Fackelzeremonie: Drei schwarzgekleidete Pro-Tibet-Aktivisten verzögerten mit Schreien und schwarzen Fahnen das Entzünden des olympischen Feuers.<ref name="SPON-543045">Griechenland: Olympisches Feuer entzündet – Demonstranten stören Zeremonie. In: Spiegel Online. 24. März 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>

    Ökologische Aspekte

    Einige Bedenken wurden wegen der Luftqualität in Peking und deren potenziellem Einfluss auf die Athleten geäußert. Zwar hatte Peking 2001 während der Kandidatur versprochen, die Luftverschmutzung zu senken, doch Untersuchungen zeigen, dass die Luftverschmutzung aus benachbarten Provinzen herübergeweht wird, selbst wenn die Stadt die Emissionen drastisch senken würde. Der Forscher Marco Cardinale, der für die British Olympic Association (BOA) tätig ist, geht davon aus, dass die Luftverschmutzung – gekoppelt mit Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit – außergewöhnliche Leistungen in Ausdauersportarten unmöglich machen wird.<ref name="SPON-491184">Hilmar Schmundt: Bad Air in Beijing? Pollution Dangers Cast Shadow over 2008 Olympics. In: Spiegel Online. 28. Juni 2007, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref> Die chinesische Regierung hingegen nannte die Verlegung eines großen Stahlwerks als Beispiel ihrer Bemühungen, die Luftqualität zu verbessern. Sie versicherte auch, „ein blauer Himmel“ sei nicht nur für Peking eine Voraussetzung, sondern auch für die angrenzenden Regionen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Promise of clean air during Olympics (Memento vom 27. März 2007 im Internet Archive) – Website des Organisationskomitees, 13. März 2007.</ref> Ein weitläufiger Olympiapark mit vielen Bäumen und Seen soll zudem als „grüne Lunge“ dienen.<ref name="ultimate" />

    Meteorologische Untersuchungen im April 2007 haben ergeben, dass basierend auf den Niederschlagsdaten der letzten 30 Jahre während der Eröffnungs- und der Schlussfeier eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für Regen besteht. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Hagelfliegern geplant, die durch das Versprühen von Silberiodid-Kügelchen den Regen frühzeitig auslösen sollen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beijing to keep skies clear on Games’ opening day (Memento vom 7. November 2007 im Internet Archive) – Website des Organisationskomitees, 26. April 2007.</ref><ref>Organisers to give Olympic clouds a silver liningThe Guardian, 12. Mai 2007.</ref>

    Für den Bau der Sportanlagen sollten rund 800.000 Kubikmeter Merbau-Holz aus Indonesien verarbeitet werden. Dieses Edelholz wächst dort fast nur noch in den Regenwäldern von West-Papua und wird meist illegal geschlagen; China ist heute der weltweit größte Abnehmer von illegal geschlagenem Holz. Das Pekinger Organisationskomitee untersagte angesichts internationaler Proteste die Verwendung von Tropenholz aus Primärwäldern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rettet den Regenwald e. V.: China will für Sportanlagen 800.000 Kubikmeter Tropenholz verwenden. (Memento vom 14. Juni 2006 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rettet den Regenwald e. V.: Sieg bei Olympia. (Memento vom 7. Oktober 2007 im Internet Archive)</ref>

    Vor Beginn der Spiele soll ein stadtweites Netz von 200 Fahrradmietstationen mit 50.000 Fahrrädern in Betrieb genommen werden. Auf diese Weise will man neben der Luftverschmutzung und dem Verkehrskollaps auch dem Fahrraddiebstahl begegnen.<ref>bikeradar.com – 50,000 rental bikes for 2008 Beijing Olympics.</ref> Um die Belastung auf den Straßen zu verringern, die durch drei Millionen Autos entsteht, wurde in der Pekinger U-Bahn eine eigene Olympia-Linie eingerichtet. In den nächsten Jahren soll das U-Bahn-Netz noch weiter ausgebaut werden.<ref name="ultimate" /> Zusätzlich wurde für den Zeitraum der Olympischen Spiele ein tageweise wechselndes Fahrverbot für jeweils die Hälfte der in Peking zugelassenen Autos beschlossen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Saubere Luft für die Olympischen Spiele – Fahrverbot in Peking (Memento vom 9. Januar 2014 im Internet Archive)</ref>

    Korruption

    Am 11. Juni 2006 wurde der Vizebürgermeister Pekings, Liu Zhihua, der für die Olympiabauten und die Vergabe von Grundstücken zuständig war, wegen Korruption entlassen. Offiziell wurde zwar sein „Lebenswandel“ mit Bordell-Besuchen für die Entlassung angeführt, aber dieses Verhalten ist in China so normal, dass die Medien andere Gründe dahinter vermuten. Es wird angenommen, dass es um Korruption im Zusammenhang mit der Vergabe von Bauaufträgen geht, da für mehr als 32 Milliarden Euro ein neuer Flughafenterminal in der Umgebung der Hauptstadt und in ihr neue U-Bahn-Strecken, Wohnsiedlungen, Wasser-, Kraft- und Klärwerke entstehen. Daneben werden auch noch die Sportstätten errichtet. Diesen Projekten müssen viele Bewohner der Hauptstadt weichen und bei den Entschädigungszahlungen kam es häufiger zu Unregelmäßigkeiten. Daneben ist das Verfahren der Vergabe von Bauaufträgen intransparent und die Besitzverhältnisse der Bauunternehmen nicht klar.<ref name="korruption">WAZ, 13. Juni 2006, „Peking süß-sauer“.</ref>

    Wegen Korruption im Zusammenhang mit den Bauarbeiten wurde Liu Mitte Oktober 2008 zum Tode verurteilt. Ein Gericht in der Provinz Hebei sprach den 59-Jährigen schuldig, im Zusammenhang mit den Bauprojekten für die Olympischen Spiele Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen zu haben. Das Gericht setzte die Vollstreckung des Todesurteils zunächst für zwei Jahre aus. Für gewöhnlich werden solche Todesurteile in China in lebenslange Haftstrafen umgewandelt. Den Angaben zufolge sah es das Gericht als erwiesen an, dass Liu zwischen 1999 und 2006 als Vizebürgermeister und als Direktor des Pekinger Wissenschaftsparks knapp 7 Millionen Yuan (rund 1,3 Millionen Euro) an Schmiergeldern angenommen hatte.<ref name="SPON-585048">Korruptionsprozess: Pekings Ex-Vizebürgermeister zum Tode verurteilt. In: Spiegel Online. 19. Oktober 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>

    Terrorismus

    Im März 2008 wurde bekannt gegeben, dass Anschlagspläne gegen die Olympischen Spiele aufgedeckt worden seien. Extremisten aus dem mehrheitlich muslimischen, autonomen Gebiet Xinjiang hätten, so die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, bereits im Januar 2008 ein Attentat vorbereitet. Bei einer Razzia in der Gebietshauptstadt Ürümqi seien zwei Terrorverdächtige getötet und 15 verhaftet worden. Außerdem seien Schusswaffen, selbst gefertigte Sprengsätze und „extremistisches religiös-ideologisches Material“ beschlagnahmt worden.<ref>Zielscheibe Olympische Spiele? (tagesschau.de-Archiv) www.tagesschau.de, 10. März 2008.</ref> Kritiker wie der seinerseits umstrittene und als rechts angesehene deutsche Publizist Udo Ulfkotte entgegneten jedoch, dass die Terrorgefahr gering sei, Peking entsprechende Gefahren übertreibe und innenpolitisch instrumentalisiere. Die Politik richte sich dabei vor allem gegen das muslimische Turkvolk der Uiguren, das in Xinjiang für mehr Unabhängigkeit kämpft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />China instrumentalisiert Terrorgefahr bei Olympia (Memento vom 15. März 2008 im Internet Archive) Financial Times Deutschland, 10. März 2008.</ref>

    Zwei Wochen vor Beginn der Spiele, hatte nach Angaben der staatlichen chinesischen Medien die Polizei in Shanghai eine Terrorzelle ausgehoben. Das Anschlagsziel soll das Shanghai-Stadion gewesen sein. Cheng Jiulong, Chef des Shanghaier Sicherheitsbüros der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, bestätigte: „Wir hatten Informationen erhalten, dass eine internationale Terroristengruppe während der Spiele wahrscheinlich eine Attacke gegen die Olympia-Sportstätte plante.“ Auf dieser Information basierend, startete die hiesige Polizei eine Razzia. In dem Stadion werden an neun Tagen zwölf Spiele ausgetragen.<ref name="sz-582104">Vor den Olympischen Spielen – Polizei hebt Terrorzelle in Schanghai aus. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>

    Visa

    Gerüchte, dass China die Visumpolitik verschärft habe und seit Anfang April keine Mehrfacheinreisevisa mehr ausstelle, wurden von chinesischer Seite dementiert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Keine strikte Visa-Politik der chinesischen Regierung. (Memento vom 2. Juli 2008 im Internet Archive)</ref> Das IOC kommentierte diese Entscheidung nicht, da sie für die Durchführung der Spiele „irrelevant“ sei.<ref name="faz-1.546983">China schränkt Visa für Geschäftsleute ein. In: FAZ.net. 17. April 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>

    Trotzdem wurde bei einzelnen Personen das Visum entweder nicht erteilt oder wieder zurückgenommen, so auch am 6. August 2008 im Fall des Olympiasiegers von 2006 (Olympische Winterspiele) und Darfur-Aktivisten Joey Cheek. Ihm wurde etwa einen Tag vor der Abreise nach China seine Einreisegenehmigung entzogen.<ref name="sz-585454">Olympische Spiele – Olympiasieger darf nicht nach China. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref>

    Berichterstattung

    Die Rechte für die Fernsehübertragung in Deutschland lagen bei ARD und ZDF. Die beiden Sender nutzten außerdem ihre digitalen Programme (EinsFestival, EinsPlus, ZDFdokukanal und ZDFinfokanal) für weitere Live-Übertragungen, die nicht ins Hauptprogramm passten.<ref>TV-Digital News, ARD-Digitalsender zeigen Olympiade.</ref> Eurosport berichtete rund um die Uhr von den Olympischen Spielen. Anixe HD zeigte einzelne Sportarten im Abendprogramm in HDTV. In Großbritannien übertrug die BBC die Olympischen Spiele; in den USA war es die NBC, in der Schweiz waren es SRF 1 und SRF zwei. In Österreich wurden die Spiele vom ORF in HDTV ausgestrahlt.<ref>ORF: Gesamtes Olympia-Programm in HDTV – digitalfernsehen.de, 7. Juli 2008.</ref>

    Auf Kritik stieß der Beschluss des IOC, einige Wettbewerbe so anzusetzen, dass sie den Programmwünschen von NBC entsprachen, die 3,5 Milliarden Dollar für die Übertragungsrechte der Winter- und Sommerspiele 2000 bis 2008 bezahlt hatten. Die NBC forderte, dass beliebte Wettbewerbe wie Schwimmen, Leichtathletik, Basketball und Turnen während der Hauptsendezeit in den USA live übertragen werden sollten, um die Werbeeinnahmen zu maximieren. Dies bedingte eine Durchführung von Wettbewerben am Morgen (Pekinger Lokalzeit). Das IOC gab der Forderung bei Schwimmen und Turnen nach, lehnte sie bei Leichtathletik und Basketball ab.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />2008 Beijing Olympic swimming finals in the morning looks to be a reality (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/swimming.about.com – about.com, 26. Oktober 2006.</ref> Für den Beschluss gab es einen Präzedenzfall: Während der Olympischen Sommerspiele 1988 in Seoul fanden einige Schwimm-, Leichtathletik- und Turnentscheidungen am Morgen statt. Außerdem wurden bei den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta einige Turnentscheidungen in den Nachmittag vorverlegt, um die europäische Prime Time zu berücksichtigen.

    Vor der Vergabe der Spiele an Peking wurde der olympischen Evaluierungskommission noch versprochen, „dass es keine Einschränkung der Medienberichterstattung und der Bewegung von Journalisten bis, zu und während der Spiele geben wird.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Report (Memento vom 25. März 2009 im Internet Archive) of the IOC Evaluation Commission for the Games of the XXIX Olympiad in 2008, S. 73: „It was confirmed to the Commission that there will be no restrictions on media reporting and movement of journalists up to and including the Olympic Games.“</ref> China Daily schrieb sogar: „Journalisten können schreiben was immer sie wollen, wenn Peking die 2008er-Spiele abhält.“<ref>China Daily: @1@2Vorlage:Toter Link/olympic.gedhun.orgJournalists to write whatever they like if Beijing holds 2008 Game (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive ), 7. Dezember 2001.</ref> Reporter ohne Grenzen bezweifelte<ref>Reporter ohne Grenzen: @1@2Vorlage:Toter Link/olympic.gedhun.orgSwiss photographer deported (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, 9. Juli 2001.</ref> jedoch schon damals, dass Chinas Zusagen in der Presse und an das IOC eingehalten würden.

    Tatsächlich zensierte die chinesische Staatsführung die Presse während der Olympischen Sommerspiele. So verbot sie Liveaufnahmen vom Tian’anmen-Platz, dem Ort des Massakers von 1989.<ref name="SPON-542938">Olympische Spiele: China will plötzlich Sendeverbot am Platz des Himmlischen Friedens. In: Spiegel Online. 22. März 2008, abgerufen am 31. Dezember 2016.</ref> Für Journalisten gab es keinen ungehinderten Internetzugang.<ref>Heise.de Kein freier Internet-Zugang bei den Olympischen Spielen in Peking.</ref> Die Reisefreiheit von Journalisten war eingeschränkt. Die Berichterstattung über Trainingsmethoden in China wurde behindert.<ref>Frankfurter Rundschau: Mit Medikamenten und roher Gewalt, Seite S6, 8. August 2004.</ref> Daneben wurde das IOC kritisiert, weil es eine 48 Seiten umfassende Einweisung für den internen Gebrauch veröffentlichte. Dieser „Beijing Briefing Kit“<ref>Beijing Briefing Kit, 3 August 2007, Volume 4 (PDF; 756 kB).</ref> empfahl unter anderem, bei kritischen Fragen von Journalisten auszuweichen und zu Kernbotschaften zurückzukehren, die mit der Frage inhaltlich nichts zu tun haben.<ref name="sprachregelung"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Artikel „Präsident der Swiss Olympic kritisiert interne Sprachregelungen des IOC für Journalisten“ auf medienhandbuch.de, Zugriff am 7. August 2008. (Memento vom 4. August 2008 im Internet Archive)</ref>

    Weblinks

    Commons: Olympische Sommerspiele 2008 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

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