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Pangamsäure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von Pangamsäure
Allgemeines
Name Pangamsäure
Andere Namen
  • (2R,3S,4R,5R)-6-(2-Dimethylamino-acetoxy)-2,3,4,5-tetrahydroxy-hexansäure
  • Vitamin B15 (fälschlicherweise)
Summenformel C10H19NO8
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
PubChem 45934203
ChemSpider 32700433
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 281,26 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar<ref name="NV">Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Pangamsäure ist ein Ester der Gluconsäure und Dimethylglycin. Sie ist ein Zwischenprodukt im Cholinstoffwechsel (CholinBetain → Pangamsäure → SarkosinGlycin).<ref>Laszlo Telegdy Kovats, Eva Berndorfer-Kraszner; Agnes Juhasz, Tamas Gabor: Recent data on the structure of pangamic acid (vitamin B15). Acta Alimentaria Academiae Scientiarum Hungaricae, 1976, 5(3), 281–288.</ref>

Sie wurde zeitweise in die Gruppe der B-Vitamine (Vitamin B15) eingeordnet, was allerdings nicht haltbar gewesen ist, da der menschliche Körper im Normalfall Pangamsäure in ausreichender Menge selbst produzieren kann (Pseudovitamin)<ref name=":1">Pseudovitamin Pangamsäure (Vitamin B15). In: Klartext Nahrungsergänzung. Verbraucherzentrale, 21. September 2022, abgerufen am 12. Dezember 2022.</ref>. Daher sind Mangelerscheinungen nicht bekannt.<ref name=":0">Klaus Pietrzik, Ines Golly, Dieter Loew: Handbuch Vitamine: für Prophylaxe, Beratung und Therapie. 1. Auflage. Elsevier, Urban&FischerVerlag, München 2008, ISBN 978-3-437-55361-5, S. 459–460.</ref> Zudem ist noch nicht vollständig geklärt, wie sie in den Stoffwechsel eingreift. Nach ersten Untersuchungen Anfang der 1950er Jahre soll Pangamsäure an die Cytochrom-c-Oxidase wie ein Cofaktor gebunden werden und so den letzten Schritt der Atmungskette aktivieren.<ref name=":0" /> Weitere experimentelle Untersuchungen zeigen, dass Pangamsäure neuromuskuläre Synapsen und α-Adrenozeptoren blockieren sowie zu einer Blutdrucksenkung führen kann.

Datei:Pumpkin-Seeds 293315-300x225 (4810844757).jpg
Kürbiskerne

Pangamsäure bzw. Natriumpangamat (das Natriumsalz der Pangamsäure) kommt in Aprikosenkernen, Bierhefe, unpoliertem Reis – speziell in dessen Kleie –, in Kürbiskernen, Sesamsamen, Hülsenfrüchten – hier insbesondere in den Kichererbsen – und in Vollkorn vor.

Pangamsäurehaltige Produkte werden als Nahrungsergänzungsmittel als variierende Mischung verschiedener Stoffe (wie z. B. mit Dimethylglycin, Glycin, Diisopropylamindichloracetat) vermarktet, teilweise unter der Bezeichnung DMG zur angeblichen Verbesserung der Zell-Sauerstoffversorgung und deren Mangelbehebung.<ref name=":1" /> Die FDA bewertet diese Präparate als weder therapeutisch wirksam, noch ausreichend sicher.<ref name="Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel">Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Pharmakognosie. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-09267-5, S. 626 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name=":0" /><ref name=":1" /> In Europa gilt Pangamsäure als nicht zugelassene Substanz in Nahrungsergänzungsmitteln.

Einzelnachweise

<references/>