Parecoxib
Parecoxib ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der selektiven COX-2-Hemmer (Cyclooxygenase-2-Hemmer) und wird von der Firma Pfizer unter dem Handelsnamen Dynastat vertrieben. Parecoxib ist wegen Sicherheitsbedenken in den USA nicht zugelassen und in der Schweiz vom Markt genommen worden. Verwendet wird das Natriumsalz.<ref name="römpp">Vorlage:RömppOnline</ref>
Pharmakologie
Pharmakokinetik
Parecoxib ist das wasserlösliche und parenteral applizierbare Prodrug<ref name="MAW9">Mutschler, Geisslinger, Kroemer, Ruth, Schäfer-Korting, Mutschler Arzneimittelwirkungen, 9. Auflage, 2008, ISBN 3-8047-1952-X.</ref> des ehemals vertriebenen, aber außer Handel gesetzten, oral applizierbaren Valdecoxib (Handelsname: Bextra). Die Aktivierung erfolgt über eine enzymatische Spaltung mit einer Halbwertszeit von 22 Minuten zum Valdecoxib, dessen Halbwertszeit als eigentliche Wirksubstanz ca. 8 Stunden beträgt, wobei die Elimination über die Leber erfolgt.<ref name="FI">Fachinformation zu Dynastat.</ref>
Indikation
Es ist zugelassen zur kurzzeitigen postoperativen Schmerztherapie, vorzugsweise nach zahnchirurgischen, orthopädischen und gynäkologischen Operationen. Für gastrointestinale oder urologische Eingriffe liegen noch wenig Erfahrungen vor.<ref name="DIMDI">ABDA-Datenbank (Stand: 16. August 2008) des DIMDI.</ref> Beim Einsatz ist das individuelle Patientenrisiko bezogen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen abzuwägen.
Wirkmechanismus
Die schmerzlindernde Wirkung wird über eine selektive Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase-2 (COX-2) erreicht, wobei eine Wirkung nach ca. 7–13 Minuten eintritt und der Effekt einer Wirkung von 12 mg Morphin entspricht, wodurch Opioide eingespart werden bzw. eine Opioidtherapie vermieden werden kann. Außerdem ist zu beachten, dass die Substanz keinerlei Einfluss auf die Thrombozytenaggregation und somit auf die Blutungszeit hat.<ref name="FI" /><ref name="ST">Informationsseite des Herstellers zu Vorlage:Webarchiv.</ref>
Nebenwirkungen
Auf folgende Nebenwirkungen gilt es bei der Behandlung zu achten (Auswahl):<ref name="DIMDI" />
- erhöhtes Kreatinin im Blut (Nierenschädigung)
- gastroduodenale Ulzera
- Hypokaliämie
- periphere Ödeme
- postoperative Anämie
- Schlaflosigkeit
- Verschlechterung einer bestehenden Hypertonie
- schwere kardiovaskuläre Komplikationen<ref name="pmid15713945">Vorlage:Cite journal</ref>
Kontraindikationen
Als absolute Kontraindikationen gelten (Auswahl):<ref name="DIMDI" /><ref name="ST" />
- Allergie gegen Acetylsalicylsäure, NSAR oder Sulfonamide
- entzündliche Darmerkrankungen
- drittes Trimenon der Schwangerschaft und Stillzeit
- Herzinsuffizienz (NYHA II-IV)
- peptische Ulzerationen oder gastrointestinale Blutungen
- schwere Leberfunktionsstörungen
- Klinisch gesicherte koronare Herzkrankheit, periphere arterielle Verschlusskrankheit und/oder zerebrovaskuläre Erkrankungen
Anwendung
Parecoxib kann i. m. oder i. v. verabreicht werden.<ref name="DIMDI" /><ref name="ST" />
Weblinks
Einzelnachweise
<references />