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Phenylcyanat

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Strukturformel
Strukturformel von Phenylcyanat
Allgemeines
Name Phenylcyanat
Andere Namen

Cyansäurephenylester

Summenformel C7H5NO
Kurzbeschreibung

farblose, stechend riechende Flüssigkeit<ref name="martin-angewandte">D. Martin: Cyansäurephenylester. In: Angewandte Chemie. Nr. 76, 1964, S. 303.</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 214-364-5
ECHA-InfoCard 100.013.059
PubChem 70740
ChemSpider 63905
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Eigenschaften
Molare Masse 119,12 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Siedepunkt

74–75 °C<ref name="martin-angewandte" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="ECHA">Vorlage:CL Inventory/nicht harmonisiertFür diesen Stoff liegt noch keine harmonisierte Einstufung vor. Wiedergegeben ist eine von einer Selbsteinstufung durch Inverkehrbringer abgeleitete Kennzeichnung von Vorlage:Linktext-Check im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum</ref>
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 317​‐​334
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Phenylcyanat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der organischen Cyanate und ein Bindungsisomer zum Phenylisocyanat.

Geschichte

John Ulric Nef wies die Bildung der aus Reaktion zwischen Alkaliphenolat und Halogencyan entstehenden Iminokohlensäureester und Cyanursäureestern nach. Dieses Ergebnis konnte unabhängig von Nef reproduziert werden, sodass die von anderen Autoren vermeintlich erhaltenen Cyansäureester als widerlegt galten. Erst 1960 gelang die Cyansäureester-Synthese aus sterisch gehinderten Phenolen.<ref name="grigat-pütter-chember" /> 1964 zeigten Ernst Grigat und Rolf Pütter, wie Cyansäureester erhalten werden können, wenn Phenolat als Reaktionskomponente in niedriger Konzentration eingesetzt wird. Im gleichen Jahr gelang D. Martin die Synthese von Phenylcyanat mittels thermolytischer Umsetzung.

Eigenschaften

Das flüssige Phenylcyanat ist relativ stabil. Seine Neigung zur Trimerisierung zu Cyanursäuretriphenylestern (siehe Cyanursäure) wird durch Brønsted-Säuren und -Basen, Lewis-Säuren (vgl. hierzu Säure-Base-Konzepte) sowie Phenol begünstigt.<ref name="grigat-pütter-chember-3013">E. Grigat, R. Pütter: Chemie der Cyansäureester, I. Cyansäureester aus Hydroxylverbindungen und Halogencyan. In: Chemische Berichte. Nr. 97, 1964, S. 3013.</ref>

Darstellung

Die Darstellung von Phenylcyanat durch nukleophile Substitution, also der Reaktion zwischen Alkaliphenolat und Halogencyan (z. B. Bromcyan), gelingt nur unter besonderen Bedingungen. Wird Halogencyan mit einem Überschuss Alkoholat umgesetzt, werden zunächst Iminokohlensäureester erhalten.

Phenolat und Halogencyan liefern Iminokohlensäureester.

Diese bilden weiterhin Trimerisierungsprodukte in Form von Cyanursäuretriphenylestern.<ref name="martin-angewandte" />

Iminokohlensäureester trimerisieren zu Cyanursäuretriphenylestern.

Wird jedoch in das Reaktionsgemisch bestehend aus Phenol und Halogencyan Base eingetropft, liegt das Phenolat-Ion stets in geringer Konzentration vor. Es wird bevorzugt Phenylcyanat erhalten, die Iminokohlensäureester-Bildung wird unterdrückt.<ref name="grigat-pütter-chember">E. Grigat, R. Pütter: Chemie der Cyansäureester, I. Cyansäureester aus Hydroxylverbindungen und Halogencyan. In: Chemische Berichte. Nr. 97, 1964, S. 3012.</ref>

Eine andere Möglichkeit, die Trimerisierung zu verhindern ist die thermische Umsetzung von Vorläuferverbindungen, die die O-C-N-Gruppierung vorgebildet halten. Lässt man Thiokohlensäure-O-phenylester-chlorid mit Natriumazid zu 5-Phenoxy-1,2,3,4-thiatriazol reagieren, kann dieses thermolytisch in guter Ausbeute zum gewünschten Produkt umgesetzt werden.<ref name="martin-angewandte" />

Reaktionsweg zur Gewinnung von Phenylcyanat aus Thiokohlensaure-O-phenylester-chlorid.

Einzelnachweise

<references />