Pille
{{#if: erläutert die Verabreichungsform eines Arzneimittels; zu anderen Bedeutungen siehe Pille (Begriffsklärung). Zum amerikanischen Tierarzt und designierten Gouverneur von Nebraska siehe Jim Pillen.
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Eine Pille (von lateinisch pillula bzw. pilula „Kügelchen“, Diminutiv von pila) ist eine Arzneiform in Kugelgestalt (zuweilen in Ei- oder Walzenform<ref>Vgl. auch die mittelalterliche Arzneiaufbewahrungsform Wulger; dazu: Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 488–489: wulger als ‚zwischen den Händen gerolltes, langrundes Stück einer knetbaren Arzneimittelmasse‘, verwandt mit walger als Bezeichnung für ein ‚Rundholz‘.</ref>) zur oralen Einnahme eines Arzneimittels, die mit einem Überzug versehen sein kann.<ref name="Pharmazeutische Technologie">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Pillen (lateinisch Pilulae, auch pillulae), in der Antike beispielsweise durch Vermischung von Puder und Saft<ref>D. Chabard (Hrsg.): Medizin im gallisch-römischen Altertum. La médecine dans l’antiquité romaine et gauloise. Exposition par le Museum d’histoire naturelle et le Musée Rolin dans le cadre du Bimillénaire de la Ville d’Autun. Musée d’Histoire Nauturelle, Ville d’Autun 1985 / Stadt Ingelheim/Rhein 1986, S. 22.</ref> zubereitet und auch griechisch-lateinisch Cataputia<ref>Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 138 (Catapotia) und 151 (Pilulae […].)</ref> genannt, werden hergestellt, indem aus dem gepulverten Wirkstoff, einem Füllmittel (z. B. Stärke), einem Bindemittel (z. B. Hefetrockenextrakt) und einem Anstoßmittel (z. B. Wasser, Glycerin) eine leicht knetbare, gut formbare, jedoch nicht klebende Masse hergestellt wird. Aus dieser Masse (Massa pilularum) werden auf einem Tabulier- oder Pillenbrett Stangen gerollt, die dann zerschnitten werden. Mit einem Trennmittel (z. B. Lycopodium) werden aus den zerschnittenen Stangen dann Kügelchen geformt (daher „Pillendreher“). Dabei verhindert das Trennmittel das Zusammenkleben der einzelnen Pillen im Abgabegefäß. Zusätzlich können die Pillen mit Zuckersirup, Schokolade, Honig, Wachs, oder Blattgold überzogen werden. Da die verwendeten Hilfsstoffe leicht zu einem Nährboden für Bakterien werden können und die Herstellungsweise recht zeitaufwendig ist, sind Pillen obsolet. Auch die Freisetzung des Wirkstoffes lässt sich nur schwer vorhersagen, da die Pillen nachhärten. Darüber hinaus ist auch die Dosierung ungenau, weshalb Pillen aus der Apothekenpraxis weitgehend verschwunden sind und durch Tabletten und Kapseln verdrängt wurden.<ref name="Pharmazeutische Technologie" />
Das in der Bundesrepublik Deutschland bis 1968 gültige DAB 6 schrieb eine Masse von 0,1 bis 0,12 g und eine Zerfallszeit von maximal 45 Minuten für Pillen vor.<ref name="Pharmazeutische Technologie" />
In der Umgangssprache bezeichnet man mit „Pille“ Arzneimittel aus festen Stoffen (in Pillen-, Dragée-, Tabletten- oder Kapselform). Im Speziellen ist mit „der Pille“ ein Mittel zur hormonellen Empfängnisverhütung (Antibabypille) gemeint, wobei diese technologisch keine Pillen, sondern Dragées oder Filmtabletten sind.
Siehe auch
Weblinks
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Einzelnachweise
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