Pneumonitis
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| {{#if: J68.- | J68.- | Eintrag fehlt }} | Krankheiten der Atmungsorgane durch Einatmen von chemischen Substanzen, Gasen, Rauch und Dämpfen | Eintrag fehlt }} |
| {{#ifeq:|ja|ICD-10 online (GM-Version 2026)|ICD-10 online (WHO-Version 2019)}} | |
Der Begriff Pneumonitis steht für eine entzündliche Veränderung der Lunge. Im Gegensatz zur Pneumonie sind die Auslöser jedoch keine Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze, sondern in der Regel pneumotoxisch wirkende Einflüsse wie hochenergetische Strahlung oder Medikamente, also Noxen physikalischer und chemischer Art.
Ursachen
Ursächlich können beispielsweise zahlreiche Medikamente, insbesondere auch solche, die im Rahmen einer Chemotherapie eingesetzt werden, sein.<ref name="Ukena">D. Ukena: Arzneimittelinduzierte Lungenerkrankungen. In: Der Pneumologe, Mai 2007, S. 201–212, doi:10.1007/s10405-007-0149-9.</ref> Zudem legen klinische Beobachtungen nahe, dass Fluorchinolon-Antibiotika Pneumonitiden mit akutem Atemversagen und persistierenden interstitiellen Infiltraten auslösen können.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Auch die Strahlentherapie kann insbesondere in den bestrahlten Bereichen eine Pneumonitis auslösen.<ref>H. Rübben: Uroonkologie. Springer, 2000, ISBN 3-540-67310-5, S. 698ff. books.google.de</ref> Weitere Ursachen können Pflanzengifte<ref>Gernot Katzer: Perilla (Perilla frutescens [L.] Britton). gernot-katzers-spice-pages.com; abgerufen am 3. Dezember 2012.</ref> oder auch die Einatmung pneumotoxisch wirkender Substanzen (z. B. Fluorcarbonverbindungen, Cobalt- oder Wolfram) sein.<ref>M. Guirgius u. a.: Tox-Zentrum: Brennpunkte 2002. (PDF) In: Schweizerische Ärztezeitung, 2003, 84(45), S. 2353–2356.</ref><ref>M. Goldoni u. a.: Exhaled Breath Condensate as a Suitable Matrix to Assess Lung Dose and Effects in Workers Exposed to Cobalt and Tungsten. In: Environ Health Perspect, 112(13), 2004 September, S. 1293–1298. }} PMC 1247519 (freier Volltext{{#if:|, PDF}})</ref> Ergänzend können auch Erkrankungen wie die Urämie in seltenen Fällen zur Pneumonitis führen.<ref>G. H. Schlund: Postoperative urämische Epikarditis und Pneumonitis nach irrtümlicher Nephrektomie wegen eines Angiomyolipoms. In: Der Urologe, 38/4/1998, S. 370–373. doi:10.1007/s001310050219.</ref>
Auch durch irritierende und toxische Aerosole, die durch die Verwendung als Inhalts- oder Zusatzstoffe in E-Zigaretten oder andere "vaping"-Geräte (Verdampfer) eingesetzt werden, können alveoläre und interstitielle Lungenschädigungen hervorgerufen werden. Durch die nicht-legale Verwendung von Vitamin-E-Acetat als Streckmittel zum Verdampfen von Tetrahydrocannabinol kam es ab August 2019 in den USA zu einer Epidemie akuter toxischer Lungenschädigungen mit interstitieller Pneumonitis, die als "e-cigarette, or vaping, product use associated lung injury" (EVALI) bezeichnet wurden.<ref>Hendrik Suhling, Tobias Welte, Thomas Fuehner: Fallberichte von drei Patienten mit akuter Lungenschädigung nach Gebrauch von E-Zigaretten. In: Deutsches Ärzteblatt Int, 2020, Jahrgang 117, S. 177–182; doi:10.3238/arztebl.2020.0177</ref><ref>Jennifer E. Layden, Isaac Ghinai, Ian Pray, Anne Kimball, Mark Layer, Mark W. Tenforde, Livia Navon, Brooke Hoots, Phillip P. Salvatore, Megan Elderbrook, Thomas Haupt, Jeffrey Kanne, Megan T. Patel, Lori Saathoff-Huber, Brian A. King, Ph.D., Josh G. Schier, Christina A. Mikosz, Jonathan Meiman et al.: Pulmonary Illness Related to E-Cigarette Use in Illinois and Wisconsin – Final Report. In: New England Journal of Medicine, 5. März 2020, Band 382, Ausgabe 10, S. 903–916, doi:10.1056/NEJMoa1911614</ref>
Klinische Erscheinung
Die Pneumonitis zeigt unspezifische Lungensymptome wie meist trockenen Husten, Atemnot und in manchen Fälle auch leichte Körpertemperaturerhöhung. Die Diagnose wird aus Anamnese und klinischen Symptomen, ergänzt durch Lungenfunktionsprüfung, Röntgenbild der Lunge, sowie bei Bedarf Computertomogramm und Bronchoskopie mit bronchoalveolärer Lavage gestellt. Feingeweblich findet sich dabei typischerweise das Bild einer interstitiellen Pneumonie.<ref>K. J. Bühling u. a.: Intensivkurs: Allgemeine und spezielle Pathologie. Urban & Fischer-Verlag, 2004, ISBN 3-437-42411-4, S. 210; books.google.de</ref>
Therapie
Die Therapie sollte, sofern möglich, darin bestehen, die Einwirkung der Ursachen zu beseitigen. Symptomatisch kann auch die Gabe von Corticosteroiden angezeigt sein.<ref name="Ukena" />
Einzelnachweise
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