Polymethacrylimid
Polymethacrylimid ist ein Polymer, aus dem Hartkunststoff (PMI) und Hartschaumstoff (PMI-E) hergestellt wird, und gehört zu den Polyimiden. Er wird im Flugzeug- und Autobau, in der Medizintechnik sowie im Bau zur Leichtbauweise eingesetzt, meist als Sandwichkonstruktion zwischen zwei Decklagen aus hochfesten Kunststoffen. Auch Angelschwimmer und Membranen von Flachlautsprechern können aus PMI gefertigt werden. Es ist unter dem Handelsnamen Rohacell von Evonik Industries am Markt verfügbar.<ref name="evonik1" />
Herstellung
Ein Copolymerisat von Methacrylsäure und Acrylnitril wird durch Verschäumen bei 170–210 °C in Polymethacrylimid umgewandelt.<ref name="Biederbick">Karlheinz Biederbick: Kunststoffe, Vogel-Verlag, 4. Auflage, 1977, S. 115, ISBN 3-8023-0010-6.</ref> Dabei kommt zu intramolekularer Imidbildung zwischen benachbarten Carbonsäure- und Nitrilgruppen.<ref name="Sivokhin">Vorlage:Literatur</ref>
- Datei:PMI intramolecular imidisation.svg
- intramolekulare Imidbildung
Außerdem kann es auch zu intermolekularen Imidbildungen zwischen zwei Polymerketten kommen. Diese Reaktion führt zur Quervernetzung des Polymers.<ref name="Sivokhin"/>
- Datei:PMI intermolecular imidisation.svg
- intermolekulare Imidbildung
Eigenschaften
PMI-Hartkunststoff und PMI-E-Hartschaumstoff sind hoch wärmeformbeständig bis etwa 180 °C<ref name="herrlich">N. Herrlich, W. Land, J. Kunz: Kunststoffpraxis: Eigenschaften, WEKA Media Verlag, 1999, ISBN 3-8111-5972-0.</ref>, kriechbeständig, dauerschwingfest und zeichnen sich durch eine hohe Steifigkeit, homogene Schaumstruktur und einfache Formgebung aus.<ref name="evonik1">Evonik Industries: ROHACELL®.</ref>
Bei PMI-E kann durch eine spezielle Herstellungsmethode das Zellgefüge des Polymers so modifiziert werden, dass sich in Längsebene und senkrecht dazu verschiedene Festigkeitswerte ergeben. Die Schaumstoffvariante kann im Gegensatz zum Hartkunststoff bis zu 65 % Feuchtigkeit aufnehmen.<ref name="herrlich" />
Einzelnachweise
<references />