Primorsk (Leningrad)
Vorlage:Infobox Ort in Russland
Primorsk (Vorlage:RuS, Vorlage:FiS, Vorlage:SvS) ist eine russische Küstenstadt mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD).<ref name="einwohner_aktuell" /> Sie liegt an der Nordküste des finnischen Meerbusens, 140 km westlich von Sankt Petersburg und gehört zum Rajon Wyborg der Oblast Leningrad.
Geschichte
Der Ort wurde erstmals im Jahre 1268 in einer russischen Chronik unter dem Namen Берёзовское (Berjosowskoje, „Birkendorf“) erwähnt. Schweden eroberte die Region während des dritten schwedischen Kreuzzuges unter Torgils Knutsson, im Frieden von Nystad fiel sie an Russland. Von 1920 bis zur Annexion durch die Sowjetunion nach dem Winterkrieg 1940 gehörte sie als Koivisto zum unabhängig gewordenen Finnland. Im Fortsetzungskrieg war der Ort von 1941 bis 1944 von finnischen Truppen besetzt.
Im Juli 1905, kurz nach der den Russisch-Japanischen Krieg entscheidenden Seeschlacht von Tsushima, trafen sich hier Kaiser Wilhelm II. und Zar Nikolaus II., um mit einem persönlichen Vertrag von Björkö<ref>Winfried Baumgart (Hg.): Preußen – Deutschland und Russland. Vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Duncker und Humblot, Berlin 1991, ISBN 3-428-07249-9, S. 112.</ref> europäische Bündnispolitik zu treiben. Kaiser Wilhelm II. wollte eine „Einkreisung“ Deutschlands durch das russisch-französische Bündnis abwenden.<ref>Hans-Werner Osthoff (Hg.): Die deutsch-russischen Vertragsbeziehungen im Spiegel ihrer Zeit, 1878–1978. Francke, Bern und München 1980, ISBN 3-7720-1491-7, S. 79.</ref> Doch der Versuch im Alleingang scheiterte.
Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zum Außenhafen von Wyborg.
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Lage von Björkö (seit 1948 Primorsk) am Finnischen Meerbusen (aus: Stielers Handatlas, Ausgabe 1891)Lage von Björkö (seit 1948 Primorsk) am Finnischen Meerbusen (aus: Stielers Handatlas, Ausgabe 1891)
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Evangelische Maria-Magdalena-Kirche in Primorsk, Architekt Josef Stenbäck, erbaut von 1902 bis 1904 im Stil der finnischen Nationalromantik
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Orthodoxe Kirche der Neuen Märtyrer und Bekenner Russlands in Primorsk, erbaut von 2006 bis 2010
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Am Bahnhof Primorsk
- Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1959 | 3897 |
| 1970 | 5521 |
| 1979 | 6258 |
| 1989 | 6637 |
| 2002 | 5332 |
| 2010 | 6119 |
Anmerkung: Volkszählungsdaten
Der Hafen von Primorsk
In Primorsk befindet sich der größte Ölverladehafen der Ostsee. Primorsk ist seit 2001 westlicher Endpunkt des Baltischen Pipelinesystems. Im Hafen von Primorsk können gleichzeitig vier Erdöltanker beladen werden.<ref>Primorsk Oil Terminal</ref> Durch den russisch-belarussischen Energiestreit um den Erdöltransit nach Westeuropa gewann der Hafen an Bedeutung.
Gegenüber dem Hafen Primorsk liegt das unter die Ramsar-Konvention fallende Vogelschutzgebiet „Berjosowyje ostrowa“, die Birkeninseln.
Durch ukrainische Drohnenangriffe im März 2026 musste das Erdölterminal von Primorsk vorübergehend seine Verladearbeiten einstellen.<ref>Bild.de:40 Prozent von Russlands Export-Kapazität vernichtet, Selenskyj zerbombt Putins Öl-Industrie, 26. März 2026</ref>
Söhne und Töchter der Stadt
- Arvo Peussa (1900–1941), finnischer Leichtathlet
- Pentti Karvonen (1931–2022), finnischer Hindernisläufer
- Matti Maisala (* 1931), finnischer Ruderer
- Eino Kirjonen (1933–1988), finnischer Skispringer
- Mauno Maisala (* 1933), finnischer Ruderer
- Voitto Soini (* 1938), finnischer Eishockeyspieler
Siehe auch
Einzelnachweise
<references />