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Red Porsche Killer

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Datei:Red Porsche Killer Kiel2007 noBG.jpg
Der Red Porsche Killer auf dem technischen Stand von 2007
Datei:Red Porsche vorne Killer Kiel2007.jpg
Ansicht von vorne (2007)
Datei:Festivalgelände - 2019241161730 2019-08-29 Werner Rennen - 0610 - AK8I7645.jpg
Eine Metallskulptur des Red Porsche Killer mit der Comicfigur Werner
Datei:Werner - Das Rennen 2018 18.jpg
Technischer Stand 2018, mit geändertem Lenker und neuem Ansaugtrakt für den hintersten Zylinder
Datei:Wolfgang Ußleber „Ölfuß“ - Pressekonferenz - Werner Rennen 2018 03.jpg
Wolfgang „Ölfuß“ Ußleber: der Konstruk­teur und Erbauer des Red Porsche Killer (Pressekonferenz 2018)

Red Porsche Killer ist der Name eines Motorrads, das nach einer Idee des Comiczeichners Rötger Brösel Feldmann als Einzelexemplar aufgebaut wurde. Von der ersten Erwähnung (im Comic Werner Eiskalt) 1985 bis zum realen Rennen im September 1988 vergingen rund 3 Jahre. Der Red Porsche Killer ist technisch als Drag Bike für reine Beschleunigungsrennen auf gerader Strecke ausgelegt.

Hintergrund

Fiktional

Der Ursprung des Red Porsche Killer liegt im 1985 erschienenen Comicalbum Werner Eiskalt, im Kapitel „Das Rennen“.<ref name=":2" /> Dort entbrennt ein Streit zwischen den Protagonisten Werner (einem Horex-Schrauber) und Holgi (Porsche-Fahrer) über die Leistungsfähigkeit ihrer jeweiligen Fahrzeuge, was zur Vereinbarung eines Wettrennens führt.

Dialog (Auszüge):
Holgi: Das is das schnellste Auto überhaupt
Werner: Da lach ich doch drüber – deinen Salzstreuer verblasen wir doch allemal
Holgi: Mit eurem Schrott? … ihr seid doch froh, wenn euer Geraffel überhaupt anspringt
Werner: dich leder ich mit meiner Horex ab, Macker... wir mach‘n n Rennen…
Holgi: Da lach ich ja – das schafft ihr nie...
Werner: wir bauen einfach zwei Motor'n hinternander, – dann siehst DU kein Land mehr
Andi (Werners Bruder): Wir könn' auch vier Motor'n nehm, – dann siehst du Gaanix mehr!...

Im Comic wird das Motorrad gebaut und auf den bekannten Namen getauft. Das Rennen findet statt, endet aber unentschieden, da Werner in einen vom LKW gefallenen Auflieger mit Strohballen fährt, und Holgi wegen vergessenem Motorenöl einen Motorschaden hat.

Real

Das Comic erreichte hohe Auflagenzahlen und die Episode wurde sehr bekannt. Immer öfter erhielten Rötger Feldmann und sein Umfeld Anfragen, wann das Rennen „nun endlich stattfindet“. Dies führte letztlich zum Entschluss, die Geschichte tatsächlich umzusetzen, das Motorrad zu bauen und das Rennen in Verbindung mit einem Musikfestival unter dem Titel „Werner: Das Rennen“ zu veranstalten. Ursprünglich war geplant, das Rennen auf einem Teilstück der damals noch nicht eröffneten Autobahn 210 zwischen Kiel und Rendsburg durchzuführen, wofür die Organisatoren jedoch keine Genehmigung erhielten.

Technik

Der ursprüngliche Plan sah vor, einfach vier Motoren einer Horex Regina hintereinander zu stellen, die Getriebe abzutrennen, und die Kurbelwellen über Primärketten miteinander zu verbinden.<ref name=":0">redporschekiller. Abgerufen am 18. Juli 2025.</ref> Diese Bauweise basiert auf den Drag Bikes der 1960er und 1970er Jahre, als Versuche unternommen wurden, mehrere Motoren hintereinander zu montieren. Zusammen mit eigens angefertigten Rahmen, angeschraubten Kompressoren und selbst konstruierten Primärantrieben entstanden gegen Ende dieser Area Bikes, die mit ihren bis zu drei hintereinander eingebauten Honda- oder Kawasaki-Vierzylindermotoren sowohl technisch als auch körperlich extrem schwer zu beherrschen waren.

Im Comic „Werner Eiskalt“ werden die Basis-Motoren definiert als „Original HOREX Blockmotor, 400 ccm, 1955, 22 PS, Grauguß-Zyl.“, die Einsatz-Triebwerke werden als „modifiziertes Ölfuß-Aggregat, 600 ccm, 1985, 45 PS, Alu-Zylinder“ beschrieben. Ein altes Getriebe aus einer BSA sollte die Leistung an das Hinterrad übertragen, wurde aber letztendlich aus Stabilitätsgründen durch ein Sportgetriebe ersetzt, das für Harley-Davidson-Maschinen im Drag Racing angeboten wird.<ref name=":0" /> Eine ebenfalls im Buch abgebildete Tabelle (mit technischen Zeichnungen)<ref>galerie. Abgerufen am 18. Juli 2025.</ref> gibt folgende Werte für den Red Porsche Killer an:

Red Porsche Killer
Hubraum 2,4 l
Bohrung 84 mm
Hub 110 mm
Leistung 162 PS
Max. Drehm. 36 kpm bei 3200 U.
Vergaser Dellorto 36 mm
Getriebe Zweigang
Radstand 2290 mm
Höhe 790 mm
Sitzhöhe 490 mm
Anmerkung: Diese Daten sind unverändert aus dem Buch übernommen.<ref name=":2">Brösel (Rötger Feldmann) „Werner Eiskalt“. Semmel Verlag, Kiel. 1985. – Leider keine Seitenzahlen im Buch. ISBN 3-922969-22-4</ref>

Sowohl im Comic als auch in der Realität ist Feldmanns Freund Wolfgang „Ölfuß“ Ußleber federführend für die Pläne des Red Porsche Killer und deren Umsetzung zuständig.<ref>»Spät ans Leben gewöhnt«. In: Der Spiegel. 11. September 1988, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 18. Juli 2025]).</ref> Später wurde das Motorrad von Feldmanns Bruder Andi nochmal technisch weiterentwickelt.

  • Die Motoren wurden für die erwarteten Belastungswerte modifiziert und Kurbelwellen, Pleuel, Lager und Kurbelwangen entsprechend angepasst bzw. extra angefertigt. Die Aluzylinder und Laufbuchsen für die einzelnen Motoren mit je 550 cm³ mussten ebenfalls eigens berechnet und angefertigt werden. Die gewuchteten Wellen und Lager wurden ebenfalls für das gewünschte Leistungsniveau ausgelegt.<ref name=":0" /> Die Abgasentsorgung findet über acht ungedämpfte Einzelkrümmer statt.
  • Aufwändige Umbauten waren an der hintersten Kurbelwelle notwendig, die über einen breiten Zahnriemen die Leistung an das Getriebe abgab. Von dort sorgte eine Kette für den Hinterradantrieb.<ref name=":0" />
  • Das Synchronisieren aller relevanten Elemente erwies sich ebenfalls als sehr arbeitsintensiv. Dazu wurden nicht nur die Vergaser auf den gleichen Durchfluss eingestellt, sondern auch die Zündzeitpunkte und deren Verstellung bei höheren Drehzahlen exakt abgestimmt.
  • Der Rahmen und die dazugehörigen Komponenten (z. B. Gabel) sind eine komplette Eigenentwicklung.
  • Die Bremsanlage wurde modifiziert, und ein System von Brembo (Doppelscheibe vorne / Scheibe hinten) verbaut
  • Gestartet wird das Motorrad über einen externen Anlasser.
  • Die Gesamtkosten für das Projekt beliefen sich damals auf 280.000 DM, das entspräche 2025 einem (inflationsbereinigten) Betrag von 288.400,00 €<ref>Rechner aktueller Wert Deutsche Mark, Francs, Lire, Dollars - Historische Inflation Konverter. Abgerufen am 18. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Für das Rennen 2018 wurde das Motorrad von Rötgers Bruder Andi Feldmann nochmals weiterentwickelt: Der vierte Motor bekam (Zitat) „Umbiegungssnüffelstücke“ – im typischen Werner-Slang steht dies für nach hinten gerichtete Ansaugrohre, die so nicht mehr von den Beinen des Fahrers abgedeckt werden können.<ref name=":1">André Klohn: Brösel gelingt die Revanche auf www.welt.de vom 2. September 2018, abgerufen am 2. September 2018</ref>

In der sportlichen Drag-Racing-Szene wurde das Motorrad für die technische Umsetzung des Projekts und seine Originalität durchweg gelobt. Die reine Wettbewerbsfähigkeit unter realen Rennbedingungen und in einer offiziellen Meisterschaft wurde eher gering eingeschätzt. Das liegt zu einem großen Teil an der äußerst schwierigen Einordnung in eine passende Wettkampfklasse und an der technischen Leistungsfähigkeit der Konkurrenten in den möglichen Kategorien.

Sportliche Bilanz

Datei:Werner - Das Rennen 2018 48.jpg
Holger Henze (stehend), Rötger Feld­mann und ihre Fahrzeuge: die Protagonisten der fiktiven Renngeschichten aus den Comics und den realen Veranstaltungen

Sonstiges

Der Modellbausatzhersteller Revell brachte 2001 einen Plastikbausatz des Motorrads heraus, der aber wegen eines Einspruchs von Porsche unter der Bezeichnung Red XXXXXXX Killer in die Läden kam.<ref>07812 - WERNER Red XXXXXXX Killer (Red Porsche Killer) - Bauplanarchiv - Das Wettringer Modellbauforum. Abgerufen am 18. Juli 2025.</ref><ref>Werner Red XXXXXXX Killer aka Red Porsche Killer. In: scalemates.com. Abgerufen am 18. Juli 2025.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />