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Rodele

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Vorlage:Infobox Ort in Polen Rodele (Vorlage:DeS) ist ein Dorf in Polen in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Das Dorf gehört zur Gemeinde Barciany (Barten) im Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg).

Geographische Lage

Das Dorf liegt in der nördlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren etwa 16 Kilometer südlich der polnischen Staatsgrenze zur russischen Oblast Kaliningrad. Die Kreisstadt Kętrzyn (Vorlage:DeS) ist zwölf Kilometer in südlicher Richtung entfernt.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes<ref>Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Rodehlen</ref> stammt aus dem Jahr 1419<ref>Swat 1978, S. 219</ref>, andere Quellen berichten von der Gründung des Dorfes 1427<ref name="ostpreussen-Rodehlen">Rodele - Rodehlen bei ostpreussen.net</ref>. Vom 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte das Gut den Grafen von Schwerin in Dönhofstädt (heute Vorlage:PlS) und anschließend den Grafen von Schwerin in Skandau (polnisch Skandawa). 1859 schenkte Sophie Gräfin von Schwerin-Skandau, geb. Gräfin Dönhoff ihrer Nichte Adele das Gut zusammen mit dem Gut Dombehnen (Dębiany) zur Hochzeit mit Werner Gebhard Louis v. Alvensleben-Neugattersleben aus der Altmark.

Am 30. April 1874 wurde der Amtsbezirk Rodehlen errichtet,<ref name="Jehke">Rolf Jehke, Amtsbezirk Rodehlen</ref> der bis 1945 bestand und zum Kreis Rastenburg im Regierungsbezirk Königsberg in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Am 29. Januar 1894 kam es zum Zusammenschluss der beiden Landgemeinden Adlig Rodehlen und Köllmisch Rodehlen zur neuen Landgemeinde Rodehlen.<ref name="Jehke" /> Sie wurde am 30. September 1928 erweitert, als die Landgemeinde Dombehnen (Dębiany) und der gleichnamige Gutsbezirk sowie der Gutsbezirk Silzkeim (Gumniska) eingeschlossen wurden. Am 1. April 1939 wurde auch die Landgemeinde Petermanns (Pieszewo) einbezogen.

Nachdem die Gegend Anfang 1945 von der Roten Armee eingenommen worden war, wurde Rodehlen als Folge des Zweiten Weltkrieges Teil Polens und erhielt die polnische Namensform „Rodele“. Heute ist es eine Ortschaft im Verbund der Gemeinde Barciany (Barten) im Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Einwohnerzahlen

Datei:2008-02 Rodele 6.jpg
Mehrfamilienhäuser in Rodele
Jahr Anzahl
Gut
Anzahl
Dorf
Anzahl
Insgesamt
1818 131 131<ref name="wiki">Rodehlen bei GenWiki</ref>
1885 163 163
1905 134 109 243
1933 449 449
1939 613 613
1970 225 225<ref>Swat 1978, S. 220</ref>
2010 196 196<ref name="GUS2010" />

Amtsbezirk Rodehlen (1874–1945)

Der 1874 errichtete Amtsbezirk umfasste die Orte:<ref name="Jehke" />

Deutscher Name Polnischer Name Bemerkungen
Adlig Rodehlen, Ldgm. 1894 in die Landgemeinde Rodehlen eingegliedert
Adlig Rodehlen, Gut Rodele 1928 nach Rodehlen eingegliedert
Dombehnen, Ldgm. Dębiany 1928 nach Rodehlen eingegliedert
Dombehnen, Gut 1928 nach Rodehlen eingegliedert
Köllmisch Rodehlen 1894 in die Landgemeinde Rodehlen eingegliedert
Silzkeim Gumniska 1928 nach Rodehlen eingegliedert
ab 1929:
Platlack
Płatławki bis 1929 im Amtsbezirk Wehlack, 1928 nach Petermanns eingegliedert
ab 1929:
Petermanns
Pieszewo 1939 nach Rodehlen eingegliedert

Am 1. Januar 1945 bildete lediglich noch die Gemeinde Rodehlen den gleichnamigen Amtsbezirk.

Gutshaus und -park Rodehlen

Datei:2009-07 Rodele 1.jpg
Das Gutshaus im Jahr 2009
Datei:2008-02 Rodele 2.jpg
Park am ehemaligen Gutshaus

Das heute noch erhaltene Gutshaus Rodehlen entstand zwischen 1859 und 1861<ref name="ostpreussen-Rodehlen" /><ref> Vorlage:Literatur</ref> , andere Quellen nennen 1820 als Entstehungsjahr<ref>Swat 1978, S. 220</ref>. Das Gebäude lehnt sich an die Architektur Karl Friedrich Schinkels an und ist ein typischer Bau der damaligen Zeit. Vorbild für das Haus war das Gutshaus der Gräfin Sophie von Schwerin in Skandau, welches Schinkel aktiv mitgestaltet hatte. Das Haus verfügt über zehn Fensterachsen mit Rundbogenfenstern. Die Auffahrt führt zum überdachten Portal. Das Haus ist heute ungenutzt und steht zum Verkauf (2007)<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>.

Der Landschaftspark am einstigen Gut ist heute gepflegt, auch wenn die ehemaligen Sichtachsen inzwischen zugewachsen sind.

Kirche

Bis 1945 war Rodehlen in die evangelische Kirche Wenden in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische Kirche Rastenburg im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt.<ref name="wiki" />

Heute gehört Rodele katholischerseits zur Pfarrei Winda im jetzigen Erzbistum Ermland, evangelischerseits zur Kirchengemeinde Barciany, einer Filialgemeinde der Pfarrei Kętrzyn in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr

Straße

Rodele wird westlich von der Woiwodschaftsstraße 591 begrenzt. In südlicher Richtung führt diese nach etwa vier Kilometern durch Winda (Wenden) und nach etwa zwölf Kilometern durch Kętrzyn (Rastenburg). Im Norden führt die 591 nach drei Kilometer durch Barciany (Barten) und endet nach 16 Kilometern an der polnischen Staatsgrenze zur russischen Oblast Kaliningrad. Einen Grenzübergang gibt es nicht.

Datei:2008-02 Rodele 7.jpg
Straße Richtung Dębiany (Dombehnen)

Die nördliche Begrenzung des Dorfes bildet die Straße in das zwei Kilometer entfernte Dębiany (Dombehnen).

Schiene

Die nächste Bahnstation befindet sich in Kętrzyn, wo es Direktverbindungen nach Ełk (Lyck) und Białystok gibt. Kętrzyn kann über eine Linienbusverbindung erreicht werden. Bis 1945 war Rodehlen selber Bahnstation. Es lag an der Bahnstrecke Wenden–Barten, die von den Rastenburger Kleinbahnen befahren wurde, aber nach 1945 nicht reaktiviert worden ist.

Luft

Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Kaliningrad, welcher sich etwa 90 Kilometer nordwestlich aber auf russischem Hoheitsgebiet – außerhalb der Europäischen Union befindet. Der nächste internationale Flughafen auf polnischem Staatsgebiet ist der etwa 190 Kilometer westlich gelegene Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig.

Literatur

  • Tadeusz Swat: Dzieje Wsi. In: Aniela Bałanda u. a.: Kętrzyn. Z dziejów miasta i okolic. Pojezierze, Olsztyn 1978, S. 219–220 (Seria monografii miast Warmii i Mazur).

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references> <ref name="GUS2010"> Główny Urząd Statystyczny, Portret miejscowości statystycznych w gminie Barciany (powiat kętrzyński, województwo warmińsko-mazurskie) w 2010 r. Online (xls-Datei) </ref> </references>

Vorlage:Navigationsleiste Gmina Barciany