Ruthenium(III)-chlorid
Ruthenium(III)-chlorid ist eine chemische Verbindung des Rutheniums aus der Gruppe der Chloride, die normalerweise als Hydrat vorliegt.
Gewinnung und Darstellung
Ruthenium(III)-chlorid kann durch Reaktion von Ruthenium mit Chlor und Kohlenstoffdioxid gewonnen werden.<ref>H. Remy, M. Kühn: Beiträge zur Chemie der Platinmetalle. V. Thermischer Abbau des Ruthentrichlorids und des Ruthendioxyds. In: Z. Anorg. Chem. 1924, 127, 1, S. 365–388, Vorlage:DOI.</ref>
Eigenschaften
Ruthenium(III)-chlorid kommt in zwei verschiedenen Kristallstrukturen vor. Die schwarze diamagnetische α-Form liegt in einer Chrom(III)-chlorid-Struktur mit Ru–Ru-Bindungen der Länge 346 pm vor. Die dunkelbraune und metastabile β-Form kristallisiert in einer hexagonalen Kettenstruktur. Sie wandelt sich bei 450–600 °C irreversibel zur α-Form um.
Das Hydrat liegt in Form von schwarzblauen, stark glänzenden hygroskopischen Blättchen vor, dessen wässrige Lösung eine rote Farbe besitzt.<ref name="brauer" />
Verwendung
Als die am häufigsten verwendete Rutheniumverbindung wird Ruthenium(III)-chlorid zur Herstellung von anderen Rutheniumverbindungen eingesetzt.
Ruthenium(III)-chlorid wirkt als Katalysator für die ringöffnende Metathese bei stark gespannten Cycloalkenen wie Norbornen. Bei nicht-cyclischen Systemen wirkt es dagegen nicht als Metathese-Katalysator, hier müssen kompliziertere Systeme wie die Grubbs-Katalysatoren eingesetzt werden.<ref>P. O. Nubel, C. L. Hunt: A convenient catalyst system employing RuCl3 or RuBr3 for metathesis of acyclic olefins. In: Journal of Molecular Catalysis A: Chemical. 1999, 1455, S. 323–327, Vorlage:DOI.</ref>
Einzelnachweise
<references />