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St. Kitts und Nevis

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(Weitergeleitet von Saint Kitts and Nevis)

St. Kitts und Nevis (in Deutschland und der Schweiz amtlich Föderation St. Kitts und Nevis,<ref name="AA">Verzeichnis der Staatennamen für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland. (PDF; 419 kB) Länderliste des Auswärtigen Amtes. Auswärtiges Amt, 22. März 2024, abgerufen am 17. Mai 2024.</ref><ref>Liste der Staatenbezeichnungen. (PDF; 367 kB) Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, 14. September 2023, abgerufen am 17. Mai 2024.</ref> in Österreich amtlich St. Kitts und Nevis,<ref>Liste der Staatennamen. (PDF) Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, 12. Juni 2023, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref> {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), bis 1983 offiziell Saint Christopher and Nevis,<ref>Federation of Saint Kitts and Nevis Constitutional Order of 1983</ref> deutsch St. Christopher und Nevis) ist ein föderaler Inselstaat auf den Kleinen Antillen in der östlichen Karibik. Hauptstadt und größte Stadt des Staates ist Basseterre, Amtssprache ist Englisch.

Der Staat gehört mit seinen 51.320 Einwohnern (Stand: 2022)<ref name="census2022" /> und einer Fläche von knapp 263 Quadratkilometern<ref name="area">Parish Size, Population and Density 1991–2011. Flächen in km². In: stats.gov.kn. St. Kitts and Nevis Department of Statistics, Ministry of Sustainable Development, 16. Juli 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Juni 2023; abgerufen am 18. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> zu den zwölf kleinsten allgemein anerkannten Staaten der Erde. Namensgebend sind die beiden Inseln St. Kitts und Nevis. Er ist Mitglied des Commonwealth of Nations und der Vereinten Nationen.

Landesname

Datei:Nevispeak1.jpg
Wolken über dem Nevis Peak

Der erste bekannte Name von St. Kitts war {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), das „fruchtbare Land“, wie es die hier ursprünglich ansässigen karibischen Kalinago nannten.<ref>Nicholas J. Saunders: Peoples of the Caribbean: an encyclopedia of archeology and traditional culture. ABC-CLIO, Santa Barbara, Calif. 2005, ISBN 1-57607-701-2, S. 260 f.</ref> Christoph Kolumbus, der erste Europäer, der die Insel entdeckte, soll sie nach seinem Schutzheiligen Christophorus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) genannt haben, wie sie bis ins 17. Jahrhundert hieß. Die ersten englischen Kolonisten übersetzten dies zu St. Christopher’s Island. Eine im 17. Jahrhundert geläufige Abkürzung für Christopher war Kit bzw. Kitt; so wurde die Insel informell Saint Kitt’s Island genannt, später weiter verkürzt zu Saint Kitts.<ref name="cia.gov">cia.gov</ref>

Nevis wurde von den Kalinago Oualie genannt, das „Land der schönen Wasser“. Kolumbus gab der Insel den Namen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) nach Martin von Tours. Der heutige Name stammt vom spanischen Namen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Unsere Dame des Schnees“, was sich auf ein aus dem 4. Jahrhundert in der katholischen Erzählung überliefertes Wunder bezieht: ein sommerlicher Schneefall auf dem Hügel Esquilin in Rom. Nach heutiger Interpretation wurde dieser Name durch die Sicht auf den Gipfel des heute Nevis genannten Berges inspiriert, der üblicherweise von Wolken umweht wird, was als Kontrast zum heißen Klima empfunden wurde.<ref name="cia.gov" />

Die kolonialen Verfassungen nannten den Staat sowohl Saint Kitts and Nevis (bzw. 1962–80 St. Christopher-Nevis-Anguilla) als auch Saint Christopher and Nevis. Heute wird nur noch ersteres verwendet. Häufig (auch auf der Regierungs-Website) wird die Abkürzung SKN verwendet. Ein Adjektiv für den Staatsnamen gibt es im Deutschen nicht.<ref name="AA" />

Geographie

Territorium

St. Kitts und Nevis liegt bei 17° 20′ N, 62° 45′ W in der östlichen Karibik (früher auch Westindien genannt) und ist Teil der Inselkette der kleinen Antillen, darin der Untergruppe Inseln über dem Winde, darin der nördlichen Untergruppe der Leeward Islands. Nordwestlich schließen Sint Eustatius, Saba, Saint-Barthélemy, St. Martin, Anguilla, die Jungferninseln und Puerto Rico an, östlich und südöstlich Antigua und Barbuda, Montserrat und Guadeloupe.

St. Kitts hat eine Fläche von 168,92 km².<ref name="area" /> Die Insel Nevis ist durch einen drei Kilometer breiten Kanal von St. Kitts getrennt und hat eine Fläche von 93,7 km².<ref name="area" /> In der Meerenge zwischen beiden Inseln liegt das Eiland Booby Island mit einer Fläche von etwa einem Hektar. Die gemeinsame Staatsfläche beträgt 262,62 km², die gesamte Küstenlänge 135 km. Die maritime Ausschließliche Wirtschaftszone des Staates umfasst 20.400 km².<ref>researchgate.net</ref><ref>marineregions.org</ref>

Geologie und Geomorphologie

St. Kitts und Nevis liegt mit der Inselkette der kleinen Antillen am östlichen Rand der Karibischen Platte, in der Subduktionszone, in der die Südamerikanische Platte durch die Plattentektonik unter die Karibische Platte geschoben wird. Die Subduktion führt seit Millionen von Jahren zu vulkanischer Aktivität und Erdbeben, die bis heute vorkommen (siehe Erdbeben in den Kleinen Antillen 1974). Wie die gesamte Inselkette sind auch die Inseln St. Kitts und Nevis aus Vulkanen entstanden. St. Kitts ist relativ jung, im Miozän vor weniger als 50 Millionen Jahren entstanden, Nevis noch jünger mit einem vermuteten Entstehungszeitraum vom mittleren Pliozän (vor 3,45 Millionen Jahren) bis zum Pleistozän.<ref></ref> Wie die anderen Inseln sind sie die Gipfel von Unterwasserbergen, die durch Anhäufung von Magma entstanden.

St. Kitts besteht fast ausschließlich aus vulkanischen Gesteinen wie Andesit und Dazit. Die Insel wird von vier vulkanischen Zentren gebildet.<ref></ref> Der höchste Berg ist der 1156 m hohe Mount Liamuiga (früher „Mount Misery“ genannt). Er ist ein ruhender Vulkan, der u. a. Basalt und Andesit aufweist und zuletzt vermutlich vor etwa 1850 Jahren ausbrach.<ref>Petrology of Mt. Misery Volcano, St. Kitts, West Indies. Abgerufen am 17. Mai 2024.</ref><ref>Liamuiga im Global Volcanism Program der Smithsonian Institution (englisch)</ref>

Auch Nevis wird von mehreren vulkanischen Zentren gebildet.<ref>Nevis Island Profile. In: uwiseismic.com. The University of the West Indies Seismic Research Centre, abgerufen am 17. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die höchste Erhebung der Insel ist der Nevis Peak mit 985 m, ein ruhender Vulkan, der zuletzt vermutlich vor etwa 100.000 Jahren ausbrach.<ref>Nevis Peak im Global Volcanism Program der Smithsonian Institution (englisch)</ref>

Klima

Auf den Inseln herrscht heißes, tropisches Klima, durch Passatwinde gemildert. Die Trockenzeit dauert von Januar bis April. Im Sommer und zum Jahresende ist die Niederschlagsmenge höher und variiert je nach Höhenlage. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt etwa 1400 mm,<ref>Klimadaten und Regenzeit, abgerufen am 17. Mai 2024.</ref> Hauptregenzeit ist von Mai bis Oktober. Wirbelstürme können zwischen August und Oktober auftreten.

Flora und Fauna

Die Nationalpflanze des Staates ist der Flammenbaum. Häufig vorkommende Pflanzen sind u. a. eine Variante der Palmettopalme, Hibiskus, Bougainvillea und Tamarindenbaum. In den dichten Wäldern der Inseln ist eine Kiefern-Variante häufig, dazu verschiedene Farn-Varianten.<ref>Saint Kitts and Nevis Flora and Fauna. 23. Dezember 2017, abgerufen am 8. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der Braunpelikan gehört zu den Nationalsymbolen des Staates. Insgesamt sind 198 Vogelarten beschrieben worden.<ref>Denis Lepage: Avibase – Bird Checklists of the World Saint Kitts. Avibase, 25. Februar 2024, abgerufen am 17. Mai 2024.</ref>

Bevölkerung

Demografie

Datei:Downtown Basseterre, St. Kitts.jpg
Platz im Zentrum Basseterres vor dem Berkeley Memorial

Auf den beiden Inseln leben 51.320 Menschen (Volkszählung 2022).<ref name="census2022" />

2017 waren 13,7 % der Bevölkerung Migranten. Gleichzeitig sind noch mehr Personen emigriert.<ref>Migration Report 2017. (PDF) UN, abgerufen am 30. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Origins and Destinations of the World’s Migrants, 1990-2017. In: Pew Research Center’s Global Attitudes Project. 28. Februar 2018 (pewglobal.org [abgerufen am 30. September 2018]).</ref>

Bevölkerungsentwicklung St. Kitts und Nevis<ref name="census2022" />
Zensus Einwohnerzahl Zensus Einwohnerzahl
1871 39.872 1960 51.023
1881 41.001 1970 44.884
1891 43.981 1980 43.291
1901 42.556 1991 40.618
1911 39.498 2001 46.325
1921 33.974 2011 47.195
1946 41.206 2022 51.320

Ethnien

Die mit einem Bevölkerungsanteil von 88,0 % mit Abstand größte Bevölkerungsgruppe stellen Schwarze dar, während der restliche Teil der Bevölkerung sich aus Weißen (3,1 %), Indischstämmigen (2,8 %), Hispanics (2,5 %), Menschen gemischt ethnischer Herkunft (2,4 %) und Chinesen (0,6 %) zusammensetzt.<ref></ref>

Sprachen

Die Amtssprache der Föderation ist Englisch. Jedoch werden oft kreolische Dialekte gesprochen.

Religionen

Die Mehrheit der Bewohner sind Anglikaner (36 %) und Methodisten (32 %). Weiter gibt es noch Katholiken (12 %), Herrnhuter (9 %), Baptisten (5 %) und 40 verschiedene weitere Religionsgemeinschaften.

Bildung

Es gilt eine Schulpflicht vom 5. bis zum 16. Lebensjahr.

  • Vor allem private Einrichtungen bieten Kleinkindbetreuung (0–3 Jahre) und Vorschulerziehung für Kinder von 3 bis 5 Jahren an.
  • Grundschulen nehmen Kinder von 5 bis 12 Jahren auf (2 Jahre Vorschule und 4 Jahre reguläre Schulen).
  • Sekundarschulen nehmen Kinder für 5 Jahre auf. Die Abschlüsse sind im karibischen Wirtschaftsraum standardisiert.
  • Hochschule/Fachhochschule: Das Clarence Fitzroy Bryant College (CFBC) bietet Bachelor- und Master-Studiengänge wie Kunst, Pädagogik, Gesundheitswesen, Technik, Betriebswirtschaft und Tourismus. Weitere Spezialisierungen sind über Kooperationen mit Hochschulen im karibischen Raum möglich.

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Geschichte

Urgeschichte

Die ersten Bewohner kamen ca. 3000 Jahre v. Chr. auf die Inseln. Diese Einwohner kannten noch keine Landwirtschaft oder Keramik und kamen wahrscheinlich aus Florida. Diese Jäger und Sammler verschwanden später wieder.

Um 400 v. Chr. kamen die Saladoiden, die bereits Landwirtschaft und Keramik kannten. Sie stammten vom Delta des Orinoco im heutigen Venezuela.

Etwa 800 n. Chr. wurden sie verdrängt durch die Igneri, die zu den Arawak gehören.<ref name="carib">Prehistory of the Caribbean Culture Area, Southeast Archaeological Center, National Park Service, abgerufen am 25. Dezember 2014.</ref>

1300 kamen die Kalinago auf die Inseln und verdrängten die Igneri in Richtung Große Antillen. St. Kitts nannten sie Liamuiga (fruchtbare Insel) und Nevis Oualie (Land des schönen Wassers). Die Einheimischen hatten Handelsbeziehungen mit Einwohnern der heutigen Virgin Islands und Puerto Ricos.

Frühe Kolonisierung

Die beiden Inseln wurden 1493 auf der zweiten Reise von Christoph Kolumbus für die Europäer entdeckt, aber erst am Anfang des 17. Jahrhunderts besiedelt.

Die ersten Kolonisten waren 1623 die Briten, die unter Sir Thomas Warner (1580–1649) mit Erlaubnis der Kalinago unter Häuptling Ouboutou Tegremante die Siedlung Old Road Town an der Westküste von St. Kitts gründeten.<ref>Commonwealth – History of St Kitts and Nevis. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. März 2019; abgerufen am 10. Juli 2019.</ref> 1625 gründeten die Franzosen unter Pierre Belain d’Esnambuc eine Siedlung auf St. Kitts. In der Folge vereinbarten beide Seiten die Aufteilung der Inseln in einen französischen und einen englischen Sektor.

Nach der anfänglichen Zustimmung der Kalinago begannen diese die fortdauernde europäische Expansion und die Übernahme der ganzen Insel zu fürchten. Nach ersten Konfrontationen habe Häuptling Tegremante 1626 ein Bündnis mit karibischen Stämmen anderer Inseln geplant, die nachts mit Kanus kommen sollten, um gemeinsam die britischen und französischen Siedlungen anzugreifen. Der Plan sei durch eine Kalinago-Frau verraten worden und die Europäer vereinten daraufhin ihre Kräfte zu einem Erstschlag, der durch den Mönch Jean-Baptiste Du Tertre als Völkermord an den Kalinago von 1626 überliefert ist. Sie luden die Kalinago zu einem Fest ein und vergifteten viele. Als die überlebenden Kalinago in ihr Dorf zurückkehrten, griffen die Europäer sie an und töteten weitere 120 im Schlaf, darunter auch Tegremante. Am folgenden Tag wurden etwa 4000 Kalinago von den Siedlern in das Gebiet Bloody Point und Bloody River gedrängt, wo die Kalinago sich ergeben wollten, aber etwa 2000 von ihnen massakriert wurden, Jean-Baptiste Du Tertre berichtet von „Stapeln von Leichen“. Auf der Seite der Kolonisten wurden etwa 100 Tote verzeichnet. Die überlebenden Kalinago flüchteten in die Berge und wurden später teils versklavt, teils 1640 zur Übersiedlung nach Dominica gezwungen.<ref>Vincent Hubbard: A History of St. Kitts. Macmillan Caribbean, 2002, ISBN 0-333-74760-7, S. 17–18 (archive.org).</ref><ref></ref>

Datei:Spanish capture of St Kitts.jpg
Die spanische Eroberung von St. Kitts 1629 unter Fadrique Álvarez de Toledo y Mendoza

Ab diesem Zeitpunkt führten die Europäer großräumige Rodungen durch, legten Zuckerrohrplantagen an und importierten große Zahlen an afrikanischen Sklaven, was die Bevölkerungsstruktur der Insel völlig veränderte. 1628 begannen die Briten auch auf Nevis zu siedeln.

1629 bis 1630 waren die Inseln für kurze Zeit in spanischem Besitz. Im Rahmen des Englisch-Spanischen Kriegs (1625–1630) eroberten Truppen unter Fadrique Álvarez de Toledo y Mendoza in der Schlacht von St. Kitts die Inseln und zerstörten die Siedlungen, viele Kolonisten flohen in die Berge, wandten sich auf anderen karibischen Inseln der Piraterie zu oder kehrten in ihre Heimatstaaten zurück. Bereits 1630 erlaubten die Spanier mit dem Frieden von Madrid ihre Rückkehr und 1670 mit dem Vertrag von Madrid gestanden sie den Engländern die Hoheit über St. Kitts und Nevis zu; als Gegenleistung versprachen die Engländer Unterstützung gegen die Piraterie.

Mit dem Abstieg des Spanischen Imperiums entstand ein Machtvakuum, das die Briten und Franzosen nutzten. Hierbei wurde St. Kitts die Schlüsselstellung der Engländer und Franzosen bei ihrer Expansion in die Karibik. Von hier aus besiedelten die Briten Antigua, Montserrat, Anguilla und Tortola, und die Franzosen Martinique, Guadeloupe und Saint Barthélemy. In der Folge wurden die Inseln ein ständiger Streitpunkt zwischen Frankreich und England, die darüber mehrere Kriege 1667, 1689–1690 sowie 1701–1713 führten; dadurch und unter einem Erdbeben 1690 sowie einem Hurrikan 1707 litten die Inseln. 1707 schufen die Engländer durch die Vereinigung mit Schottland das Königreich Großbritannien. Schließlich gestanden die Franzosen 1713 im Frieden von Utrecht den Briten die Hoheit über St. Kitts zu.

Britische Kolonialzeit

Datei:BrimstoneHill01.jpg
Die Festung auf dem Brimstone Hill, Schwerpunkt der erfolgreichen französischen Invasion von 1782

St. Kitts war nun trotz aller Rückschläge zur reichsten karibischen Kolonie des aufstrebenden Britischen Weltreichs geworden.

1782 nutzten die Franzosen den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, um St. Kitts zu erobern, gaben es aber 1783 wieder zurück.

1807 setzte sich in Großbritannien die Abolitionismus-Bewegung durch; das britische Empire verbot mit dem Slave Trade Act den Sklavenhandel und verbot 1833 mit dem Slavery Abolition Act die Sklavenhaltung. Auf St. Kitts wurden 19.780 und auf Nevis 8.815 Sklaven befreit.

1882 schloss man die beiden Inseln mit dem nahegelegenen Anguilla zu einer Föderation mit dem Namen St. Christopher-Nevis-Anguilla zusammen.

Zwischen 1929 und 1930 stürzte die Weltwirtschaftskrise die Kolonie in wirtschaftliche und politische Schwierigkeiten. Nachdem 1930 Gewerkschaften und Parteien entstanden und 1935 einen Generalstreik durchführten, führte man 1952 das allgemeine und gleiche Wahlrecht ein und damit auch das Frauenwahlrecht.<ref>Jad Adams: Women and the Vote. A World History. Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-870684-7, S. 438.</ref> 1958 erfolgte der Beitritt zur Westindischen Föderation, die bis 1962 existierte.

1967 erhielten die Inseln einen Autonomiestatus vom Vereinigten Königreich. Für die Einwohner Anguillas gingen diese Regelungen nicht weit genug, deshalb trat Anguilla faktisch aus der Konföderation aus, blieb jedoch auf dem Papier angeschlossen.

Unabhängigkeit

Am 19. September 1983 entließ die britische Krone St. Kitts und Nevis in die Unabhängigkeit. Danach gab es wegen einer Pattsituation im Parlament eine Minderheitsregierung, was den Staat destabilisierte.

Ende der 1990er-Jahre gab es Unabhängigkeitsbestrebungen von Einwohnern der Insel Nevis, die Nevis benachteiligt sahen und eine Loslösung von St. Kitts forderten. Diese Forderung fand bei einem Volksentscheid eine Zustimmung von 62 %, verfehlte damit jedoch die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der gültigen Stimmen.

Die Zuckerbranche, jahrhundertelang wesentliche Einkommensquelle der Insel, war seit Jahrzehnten im Abstieg begriffen; das staatseigene Unternehmen zur Zuckerverarbeitung überlebte nur noch durch staatliche Subventionen und wurde 2005 endgültig stillgelegt.

Politik

Politisches System

Datei:Government House, Basseterre.jpg
Government House, Basseterre, der offizielle Residenz des Generalgouverneurs von Saint Kitts und Nevis
Datei:Saint Kitts and Nevis Government building 2.JPG
Sitz der Regierung von Saint Kitts und Nevis

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Die Verfassung des Staates wurde am 26. Juni 1983 beschlossen und trat mit dem Datum der Unabhängigkeit am 19. September 1983 in Kraft.<ref name="gov.kn">gov.kn</ref> Sie definiert den Staat als eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth of Nations mit föderativer Struktur, Staatsoberhaupt ist damit der britische Monarch, derzeit König Charles III. Vertreten wird er durch einen Generalgouverneur. Seit dem 1. Februar 2023 hat dieses Amt Marcella Liburd inne.

Legislative

Es besteht eine Nationalversammlung mit elf gewählten Repräsentanten und drei vom Generalgouverneur ernannten Senatoren. Von den elf gewählten Sitzen sind acht für St. Kitts und drei für Nevis vorgesehen. Von den drei Senatoren werden zwei vom Premierminister und einer vom Oppositionsführer vorgeschlagen. Die Legislaturperiode beträgt fünf Jahre. Premierminister und Kabinett sind der Nationalversammlung gegenüber rechenschaftspflichtig.

Nevis hat daneben ein eigenes, halb autonomes Parlament mit drei ernannten und fünf gewählten Mitgliedern.

Judikative

Die höchste juristische Instanz für St. Kitts ist der Privy Council in London. In der regionalen Gerichtsbarkeit teilt sich St. Kitts und Nevis mit acht benachbarten Inselstaaten seit 1967 einen gemeinsamen Gerichtshof, den Eastern Caribbean Supreme Court mit Sitz in Castries in St. Lucia. Er besteht aus dem Obersten Gerichtshof (High Court of Justice), das u. a. Verfassungs- und Menschenrechtsfragen behandelt, sowie dem Berufungsgericht (Court of Appeal). Gebildet wird er aus einem vorsitzenden Richter (chief justice) und vier Berufungsrichtern (justices of appeal) am Hauptsitz sowie 19 Obersten Richtern (High Court judges), die in den neun Mitgliedstaaten residieren. Auf örtlicher Ebene bestehen die untersten Gerichte (magistrates’ courts), die einfache Fälle verhandeln.<ref>commonwealthgovernance.org</ref>

Exekutive

Datei:Terrance Drew 2022.jpg
Terrance Drew, Premierminister

Die Regierung besteht aus einem Premierminister und seinem Kabinett, dem (Stand: 2022) 17 Ministerien unterstehen.<ref name="gov.kn" /> Erster Premierminister war von 1983 bis 1995 Kennedy Simmonds von der Partei People’s Action Movement (PAM). Bei der Wahl 1995 wurde er von Denzil Douglas, dem Vorsitzenden der Labour Party (SKNLP), abgelöst. Nach zwanzig Jahren Regentschaft verlor Douglas’ Partei bei den Parlamentswahlen vom 16. Februar 2015 und der frühere Außenminister Timothy Harris (PLP) wurde sein Nachfolger als Premierminister.<ref>The Guardian, Februar 2015</ref> Dessen People’s Labour Party ging eine Koalition mit dem Concerned Citizens’ Movement und dem People’s Action Movement ein.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Saint Kitts and Nevis Observer, Februar 2015 (Memento vom 20. Februar 2015 im Internet Archive)</ref>

Nachdem ein Misstrauensantrag – auch aus Teilen seiner eigenen Partei – gegen ihn gestellt worden war, löste Harris am 11. Mai 2022 das Parlament auf.<ref>St. Kitts dissolves Parliament, fires several top officials. apnews.com, 11. Mai 2022, abgerufen am 7. Januar 2024.</ref> Bei der Neuwahl gewann die SKNLP sechs der elf Sitze, wodurch deren Kandidat Terrance Drew am 6. August 2022 zum vierten Premierminister von St. Kitts und Nevis vereidigt wurde.<ref>Santana Salmon: St. Kitts Nevis new PM sworn into office. caribbeannationalweekly.com, 8. Juli 2022, abgerufen am 7. Januar 2024.</ref>

Recht

St. Kitts und Nevis hat wie auch die anderen ehemaligen britischen Kolonien in der Karibik das britische Rechtssystem übernommen. Die im ehemaligen Mutterstaat vor 40 Jahren vollzogene Abschaffung der Todesstrafe wurde jedoch nicht umgesetzt. Der Privy Council hob über die Jahre mehrere verhängte Todesurteile auf.

Verwaltungsgliederung

Die Hauptstadt ist Basseterre auf St. Kitts. Die zweitgrößte Stadt ist Charlestown auf Nevis.

Datei:Basseterre.jpeg
Die Hauptstadt Basseterre

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. St. Kitts und Nevis gliedert sich in 14 Verwaltungsbezirke (Parishes), davon neun auf St. Kitts und fünf auf Nevis.<ref>KN – Saint Kitts and Nevis. In: iso.org. International Organization for Standardization (ISO), abgerufen am 15. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählung im Jahr 2022.<ref></ref>

<imagemap> Bild:Saint Kitts and Nevis, administrative divisions - de - colored.svg|mini|Parishes in St. Kitts und Nevis



poly 713 613 764 674 791 736 744 758 679 760 656 742 670 655 Saint Thomas Lowland poly 659 743 679 755 706 762 743 765 793 736 753 777 726 780 715 789 682 793 662 793 Saint Paul Charlestown poly 658 792 724 788 751 778 767 765 796 737 809 883 773 899 753 905 698 892 675 865 Saint John Figtree poly 795 734 813 890 855 871 886 864 901 840 916 797 911 767 883 760 872 756 841 741 Saint George Gingerland poly 717 614 757 669 795 739 841 737 856 752 873 749 894 761 907 769 917 770 924 711 913 661 880 624 854 601 810 580 784 580 741 582 Saint James Windward poly 92 114 130 140 134 120 147 134 150 150 206 171 237 175 227 156 200 145 196 130 207 108 213 80 209 51 159 43 Saint Paul Capisterre poly 205 47 212 69 218 76 211 95 206 120 202 136 209 152 226 157 230 165 240 184 284 217 321 164 319 144 350 128 362 110 332 71 239 29 Saint John Capisterre poly 369 111 355 132 338 135 332 136 317 151 313 166 276 217 292 246 303 261 360 270 356 223 375 207 380 190 404 172 414 147 Christ Church Nichola Town poly 423 145 396 177 381 191 376 204 352 229 365 279 378 277 392 259 421 263 449 265 458 270 493 255 510 224 Saint Mary Cayon poly 369 274 369 296 379 297 398 318 410 320 426 322 446 329 465 343 478 351 488 362 495 366 512 369 529 372 535 372 558 373 564 357 544 300 516 244 506 236 490 255 473 258 447 267 429 259 409 259 395 257 Saint Peter Basseterre poly 395 403 391 372 376 340 375 315 382 315 381 297 386 311 400 316 418 325 435 326 446 326 450 334 471 340 477 352 493 362 499 365 519 374 527 378 543 376 559 374 567 380 588 398 609 416 625 431 631 445 658 461 663 465 696 467 709 476 714 494 714 523 712 545 699 563 667 568 654 571 643 578 633 595 614 600 603 597 592 586 585 564 591 530 593 516 596 502 595 476 577 450 568 446 527 432 513 426 493 418 453 406 432 406 409 406 Saint George Basseterre poly 262 340 287 322 292 302 321 289 338 266 374 272 387 320 377 329 394 374 392 392 377 414 240 347 Trinity Palmetto Point poly 142 259 164 225 197 195 212 202 234 170 268 213 284 233 292 246 337 261 321 293 290 298 284 323 271 341 168 312 145 277 Saint Thomas Middle Island poly 90 115 128 140 135 127 143 134 152 149 182 158 209 168 236 175 236 180 219 189 204 198 192 199 179 217 168 233 151 242 135 249 103 223 84 172 83 142 Saint Anne Sandy Point




</imagemap>

Staat           
Parish
ISO 3166-2 Hauptort Fläche<ref name="area" />
km²
Einwohner
insgesamt
Einwohner
je km²
St. Kitts KN-K Basseterre 168,92 38.138 226
Christ Church Nichola Town KN-01 Mansion 17,97 2.064 115
Saint Anne Sandy Point KN-02 Sandy Point Town 12,74 2.969 233
Saint George Basseterre KN-03 Basseterre 28,60 13.652 477
Saint John Capisterre KN-06 Saddlers, Dieppe Bay Town 24,25 2.972 123
Saint Mary Cayon KN-08 Cayon 14,72 3.341 227
Saint Paul Capisterre KN-09 Saint Paul’s 12,66 2.468 195
Saint Peter Basseterre KN-11 Monkey Hill 19,74 5.667 287
Saint Thomas Middle Island KN-13 Middle Island 23,55 2.657 113
Trinity Palmetto Point KN-15 Boyd’s 14,69 2.348 160
Nevis KN-N Charlestown 93,70 13.182 141
Saint George Gingerland KN-04 Gingerland 18,70 2.323 124
Saint James Windward KN-05 Newcastle 31,50 2.290 73
Saint John Figtree KN-07 Fig Tree 21,70 4.416 204
Saint Paul Charlestown KN-10 Charlestown 3,60 1.888 524
Saint Thomas Lowland KN-12 Cotton Ground 18,20 2.265 124
St. Kitts und Nevis KN Basseterre 262,62 51.320 195

Politikfelder

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2021 Ausgaben von geschätzt umgerechnet 385,5 Millionen US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 407 Millionen US-Dollar gegenüber.<ref name="CIA">St. Kitts and Nevis: 2023 Article IV Consultation-Press Release; Staff Report; and Statement by the Executive Director for St. Kitts and Nevis (imf.org)</ref> Die Staatsverschuldung betrug 2021 rund eine Milliarde US-Dollar oder 69 % des BIP. Einen erheblichen Anteil an den Staatseinnahmen macht mit 242 Millionen US-Dollar im Jahr 2021 Passhandel aus.<ref name="CIA" /> 2021 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 5,4 %
  • Bildung: 2,5 %
  • Militär:<ref>Saint Kitts and Nevis. In: The World Factbook. Central Intelligence Agency, 19. September 2023 (cia.gov [abgerufen am 23. September 2023]).</ref>

Innenpolitik

Im Dezember 2008 entschied die Regierung, wieder die Todesstrafe vollstrecken zu lassen, indem der wegen Mordes verurteilte Charles Elroy Laplace gehängt wurde. Damit versuchte die Regierung, die hohe Kriminalitätsrate zu bekämpfen, die St. Kitts zu einem der Staaten mit den meisten Tötungsdelikten pro Einwohner (2008: 45 Tötungsdelikte pro 100.000 Einwohner)<ref>Report der UNODC</ref> macht. Im Fall Charles Elroy Laplace verstrich die Einspruchsfrist beim Privy Council ungenutzt.<ref>Todesstrafe in St. Kitts. Abgerufen am 18. August 2009.</ref> Männliche Homosexualität steht auf der Insel unter Strafe, wird aber nicht aktiv verfolgt.

Außenpolitik

Der Staat ist Mitglied der CARICOM, der OECS, der OAS und gehört zu den Trägern der Universität der Westindischen Inseln.

Sicherheitspolitik

Dem Ministerium für nationale Sicherheit unterstehen (Stand: 2022):

Wirtschaft

Wirtschaftssituation

Bis etwa 1970 war der Anbau und die Verarbeitung von Zucker der wichtigste Wirtschaftszweig der Inseln, seitdem schrieben die in Staatsbesitz befindlichen Betriebe nur noch Verluste und trieben die Staatsverschuldung des Staates auf über eine Milliarde US-Dollar, gemessen am Bruttoinlandsprodukt einen der höchsten Werte weltweit. 2005 wurde daher die Zuckerverarbeitung eingestellt, seitdem sieht sich der Staat gestiegener Arbeitslosigkeit gegenüber und einem Druck, die Wirtschaft schnell neu zu strukturieren. Angedacht sind dabei etwa Finanzdienstleistungen, Tourismus oder exportorientierte Industrien. Exporte und Tourismuseinnahmen können die Importe bei weitem nicht decken, der Staat wies 2010 ein Leistungsbilanzdefizit von 139 Millionen US-Dollar auf.<ref name="SIDS">United Nations Department of Economic and Social Affairs, Statistics Division: World Statistics Pocketbook: Small Island Developing States (= Series V, No. 38/SIDS). United Nations, Division for Sustainable Development, New York, 2014, S. 28.</ref> Haupthandelspartner sind die USA.<ref name="SIDS" />

Die Wirtschaft von St. Kitts und Nevis ist stark vom Tourismus abhängig, 2009 wurde der Staat von 200.000 zumeist US-amerikanischen Touristen besucht. Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet daher etwa drei Viertel des Bruttoinlandsprodukts von 1.459 Millionen US-Dollar (kaufkraftbereinigt, 2016). Die Industrie trägt etwa ein Viertel bei, die Landwirtschaft ist mit etwa 2,5 % der Wirtschaftsleistung kaum noch von Bedeutung. Das BIP pro Kopf liegt über dem weltweiten Durchschnitt.

Primärer Sektor

Landwirtschaft wird (Stand: 2022) auf etwa 39 % der Staatsfläche betrieben. Hauptsächliches Produkt von St. Kitts ist Zuckerrohr, an zweiter Stelle stehen Erdnüsse.<ref name="Sectors">In SKN Key Business Sectors. In: The Government of St. Kitts and Nevis www.gov.kn. The Government of St. Kitts and Nevis, Basseterre, abgerufen am 23. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auf Nevis sind Baumwolle und Kokosnüsse die Hauptanbauprodukte.<ref name="Sectors" /> Auf beiden Inseln werden Süßkartoffeln, Zwiebeln, Tomaten, Kohl, Karotten und Brotfrucht für den lokalen Markt angebaut, v. a. von Kleinbauern.<ref name="Sectors" />

In der Viehwirtschaft werden mehrere zehntausend Schafe, Ziegen, Rinder und Schweine gehalten.<ref name="Sectors" />

Die Fischerei wird in kleinem Umfang und mit traditionellen Methoden wie strandnahen Ringnetzen, Reusen und Ruten betrieben. Im Jahr 2000 wurden 257 Tonnen Seetiere gefangen (1990 waren es noch 620 Tonnen), z. B. Hummer.<ref name="Sectors" />

Forstwirtschaft: Beide Inseln weisen kleine tropische Wälder auf, u. a. mit Palmen, Flammenbäumen und Palmettopalmen. Etwa 11 % der Staatsfläche sind von Wäldern bedeckt. Forstprodukte erwirtschafteten im Jahr 2000 knapp 1,8 Millionen USD.<ref name="Sectors" />

Sekundärer Sektor

Verarbeitendes Gewerbe

Es dominiert die Produktion einfacher Konsumgüter wie Textilien und Schuhe sowie die Nahrungsmittelverarbeitung. So stellt die Carib Brewery Bier her.<ref>Tim Hampson (Hrsg.): Bières du monde : Un guide pays par pays. 2. Auflage. Éditions Prisma, Gennevilliers 2017, ISBN 978-2-8104-2040-7, S. 313.</ref> Der Sektor trägt (Stand: 2022) mit 8–10 % zum BIP bei, bietet über 2000 Arbeitsplätze, was 8,54 % der Erwerbstätigen ausmacht, und trägt zum Export bei.<ref name="Sectors" />

Energiewirtschaft

2010 wurde auf Nevis ein Windpark in Betrieb genommen.<ref name="Renewable">In SKN Renewable Energy. In: The Government of St. Kitts and Nevis www.gov.kn. The Government of St. Kitts and Nevis, Basseterre, abgerufen am 23. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Regierung strebte an, bis 2015<ref name="Renewable" /> bzw. bis 2017<ref name="Sectors" /> einen Anteil von 60 % an erneuerbaren Energien zu erreichen. Nach Angaben der IRENA lag aber 2020 der Anteil der erneuerbaren Energie in St. Kitts und Nevis bei nur einem Prozent. 2021 wurden immer noch 95 % des elektrischen Stromes mit einer Gesamtenergie von 228 GWh aus fossilen Energieträgern erzeugt, 3 % durch Windkraft und 2 % mittels Photovoltaik.<ref>Energy Profile - St. Kitts & Nevis. (PDF) In: IRENA. International Renewable Energy Agency, 23. August 2023, abgerufen am 27. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Insbesondere Nevis bietet erhebliches Potential für Geothermie.<ref name="CIA" />

Tertiärer Sektor

Handel

Ein Teil der Fischereiprodukte (v. a. Hummer) wird in die niederländischen Antillen und Puerto Rico exportiert, im Jahr 2000 für einen Wert von 245.000 USD.<ref name="Sectors" /> Da die eigene Fischerei den lokalen Bedarf nicht deckt, werden große Mengen trockenen, gesalzenen, geräucherten oder gefrorenen Fischs aus Kanada und den USA importiert.<ref name="Sectors" />

St. Kitts und Nevis ist nach Einschätzung der CIA ein Umschlagplatz für den Drogenhandel (Kokain, Marihuana) zwischen Südamerika und Nordamerika, Europa und dem Rest der Karibik.<ref>Saint Kitts and Nevis. In: The World Factbook https://www.cia.gov/the-world-factbook/. Central Intelligence Agency CIA www.cia.gov, abgerufen am 23. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Verkehr

Infrastruktur
  • Das Straßennetz hatte 2002 eine Länge von 383 km, davon 163 km asphaltiert, 220 km nicht asphaltiert.<ref name="Transportation23">Saint Kitts and Nevis. In: The World Factbook https://www.cia.gov/the-world-factbook/. Central Intelligence Agency CIA www.cia.gov, abgerufen am 23. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Das Schienennetz hatte 2008 eine Länge von 50 km; es ist auf Schmalspurbahnen (0,762 m) ausgelegt.<ref name="Transportation23" /> Die St. Kitts Scenic Railway bietet touristische Fahrten an.
  • Es gibt zwei größere Häfen, einen in Basseterre und einen in Charlestown.<ref name="Transportation23" />
  • St. Kitts und Nevis verfügt über zwei internationale Flughäfen, den Robert L. Bradshaw International Airport in Basseterre (St. Kitts) und den Vance W. Amory International Airport auf Nevis.<ref name="Transportation23" />
Verkehrswirtschaft
  • Es gibt auf beiden Inseln einen öffentlichen Nahverkehr mit diversen privat betriebenen Buslinien.
  • Private Taxis verkehren auf beiden Inseln.
  • Ein privates Unternehmen bietet Fahrten auf der Schmalspurbahn als Touristenattraktion (St. Kitts Scenic Railway) an.
  • Fähren verkehren zwischen den beiden großen Häfen, selten zu anderen Inseln.
  • Das Registrieren von Handelsschiffen und Freizeityachten ausländischer Eigentümer hat sich seit dem Niedergang der Zuckerbranche von 2005 zu einem aufstrebenden Wirtschaftszweig entwickelt.<ref>Transportation. Abgerufen am 18. Juni 2022.</ref> Die Handelsmarine umfasste 2022 insgesamt 282 Schiffe, davon 6 Massengutfrachter, 11 Containerschiffe, 64 Frachtschiffe, 46 Öltanker und 152 sonstige.<ref name="Transportation23" />

Finanz- und Versicherungswirtschaft

St. Kitts nennt sich die finanzwirtschaftliche Hauptstadt der östlichen Karibik, es beheimatet diverse Unternehmen dieses Sektors.<ref name="Sectors" />

Tourismus

Datei:St. Kitts Basseterre Port Zante.jpg
Port Zante Cruise Terminal

Die Hauptstadt Basseterre verfügt mit Port Zante über ein Kreuzfahrtterminal, das in fußläufiger Entfernung zur historischen Altstadt liegt. Der Kreuzfahrthafen wird von allen bekannten Kreuzfahrtgesellschaften angefahren.<ref>Where cruise ships dock in St Kitts. In: www.iqcruising.com/. Abgerufen am 2. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Kreuzfahrttourismus wuchs von relativ geringer Bedeutung zu Beginn der 2000er-Jahre teilweise sprunghaft an. Hierzu trug natürlich auch der Ausbau der Hafeninfrastruktur bei. Die meisten Kreuzfahrtschiffe legen morgens früh an und bleiben bis in die späten Nachmittagsstunden, sodass es sich um reine Tagesgäste handelt.

2018 wurde der bisherige Höhepunkt an Kreuzfahrtpassagieren verzeichnet, mit 1,17 Millionen auf 540 Schiffen. Nach einem etwas schlechteren Start ins Jahr 2020 wurden im März alle Kreuzfahrtschiffsanläufe gestrichen, als Folge der ausgebrochenen COVID-19-Pandemie.<ref>Cruise visitors by month. In: tourismanalytics.com. Abgerufen am 2. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Sperrung für Kreuzfahrten dauerte bis in den Herbst 2021 an, sodass nur eine sehr niedrige Zahl an Kreuzfahrtpassagieren verzeichnet wurde. Mit zunehmender Entspannung der Pandemielage stiegen auch die Kreuzfahrtpassagierzahlen wieder an, erreichten aber 2023 mit 774.512 noch nicht wieder das Rekordniveau der Vor-Coronazeit.<ref>St. Kitts and Nevis Cruise Visitors. In: tourismanalytics.com. Tourism Analytics, 2024, abgerufen am 20. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

<ref name=":0">Selected Tourism Statistics. In: eccb-centralbank.org. Eastern Caribbean Central Bank, abgerufen am 21. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2021 2022 2023 2024
Kreuzfahrtpassagiere 164.611 167.230 254.535 203.075 400.916 515.787 526.305 701.444 932.230 1.167.647 267.562 101.897 452.433 774.512 766.710
Kreuzfahrtschiffe 348 245 373 261 232 293 298 372 422 540 167 119 374 399 401
Übernachtungsgäste 72.813 68.998 117.638 147.447 127.705 98.329 104.240 112.936 115.765 122.896 29.695 20.210 79.767 104.463 130.099

Gegenüber den Kreuzfahrttouristen, die üblicherweise nicht länger als 12 Stunden im Hafen sind, fällt die Zahl der Übernachtungstouristen eher gering aus. Der höchste Wert wurde hierbei schon 2005 erreicht, mit 148.851 Touristen. Seitdem ist dieser Wert rückläufig. Auch hier wurden 2020 und 2021 durch die Einschränkungen der COVID-19-Pandemie nur sehr geringe Werte erreicht (2021: 20.139).<ref name=":0" /> Seit 2022 steigen die Zahlen wieder an.

Medienwirtschaft

Einen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender gibt es nicht. Die Presse- und Medienfreiheit ist durch die Verfassung gesichert.

Die Anfänge kommerzieller Hörfunksendungen liegen in den 1930er-Jahren. Danach hat die BBC die Ausstrahlung von Sendungen übernommen, mit deren Hilfe 1961 das erste reguläre Hörfunkprogramm ZIZ (heute ZIZ 96 FM, UKW seit 1973) gestartet wurde. Durch die Kooperation mit der BBC konnte ein ausdifferenziertes Programm mit Information, Bildung und Unterhaltung angeboten werden.<ref>About ZIZ – zizonline.com</ref> Der Schwestersender Big Wave 96.7 FM kam 2004 hinzu. Das West Indies News Network ist ein Internetportal und der Betreiber des UKW-Hörfunkprogramms WINN FM 98.9. Am Eigentümer, der Federation Media Group, sind 50 Aktieninhaber beteiligt, von denen keiner mehr als 10 Prozent der Anteile besitzt, um einzelne Dominanzen zu vermeiden. Der Betreiber sieht sich als das führende Medienunternehmen.<ref>About us – winnfm.com</ref> Radio Paradise von Trinity Broadcasting Network ist über einen örtlichen Mittelwellensender empfangbar. Daneben gibt es zahlreiche private Rundfunkstationen mit Video- und Audio-Streams.

Kultur

Museen

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Die Festung auf dem Brimstone ist seit 1999 ein eingetragenes UNESCO-Weltkulturerbe. Ebenfalls 1999 wählte Maurizio Cattelan St. Kitts als Austragungsort der 6th Caribbean Biennial.<ref>Katy Siegel, Paul Mattick: Argent. Traduction de l’anglais par Michèle Hechter et Marie-Hélène Dumas (= Collection Question d’art). Éditions Thames & Hudson (diffusion: Éditions du Seuil), Paris 2004, ISBN 2-87811-248-2, S. 72 f.</ref> Diese fand nie statt, die angereisten Künstler verbrachten die Zeit mit angenehmer Untätigkeit. Die Parodie auf die Biennalen von São Paulo oder Venedig ist in sich selbst ein Kunstwerk im Sinne der Konzeptkunst.

Sport

Cricket ist der beliebteste Sport auf St. Kitts und Nevis. St. Kitts und Nevis ist einer der Staaten, der mit anderen Karibikstaaten das West Indies Cricket Team bildet, eine der „Nationalmannschaften“ im internationalen Cricket mit Teststatus, der angesehensten Form dieses Sports. Das West Indies Cricket Team nahm an beinahe jedem Cricket World Cup teil, gewann die ersten beiden Austragungen 1975 und 1979 und verpasste lediglich das Turnier 2023. Zusammen mit Antigua und Barbuda, Barbados, Grenada, Guyana, Jamaika, St. Lucia und Trinidad und Tobago war man Gastgeber des Cricket World Cup 2007. Außerdem gewannen sie den Men’s T20 World Cup zweimal (2012 und 2016) sowie je einmal die Champions Trophy (2004) und die U19-Cricket-Weltmeisterschaft (2016).

Special Olympics St. Kitts und Nevis wurde in den späten 1970er-Jahren gegründet und nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil.

Literatur

  • Wolfgang Gieler: St. Kitts und Nevis. In: Wolfgang Gieler, Markus Porsche-Ludwig (Hrsg.): Staatenlexikon Amerika: Geographie, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft. Peter Lang, Berlin 2018, ISBN 978-3-631-77017-7, S. 391–396.

Weblinks

Wiktionary: St. Kitts und Nevis – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: St. Kitts und Nevis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Mitgliedstaaten der
Vereinten Nationen:

Antigua und Barbuda | Bahamas | Barbados | Belize | Costa Rica | Dominica | Dominikanische Republik | El Salvador | Grenada | Guatemala | Haiti | Honduras | Jamaika | Kanada | Kuba | Mexiko | Nicaragua | Panama | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Trinidad und Tobago<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | Vereinigte Staaten

Abhängige Gebiete:

Amerikanische Jungferninseln | Anguilla | Aruba<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | Bermuda | Bonaire<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1, Saba und Sint Eustatius | Britische Jungferninseln | Cayman Islands | Curaçao<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | Grönland | Guadeloupe | Martinique | Montserrat | Navassa | Puerto Rico | Saint-Barthélemy | Saint-Martin | Saint-Pierre und Miquelon | San Andrés und Providencia | Sint Maarten | Turks- und Caicosinseln

<templatestyles src="FN/styles.css" />
1 
Liegt auf dem südamerikanischen Festlandssockel, wird aber politisch zu Nordamerika gezählt.
Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
Mitgliedstaaten:

Antigua und Barbuda | Argentinien | Bahamas | Barbados | Belize | Bolivien | Brasilien | Chile | Costa Rica | Dominica | Dominikanische Republik | Ecuador | El Salvador | Grenada | Guatemala | Guyana | Haiti | Jamaika | Kanada | Kolumbien | Mexiko | Nicaragua | Panama | Paraguay | Peru | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Suriname | Trinidad und Tobago | Uruguay | Venezuela | Vereinigte Staaten

Ehemalige Mitgliedstaaten:

Honduras | Kuba

Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
Vollmitglieder:

Antigua und Barbuda | Bahamas | Barbados | Belize | Dominica | Grenada | Guyana | Haiti | Jamaika | Montserrat | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Suriname | Trinidad und Tobago

Assoziierte Mitglieder:

Anguilla | Bermuda | Britische Jungferninseln | Cayman Islands | Turks- und Caicosinseln

Beobachter:

Aruba | Curaçao | Dominikanische Republik | Kolumbien | Mexiko | Puerto Rico | Sint Maarten | Venezuela

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Anguilla | Antigua und Barbuda | Britische Jungferninseln | Dominica | Grenada | Montserrat | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Aktuelle Mitgliedstaaten:

Antigua und Barbuda | Australien | Bahamas | Bangladesch | Barbados | Belize | Botswana | Brunei | Dominica | Eswatini | Fidschi | Gabun | Gambia | Ghana | Grenada | Guyana | Indien | Jamaika | Kamerun | Kanada | Kenia | Kiribati | Lesotho | Malawi | Malaysia | Malediven | Malta | Mauritius | Mosambik | Namibia | Nauru | Neuseeland | Nigeria | Pakistan | Papua-Neuguinea | Ruanda | Salomonen | Sambia | Samoa | Seychellen | Sierra Leone | Singapur | Sri Lanka | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Südafrika | Tansania | Togo | Tonga | Trinidad und Tobago | Tuvalu | Uganda | Vanuatu | Vereinigtes Königreich | Zypern

Ehemalige Mitgliedstaaten:

Dominion Neufundland | Föderation Malaya | Irland | Sultanat Sansibar | Tanganjika | Simbabwe

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Koordinaten: 17° 20′ N, 62° 45′ W

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