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Salamander (Schuhe)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Salamander GmbH

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Salamander (Schuhe) logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1905
Sitz Langenfeld, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung Geschäftsführer:
  • Jens Keller
  • Jens Peter Klatt
Mitarbeiterzahl 1700
Umsatz 29,5 Mio. Euro (2021)<ref name="ba">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 2. November 2023.</ref>
Branche Bekleidungsindustrie
Website salamander.de

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Salamander Deutschland GmbH & Co. KG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Salamander (Schuhe) logo.svg
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 2009
Sitz Wuppertal, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung Geschäftsführer:
Umsatz 17,2 Mio. Euro (2021)<ref name="ba"/>
Branche Schuheinzelhandel
Website salamander.de
Stand: 2021

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Salamander ist eine deutsche Schuhmarke mit einer wechselvollen Geschichte seit 1899.

Geschichte

Gründung der Salamander-Schuhverkaufsgesellschaft

Der Name Salamander und das Logo mit dem Feuersalamander sind eine Marke, die sich der in Bad Buchau gebürtige Berliner Lederhändler Rudolf Moos, ein Verwandter Albert Einsteins, am 5. Dezember 1899 beim kaiserlichen Patentamt in Berlin als Warenzeichen eintragen ließ.<ref>Rudolf Moos. auf judeninbuchau.de</ref> Inspiriert durch die Abbildung einer Brosche in einer englischen Zeitung bildete das Symbol einer Eidechse die Anregung für das Markenzeichen der ersten Produkte einer von ihm gefertigten Schuhcreme. Wegen der geplanten internationalen Geschäfte benutzte Moos von Beginn an die Bezeichnung „Salamander“,<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 26. April 2016.</ref> da dieses Wort keiner Übersetzung bedurfte. Diese Schuhcreme wurde anfangs in den Kellerräumen seines Ladengeschäftes in der Berliner Friedrichstraße 221 hergestellt. Das Schuhgeschäft ließ er 1903 neu ausgestalten, dabei auch die Fassade und das Logo fachmännisch gestalten. Damit öffnete das erste Salamander-Geschäft am 20. Dezember 1903 an der genannten Adresse in Berlin mit dem Verkauf von Schuhen.<ref> Rudolf Moos, Erinnerungen, persönliche Aufzeichnungen durch Rudolf Moos begonnen am 17. April 1934 in Berlin, S. 527ff. </ref> Weil das Bildsymbol nicht eindeutig war, ließ er am 8. Mai 1904 einen Feuersalamander als neu verändertes Logo als Warenzeichen für Schuhe beim Patentamt Berlin eintragen.<ref>Warum heißt es so? - von Hartmut Blessing</ref><ref>Als unsere Schuhe laufen lernten auf der Homepage der Schuhhaus Klauser GmbH & Co. KG</ref><ref>Die Marke „Salamander“ tritt in Deutschland in Form zweier Unternehmen auf. salamander.de, abgerufen am 5. Februar 2017.</ref>

Datei:JSigle Briefkopf.jpg
Briefkopf der Schuhfabriken J. Sigle & Cie., um 1917
Datei:KornwestheimSalamanderHauptfassade.jpg
Salamander-Gebäude Kornwestheim

Im Zuge seiner geplanten Verkaufsstrategie schrieb Rudolf Moos 1903, inzwischen Schuhhändler in Berlin mit drei Ladengeschäften, einen Wettbewerb aus. Er suchte einen Hersteller, der für 12,50 statt der üblichen 20,00 Mark Herrenschuhe produzieren konnte. Die Kornwestheimer J. Sigle und Cie.,<ref name="books-H-jE-UcYRs0C-52">Petra Bräutigam: Mittelständische Unternehmer im Nationalsozialismus. Oldenbourg Verlag, 1997, ISBN 978-3-486-56256-9, S. 52 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> ursprünglich 1891 vom Kornwestheimer Schuhmachermeister Jakob Sigle und dem Stuttgart Lederreisenden Max Levi gegründet<ref>Salamander im Brandslex Markenlexikon</ref> und 1898 durch weitere Akteure wie Ernst Sigle (1872–1960) und Isidor Rothschild (1860–1929)<ref name="WA BW"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Salamander AG. (Memento vom 26. September 2015 im Internet Archive) In: wabw.uni-hohenheim.de, abgerufen am 2. September 2016.</ref><ref>Rolf Hofmann: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF, 25 kB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 2. September 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Vorlage:Str trim</ref> erweitert, erhielt den Zuschlag, und Moos präsentierte im Dezember 1903 seine Herrenschuhe im ersten „Salamander-Schuhgeschäft“ in Berlin Friedrichstraße 221.<ref name="WA BW" /> Die von der Schuhfabrik angebotenen Damenschuhe nahm er anfangs nicht in das Sortiment auf, da sie, seiner Meinung nach, nicht dem Modegeschmack seiner Kunden entsprachen. Erst nach einem Besuch von Rudolf Moos Anfang 1904 am Produktionsstandort in Kornwestheim wurde vereinbart, schmalere Damenschuhe, speziell für die Berliner Kundschaft ins Programm aufzunehmen.

Die Salamander-Schuh GmbH wurde im März 1905 durch Rudolf Moos und Max Levi in Berlin als reine Verkaufsorganisation gegründet. Beide Vertragspartner erhielten einen Anteil von 50 % der Einnahmen des Unternehmens und Moos war alleiniger Geschäftsführer. Moos hatte einen Salamander-Laden und die eingetragene Marke „Salamander“ in die Gesellschaft eingebracht. Jedoch musste er sich verpflichten, ausschließlich Produkte aus der Fertigung der Schuhfabrik der Gebrüder Sigle zu verkaufen. Nun war es ihm möglich, die Anzahl der „Salamander-Verkaufsgeschäfte“ weiter zu erhöhen. Anfangs waren es fünf Filialen in deutschen Großstädten. Aber bereits im Sommer 1905 verfolgte Max Levi den Plan, dass zumindest zwei Geschäftsführer die Geschicke der Gesellschaft bestimmen sollten. Da sich mit Rudolf Moos aber darüber keine Einigung erzielen ließ, wurde im Juli 1906 eine zweite Salamander GmbH von Levi in Stuttgart angemeldet. Als Geschäftsführer wurde hier Sem Levi (1870–1931), sein Bruder eingesetzt. Bereits im Dezember 1905 wurde in Berlin das zweite Salamander-Geschäft eröffnet und dazu im Vorfeld intensive Werbung mit dem „Salamander-Logo“ betrieben. Ab 1907 wurde der Architekt August Endell (1871–1925) zur Ausgestaltung der Salamander-Läden, der Werbung und zur grafischen Neugestaltung des Salamander-Logos herangezogen. Bereits 1908 waren sieben Salamander-Filialen installiert und Moos konnte seinen Traum von internationalen Geschäften verwirklichen: Die ersten Filialen wurden im Ausland eröffnet. Im selben Jahr wurden auch Lizenzen für Schuhhändler in kleineren Städten unter 80.000 Einwohnern vergeben. Diesen Händlern wurden Alleinverkaufsrechte eingeräumt.

Trennung der Unternehmensgründer

Bis 1909 hatten sich die Umsatzzahlen außerordentlich positiv entwickelt, in allen Salamander-Läden prangte das Logo mit dem Markentier Salamander und es wurde intensive Anzeigen- und Plakatwerbung betrieben.<ref>Bayern 2: Kalenderblatt vom 5. Dezember 2006: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Berliner Schuhhändler lässt das Wort „Salamander“ schützen. (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive).</ref><ref>Momente – Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg, Ausgabe 2/2005: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Kunst, ein Paar Schuhe reizvoll zu vermarkten – Historische Werbestrategien der Firma Salamander. (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive).</ref> Die ersten 26 Salamander-Filialen waren als Einzelhandelsgeschäfte gut über Deutschland verteilt.<ref name="shg">Salamander lernt laufen. In: salamander.de, abgerufen am 2. September 2016.</ref> Mit 2880 Mitarbeitern wurden über zwei Millionen Paar Schuhe produziert. Im gleichen Jahr kam es zu Unstimmigkeiten zwischen den Gesellschaftern. Max Levi plante, die Geschäfte zukünftig in einer Aktiengesellschaft abzuwickeln. Der AG sollten die Schuhfabriken in Kornwestheim, die Lederfabrik Sihler in Zuffenhausen, die Salamander-Muttergesellschaft in Berlin und die Tochtergesellschaft in Stuttgart angehören. Da es zu keiner Einigung kam, verkaufte Rudolf Moos seine Anteile und die Markenrechte, obwohl die ursprünglich vereinbarten zehn Jahre Laufzeit noch nicht zu Ende waren. Gesellschafter der am 8. September 1909 gebildeten neuen Salamander-Firma waren Jacob Sigle, Isidor Rothschild und Max Levi.<ref>Rudolf Moos, Erinnerungen, hand- und maschinenschriftliche Aufzeichnungen angefertigt ab 17. April 1934, S. 620ff.</ref> Neben den eigenen Geschäften entwickelte sich bis 1913 ein Netz von 832 Lizenzverkäufern im Inland und 26 im Ausland. 3500 Mitarbeiter stellten auf einer Fläche von 30.000 m² an 2000 Maschinen jährlich 2,1 Millionen Paar Schuhe her.<ref name="shg" />

Gründung der Aktiengesellschaft

Datei:1928 circa Kurt Libesny Plakat Salamander Schuhe Salamander AG, Stuttgart-Kornwestheim, Druckerei F. Adametz, Wien.jpg
Plakat „Salamander Schuhe / Neue Modelle“;
Entwurf: Kurt Libesny, Druck: F. Adametz, Wien, um 1928
Datei:Wasserburg, Schuhgeschäft, Salamander 1.jpeg
Altes Salamander-Logo an einem Schuhgeschäft

1916 erfolgte die Umwandlung der oHG in eine AG<ref name="WA BW" /> und das Filialnetz wurde auf 50 Filialen erweitert. In der Zwischenkriegszeit entstanden am Hauptsitz in Kornwestheim umfangreiche Produktionsanlagen, dem heutigen Salamander-Areal. 1930 schlossen sich J. Sigle & Cie. Mechanische Schuhfabriken AG und A. Lehne GmbH zusammen, die gemeinsam 16 Millionen Reichsmark Aktienkapital besaßen.<ref> Irmgard Sedler, Burkhardt Martin, Im Zeichen des Salamanders. Firmengeschichte in Selbstzeugnissen, Kohlhammer Verlag Stuttgart, 2014, S. 26 </ref> Die Aktiengesellschaft schaffte es als Großkonzern, ein Vollsortiment an Schuhen zu produzieren. Als nach der Weltwirtschaftskrise die Damen nach mehr modischen, billigeren Schuhen verlangten, folgte das Unternehmen auch dieser Änderung des Marktes.

Emigration und Tod der Gründer

Max Levi starb 1925, Jakob Sigle 1935 im Alter von 73 Jahren. Rudolf Moos lebte bis 1939 in Berlin. Als Verfolgter des NS-Regimes emigrierte er nach England. Er überlebte Levi und Sigle und starb am 9. Oktober 1951 in Birmingham.

Weltwirtschaftskrise und Salamander im Nationalsozialismus

Datei:Gedenktafel Köpenicker Str 6a (Kreuz) Salamander GmbH.jpg
Gedenktafel zur Zwangsarbeit bei Salamander, Berlin-Kreuzberg

Im Gegensatz zu anderen Schuhherstellern konnte Salamander während der Weltwirtschaftskrise von 1927 bis 1933 sogar die Anzahl der Beschäftigten um 1100 erhöhen. 1934 wurde die Zahl jedoch um knapp 500 fast halbiert. Dies war allerdings nicht durch einen Produktionsrückgang begründet, sondern diente dazu, den Konzern nach Rationalisierungsmaßnahmen durch steigende Produktivität wettbewerbsfähig zu halten. Gleichzeitig verschob sich der Frauenanteil an der Belegschaft und erreichte 1932 die 50-Prozent-Marke; auch der Anteil von Facharbeitern ging zugunsten von ungelernten, billigen Arbeitern stark zurück.<ref name="pbr">Petra Bräutigam: Mittelständische Unternehmer im Nationalsozialismus. 1997, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, ISBN 3-486-56256-8.</ref> Ab 1933 verkauften die jüdischen Familien Levi und Rothschild im Zuge der Arisierung des Unternehmens ihre Aktien an die Familie Sigle. Salamander gehörte während der Zeit des Nationalsozialismus zu den deutschen Schuhunternehmen, die ihre Schuhe von KZ-Häftlingen im Konzentrationslager Sachsenhausen testen ließen. Dabei mussten die Häftlinge im sogenannten Schuhläufer-Kommando auf einer mit unterschiedlichen Belägen ausgestatteten 700 Meter langen Teststrecke mehrmals bis zu 40 Kilometer zurücklegen.<ref>Susanne Mathes: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 26. Februar 2011, archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 30. August 2016; abgerufen am 2. September 2016.</ref><ref>Anne-Sophie Lang: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 13. November 2014, abgerufen am 27. August 2020.</ref> Die Dauerläufe waren de facto Todesmärsche, da die Läufer erschossen wurden, wenn sie durch Ermüdung zusammenbrachen.

Vera Friedländer: „Mag sich in unserer Zeit, Jahrzehnte danach, Salamander-Schuhe kaufen, wer will. Ich jedenfalls, das ist sicher, werde keine Schuhe mit diesem Namen tragen. Ich muss, wenn ich diesen Namen höre, an die Schuhe ohne Besitzer denken. Es stimmt nicht, dass die Zeit alle Wunden heilt.“<ref>Zitat aus dem Kapitel: Salamander. In: Späte Notizen. Verlag Neues Leben, Berlin 1982 – erschienen 1998 im Agimos-Verlag Kiel und 2008 im Trafo-Verlag Berlin unter dem Titel Man kann nicht eine halbe Jüdin sein.</ref> Vera Friedländer arbeitete als Zwangsarbeiterin im Reparaturbetrieb der Salamander AG „zusammen mit 50 bis 60 Leuten“, polnischen Schuhmachern, Franzosen, Serbinnen und jüdischen Frauen, bis am 18. März 1945 eine Bombe das Gebäude teilweise zerstörte. Das Berliner Adressbuch aus dem Jahr 1937 weist die Salamander AG als Betreiberin eines Reparaturbetriebs in der Köpenicker Straße 6 a nach. In Vera Friedländers Arbeitsbuch ist die Adresse auf dem Salamander-Stempel deutlich zu erkennen. In dem Reparaturbetrieb wurden auch Schuhe von ermordeten Häftlingen aus den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald für die Weitergabe an die Berliner Bevölkerung instand gesetzt<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>.

Während des Zweiten Weltkriegs verlor Salamander zwischen 1939 und 1945 26 % seiner Werksanlagen und die Hälfte seiner Verkaufsstellen.<ref name="she">Salamander erobert die Welt. In: salamander.de, abgerufen am 2. September 2016.</ref>

Lurchi-Hefte

Zur Beschäftigung der Kinder der erwachsenen Kundschaft während des Einkaufs wurde die Comicfigur Lurchi entwickelt. Ab 1937 erschienen bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 zunächst fünf Folgen der bunten Heftchen, in denen Lurchi gemeinsam mit fünf tierischen Freunden weltweit Abenteuer zu bestehen hatte. Diese konnten gemeistert werden, weil Lurchi und seine Freunde ihre Salamander-Schuhe, die sie ständig trugen, erfolgreich einsetzten.

Von 1951 bis 1972 war der Grafiker und Illustrator Heinz Schubel Zeichner von 52 Folgen der Hefte, ab 1964 auch Texter der gereimten Geschichten, deren Trochäen bis dahin Erwin Kühlewein ohne Salär gereimt hatte, bis 1964 Salamander-Prokurist und -Werbechef. Die Auflagezahl der Lurchi-Heftchen betrug bis zu drei Millionen Stück.<ref name="badische-zeitung.de 22-4-018 Bernd Serger">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Seit 2022 gestaltet Jan Reiser die Hefte.<ref>Christopher Mastalerz: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 15. Oktober 2020, abgerufen am 29. Juni 2022.</ref><ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 29. Juni 2022.</ref>

Nachkriegszeit

Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-P008144, Kornwestheim, Salamander-Schuhfabrik.jpg
Schuhherstellung bei Salamander um 1954

Ab 1949 produzierte der Konzern auch Kinderschuhe und bald stellten 9900 Mitarbeiter 7,9 Millionen Paar Schuhe her.<ref name="she" /> Es wurden neben dem Stammwerk in Kornwestheim weitere Fabriken in Türkheim, Pirmasens, Vinningen und Trulben gegründet. 1952 wurde die Lurchi-Heft-Reihe neu aufgelegt, nachdem die Konjunktur wieder in Schwung geraten war.<ref>Szene-Watcher: Der lange Heimweg des Salamanders Lurchi (PDF; 342 kB)</ref>

Nach der Wertpapierbereinigung und abgeschlossenen Verhandlungen über die Rückerstattung des jüdischen Vermögensanteils 1957 wurden die Aktien der Salamander AG wieder an der Börse notiert. In den 1960er Jahren expandierte Salamander weltweit, so 1960 nach Frankreich und 1969 nach Österreich. 1967 wurden 17.800 Mitarbeiter beschäftigt, die 13,5 Millionen Paar Schuhe produzierten. Das Unternehmen mit eigenem Filialnetz entwickelte sich zu Europas größtem Schuhhersteller.<ref>Lurchi, Lurchi, Du musst wandern …. In: Süddeutsche Zeitung. 15. Januar 2009.</ref> Ab 1971 sank jedoch der Absatz an Schuhen sehr stark, da ausländische Billighersteller auf den europäischen Markt drängten. 1981 betrug die Mitarbeiterzahl nur noch 7566, die Schuhjahresproduktion lediglich acht Millionen Paar Schuhe.<ref name="she" />

Entwicklung zum Mischkonzern

In den 1980er Jahren expandierte das Unternehmen in den Sparten Handel und Dienstleistungen. Das Geschäft entwickelte sich zunächst wieder positiv, der Umsatz überstieg 1983 die Milliardengrenze.<ref name="shh">Salamander in Bewegung. In: salamander.de, abgerufen am 2. September 2016.</ref> Die Ladenkette erhielt ein neues, einheitliches Design. Zugleich drangen sowohl die Herstellung als auch der Vertrieb in das östlich gelegene Ausland (DDR, Polen, Volksrepublik Ungarn, die Tschechoslowakei und die Sowjetunion) sowie in die Vereinigten Arabischen Emirate über Beteiligungen und Tochterunternehmen vor. Nach und nach wurde aus der Schuhhandelskette mit eigener Produktion ein Mischkonzern mit den weiteren Geschäftsfeldern Immobilien, Industrieprodukte und Dienstleistungen (etwa dem Gebäudereiniger Gegenbauer-Bosse oder für kurze Zeit auch dem Parkraumbewirtschafter APCOA).<ref name="shh" />

Niedergang

Die Präsenz in Osteuropa, vor allem in Ländern der ehemaligen Sowjetunion, brachte dem Unternehmen zwischen 1991 und 1996 Verluste in Höhe von etwa 100 Millionen DM ein, woraufhin Werke in Deutschland und Tschechien geschlossen werden mussten.<ref>Claudia Wadowski: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 1. August 1996, archiviert vom Vorlage:Referrer am 2. September 2016; abgerufen am 2. September 2016.</ref> Die Schuhproduktion wurde von 9,1 Millionen Paar Schuhe im Jahr 1994 auf 7,1 Millionen Paar 1995 heruntergefahren.

Übernahme und Insolvenz

Datei:Shoes from Salamander.jpg
Schuhe von Salamander

Ab 1997 fand mehrfach ein Wechsel unter den Großaktionären statt.
1999 übernahm Salamander die Mehrheit an APCOA.<ref>https://de.apcoa.com/ueber-uns/unsere-geschichte/</ref>
Im Jahr 2000 erhöhte die Energie Baden-Württemberg AG (kurz: EnBW) ihren Anteil auf knapp 84 % und erwarb in den beiden folgenden Jahren alle anderen Anteile. Salamander hatte zu dieser Zeit 230 Filialen in neun europäischen Ländern. 2002 erwirtschaftete der Salamander-Konzern mit etwa 20.000 Mitarbeitern bei einem Umsatz von 1,29 Milliarden Euro einen Gewinn von 52,5 Millionen Euro; der Schuhbereich schrieb jedoch mit 18,8 Millionen Euro Verlust rote Zahlen.<ref name="tagesspiegel-295054">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 4. März 2002, abgerufen am 2. September 2016.</ref> 2003 wurde das Schuhgeschäft von Salamander an den Garant Schuh + Mode AG-Verbund weiterverkauft.<ref name="abendblatt-106659215">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 10. Februar 2003, abgerufen am 2. September 2016.</ref><ref name="welt-376319">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 10. Februar 2003, abgerufen am 2. September 2016.</ref> Ein gleichzeitig begonnenes Sanierungskonzept führte zum Verlust von 1330 der insgesamt 4760 Arbeitsplätze im Schuhsegment und der Schließung aller verbliebenen Werke in Deutschland. Das Werk in Ungarn wurde von der Lorenz Shoe Group übernommen.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 7. Oktober 2003, abgerufen am 7. November 2025.</ref>

2004 erfolgte der Verkauf des Geschäftsfelds Industrieprodukte. Der Geschäftsbereich Immobilien gehört bis heute zu EnBW und wurde 2005 in EnBW Beteiligungen AG umfirmiert.

Am 8. September 2004 meldete Salamander Insolvenz an, nachdem einen Tag zuvor die Muttergesellschaft Garant Schuh + Mode AG denselben Schritt getan hatte. Deren Finanzprobleme rührten von der Übernahme der defizitären Salamander von EnBW her.<ref>Ulrich Viehöver: Flickschuster am Werk. Wie die traditionsreiche Marke Salamander heruntergewirtschaftet wird. In: Die Zeit, Nr. 15/2002, vom 4. April 2002, abgerufen am 2. September 2016.</ref>

Zum 1. April 2005 erfolgte die Übernahme der Salamander-Gruppe durch Egana Goldpfeil. Salamander betrieb wieder rund 260 Geschäfte in Deutschland, Frankreich, Österreich, Polen, Ungarn, Tschechien und Russland und verkaufte neben Schuhen auch Hemden, Krawatten, Taschen und Lederaccessoires. Das Unternehmen Salamander beschäftigte 2007 rund 1800 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von etwa 190 Millionen Euro.<ref name="textilwirtschaft-2009-01-16" />

Zum 1. Juli 2008 wurde der Sitz von Kornwestheim nach Offenbach am Main zum Stammsitz des Mutterkonzerns EganaGoldpfeil verlegt. Zurück blieb in Kornwestheim lediglich das Verkaufsgeschäft.

2008 meldete EganaGoldpfeil Insolvenz an, das gesamte Unternehmen wurde anschließend abgewickelt.

Heutige Situation

Datei:Salamandergeschäft.JPG
Salamander-Geschäft in Mainz 2007
Datei:Ballerinas (Weiss).jpg
Salamander-Ballerinas

Nach der Insolvenz von EganaGoldpfeil wurde Salamander mit weltweit rund 1800 Beschäftigten und rund 190 Millionen Euro Jahresumsatz einschließlich ausländischer Tochtergesellschaften und Markenrechte im Februar 2009 vom Schuhhersteller und -händler Ara AG aus Langenfeld übernommen.

Die deutschen Salamander-Filialen wurden seit 2009 als eigenständige Schuhhaus-Kette, der Salamander Deutschland GmbH & Co. KG, als Teil der Schuhhaus Klauser GmbH & Co. KG aus Wuppertal geführt.<ref name="welt-3031115">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 15. Januar 2009, abgerufen am 2. September 2016.</ref><ref>Birgit Fink: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] PressemeldungSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 27. Februar 2009, archiviert vom Vorlage:Referrer am 13. Dezember 2010; abgerufen am 2. September 2016.</ref><ref name="textilwirtschaft-2009-01-16">Anke Prokasky: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 16. Januar 2009, abgerufen am 2. September 2016 (nur für Abonnenten abrufbar).</ref>

Am 23. September 2010 wurde bekannt, dass ein Joint Venture der Schuhfabrikanten Ara und Wortmann (Tamaris) eine neue Lurchi-Kollektion für Kinder auf den Markt bringen wollte.<ref>Frank Zimmer: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 23. September 2010, abgerufen am 2. September 2016.</ref>

Im April 2016 wurde die rückwirkend zum 1. Januar 2016 erfolgte Übernahme von Schuhhaus Klauser sowie deren Tochtergesellschaft Salamander Deutschland von der Gesellschafterfamilie Prange durch die Ara AG bekannt gemacht.<ref>Peter Skop: Ara schluckt Klauser. In: Schuhmarkt, 15. April 2016, abgerufen am 4. Februar 2017.</ref> Somit gehört seit 2016 Salamander vollständig zu Ara.

Im Dezember 2022 kam es zur Insolvenz und sowohl Klauser GmbH & Co. KG als auch Salamander Deutschland GmbH & Co. KG stellen beim Amtsgericht Wuppertal Anträge auf die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens.<ref> Salamander und Schuhhaus Klauser sind insolvent: So geht es mit den 93 Filialen weiter, abgerufen am 23. Dezember 2022.</ref>

Ende Juni 2023 wurde der Rückzug aus Österreich bekannt<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 29. Juni 2023, abgerufen am 29. Juni 2023.</ref> und der bisherige Eigentümer Ara AG gab bekannt, sich von Salamander trennen zu wollen und für das Unternehmen einen Investor zu suchen.<ref>Harald Bartels: Ara-Gruppe trennt sich von Schuhhersteller Lloyd Shoes, kreiszeitung.de vom 1. Juli 2023, abgerufen am 31. Oktober 2023.</ref>

Im Jahr 2024 wurde die Marke Salamander von der AstorMueller AG übernommen.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 31. August 2023, abgerufen am 6. März 2025.</ref> Die Marke wurde im Februar 2025 im Online-Shop salamander.de mit einer neuen Kollektion neu eingeführt.

Besonderheiten und Sortiment

Das Besondere am historischen Unternehmen Salamander war, dass es nicht nur Schuhe herstellte, sondern sie auch durch ein eigenes Filialnetz vertrieb. Der Großkonzern der 1960er Jahre bis 2000 spaltete seine Produktpalette in mehrere unterschiedliche Marken (Salamander, Lurchi, Betty Barclay, Sioux, Apollo, Yellomiles, Camel Active Footwear) auf, die in verschiedenen Preissegmenten für unterschiedliche Zielgruppen produziert und zum Teil in Lizenz geführt wurden. Die Eigenmarke Yellomiles wurde 2003 eingestellt, die Lizenz für Camel-Schuhe ging 2000 an Gabor Shoes, die Firma Sioux mit ihrer Herren-Marke Apollo wurde bereits 2003 von Egana Goldpfeil gekauft und ist heute im Besitz einer Frankfurter Beteiligungsgesellschaft, die Lizenz für Betty Barclay Schuhe hielt nach Salamander ab 2004 die holländische Intermedium B.V. Generell besetzt Salamander das mittlere Preissegment, mit eher modischen als klassischen Produkten. Mitte 2007 nahm Salamander auch rahmengenähte Schuhe unter eigenem Namen in das Programm auf.

Literatur

  • Hanspeter Sturm: Geschichte der Salamander AG. Kornwestheim 1958.
  • Gert von Klass, Rudolf Weber: Salamander. Die Geschichte einer Marke. Kornwestheim 1961.
  • Petra Bräutigam: Mittelständische Unternehmer im Nationalsozialismus. Wirtschaftliche Entwicklung und soziale Verhaltensweise in der Schuh- und Lederindustrie Badens und Würtembergs. Oldenbourg, München 1997, ISBN 3-486-56256-8.
  • Elke Schmitt: Kunst im Dienste der Industrie. Die Anfänge der „Werbe-Kunst“ am Beispiel der Firma Salamander. Scripta-Mercaturae-Verlag, St. Katharien 1999, ISBN 3-89590-082-6.
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.
  • Rudolf H. Moos (Hrsg.): Journey of Hope and Despair, Volume I. Rise and Fall. (Englisch) 2010.
  • Irmgard Sedler: Von J. Sigle & Cie. zur Marke Salamander. Leitfaden zur Ausstellung. (Ausstellung im Museum im Kleihues-Bau, 26. November 2011 bis 29. Juli 2012) Kornwestheim 2011, ISBN 978-3-9813806-4-4.
  • Irmgard Sedler, Martin Burkhardt (Hrsg.): Im Zeichen des Salamander. Firmengeschichte in Selbstzeugnissen. Kohlhammer, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-17-022511-4.
  • Vera Friedländer: Ich war Zwangsarbeiterin bei Salamander. Verlag Das Neue Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-360-01313-2.

Weblinks

Commons: Salamander GmbH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise

<references responsive />

Koordinaten: 48° 51′ 39,8″ N, 9° 10′ 43,2″ O

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