Salamander Industrie-Produkte
| Salamander Industrie-Produkte GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1917 |
| Sitz | Türkheim, Deutschland |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 1400 (2018)<ref name ="Zahlen & Fakten"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zahlen & Fakten ( vom 4. Januar 2020 im Internet Archive), auf sip-windows.com</ref> |
| Umsatz | 250 Mio. EUR (2019)<ref name ="Zahlen & Fakten"/> |
| Branche | Industrieunternehmen für Fenster-, Türsysteme, Kunststoffprofile, Werkzeuge, Outdoorprofile, Lederfaserstoffe |
| Website | www.sip-windows.com |
Die Salamander Industrie-Produkte GmbH mit Stammsitz in Türkheim/Unterallgäu, Deutschland, ist ein Hersteller von Fenster- und Türsystemen.
Geschichte
Der Name des Unternehmens, Salamander Industrie-Produkte GmbH hat seinen Ursprung in der Schuh-Branche, der Salamander AG.
Ursprünglich wurde 1899 durch Rudolf Moos das Markenzeichen „Salamander“, beim Reichspatentamt als geschützte Marke eingetragen, für ein Lederpflegemittel verwandt. Seine Herstellung erfolgte in den Kellerräumen des Schuhladens von Rudolf Moos in der Friedrichstraße 221 in Berlin. Durch Moos wurde 1903 auch erstmals ein Schuh der Marke Salamander in Berlin mit einem Herstellerpreis von 12,50 Mark das Paar verkauft. Am 30. Dezember 1903 wurde in Berlin das erste Salamander-Schuhgeschäft eröffnet. Bis 1905 führte der Verkaufserfolg dieser Schuhmarke dazu, dass Anfang 1905 das Unternehmen Salamander GmbH in Berlin gegründet wurde.<ref>Rudolf Moos, Erinnerungen, persönliche Aufzeichnungen begonnen am 17. April 1934, S. 534ff. (Manuskript im Besitz des Autors)</ref> Die beiden Gesellschafter waren Rudolf Moos und der Vertriebsspezialist Max Levi. Vertragspartner war die Schuhfabrik J. Sigle & Cie. in Kornwestheim unter der Leitung von Jakob Sigle. Im Juli 1906 wurde eine weitere Tochtergesellschaft des Salamander-Unternehmens mit Sitz in Stuttgart gegründet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rückblick: Die ersten 75 Jahre ( vom 22. Mai 2019 im Internet Archive), in "Chronik zum 100-jährigen Bestehen - Willkommen Zukunft", S. 43</ref>
Die anfangs ausschließlich für die Salamander-Schuhgeschäfte hergestellten Produkte waren rahmengenähte Schuhe für Herren. Nach Neugestaltung der Damenmodelle kamen auch ein Jahr später Damenschuhe ins Salamander-Sortiment. Bis 1913 verwendete das Unternehmen für die Schuhproduktion ein Kunstleder, das eigens aus den USA importiert wurde. Wegen des gestiegenen Eigenbedarfs in den USA und des Kriegszustandes ab Sommer 1914 waren jedoch weitere Lieferungen nach Deutschland nicht mehr möglich. Deshalb beschloss Jakob Sigle, die Rechte für das Herstellungsverfahren zu erwerben und begann selbst in die Produktion von Kunstleder zu gehen. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde die Energiezufuhr seines damaligen Firmenstandortes in Hofheim am Taunus zunehmend eingeschränkt, sodass er sich auf die Suche nach einem neuen Standort begab. Jakob Sigle fand den Standort in Türkheim, zu dem neben einer alten Holzschleiferei auch eine Wasserkraftanlage gehörte, die von der Wertach gespeist wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rückblick: Die ersten 75 Jahre ( vom 22. Mai 2019 im Internet Archive), in "Chronik zum 100-jährigen Bestehen - Willkommen Zukunft", S. 44</ref> Die immobilie wurde 1918 erworben. Dort wurde fortan neben Kunstleder auch das Material für die Herstellung von Kartons in Kornwestheim hergestellt.<ref>Schwäbischer Merkur vom 7. Juli 1935, Seite 10, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.</ref>
1934 wurde das Werksgebäude erweitert.<ref>Stuttgarter Neues Tagblatt vom 11. Januar 1934, Seite 6, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.</ref> 1935 waren 137 Menschen in dem Werk in Türkheim beschäftigt.<ref>Kölnische Zeitung vom 21. April 1936, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.</ref> Nach Jahren der Entwicklung ging Salamander 1936 erstmals mit ihrem eigens angefertigten Lederfasermaterial/Lederfaserstoff in Produktion, der in Schuh-Hinterkappen und Brandsohlen Anwendung fand. Die Produktion wurde in den folgenden Jahren ausgeweitet. Für das Jahr 1938 vermeldete das Unternehmen, dass mit Erzeugnissen aus dem Werk Türkheim jährlich rund 5000 Tonnen Leder eingespart werden könnten.<ref>Kölnische Zeitung vom 15. April 1939, Seite 5, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.</ref> Im Zweiten Weltkrieg blieb der Standort Türkheim trotz Energiekürzungen voll beschäftigt, denn Schuhe wurden im Krieg dringend benötigt und damit auch Bauteile für Schuhe.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Weg bis in die 80er-Jahre ( vom 22. Mai 2019 im Internet Archive), in "Chronik zum 100-jährigen Bestehen - Willkommen Zukunft", S. 63</ref> 1949 erreichten die beiden Werke in Kornwestheim und Türkheim rund 5500 Beschäftigte und damit den Vorkriegsstand.<ref>Karlsruher Neue Zeitung vom 19. November 1949, Seite 15, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de, Direktlink.</ref>
1960 nahm das Unternehmen mit der Herstellung von Absätzen für Damenschuhe erstmals Aktivitäten im Bereich der Kunststoff-Spritzgusstechnik auf und bildete ab 1973 die Basis für die heutige Kunststoffextrusion für Fenster- und Türprofile im Bereich Window & Door Systems.
Bis 1996 unterhielt das Unternehmen noch einen eigenen Straßenroller-Transport. Vom an der Bahnstrecke Gessertshausen–Türkheim („Staudenbahn“) gelegenen Bahnhof Türkheim (Bay) Markt bis auf das Werksgelände wurden die mit Lederabfällen und flüssigem Latex beladenen Eisenbahnwagen auf Straßenrollern angeliefert. Das Unternehmen besaß zu diesem Zweck zwei eigene Straßenroller der Waggon- und Maschinenbau GmbH Donauwörth sowie eine MAN-Zugmaschine.
Die Marktveränderungen der Schuhbranche im 21. Jahrhundert stürzten die Salamander AG in Kornwestheim in eine Krise,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Jahre 2000 bis 2009 ( vom 22. Mai 2019 im Internet Archive), in "Chronik zum 100-jährigen Bestehen - Willkommen Zukunft", S. 111 </ref> sie meldete am 8. September 2004 Insolvenz an, die einzelnen Unternehmenssparten wurden getrennt voneinander veräußert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Jahre 2000 bis 2009 ( vom 22. Mai 2019 im Internet Archive), in "Chronik zum 100-jährigen Bestehen - Willkommen Zukunft", S. 112 </ref>
Dadurch wurde die Sparte Salamander Industrie-Produkte rechtlich selbstständig und baute im Laufe der Jahre ihre Konzernstruktur neu auf.
Konzernstruktur
Die Salamander Industrie-Produkte GmbH gliedert sich heute in fünf Geschäftsbereiche:<ref>Unternehmensgruppe der Salamander Industrie-Produkte GmbH, auf sip-windows.com</ref>
Salamander Window & Door Systems
Salamander Window & Door Systems gehört zu den führenden europäischen Systemgebern für hochenergiesparende Fenster- und Türsysteme aus Kunststoff.<ref name ="Management"/> Seit vielen Jahren entwickelt Salamander in enger Zusammenarbeit mit seinen Kunden PVC-Profile für Fenster, Türen und viele weitere Anwendungen rund ums Thema Fenster.
Neben dem Werk in Türkheim besteht seit 1995 im polnischen Włocławek ein weiteres Werk für Fenster- und Türprofile.
Salamander SPS GmbH & Co. KG
Die ebenfalls in Türkheim ansässige Tochtergesellschaft Salamander SPS GmbH & Co. KG greift als weltweit ältester Hersteller von Materialien aus zurückgewonnenem Lederfaserstoff auf eine mehr als 100-jährige Firmengeschichte zurück, die die Tradition des Lederhandwerks mit den heutigen Anforderungen an Design, Nachhaltigkeit und Innovation verbindet.<ref>Registerportal. Abgerufen am 3. Mai 2022.</ref> Einsatz finden die Materiallösungen in der Schuh-, Möbel-, Lederwaren- oder Verpackungsindustrie.
ttp Papenburg
Die ttp Papenburg GmbH in Papenburg fertigt individuelle Profile aus verschiedensten Kunststoffen und entwickelt spezifische Extrusionslösungen für vielfältige Anwendungsbereiche wie Preisschildleisten für den Ladenbau.
Salamander Extrutec Solutions GmbH & Co. KG
Die Salamander Extrutec Solutions GmbH & Co. KG ist Experte in der Fertigung von Spezialwerkzeugen, die Einsatz in der Extrusion von Kunststoffprofilen finden. Sie ist 100%ige Tochtergesellschaft der Salamander Industrie-Produkte.<ref>Salamander ExtrutecSolutions, auf salamander-windows.com</ref>
Weblinks
Belege
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Koordinaten: 48° 3′ 24,1″ N, 10° 39′ 6,8″ O
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