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Sascha Roßmüller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:2018-11-17 - Sascha Roßmüller, NPD - 3889.jpg
Sascha Roßmüller, 2018

Sascha Alfred Roßmüller (* 15. Dezember 1972 in Straubing) ist ein deutscher Politiker der neonazistischen Partei Die Heimat, die bis 2023 den Namen NPD trug, und Bundesvorstandsmitglied der Partei. Zudem gehört er der Führungsriege des Regensburger Bandidos-Chapters an.<ref name="sz-5383246293">Rechts, Rocker - kriminell? Süddeutsche Zeitung, 5. März 2010, abgerufen am 14. August 2020.</ref>

Funktionär der „Jungen Nationaldemokraten“ (JN)

Sascha Roßmüller wurde als 17-jähriger Schüler und während seiner Ausbildung zum Landschaftsgärtner in der rechtsextremen Szene aktiv. 1991 war er Gründungsmitglied des fast ausschließlich in Bayern aktiven und am 7. Juni 1993 verbotenen Nationalen Blocks. Roßmüller war auch Kreisvorsitzender des Nationalen Blocks. Roßmüller absolvierte 1993 sein Abitur am wirtschaftswissenschaftlichen Zweig des Anton-Bruckner-Gymnasiums in Straubing. Seine Politikerkarriere begann er 1995 mit dem Eintritt in die NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten. Bereits 1996 wurde er in den JN- und NPD-Landesvorstand Bayern gewählt. Roßmüller publizierte im JN-Organ „Aktivist“, in dem JN-nahen Blatt „Einheit und Kampf“ und ist als Redakteur für die NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ tätig. Nachdem er 1997 Stellvertreter des JN-Bundesvorsitzenden Holger Apfel wurde, war er von April 1999 bis November 2002 selbst Bundesvorsitzender. In der Rede zu seiner Wahl als JN-Chef auf dem Bundeskongress am 10. April 1999 in Klingenberg/Bayern kündigte er einen sozialrevolutionären Kurs in konstruktiv-kritischer Loyalität zur Mutterpartei an.

Funktionär und Wahlkandidat der NPD

Datei:Sascha Rossmueller.jpg
Sascha Roßmüller

1994 kandidierte Roßmüller erstmals für die NPD zu den Landtagswahlen in Bayern. Unter seiner Beteiligung als hauptamtlicher Landesgeschäftsführer der NPD Bayern (1997 bis 2005) traten 1999 mehrere Personen mit österreichischer Staatsangehörigkeit in die NPD ein, wobei die Neumitglieder dem NPD-Landesverband Bayern zugeordnet wurden. Seit März 2000 ist Roßmüller gewähltes Mitglied im NPD-Parteivorstand und seit 2004 Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion im Sächsischen Landtag. Hier ist er wie im NPD-Bundesvorstand mit Schwerpunkt für Wirtschaftspolitik zuständig. Am 12. November 2006 wurde Roßmüller zum stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt. Auf dem NPD-Bundesparteitag 2009 kandidierte Roßmüller nicht mehr erneut für den Parteivorstand und bekleidet innerhalb der Partei seitdem nur mehr das Amt eines stellvertretenden Landesvorsitzenden in Bayern, zu dem er 2010 wiedergewählt wurde. Ab November 2010 gehörte er als externes Mitglied der Enquete-Kommission des Sächsischen Landtages „Strategien für eine zukunftsorientierte Technologie- und Innovationspolitik im Freistaat Sachsen“ an, deren Abschlussbericht am 27. März 2013 erschien.<ref>Sächsischer Landtag, Drucksache 5/11300</ref>

Kontroversen

Todesdrohungen

Mit seiner Äußerung »Dereinst werden ›Andere‹ in Nürnberg hängen« anlässlich einer Demonstration in Nürnberg bedrohte Roßmüller politische Gegner mit dem Tode.<ref>Behördenzeugnis des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz, 8. September 2000, zitiert nach Hans Peter Bull und Karl-Heinz Quack (Verfahrensbevollmächtigte), 29. Januar 2001: "Antrag der Bundesregierung auf Feststellung der Verfassungswidrigkeit der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands", Seite 85</ref> Der Bayerische Verfassungsschutz sieht in der Wahl von Roßmüller eine Unterstreichung der neonazistischen Ausrichtung der Jugendorganisation der NPD.<ref>Bayerisches Landesamt für Verfassungsschutz im Bayerischen Verfassungsschutzbericht 1999 anlässlich der Wahl von Roßmüller zum Bundesvorsitzenden des NPD-Jugendorganisation »Junge Nationaldemokraten«: Seine Wahl unterstreicht deutlich die neonazistische Ausrichtung der JN, die auch von seinen Stellvertretern mitgetragen wird.</ref>

Entzug der Gewerbeerlaubnis

Am 1. August 2013 bestätigte das Verwaltungsgericht Regensburg den Entzug der Erlaubnis für das Bewachungsgewerbe in Rain, den das Landratsamt Straubing-Bogen am 31. Oktober 2012 gegen Roßmüller verhängt hatte, vornehmlich wegen dessen Mitgliedschaft im Chapter der Bandidos, denen die Beteiligung an kriminellen Aktivitäten vorgeworfen wird.<ref>Ein Rechtsextremer, der Recht haben will: NPD-Funktionär und Bandido klagt in Regensburg www.wochenblatt.de, 31. Juli 2013 (abgerufen am 24. September 2013)</ref><ref>Verwaltungsgericht lässt NPD-Vizechef Sascha Roßmüller abblitzen. www.wochenblatt.de, 1. August 2013 (abgerufen am 24. September 2013)</ref>

Anfang 2016 wurde Roßmüller wegen seiner Beteiligung an einer gewalttätigen Auseinandersetzung im Rockermilieu im Jahr 2010 zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.600 Euro verurteilt.<ref>Urteil gegen NPD-Mann Roßmüller rechtskräftig, BR, 24. Februar 2016</ref>

Weblinks

Commons: Sascha Roßmüller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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