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Schildkrötenwanze

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Schildkrötenwanze
Datei:Eurygaster testudinaria - 20070807.jpg

Schildkrötenwanze (Eurygaster testudinaria)

Systematik
Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
Familie: Schildwanzen (Scutelleridae)
Unterfamilie: Eurygastrinae
Tribus: Eurygastrini
Gattung: Eurygaster
Art: Schildkrötenwanze
Wissenschaftlicher Name
Eurygaster testudinaria
(Geoffroy, 1785)
Datei:Eurygaster testudinaria - Schildkrötenwanze, Nymphe 180570006.jpg
Nymphe
Datei:2017 07 03 Eurygaster testudinaria.jpg
Farbmorphe mit rotschwarzer Musterung
Datei:Eurygaster testudinaria ZSM.jpg
Eurygaster testudinaria, Habitus, specimen in Zoologische Staatssammlung München, Foto: Marianne Müller

Die Schildkrötenwanze (Eurygaster testudinaria) ist eine in ganz Europa verbreitete Wanzenart aus der Familie der Schildwanzen.

Merkmale

Die Tiere erreichen eine Körperlänge von 9 bis 11 Millimetern. Sie haben eine variable braune Grundfarbe und Musterung.<ref name="British Bugs"/> Der Tylus (Stirnkeil) liegt etwas tiefer als die seitlich von ihm liegenden Wangen.<ref name="NRW"/> Die ähnliche Gemeine Getreidewanze (Eurygaster maura) ist etwas kleiner<ref name="British Bugs"/>, zudem liegt bei ihr der Tylus an der Spitze des Kopfes auf einer Ebene mit den Wangen, wodurch die Spitze des Kopfes gleichmäßig gerandet ist. Bei der Schildkrötenwanze ist das zweite Glied der Fühler nur etwa 1,5 Mal so lang wie das dritte, bei der Gemeinen Getreidewanze ist es doppelt so lang wie das dritte.<ref name="NRW"/><ref name="British Bugs"/> Die Hinterecken des Pronotums sind außerdem bei der Gemeinen Getreidewanze etwas weniger stark hervortretend. Mit den genannten Unterscheidungsmerkmalen sind die beiden Arten jedoch nicht immer zweifelsfrei zu unterscheiden, sodass dann eine genitalmorphologische Untersuchung notwendig ist. Die Weibchen haben anders als bei der ähnlichen Art eine Lücke zwischen den Genitalplatten und dem davor liegenden Hinterleibssegment, bei den Männchen trägt der Aedeagus vier statt zwei innen liegende Dornen.<ref name="British Bugs"/>

Verbreitung und Lebensraum

Die Art kommt in Europa vom nördlichen Mittelmeerraum bis nach Südskandinavien und weiter östlich durch Zentralasien bis Nordchina und Japan vor. In Mitteleuropa ist die manchmal nicht seltene Art fast überall verbreitet und fehlt nur vereinzelt regional. Anders als die Gemeine Getreidewanze besiedelt sie feuchtere, offene bis halbschattige Lebensräume wie hochwachsende Riedgrasbestände und Moore und kommt auch an salzigen Stellen vor.<ref name="Wachmann"/>

Lebensweise

Man findet sie nicht nur an Süßgräsern (Poaceae), sondern auch an Sauergrasgewächsen (Cyperaceae) (z. B. Wollgräser (Eriophorum), Seggen (Carex), Simsen (Scirpus)) und Binsengewächsen (Juncaceae) (z. B. Binsen (Juncus)). Ältere Nymphen und adulte Tiere findet man aber auch an Korbblütlern (Asteraceae), Doldenblütlern (Apiaceae) und anderen Pflanzen.<ref name="Wachmann"/>

Die Nymphen saugen zwischen Mai und August an den Nahrungspflanzen, adulte Tiere treten ab Juli auf.<ref name="British Bugs"/> Die Überwinterung erfolgt in trockener Bodenstreu,<ref name="Wachmann"/> gelegentlich auch in kleinen Gruppen.<ref name="NRW"/>

Literatur

Weblinks

Commons: Schildkrötenwanzen (Eurygaster testudinaria) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="British Bugs">Eurygaster testudinaria. British Bugs, abgerufen am 18. November 2013.</ref> <ref name="NRW">Schildkrötenwanze - Eurygaster testudinaria (GEOFFROY, 1785). www.natur-in-nrw.de, abgerufen am 18. November 2013.</ref> <ref name="Wachmann"></ref> </references>