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Schrumpfniere

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Schrumpfniere
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Die Schrumpfniere oder Nephrozirrhose<ref>Günter Thiele (Hrsg.): Handlexikon der Medizin, Verlag Urban & Schwarzenberg, München / Wien / Baltimore ohne Jahr [1980], Teil IV (S–Z), S. 2194.</ref> (Nierencirrhose<ref>Herbert Volkmann (Hrsg.): Guttmanns Medizinische Terminologie, 30. Auflage, Verlag Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1941, Spalte 666.</ref>) ist der Endzustand vieler Nierenparenchymerkrankungen. Die Umwandlung von Nephronen in Binde- bzw. Narbengewebe ist in der Regel mit dem fast vollständigen Funktionsverlust des Organs verbunden. Geschieht dies einseitig, kann die andere Niere durch Hypertrophie die Funktion des ausgefallenen Organs mitübernehmen. Bei beidseitiger Schrumpfniere besteht eine Niereninsuffizienz.<ref>Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 268. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2020, ISBN 978-3-11-068325-7, S. 1596.</ref>

Ursachen

Pathologie

Makroskopisch ist das Organ deutlich verkleinert<ref>Maxim Zetkin, Herbert Schaldach: Lexikon der Medizin. 16. Auflage. Ullstein Medical Verlag, Wiesbaden 1999, ISBN 3-86126-126-X, S. 1812.</ref> (Organgewicht <80 g, normal >150 g) und hat eine unregelmäßige Oberfläche durch Glomerulosklerose. Histologisch findet man in der Regel eine Verödung der Glomerula, interstitielle Fibrosen, Tubulus-Atrophien, Zysten und unregelmäßige entzündliche Infiltrate. Außerdem finden sich häufig gutartige Nierentumore.

Bereits im Mittelalter beschriebene Nierenerhärtungen (beziehungsweise in der Nierengegend fühlbare Härten) wurden von Max Höfler als Nierenschrumpfung<ref>Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 428–429 (zu nyre).</ref> gedeutet.

Differentialdiagnose

Hypoplasien der Nieren können auch andere Ursachen haben. Man spricht dann von sogenannten Zwergnieren. Meistens werden sie nach Säuglingsnephritiden beobachtet. In seltenen Fällen findet man dagegen hypogenetische Herde.<ref>Friedrich Linneweh, Konrad Hugo Jarausch: Pyelonephritis im Kindesalter, in: Handbuch der inneren Medizin, Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1968, 5. Auflage, 8. Band, 2. Teil, S. 862.</ref>

Diagnostik

  • Nierenfunktion:
    Abschätzen der filtrativen Nierenfunktion durch die labormedizinische Bestimmung von Harnvolumen, Harnzusammensetzung (Zellen, Proteine wie z. B. Albumin), Harnstoff, Cystatin C, Kreatinin, Kreatinin-Clearance u. a.
  • Nierenbiopsie:
    Kann die Ursache der Schrumpfnierenbildung klären und durch eine dann einsetzende spezifische Therapie die Nierenrestfunktion erhalten. Bei kompletter Schrumpfniere ist eine Biopsie jedoch nicht immer sinnvoll, da die Grunderkrankung oft nicht mehr zu erkennen ist.

Komplikationen

Siehe auch

Ältere Literatur

  • Joachim Frey: Hämorrhagische Nephritiden. In: Ludwig Heilmeyer (Hrsg.): Lehrbuch der inneren Medizin. Springer-Verlag, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 926–951, hier: S. 945–951 (Nephrocirrhosen).
  • Herbert Schwiegk (Hrsg.): Handbuch der inneren Medizin, Nierenkrankheiten, Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1968, 5. Auflage, 8. Band, 3 Teile, 3228 Seiten, ISBN 3-540-04152-4.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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