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Simferopol

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Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Ort in der Ukraine Simferopol (

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Datei:Karte der Krim.png
Simferopol nordöstlich von Sewastopol auf der Halbinsel Krim

Seit dem international nicht anerkannten Anschluss der Halbinsel Krim an Russland im März 2014 ist Simferopol de facto Hauptstadt des Föderationssubjektes Republik Krim der Russischen Föderation. De jure nach Angaben der administrativ-territorialen Teilung der Ukraine bleibt Simferopol die Hauptstadt der Autonomen Republik Krim, die zu den von Russland besetzten Gebieten gehört.<ref>Annexion der Krim. Putin verstößt gegen russische Verfassung</ref>

Geographie

Die Stadt liegt am größten Fluss der Krim, dem Salhyr, an den Nordhängen des Krimgebirges, etwa 60 Kilometer nordöstlich von Sewastopol.

Stadtgliederung

Die Stadt gliedert sich in die drei Stadtrajone Eisenbahnrajon, Kiewer Rajon und Zentralrajon, die vier „Siedlungen städtischen Typs“ (SsT) Ahrarne ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), Aeroflotskyj ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), Hressiwskyj ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) und Komsomolske ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) sowie die Siedlung Bitumne ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}).

Datei:2022. Симферополь DSC 2058.jpg
Gedenkkreuz für die Opfer des Holodomor 1932–1933, 2000

Geschichte

Auf dem Gebiet der heutigen Stadt Simferopol stand einst die im 2. Jahrhundert v. Chr. von König Skiluros gegründete skythische Hauptstadt Neapolis. Ihr skythischer Name ist nicht überliefert. Die unter dem griechischen Namen Neapolis Skythika bekannte Stadt bestand auch noch in den Zeiten des von Rom abhängigen Bosporanischen Reiches (Regnum Bospori). Im Laufe des 3. Jahrhunderts n. Chr. wurde sie von den Goten zerstört.

Anfang des 16. Jahrhunderts bestand eine Tataren-Siedlung namens Aqmescit (auch Ak-Metschet). Sie war zeitweise Residenz des Statthalters des von den Osmanen abhängigen Krim-Khanats. Nach der russischen Eroberung der Krim im Russisch-Türkischen Krieg von 1768 bis 1774 wurde die Stadt Simferopol durch eine Verordnung Katharinas der Großen im Februar 1784 gegründet und gehörte zum Gouvernement Taurien, das bis Oktober 1921 bestand. Nach der Oktoberrevolution war sie Teil der ASSR der Krim innerhalb der Russischen SFSR. 1914 wurde die Straßenbahn Simferopol in Betrieb genommen, diese wurde aber Ende 1970 wieder eingestellt.

Am 1. November 1941 wurde Simferopol von der 11. Armee der Wehrmacht unter ihrem Oberbefehlshaber General Erich von Manstein eingenommen, worauf im Dezember 1941 beim berüchtigten Simferopol-Massaker annähernd 14.000 Juden innerhalb von wenigen Tagen von SS-Leuten und Angehörigen der Feldgendarmerie Abteilung 683 ermordet wurden.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref> Hitler plante, die Stadt in Gotenburg umzubenennen, als Hauptstadt einer als Gotengau annektierten Krim.

In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager 299 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.<ref>Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.</ref>

Durch Beschluss<ref>The Transfer of the Crimea to the Ukraine (englisch)</ref> des Obersten Sowjets der UdSSR aus Anlass des 300. Jahrestags des Vertrags von Perejaslaw wurde Simferopol zusammen mit der Oblast Krim am 26. April 1954 an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik angeschlossen. Seit 1991 ist Simferopol Teil der unabhängigen Ukraine.

Am 25. September 1992 wurde Simferopol Hauptstadt der „Republik Krim“, seit 1995 ist sie Hauptstadt der Autonomen Republik Krim.

Seit dem international nicht anerkannten Anschluss der Halbinsel Krim an Russland im März 2014 gehört Simferopol de facto zum Föderationssubjekt Südrussland der Russischen Föderation.<ref>Федеральный закон Российской Федерации от 21 марта 2014 года № 6-ФКЗ «О принятии в Российскую Федерацию Республики Крым и образовании в составе Российской Федерации новых субъектов — Республики Крым и города федерального значения Севастополя»</ref> De jure nach Angaben der administrativ-territorialen Teilung der Ukraine ist Simferopol Teil der Autonomen Republik Krim, die zu den durch Russland besetzten Gebieten gehört.<ref>Annexion der Krim. Putin verstößt gegen russische Verfassung</ref>

Demographische Entwicklung

Jahr 1839 1864 1887 1897 1914 1926 1939 1959 1970 1989 2001 2009 2012
Einwohner 7.000 17.000 38.000 49.078 91.000 86.145 142.634 187.623 249.053 343.565 343.644 337.139 335.582
Bevölkerungsgruppen<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>
Bevölkerungsgruppe Anzahl Angaben in Prozent
Russen Vorlage:ZahlZelle Vorlage:ZahlZelle
Ukrainer Vorlage:ZahlZelle Vorlage:ZahlZelle
Krimtataren Vorlage:ZahlZelle Vorlage:ZahlZelle
Weißrussen Vorlage:ZahlZelle Vorlage:ZahlZelle
Armenier Vorlage:ZahlZelle Vorlage:ZahlZelle
Tataren Vorlage:ZahlZelle Vorlage:ZahlZelle
Aserbaidschaner Vorlage:ZahlZelle Vorlage:ZahlZelle
Polen Vorlage:ZahlZelle Vorlage:ZahlZelle
Griechen Vorlage:ZahlZelle Vorlage:ZahlZelle
Moldawier Vorlage:ZahlZelle Vorlage:ZahlZelle
Datei:Lenin-simferopol1.jpg
Lenindenkmal in Simferopol (2003)

Partnerstädte

Heidelberg (Deutschland) ist seit 1991 Simferopols Partnerstadt. In der ukrainischen Stadt gibt es seit dem Jahr 2000 das Heidelberg-Haus, das aus Spenden einer Heidelberger Stiftung<ref>Vorlage:Webarchiv. Manfred Lautenschläger-Stiftung, abgerufen am 12. Juni 2013.</ref> erbaut wurde. Es liegt im Zentrum der Stadt und bietet rund ums Jahr ein kulturelles Programm. Es werden dort auch ehemalige, im Zweiten Weltkrieg ausgebeutete Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter betreut.

Offizielle Kontakte mit der Partnerstadt Simferopol gibt es seit der völkerrechtswidrigen Besetzung der Krim 2014 nicht mehr.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Insgesamt werden für Simferopol elf Partnerstädte aufgelistet:<ref name="Twins">Vorlage:Internetquelle</ref>

Stadt Land seit
Bursa Datei:Bursa Logo.svg Vorlage:TUR
Czernowitz Datei:Coat of arms of Chernivtsi.svg Vorlage:UKR
Donezk Datei:Greater Coat of Arms of Donetsk (1995).svg Vorlage:UKR 2017
Eskişehir Datei:Eskisehir Belediyesi.svg Vorlage:TUR 2007
Heidelberg Datei:Wappen Heidelberg.svg Vorlage:DEU 1991
Irkutsk Datei:Coat of Arms of Irkutsk.svg Vorlage:RUS 2008
Kecskemét Datei:Coa Hungary Town Kecskemét.svg Vorlage:HUN 2006
Kertsch Datei:Kerch coat.svg Vorlage:UKR
Nischni Nowgorod Datei:Coat of Arms of Nizhny Novgorod.svg Vorlage:RUS 2016
Nowotscherkassk Datei:Coat of arms of Novocherkassk.JPG Vorlage:RUS 2008
Omsk Datei:Coat of Arms of Omsk.png Vorlage:RUS 2008
Padua Datei:Padova-Stemma.svg Vorlage:ITA 2016
Russe Datei:Rousse-coat-of-arms.svg Vorlage:BUL 2008
Salem Vorlage:USA 1986
Südwestlicher Verwaltungsbezirk Datei:UZAO district of Moscow coa.png Vorlage:RUS 2008
Ulan-Ude Datei:Gerb u u.jpg Vorlage:RUS

Die Städtepartnerschaft zwischen Simferopol und Padua wurde 2016, zwei Jahre nach der völkerrechtswidrigen Besetzung der Krim durch die Russische Föderation vollzogen. Der Austausch fand im Rahmen des auf der besetzten Krim stattgefundenen Second Yalta International Economic Forum statt, an der verschiedene rechte bis rechtsextreme europäische Parteien teilnahmen. Für Italien nahmen sowohl Mitglieder der Lega Nord als auch der Fratelli d’Italia teil (ebenso ein Mitglied der linkspopulistischen Alternativa Libera).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Der Austausch fand noch unter dem Liga Veneti/Lega Nord Bürgermeister Massimo Bitonci statt. Ob die Städtepartnerschaft weiterhin existiert, ist unklar, da sich hierzu keinerlei Informationen auf der italienischen Seite der Stadt finden lassen.

Kultur

Datei:Puppentheater.jpg
Puppentheater in Simferopol
Datei:Simferopol 04-14 img05 Museum of Arts.jpg
Kunstmuseum in Simferopol

International bekannt ist das Puppentheater von Simferopol.

2008 wurde bekannt, dass sich im Kunstmuseum Simferopol 87 Gemälde des Suermondt-Ludwig-Museums aus Aachen befinden, die nach der Auslagerung im Zweiten Weltkrieg als Beutekunst hierher gekommen waren.<ref>Verschollene Beutekunst: Streit um Gemälde in der Ukraine. Spiegel Online, 7. November 2008.</ref><ref>Andreas Rossmann: Beutekunst: Eigentum aufgeben, Besitz erhalten. FAZ.net, 1. Februar 2009.</ref>

Als Hauptstadt der Krim ist Simferopol auch das Zentrum des von Krimtataren dominierten Islam in der Ukraine.

Datei:Simferopol 04-14 img11 Salgir River.jpg
Der Salhyr in Simferopol
Datei:Train terminal with clock tower - Simferopol, Russia - panoramio.jpg
Der Bahnhofsplatz in Simferopol
Datei:Simferopol 04-14 img28 train station square.jpg
Oberleitungsbusbahnhof

Wirtschaft

Neben den traditionellen handwerklichen und kleinindustriellen Strukturen etablieren sich seit der Jahrtausendwende auch moderne Industrien. Neben lokalen Technologieanbietern haben sich mehrere internationale Softwareunternehmen in Simferopol angesiedelt.

Wissenschaft

Anlässlich des 200-jährigen Bestehens wurde 1984 der am 30. August 1970 entdeckte Asteroid (2141) Simferopol nach der Stadt benannt.<ref>Minor Planet Circ. 8911</ref>

Verkehr

Der Bahnhof von Simferopol ist Ausgangspunkt der längsten Oberleitungsbuslinie der Welt. Sie wird von der Gesellschaft Krymskyj trolejbus betrieben und verkehrt zwischen Simferopol, Aluschta und Jalta am Schwarzen Meer. In Simferopol selbst existiert außerdem noch ein städtisches Oberleitungsbusnetz, es wird ebenfalls von Krymskyj trolejbus betrieben und umfasst insgesamt fünfzehn Linien (1, 3 bis 13, 13A, 14 und 15). Die Straßenbahn in Simferopol bestand von 1914 bis 1970.

Mit der Eisenbahn von Simferopol aus erreichbar sind unter anderem Sewastopol und die Touristenattraktion Bachtschyssaraj (Strecke nach Sewastopol) sowie die Kurstadt Jewpatorija. Außerdem gab es bis 2013 täglich einen Kurswagen zwischen Simferopol und Berlin. Die Reisezeit betrug 41 bis 49 Stunden.

In Simferopol gibt es den Flughafen Simferopol (ICAO: UKFF, IATA: SIP) mit Verbindungen nach Russland.

Fußball

Simferopol ist die Heimat des Fußballvereins Tawrija Simferopol, welcher bis 2014 in der ukrainischen Premjer-Liha spielte und seit der Annexion der Krim durch Russland in der neugeschaffenen Krim-Liga spielt. Heimstätte ist das 19.978 Zuschauer fassende RSC Lokomotiv Stadion.

Söhne und Töchter der Stadt

Vorlage:Hauptartikel

Klimatabelle

Vorlage:Klimatabelle

Literatur

Digitalisiertes älteres Schrifttum

  • Simferópol, Lexikoneintrag in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 18, Leipzig/Wien 1909, S. 478 (Zeno.org).
  • F. Remy: Die Krim in ethnographischer, landschaftlicher und hygienischer Beziehung. Verlag Emil Berndt, Odessa/Leipzig 1872, S. 182–187 (Google Books).

Neuere Beschreibungen

  • Думнов Д. Ф. Симферополь: Справочник. — Симферополь: Таврия, 1989. — 144 с. (rus.)
  • Байцар А. Л. Крим. Нариси історичної, природничої і суспільної географії: Навчальний посібник / А. Л. Байцар; Львівський національний університет ім. І. Франка. — Львів: Видавничий центр ЛНУ ім. Івана Франка, 2007. — 224 с.(ukr.)
  • Енциклопедія українознавства. У 10-х томах. / Головний редактор Володимир Кубійович. — Париж; Нью-Йорк: Молоде життя, 1954—1989.(ukr.)

Weblinks

Vorlage:Commonscat Vorlage:Wikivoyage

Quellen

<references />

Vorlage:NaviBlock

Vorlage:Normdaten