Die Staatlichen Museen zu Berlin wurden 1823 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. als Königliche Museen zu Berlin<ref>Königliche Museen zu Berlin: Zur Geschichte der Königlichen Museen in Berlin. Festschrift zur Feier ihres fünfzigjährigen Bestehens am 3. August 1880. Reichsdruckerei, Berlin 1880, S. 40.</ref> gegründet.
Ursprung der Sammlungen war die um 1550 vom brandenburgischen Kurfürsten Joachim II. gegründete Kunstkammer. Sie umfasste Objekte aus allen Bereichen der Natur, der Kunst und der Wissenschaft. Nach ihrer Plünderung im Dreißigjährigen Krieg wurde die „Brandenburgisch-Preußische Kunstkammer“ ab 1640 vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm wiederaufgebaut und ab 1700 vom ersten preußischen König Friedrich I. ins Berliner Stadtschloss verlegt. In den Napoleonischen Kriegen wurde die Sammlung 1807 als Beutekunst nach Paris verbracht, bevor sie im Befreiungsjahr 1815 wieder nach Berlin zurückkehrte. Im 19. Jahrhundert erfolgte schließlich die Verteilung der Objekte der Kunstkammer auf die Königlichen Museen und die Friedrich-Wilhelms-Universität.<ref>Königliche Kunstkammer, Wissenschaftliche Sammlungen der Humboldt-Universität zu Berlin.</ref>
Nach dem Ende der Monarchie infolge der Novemberrevolution 1918 fasste der Freistaat Preußen die im Berliner Zentrum dicht beieinander stehenden Museen zu den Staatlichen Museen zu Berlin zusammen. Dazu gehörte auch das Schlossmuseum im Berliner Schloss mit dem in die ehemalige Wohnung der Kaiserfamilie verlegten Kunstgewerbemuseum.
Während der Teilung Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Museumsinsel in Ost-Berlin. Die dortigen Ausstellungsgebäude und ihre Sammlungen wurden auch zwischen 1949 und der Wiedervereinigung 1990 Staatliche Museen zu Berlin genannt. Dazu zählten auch das Otto-Nagel-Haus am Märkischen Ufer (als Abteilung Proletarisch-Revolutionärer und Antifaschistischer Kunst der Nationalgalerie; heute Sitz der Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte (bpk)) und das Kunstgewerbemuseum im Schloss Köpenick.<ref>Berlin, Buchplan, VEB Tourist-Verlag 1988, S. 58: Museen und Ausstellungen.</ref>
Die in West-Berlin verbliebenen oder dorthin rücküberführten Teile der Sammlung fanden zunächst im Bruno-Paul-Bau des Völkerkundemuseums in Dahlem einen neuen Standort. Dieser wurde in den 1960er Jahren mit mehreren Erweiterungsbauten zum Museumszentrum Berlin-Dahlem ergänzt, zu dem die West-Berliner Gemäldegalerie und die Museen für Völkerkunde, asiatische und islamische Kunst gehörten. Die Ehemaligen Staatlichen Museen Berlin (West) wurden 1957 der Stiftung Preußischer Kulturbesitz unterstellt und firmierten danach als Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz (SMPK). Der Westteil des Kunstgewerbemuseums kam im Schloss Charlottenburg unter, dessen ehemaliges Theatergebäude beherbergte ab 1960 das Museum für Vor- und Frühgeschichte und der nahegelegene östliche Stülerbau das Ägyptische Museum. 1968 wurde die Neue Nationalgalerie im Kulturforum am Tiergarten eingeweiht, 1985 der Neubau des Kunstgewerbemuseums.
Im Juli 2020 veröffentlichte der Wissenschaftsrat die Strukturempfehlungen zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die auch die Staatlichen Museen betreffen. Danach bestehe der Handlungsbedarf vor allem in den publikumsorientierten Bereichen. Aber auch in den Bereichen Ausstellungen, Vermittlung, Öffentlichkeitsarbeit oder Präsentation im digitalen Raum drohten die Staatsmuseen den Anschluss an internationale Entwicklungen zu verlieren. Die bestehenden Strukturen innerhalb der Staatsmuseen seien nicht geeignet, die dringend erforderliche engere Zusammenarbeit und den intellektuellen Austausch zwischen den einzelnen Sammlungen und Instituten zu fördern. Ebenso fehle es an einer ausreichenden finanziellen und personellen Ausstattung. Für die Staatsmuseen empfahl der Wissenschaftsrat deshalb, die „Chance einer organisatorischen Verselbständigung zu nutzen, um die interne Organisation der Staatlichen Museen neu zu ordnen. Ziel sollte dabei sein, moderne Ausstellungen sowie kooperative und international vernetzte Forschung zu ermöglichen und eine umfassende digitale Transformation zu befördern“.<ref>Strukturempfehlungen zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Drucksache 8520-20), Juli 2020</ref>
Am 31. Oktober 2012 wurde das Archäologische Zentrum der Staatlichen Museen in der Geschwister-Scholl-Straße eröffnet.<ref>Archäologisches Zentrum. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, abgerufen am 15. Februar 2017.</ref>
Literatur
Jörn Grabowski, Petra Winter (Hrsg.): Zwischen Politik und Kunst – Die Staatlichen Museen zu Berlin in der Zeit des Nationalsozialismus. Herausgegeben vom Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin. Böhlau Verlag, Köln 2013, ISBN 978-3-412-21047-2
Katrin Hiller von Gaertringen, Hans Georg Hiller von Gaertringen: Eine Geschichte der Berliner Museen in 227 Häusern. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2014.