Steigerkopf
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Der Steigerkopf, im Volksmund auch Schänzel genannt, nahe der Stadt Edenkoben im rheinland-pfälzischen Landkreis Südliche Weinstraße ist ein Vorlage:Höhe hoher<ref name="LANIS" /> Berg im Pfälzerwald. Auf dem zur Waldgemarkung von Gommersheim gehörenden Gipfel steht der Schänzelturm.
Geographie
Der Steigerkopf liegt im Naturpark Pfälzerwald im östlichen Bereich des namensgebenden Mittelgebirges. Sein Gipfel erhebt sich etwa 7 km westnordwestlich der Stadt Edenkoben am Westrand einer Gruppe von Bergen, die sämtlich über Vorlage:Höhe hoch sind; 4 km nordöstlich steht der höchste Berg des Pfälzerwalds, die Kalmit (Vorlage:Höhe).
Der Gipfel des Steigerkopfs und besonders nordöstlich davon befindliche Bergteile gehören zur Waldgemarkung von Gommersheim,<ref name="LanisLisNsv" /> die als Exklave rund 17 km westlich von dieser Ortsgemeinde liegt. Geologisch stellt der Steigerkopf den Nordwestläufer des Vorlage:Höhe hohen Kesselbergs dar, dessen Gipfel 2 km (Luftlinie) entfernt ist.
Ein südlich des Gipfels auf Vorlage:Höhe Höhe gelegener Bergsattel heißt Benderplatz nach dem Oberlehrer Friedrich Bender (1869–1932), der die Ortsgruppe Edenkoben des Pfälzerwald-Vereins gegründet hat. Am Rand des Platzes stehen der Ritterstein 241 mit Angaben zu Bender<ref>Foto: Ritterstein 241 mit Angaben zu Bender.</ref> und eine kleine hölzerne Schutzhütte.<ref>Foto: Schutzhütte am Benderplatz.</ref> Nordwestlich des Gipfels liegt auf Vorlage:Höhe Höhe das Forsthaus Heldenstein, nordöstlich auf Vorlage:Höhe Höhe der Bergsattel Lolosruhe. Dort ist der Ritterstein 238 mit der Aufschrift „Lolosruhe – Fünf Steine“ aufgestellt, der auf fünf benachbarte alte Grenzsteine hinweist.
Südwestlich des Steigerkopfs, am Vorlage:Höhe hohen Küchenkopf, entspringt der fast 30 km lange Modenbach, ein rechter Nebenfluss des Speyerbachs. Östlich des Steigerkopfs befindet sich die Quelle des gut 23 km langen Triefenbachs, dessen Wasser über den Kropsbach ebenfalls den Speyerbach erreicht.
Geschichte
Schänzel
Im Volksmund wird der Steigerkopf auch „Schänzel“ genannt, seit um den Berg herum während des Ersten Koalitionskriegs gegen Frankreich im Sommer 1794 preußische Soldaten eine Vielzahl von Schanzen errichteten. Der Berg war damals Teil einer Frontlinie, die von Speyer über den Pfälzerwald bis in die Gegend von Trier verlief.<ref name="KuLaDig" /> Die Preußen, die vier Bataillone, also etwa 4000 Mann stark waren, wollten die 7000 Mann zählenden französischen Revolutionstruppen aufhalten, die zur Eroberung der deutschen Gebiete links des Rheins beitragen sollten. In der verlustreichen Entscheidungsschlacht am 12. und 13. Juli 1794 siegten die Franzosen, nachdem sie am zweiten Tag von einem ortskundigen Jäger aus dem nahen Dorf Dernbach in den Rücken der Preußen geführt worden waren.<ref name="HvV" /> Der preußische Befehlshaber General Theodor Philipp von Pfau (1727–1794) geriet schwer verwundet in Gefangenschaft und starb noch am selben Tag.<ref name="ADB" /> Der Rest der preußischen Einheit zog sich nach Osten über den Rhein zurück.<ref name="KuLaDig" />
Die eroberten Schanzen wurden von den Franzosen fast eineinhalb Jahre gehalten. Doch am 13. Dezember 1795 gelang es österreichischen Soldaten unter dem Befehl von Generalfeldmarschall Dagobert Graf von Wurmser, den Steigerkopf zu erstürmen. Daraufhin wurde am 27. Dezember 1795 mit den Franzosen ein vorübergehender Waffenstillstand geschlossen.<ref name="KuLaDig" />
Schänzelturm und Widmungen
Anfang des Jahres 1796, kurz nach der Rückeroberung des Steigerkopfs, ließ der österreichische Generalfeldmarschall von Wurmser für General von Pfau vor Ort ein Ehrenmal errichten. Der sogenannte Heldenstein<ref name="HvV" /> trägt folgende teilweise gereimte Inschrift:
Zum Andenken an die besiegten Preußen wurde 1894, hundert Jahre nach dem Ereignis und im Bewusstsein des 1871 gewonnenen Deutsch-Französischen Kriegs, auf dem Berggipfel der Schänzelturm erbaut.<ref name="HvV" /> Dies ist ein achteckiger Aussichtsturm von 13 m Höhe, der aus behauenem Sandstein aufgemauert wurde und dessen Aussichtsplattform auf dem Turmdach durch ein Geländer gesichert ist. Der Turm wurde vom Schänzelturmverein zu Edenkoben mit einer Widmungstafel versehen:
Als zusätzliche Erinnerung an die Kämpfe von 1794 wurden im 20. Jahrhundert auf dem Steigerkopf die Rittersteine mit den Nummern 62 bis 68 errichtet.<ref name="WEitelmann" />
- Schänzelturm
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Schänzelturm im November 2007
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Schänzelturm im März 2011
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Schänzelturm im April 2011
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Schänzelturm im Sommer 2014
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Schänzelturm im Herbst 2015
- Widmungen
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Gedenkstein Inf.-Reg. von Schladen, 25. Juni 1794
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Inschriftenstein der hier gelagerten preußischen Truppen (1794)
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Widmungstafel am Schänzelturm (1894)
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Ritterstein 62 Hauptschanze I (20. Jh.)
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Ritterstein 64a
Zur Schanze III (20. Jh.)
Verkehrsanbindung
Die Zufahrt zum Steigerkopf erfolgt über eine etwa 10 km lange Fahrstraße, die von Edenkoben (dort als Klosterstraße) als Kreisstraße 6 nördlich parallel zum Triefenbach empor nach Westnordwest führt, um den Gipfel herum einen Linksbogen beschreibt und dann durchs Modenbachtal hinunter in südöstlicher Richtung als Kreisstraße 58 Burrweiler erreicht. Sie überwindet zweimal mehr als 400 Höhenmeter und ist als „landschaftlich besonders schöne Strecke“<ref name="Gk" /> eingestuft.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise und Anmerkungen
<references> <ref name="LANIS"> Höhe und Lage des Steigerkopfs auf: Vorlage:GeoQuelle, abgerufen am 1. November 2020.</ref> <ref name="LanisLisNsv"> Landschaftsinformationssystem der Naturschutzverwaltung.</ref> <ref name="Gk"> Die Generalkarte Nr. 15, Mairs Geographischer Verlag/Falk Verlag, Ostfildern, 2004.</ref> <ref name="HvV">Vorlage:Internetquelle</ref> <ref name="KuLaDig"> Vorlage:Internetquelle</ref> <ref name="ADB"> Vorlage:ADB</ref> <ref name="WEitelmann"> Walter Eitelmann: Rittersteine im Pfälzerwald, Neustadt 1998.</ref> </references>