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Stresow (Aulosen)

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Datei:Gedenkstein Stresow.jpg
Gedenkstein für das Dorf Stresow

Stresow ist eine Wüstung im Ortsteil Aulosen der Gemeinde Aland im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geographie

Der Ort liegt 2 Kilometer nordnordwestlich von Aulosen, 13 Kilometer nordwestlich von Krüden, dem Sitz der Gemeinde Aland und 18 Kilometer nordwestlich der Hansestadt Seehausen (Altmark), dem Sitz der Verbandsgemeinde Seehausen (Altmark). Die Nachbarorte sind Lütkenwisch, Mittelhorst, Jagel, Cumlosen und Wentdorf im Nordosten, Müggendorf im Osten, Klein Wanzer, Wanzer und Aulosen im Südosten, Bömenzien und Nienwalde im Südwesten, sowie Kapern, Gummern und Schnackenburg im Nordwesten. Das Dorf wäre heute das nördlichste Sachsen-Anhalts. <ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Das ehemalige Dorf und dessen Umgebung gehören zur Aland-Elbe-Niederung und dieses Schutzgebiet ist wiederum ein Teil vom Biosphärenreservat Mittelelbe.<ref name="DE_BFN-Karten">Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)</ref>

Durch die Wüstung verläuft die internationale EuroVelo-Route Iron Curtain Trail (EV13), die als Kulturroute des Europarats entlang der ehemaligen Blockgrenze führt zu den bedeutendsten Fernradwegen in Europa zählt. Verlaufsgleich auf der Route liegen dort auch die D-Route D10 Elberadweg und der Vierländer-Grenzradweg.

Geschichte

Datei:Stresow (Aulosen) - OHT.jpg
Ortshinweistafel Stresow

Der Ort war früher ein kleines gebogenes Straßendorf.<ref name="HOB-12" /> Südöstlich des Dorfes lag das Gut,<ref name="MTB-2935" /> an dessen Stelle heute Gebäude stehen, die zu Aulosen gehören.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Stresow fand 1319<ref>Anmerkung: 1319 und nicht 1310, wie Riedel erläutert, siehe dort S. 435.</ref> seine erste urkundliche Erwähnung als Striesow, als Markgraf Woldemar dem Kloster Amelungsborn Besitzungen zu Aulosen und die dazugehörigen Orte vereignet.<ref name="Riedel-2-1">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilB</ref> Weitere Nennungen sind 1405 to stresow und 1687 Stresow.<ref name="HOB-12" />

Um 1800 gehörte der Ort zum Seehausenschen Kreis in der Provinz Altmark; ein Teil der Kurmark der Mark Brandenburg. In einer Beschreibung dieser Landschaft von 1804 werden das am Aland und an der Lüneburger Grenze liegende Dorf und das neben dem Dorfe befindliche Gut Stresow mit insgesamt 121 Einwohnern angegeben. Davon waren neun Ganzkossäten, sechs Einlieger, einer Käthner und einer Förster. Neben dem hier vorhandenen Krug und 14 Feuerstellen, wurde darüber hinaus von einer guten Vieh- und vorzüglichen Pferdezucht sowie 158 Scheffeln Aussaat berichtet. Der Adressort war damals Arendsee und als Besitzer wurde der hier lebende Deichhauptmann Friedrich von Jagow genannt.<ref name="Bratring-1" /> Später war Adolf von Jagow Herr auf Stresow.

1922 zerstörte ein Brand das Dorf und es wurde wieder aufgebaut.

Zu DDR-Zeiten waren die Stresower von der „Aktion Ungeziefer“ betroffen, da das Dorf unmittelbar an der damaligen innerdeutschen Grenze zum Wendland lag und weichen sollte. Die Bewohner wurden zwangsumgesiedelt; deren erste Hälfte wurde am 30. Mai 1952 nachts von der Armee überrumpelt und abtransportiert.<ref name="TS">Simone Schmollack: Wann kommen sie uns holen? „Aktion Ungeziefer“ nannte es die Stasi: Vor 30 Jahren verschwand das Dorf Stresow. Es lag an der falschen Stelle – an der Grenze. In: Der Tagesspiegel. 21. August 2004 (tagesspiegel.de [abgerufen am 21. Juni 2019]).</ref> Am Abend des 29. Mai 1952 um 23:58 Uhr fuhren vom Bahnhof Krüden 45 Güter- und Personenwagen los. Zwanzig Personen aus Stresow wurden nach Kölleda umgesiedelt.<ref name="Lahne-2008" /> Am 30. Juni 1974 wurde das Dorf vollends geschleift.<ref name="TS" />

Eingemeindungen

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Stresow mit Landgemeinde Stresow vereinigt.<ref name="AB-RB-Magdeburg" />

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Stresow nach Aulosen eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" />

Heute gehört das Gebiet unverändert zum Ortsteil Aulosen in der Gemeinde Aland.

Einwohnerentwicklung

Gemeinde

Jahr Einwohner
1734 062
1775 108
1789 083
1798 080
1801 121
Jahr Einwohner
1818 130
1840 102
1864 088
1871 098
1885 083
Jahr Einwohner
1895 090
1900 [00]112<ref name="Zahn-1928" />
1905 077
1910 [00]113<ref name="Zahn-1928" />
1925 109
Jahr Einwohner
1939 074
1946 127

Gutsbezirk

Jahr Einwohner
1798 37
1864 29
1871 33
Jahr Einwohner
1885 27
1895 25
1905 28

Quelle wenn nicht angegeben:<ref name="HOB-12" />

Religion

Die Evangelischen aus dem Gut Stresow (Rittergut) gehörten früher zur ehemaligen Kapellengemeinde Groß Aulosen, später waren sie in die Kirchengemeinde Klein Aulosen eingepfarrt, die zur Pfarrei Bömenzien gehörte.<ref name="Almanach1903" /> Sie waren somit evangelisch-unierter Konfession und gehörten zur Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen. Die Evangelischen aus dem Dorf Stresow waren hingegen noch 1931 nach Schnackenburg eingekircht.<ref name="Gemeinedelexikon-1931" /> Sie waren damit evangelisch-lutherischer Konfession und gehörten zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. 1966 war das Dorf in Aulosen eingekircht.<ref name="HOB-12" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Grenzanlage Stresow Zaun.jpg
Zaunfragmente der Gedenkstätte Stresow

Die Gedenk- und Begegnungsstätte Stresow (Teil des Grenzlandmuseums Schnackenburg) erinnert mit einem Gedenkstein und diversen Nachbauten der Grenzbefestigungsanlagen an das Dorf und seine Geschichte. Der Elbe-Radweg von Cuxhaven nach Dresden verläuft auf der ehemaligen Dorfstraße.

Literatur

Weblinks

Commons: Stresow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 277 (PDF).</ref> <ref name="AB-RB-Magdeburg">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 214.</ref> <ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref> <ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg: Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Erster Band. Die allgemeine Einleitung zur Kurmark, die Altmark und Prignitz enthaltend. Friedrich Maurer, Berlin 1804, Vierter Teil. Spezielle Landesbeschreibung. Erster Abschnitt. Die Altmark. Viertes Kapitel. Der Seehausensche Kreis, S. 320 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 21. Februar 2016]).</ref> <ref name="Gemeinedelexikon-1931">Preußisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen. Band VIII, Provinz Sachsen. Nach dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und anderen amtlichen Quellen unter Zugrundelegung des Gebietsstandes vom 1. Februar 1931. Berlin 1931, S. 71, 120.</ref> <ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref> <ref name="Lahne-2008">Manuela Lahne: Stresow ein Dorf, das zum Tode verurteilt wurde (= Das Wissen der Region. Band 3). 1. Auflage. Edition Kulturförderverein Östliche Altmark, Kremkau 2008, S. 25–26.</ref> <ref name="MTB-2935">Messtischblatt 2935: Schnackenburg. Reichsamt für Landesaufnahme, 1938, abgerufen am 29. Dezember 2020.</ref> <ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang Ortsteile: Aulosen | Krüden | Pollitz | Scharpenhufe | Vielbaum | Wahrenberg | Wanzer

Wohnplätze und Wüstungen: Braves Land | Gerichsee | Groß Holzhausen | Kahlenberge | Klein Wanzer | Nattewisch | Stresow | Voßhof | Wilhelminenhof | Ziegelei Vorlage:Klappleiste/Ende

Koordinaten: 53° 1′ N, 11° 34′ O

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