Tongemisch
Als Tongemisch bezeichnet die physikalische Akustik gemäß DIN 1320 einen Schall, der sich aus Tönen beliebiger Frequenz zusammensetzt. Mit Ton sind dabei die akustischen Repräsentationen reiner Sinusschwingungen, sogenannte Sinustöne gemeint.<ref name="Michael_Dickreiter" /> Rauschen<ref name="Rauschen" /> oder das Geräusch<ref name="stochastisch" /><ref name="Physik im Bauwesen" /> sind komplexe Sonderformen eines Tongemisches<ref name="Knall" />. Stehen Teiltöne in einem harmonischen Verhältnis zueinander, spricht man von einem Klang.<ref name="Michael_Dickreiter" />
Das reine Tongemisch, verstanden als theoretisch-physikalisches Konzept, dient als Beschreibungskategorie für die Analyse von Schallereignissen. So lässt sich in der musikalischen Akustik beispielsweise sagen, dass dreidimensional schwingende Körper wie Glocken, Platten und Stäbe eher Tongemische abstrahlen, während bei schwingenden Saiten und Pfeifen eher Klänge entstehen.<ref name="Ulrich_Michels" />
In der elektronischen Musik ist das Tongemisch als elektronisch synthetisiertes Audiosignal von Bedeutung. Durch technische Mittel ist es möglich, statische Tongemische herzustellen, die nicht an einen natürlichen Zeitverlauf gebunden sind – was bei klassischen natürlichen Musikinstrumenten nicht vorkommt. Gleichzeitig lassen sich die Signale technisch mit einer künstlichen Hüllkurve versehen, um z. B. den Zeitverlauf natürlicher Instrumente zu imitieren oder bewusst ungewöhnliche Zeitverläufe herzustellen. Außerdem können auch andere Parameter des Tongemischs kontinuierlich geändert werden, z. B. das Lautstärkeverhältnis der Teiltöne zueinander oder deren Frequenzen.
Der Komponist Herbert Eimert, der sich in den 1950er Jahren im Kölner Studio für elektronische Musik intensiv mit den Möglichkeiten auseinandersetzte, wie sich Klangfarben „komponieren“ ließen (siehe Klangkomposition), beschrieb Tongemische als {{
#if: | „{{ #ifeq: {{#if:de|de|de}} | de | Vorlage:Str trim | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} }}“ | {{#ifeq: {{#if:de|de|de}} | de | „Vorlage:Str trim“ | {{#invoke:Text|quote |1={{#if: | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} }} |2=de |3=1}} }}
}}{{#if: Herbert Eimert
| (<templatestyles src="Person/styles.css" />Herbert Eimert{{#if: Einführung in die Elektronische Musik | : Einführung in die Elektronische Musik }}{{#if: | , deutsch: „“ }})
| {{#if: Einführung in die Elektronische Musik
| (Einführung in die Elektronische Musik{{#if: | , deutsch: „“ }})
| {{#if: | (deutsch: „“) }}
}}
}}{{#if: eine völlig neue Dimension des Kompositorischen. In ihm scheinen sich übrigens die vielen und nie bewältigten Widersprüche der sogenannten Atonalität endlich zu lösen.
| {{#if:
| {{#if: eine völlig neue Dimension des Kompositorischen. In ihm scheinen sich übrigens die vielen und nie bewältigten Widersprüche der sogenannten Atonalität endlich zu lösen.
| Vorlage:": Text= und 1= gleichzeitig, bzw. Pipe zu viel }} }}
| Vorlage:": Text= fehlt }}{{#if: | {{#if: {{#invoke:Text|unstrip|{{{ref}}}}}
| Vorlage:": Ungültiger Wert: ref=
| {{{ref}}} }}
}} Die Kompositionspraxis grenzt daher Tongemische in erster Linie von Akkorden ab. Verglichen mit Akkorden hätten Tongemische einen höheren Verschmelzungsgrad,<ref name="Herbert_Eimert" /> würden also nicht als Einzeltöne, sondern als einheitlicher Klang, als „globales Phänomen“ wahrgenommen.<ref>Kilian Schwoon über seine Komposition Broken Consort</ref>
Zwischen Klängen und Akkorden auf der einen Seite (also Schallereignissen, die auf harmonischen Frequenzverhältnissen beruhen) und den unharmonischen Tongemischen andererseits besteht ein fließender Übergang. Je nachdem, wie stark die Teiltöne eines Tongemisches von dessen idealen harmonischen Frequenzwerten abweichen, spricht man von „angenähert harmonischen“ oder „geringharmonischen“ Schallsignalen.<ref name="Terhardt" /> Herbert Eimert sah gerade in diesem Spannungsfeld kompositorisches Potential.<ref name="Eimert" /> Mit solchen Tongemischen arbeitet z. B. auch der Komponist Karlheinz Stockhausen in seiner Studie II. Stockhausen war Eimerts Nachfolger als künstlerischer Leiter des Kölner Studios für elektronische Musik.
In anderen Kontexten (z. B. in der Medizin) wird der Begriff Tongemisch auch in einem allgemeineren Sinne für komplexe Schallereignisse verwendet. (Vergleiche z. B.<ref name="MedizinA" /><ref name="MedizinB" />)
Einzelnachweise
<references> <ref name="Michael_Dickreiter"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Rauschen"> {{
#if: | „{{ #ifeq: {{#if:de|de|de}} | de | Vorlage:Str trim | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} }}“ | {{#ifeq: {{#if:de|de|de}} | de | „Vorlage:Str trim“ | {{#invoke:Text|quote |1={{#if: | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} }} |2=de |3=1}} }}
}}{{#if:
| (<templatestyles src="Person/styles.css" />{{#if: | : }}{{#if: | , deutsch: „“ }})
| {{#if:
| ({{#if: | , deutsch: „“ }})
| {{#if: | (deutsch: „“) }}
}}
}}{{#if: Rauschen ist [gemäß DIN 1320] ein Schallsignal statistischer Natur, bei dem nur ein kontinuierliches Frequenzspektrum angegeben werden kann, […]
| {{#if:
| {{#if: Rauschen ist [gemäß DIN 1320] ein Schallsignal statistischer Natur, bei dem nur ein kontinuierliches Frequenzspektrum angegeben werden kann, […]
| Vorlage:": Text= und 1= gleichzeitig, bzw. Pipe zu viel }} }}
| Vorlage:": Text= fehlt }}{{#if: | {{#if: {{#invoke:Text|unstrip|{{{ref}}}}}
| Vorlage:": Ungültiger Wert: ref=
| {{{ref}}} }}
}}. {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="stochastisch"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Physik im Bauwesen"> {{
#if: | „{{ #ifeq: {{#if:de|de|de}} | de | Vorlage:Str trim | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} }}“ | {{#ifeq: {{#if:de|de|de}} | de | „Vorlage:Str trim“ | {{#invoke:Text|quote |1={{#if: | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} }} |2=de |3=1}} }}
}}{{#if:
| (<templatestyles src="Person/styles.css" />{{#if: | : }}{{#if: | , deutsch: „“ }})
| {{#if:
| ({{#if: | , deutsch: „“ }})
| {{#if: | (deutsch: „“) }}
}}
}}{{#if: Ein reiner Ton wird durch eine einzelne Sinusfunktion […] dargestellt, […] Ein Klang ist ein Gemisch reiner Töne, entsteht durch deren ungestörte Überlagerung […] während ein Geräusch ein Tongemisch mit großem Frequenzspektrum […] darstellt […].
| {{#if:
| {{#if: Ein reiner Ton wird durch eine einzelne Sinusfunktion […] dargestellt, […] Ein Klang ist ein Gemisch reiner Töne, entsteht durch deren ungestörte Überlagerung […] während ein Geräusch ein Tongemisch mit großem Frequenzspektrum […] darstellt […].
| Vorlage:": Text= und 1= gleichzeitig, bzw. Pipe zu viel }} }}
| Vorlage:": Text= fehlt }}{{#if: | {{#if: {{#invoke:Text|unstrip|{{{ref}}}}}
| Vorlage:": Ungültiger Wert: ref=
| {{{ref}}} }}
}} {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Knall"> {{
#if: | „{{ #ifeq: {{#if:de|de|de}} | de | Vorlage:Str trim | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} }}“ | {{#ifeq: {{#if:de|de|de}} | de | „Vorlage:Str trim“ | {{#invoke:Text|quote |1={{#if: | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} }} |2=de |3=1}} }}
}}{{#if:
| (<templatestyles src="Person/styles.css" />{{#if: | : }}{{#if: | , deutsch: „“ }})
| {{#if:
| ({{#if: | , deutsch: „“ }})
| {{#if: | (deutsch: „“) }}
}}
}}{{#if: Schallarten – Ton, Klang, Knall, Geräusch. Der Ton […] Der Klang ist ein Tongemisch, dessen Frequenzen ganzzahlige Vielfachen der tiefsten vorkommenden Frequenz sind. […] Durch diese Frequenzüberlagerung ergibt sich ein periodisches, aber anharmonisches Schwingungsbild […]. Der Knall Ein plötzlich einsetzende mechanische Schwingung großer Amplitude und kurzer Dauer. […] er nimmt einen Frequenzbereich ein. Das Geräusch: Nichtperiodische Vorgänge erzeugen Geräusche. […] keine Periodizität […] bei den meisten uns umgebenden Schallereignissen handelt es sich um Geräusche, z. B. Lärm des Verkehrs, das rascheln des Schlüsselbundes, die menschliche Stimme oder das zusammenknüllen von Papier.
| {{#if:
| {{#if: Schallarten – Ton, Klang, Knall, Geräusch. Der Ton […] Der Klang ist ein Tongemisch, dessen Frequenzen ganzzahlige Vielfachen der tiefsten vorkommenden Frequenz sind. […] Durch diese Frequenzüberlagerung ergibt sich ein periodisches, aber anharmonisches Schwingungsbild […]. Der Knall Ein plötzlich einsetzende mechanische Schwingung großer Amplitude und kurzer Dauer. […] er nimmt einen Frequenzbereich ein. Das Geräusch: Nichtperiodische Vorgänge erzeugen Geräusche. […] keine Periodizität […] bei den meisten uns umgebenden Schallereignissen handelt es sich um Geräusche, z. B. Lärm des Verkehrs, das rascheln des Schlüsselbundes, die menschliche Stimme oder das zusammenknüllen von Papier.
| Vorlage:": Text= und 1= gleichzeitig, bzw. Pipe zu viel }} }}
| Vorlage:": Text= fehlt }}{{#if: | {{#if: {{#invoke:Text|unstrip|{{{ref}}}}}
| Vorlage:": Ungültiger Wert: ref=
| {{{ref}}} }}
}} {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Ulrich_Michels"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Herbert_Eimert"> Herbert Eimert: Einführung in die elektronische Musik. Doppel-LP, Wergo 1963. </ref> <ref name="Terhardt"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Eimert"> {{
#if: | „{{ #ifeq: {{#if:de|de|de}} | de | Vorlage:Str trim | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} }}“ | {{#ifeq: {{#if:de|de|de}} | de | „Vorlage:Str trim“ | {{#invoke:Text|quote |1={{#if: | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} | {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} }} |2=de |3=1}} }}
}}{{#if: Herbert Eimert
| (<templatestyles src="Person/styles.css" />Herbert Eimert{{#if: Einführung in die elektronische Musik. Doppel-LP, Wergo 1963 | : Einführung in die elektronische Musik. Doppel-LP, Wergo 1963 }}{{#if: | , deutsch: „“ }})
| {{#if: Einführung in die elektronische Musik. Doppel-LP, Wergo 1963
| (Einführung in die elektronische Musik. Doppel-LP, Wergo 1963{{#if: | , deutsch: „“ }})
| {{#if: | (deutsch: „“) }}
}}
}}{{#if: Besonders interessant sind Tongemische, deren unharmonische Teiltöne in der Nähe von Harmonischen eines Klangs liegen.
| {{#if:
| {{#if: Besonders interessant sind Tongemische, deren unharmonische Teiltöne in der Nähe von Harmonischen eines Klangs liegen.
| Vorlage:": Text= und 1= gleichzeitig, bzw. Pipe zu viel }} }}
| Vorlage:": Text= fehlt }}{{#if: | {{#if: {{#invoke:Text|unstrip|{{{ref}}}}}
| Vorlage:": Ungültiger Wert: ref=
| {{{ref}}} }}
}} </ref> <ref name="MedizinA"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="MedizinB"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> </references>