Topik (Linguistik)
{{#if: behandelt den Begriff das Topik der Linguistik. Für die Topik in der Rhetorik siehe Topik (Rhetorik).
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Das Topik ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />
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}}{{#invoke:TemplatePar|check
|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }}],<ref>Das hier behandelte Wort (das) Topik wird mit kurzem Vorlage:IPA-Phon ausgesprochen. Im Gegensatz dazu wird (die) Topik („Wissenschaft, Lehre von den Topoi“) mit langem [<templatestyles src="IPA/styles.css" />
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}}{{#invoke:TemplatePar|check
|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }}] ausgesprochen.</ref> von engl. topic) ist in der Linguistik der Gegenstand einer Aussage,<ref>Christa Dürscheid: Syntax. Grundlagen und Theorien. 5. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010 (UTB, 3319), ISBN 978-3-8385-3319-3, S. 239: Stichwort Topik im Glossar.</ref> also diejenige Einheit innerhalb einer sprachlichen Äußerung, über die etwas ausgesagt wird bzw. von der die Äußerung handelt, d. h. das Thema. Der Begriff des Themas wurde von der Prager Schule im Rahmen der Thema-Rhema-Gliederung geprägt, während Topik der in der aktuellen Sprachtheorie gängigere Terminus ist.
Dabei stellt das Topik einen der beiden primären Zustände dar, die in der Informationsstruktur sprachlicher Äußerungen von Bedeutung sind. Das Pendant dazu ist der Fokus. Beide sind Untersuchungsgegenstände der Diskurspragmatik.
Der Begriff Topik (das, worüber etwas ausgesagt wird) wird auch dem engl. Begriff comment gegenübergestellt, welcher so viel wie das, was darüber ausgesagt wird bedeutet. Ins Deutsche übersetzt spricht man von Kommentar und zum Beispiel u. a. von Topik-Kommentar-Gliederung.<ref>Christa Dürscheid: Syntax. Grundlagen und Theorien. 5. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010 (UTB, 3319), ISBN 978-3-8385-3319-3, S. 239: Stichwort Topik-Kommentar-Gliederung im Glossar.</ref>
Beispiele
- deutsch: „Die Frau singt ein Lied.“ (mit normaler Intonation!)
- japanisch: „Onna ha uta o utatte imasu.“ (onna = „Frau“)
Im Japanischen wird das Topik durch die Postposition (Partikel) ha (gesprochen wa) gekennzeichnet, im Deutschen sind es die Intonation und die Wortfolge (Topikalisierung), die zum Ausdruck des Topiks verwendet werden.
Um ein Topik eindeutig zu kennzeichnen, kann man im Deutschen auch die Wendung „was … betrifft/angeht/anbelangt, (so) …“ verwenden:
„Was die Frau betrifft: Sie singt ein Lied.“
Konstruktionstypen der Topik-Markierung
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In der deutschen Grammatik unterscheidet man insbesondere zwei Hauptarten der expliziten Topik-Markierung:<ref name=":0" />
- Linksversetzung (Left Dislocation): Das vorangestellte Topik wird im Satz durch ein resumptives Pronomen wieder aufgenommen. Beispiel: „Den Peter, den kenne ich gut.“
- Hängende Topikkonstruktion (freies Thema): Das vorangestellte Element ist syntaktisch lockerer angebunden; die Beziehung zum folgenden Satz ist weniger eng integriert. Beispiel: „Der Peter – ich glaube, der kommt heute nicht.“
Beide Konstruktionstypen dienen der Hervorhebung oder Wiedereinführung eines Diskursgegenstandes.<ref name=":0" />
Im Rahmen des topologischen Satzmodells wird für die Linksversetzung bisweilen ein eigenes Topikfeld (TF) angesetzt, das dem Vorfeld (VF) vorangestellt ist. Dieses Feld kann von einem Ausdruck besetzt werden, der den Gegenstand bezeichnet, über den im folgenden Satz eine Aussage gemacht wird.<ref name=":0">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Beispiel:
Den neuen Roman, den habe ich noch nicht gelesen.
Hier steht „Den neuen Roman“ im Außenbereich des Satzes vor dem Vorfeld; im Satz selbst wird das Topik durch ein Pronomen („den“) wieder aufgenommen.<ref name=":0" />
Diskursdeixis und Topikeinführung
Eine besondere Form eines Topiks sind diskursdeiktische Ausdrücke, etwa Formulierungen wie „diesen Punkt“, „diese Frage“ oder „hier“. Solche Ausdrücke beziehen sich nicht auf konkrete Gegenstände der außersprachlichen Welt, sondern auf inhaltliche Aspekte des vorangegangenen Gesprächs oder Textes.<ref name=":0" />
Beispiel:
Diesen Punkt sollten wir noch einmal genauer betrachten.
Hier fungiert „diesen Punkt“ als Topik, das auf einen zuvor etablierten Diskursinhalt verweist.<ref name=":0" />
Literatur
- Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft (= Kröners Taschenausgabe. Band 452). 2., völlig neu bearbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 1990, ISBN 3-520-45202-2.
- Simon C. Dik: The theory of Functional Grammar. Teil 1: The structure of the clause. 2. Aufl. Mouton de Gruyter, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-015539-7, S. 309–338.
- Jeanette K. Gundel & Thorstein Fretheim: Topic and Focus. In: Laurence R. Horn & Gregory Ward (Hrsg.): The Handbook of Pragmatics. Blackwell, Malden (MA)/Oxford 2006, ISBN 063122548X, Kapitel 8, S. 175–196.
- Thomas Kotschi: Information Structure in Spoken Discourse. In: Edward Keith Brown (Hrsg.): Encyclopedia of Language & Linguistics. Band 5. 2. Auflage. Elsevier, Amsterdam/Heidelberg 2006, S. 677–683.
- Robert D. Van Valin, Jr.: A synopsis of Role and Reference Grammar. In: Robert D. Van Valin, Jr.: Advances in Role and Reference Grammar. Benjamins, Amsterdam/Philadelphia 1993, S. 23–25.
Fußnoten
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