Trinitramid
Trinitramid ist eine Stickstoff-Sauerstoff-Verbindung, die formal als Stickstoffoxid gesehen werden kann.
Geschichte
Eine theoretische Berechnung aus dem Jahre 1993 sagte die Existenz als möglicherweise stabile Verbindung voraus.<ref>Montgomery Jr., J.A.; Michels, H.H.: Structure and stability of trinitramid in J. Phys. Chem. 97 (1993) 6774–6775, Vorlage:DOI.</ref> Die erste Herstellung wurde 2011 von einer Arbeitsgruppe am Royal Institute of Technology in Stockholm beschrieben.<ref name="Rahm">Rahm, M.; Dvinskikh, S.V.; Furo, I.; Brinck, T.: Experimental Detection of Trinitramide, N(NO2)3 in Angew. Chem. 123 (2011) 1177–1180, Vorlage:DOI.</ref>
Darstellung und Gewinnung
Die Herstellung erfolgt durch die Nitrierung von Kalium- bzw. Ammoniumdinitramidlösungen mittels Nitryltetrafluoroborat in Acetonitril bei tiefen Temperaturen.<ref name="Rahm"/>
- <math>\mathrm{NH_4N(NO_2)_2 + NO_2BF_4 \longrightarrow N(NO_2)_3 + NH_4BF_4}</math>
Eigenschaften
Die Verbindung wurde bisher nur in Lösung hergestellt. Der Nachweis erfolgte mittels IR-Spektroskopie und 14N-NMR-Spektroskopie.<ref name="Rahm"/> Abgeleitet von der Herstellung durch Umsetzung von Dinitramidanionen und Nitrylkationen können zwei Konstitutionsisomere formuliert werden. Quantenchemische Berechnungen zeigen, dass die "echte" Trinitramidstruktur N(NO2)3 energetisch günstiger ist und somit auch nur im Experiment gefunden wurde.<ref>Chen, Z.; Hamilton, T.P.: Ab Initio Calculation of the Heats of Formation of Nitrosamides: Comparison with Nitramides in J. Phys. Chem. A 103 (1999) 11026–11033, Vorlage:DOI.</ref><ref name="Rahm"/>
Verwendung
Eine Anwendung als Raketentreibstoff wurde postuliert.<ref name="Rahm"/><ref name="sd20101222"> Discovery of New Molecule Could Lead to More Efficient Rocket Fuel, Science Daily, 22. Dezember 2010</ref> Die Eignung als Beispielsubstanz bei der Erforschung von Materialien mit hoher Energiedichte ist eher möglich.<ref name="Rahm"/>
Einzelnachweise
<references />