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Triphenylphosphanoxid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von Triphenylphosphinoxid
Allgemeines
Name Triphenylphosphanoxid
Andere Namen

Triphenylphosphinoxid

Summenformel C18H15OP
Kurzbeschreibung

weißer bis gelblicher Feststoff mit unangenehmem Geruch<ref name="gestis">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 212-338-8
ECHA-InfoCard 100.011.217
PubChem 13097
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 278,29 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,2 g·cm−3<ref name="gestis" />

Schmelzpunkt

155–158 °C<ref name="gestis" />

Siedepunkt

>360 °C<ref name="gestis" />

Löslichkeit

schlecht in Wasser<ref name="gestis" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="gestis" />
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​412
P: 273<ref name="gestis" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Triphenylphosphanoxid, veraltet Triphenylphosphinoxid, ist eine organische Phosphorverbindung. Sie besteht aus einem Phosphoratom, an das drei Phenylreste und ein oxidischer Sauerstoff gebunden sind.

Herstellung

In der organischen Chemie entsteht Triphenylphosphanoxid in stöchiometrischen Mengen als unvermeidliches „Abfallprodukt“ bei der Wittig-Reaktion, wenn man eine Carbonylverbindung – Aldehyd oder Keton – mit einem Phosphorylid umsetzt, an dessen Phosphoratom drei Phenylgruppen gebunden sind.<ref name="gestis" /> Es entsteht oft auch als Nebenprodukt in anderen Reaktionen, in denen Triphenylphosphan oder Derivate dessen zum Einsatz kommen, wie beispielsweise in der Appel-Reaktion, der Staudinger-Reaktion oder der Mitsunobu-Reaktion.

Es kann durch Oxidation von Triphenylphosphan mit Sauerstoff hergestellt werden, weshalb auch Triphenylphosphan nach längerem Stehen immer einen Teil Triphenylphosphanoxid enthält.

<math>\mathrm{2\ PPh_3\ +\ O_2\longrightarrow 2\ Ph_3P{=}O}</math>

Eigenschaften

Triphenylphosphanoxid ist ein farbloser Feststoff, der bei 155–158 °C schmilzt. Es ist schlecht löslich in Wasser, Cyclohexan, Tetrachlorkohlenstoff und Acetonitril. Gut löslich ist es hingegen in Dichlormethan, Chloroform und kurzkettigen Alkoholen wie Methanol, Ethanol und 1-Propanol.<ref>E. Maccarone, G. Perrini, Gazz. Chim. Ital. 1982, 112, 447–454.</ref>

Das zentrale Phosphoratom ist tetraedrisch koordiniert. In der energetisch günstigsten Konformation liegen die Phenylreste gegeneinander verdrillt vor.

Triphenylphosphanoxid ist ein guter Ligand für harte Metallzentren.<ref>D. M. L. Goodgame, M. Goodgame: Near-Infrared Spectra of Some Pseudotetrahedral Complexes of Cobalt (II) and Nickel(II), Inorg. Chem. 1965, 4, 139–143.</ref>

Die Verbindung zersetzt sich bei höheren Temperaturen. Als Zersetzungstemperatur mit dem Kriterium einer Zersetzungsgeschwindigkeit von 1 mol%·h−1 werden 454 °C angegeben.<ref>Johns, I.B.; McElhill, E.A.; Smith, J.O.: Thermal Stability of Some Organic Compounds in J. Chem. Eng. Data 7 (1962) 277–281, doi:10.1021/je60013a036.</ref>

Auch beim Erschnüffeln von Datenträgern (Speicherchips etc.) durch Spürhunde spielt Triphenylphosphanoxid eine Rolle.<ref>Spürhunde erschnüffeln Daten. Abgerufen am 17. November 2019.</ref>

Einzelnachweise

<references />