Trivium
Das Trivium (lateinisch für „Dreiweg“) bezeichnete die drei sprachlichen Fächer der sieben freien Künste, die zusammen mit den mathematischen Fächern des {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} nach Vorläufern in Antike und Frühmittelalter das Grundstudium an den hochmittelalterlichen Universitäten bildeten. Es bestand aus den – durchwegs lateinisch unterrichteten – Fächern:
Einen Eindruck von den konkreten Inhalten dieser Fächer kann man z. B. aus den (um 630 n. Chr. abgeschlossenen) Etymologiae des Isidor von Sevilla gewinnen.
Zum Lehrfach Grammatik
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Das Wort Grammatik stammt von dem griechischen {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Geschriebenes, Buchstabe“, und bedeutete „Lesen und Schreiben“. Erstmals wurde dieses Wort von Dionysios Thrax [begrifflich bestimmt] als Sprach- und Literaturwissenschaft, seit Priscianus im Wesentlichen wieder eingeschränkt auf die Lehre […] der Syntax (de constructione)."<ref>Jürgen Mittelstraß: Grammatik. In: Jürgen Mittelstraß (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Band 1. Stuttgart 2004, S. 807.</ref> Beim Lehrfach Grammatik ging es also um das sprachlich korrekte Reden nach den Regeln der lateinischen Sprache.
Zum Lehrfach Dialektik (mit Logik)
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Das Wort Dialektik stammt wie das Wort Dialog von dem griechischen {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} mit der Grundbedeutung „sich unterhalten“. Dementsprechend bedeutete in der Antike und im Mittelalter Dialektik {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Kunst der (vernünftigen) Gesprächsführung“ zum Zweck, andere von einer Meinung zu überzeugen. Dieser Begriff beinhaltete Methoden der Argumentation sowie den Bereich, der heute mit Logik bezeichnet wird.
Der Begriff „Dialektik“ hat seinen Ursprung in Formen der Klärung von Begriffen und der argumentativen Beweisführung bei Sokrates (sokratische Dialoge) und Platon. Platon bezieht richtige Worte „neben definitionstheoretischen Fragen auch (auf) Grundbegriffe der Logik wie Wahrheit und Falschheit, zwingende Folgerung und Widerspruch“. Bei Aristoteles „findet sich die erste systematische Entwicklung formallogischer Fragen“.<ref>Christian Thiel: Logik. In: Jürgen Mittelstraß (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Band 2. Stuttgart 2004, S. 692.</ref> Er „macht die Trugschlüsse der Sophisten zum zentralen Thema der Dialektik“.<ref name="Schwemmer">Oswald Schwemmer: Dialektik. In: Jürgen Mittelstraß (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Band 1. Verlag J.B. Metzler, 2004, S. 663.</ref> Platon hatte Dialektik als die Bemühung gesehen, „einen einsichtigen Gesprächspartner durch begriffliche Klärung von den Erscheinungen zu den Ideen zu führen“.<ref name="Schwemmer" />
Somit sind „Logik (und) Rhetorik […] die wichtigsten Hilfswissenschaften der Dialektik“,<ref>Rupert Lay: Dialektik für Manager. Einübung in die Kunst des Überzeugens. 6. Auflage. Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1982, S. 9.</ref> um andere von einer Meinung zu überzeugen.
Zum Lehrfach Rhetorik
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Das Wort Rhetorik stammt aus dem griechischen {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} und bedeutete „Redekunst, Eloquenz, Redetechnik“. Dabei ging es um die Art, wie dialektische Argumentationen vorgetragen wurden, um andere zu überzeugen. „Der grundsätzliche Unterschied zwischen Dialektik und Rhetorik liegt […] im Bereich der Anwendung der Argumentationen“.<ref name="Gehtmann">Carl F. Gehtmann: Rhetorik. In: Jürgen Mittelstraß (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Band 3. Stuttgart 2004, S. 615.</ref> Die „Dialektik untersucht ihre Gegenstände im fortlaufenden Wechsel von Frage und Antwort“ etwa in der politischen oder philosophischen Argumentation, die „Rhetorik im Zusammenhang der monologischen Rede“. Als Lehrsystem „ist die Rhetorik erstmals im 5. Jahrhundert v. Chr. in Sizilien nachweisbar“.<ref name="Gehtmann" /> Diese Lehre bezog sich „ausschließlich auf die Gerichtsrede“,<ref name="Gehtmann" /> die die Rede in Einleitung (Prooimion), Hauptteil (Agon) und Nachwort (Epilogos) gliederte, „wobei im Hauptteil als dem Ort der Beweisführung die Darstellung des Falles vom eigentlichen Beweis auf der Grundlage plausibler Gründe gesondert wurde“.<ref name="Gehtmann" />
„Trivium“ und „trivial“
Von {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ist das Adjektiv „trivial“ abgeleitet, das sich im bildungsgeschichtlichen Zusammenhang auf die Inhalte des Triviums bezieht, ansonsten aber schon seit der Antike „allgemein zugänglich, allbekannt, gewöhnlich, gemein“ bedeutet.<ref>Vorlage:Georges-1913-Latein</ref>
Siehe auch
Literatur
- {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
- Die Enzyklopädie des Isidor von Sevilla (übersetzt von Lenelotte Möller). Marixverlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-86539-177-3, S. 19–122, darin „Buch“ I und II.
- Rupert Lay: Dialektik für Manager. Einübung in die Kunst des Überzeugens. Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1976, ISBN 3-499-16979-7, S. 680 (mit antiken und mittelalterlichen Erläuterungen).
- Sister Miriam Joseph: The Trivium: the liberal arts of logic, grammar, and rhetoric: understanding the nature and function of language. Paul Dry Books, Philadelphia PA, 2002; {{#if:triviumliberalar0000miri
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Quellen
<references />
es:Artes liberales#Las siete artes: Trivium et Quadrivium he:בוגר אוניברסיטה#מקור השם pl:Siedem sztuk wyzwolonych#Trivium