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Dialektik

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Dialektik (von {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (dialektiké (téchne)), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}; vgl. Dialog) bezeichnet in der Philosophiegeschichte verschiedene, aber verwandte Methoden und Konzepte: in der antiken Rhetorik eine auf Frage und Antwort gegründete Methode der Wahrheitsfindung, in der neuzeitlichen Philosophie – vor allem bei Hegel – die innere Bewegung von Begriffen durch ihre Widersprüche sowie im Marxismus die Gegensätze und Auseinandersetzungen sozialer Kräfte.

Datei:Chemnitz Lob der Dialektik 05.jpg
Detail des Reliefs „Lob der Dialektik“ (1972) von Joachim Jastram in Chemnitz.

Übersicht

In ihrer etwa 2500-jährigen Geschichte haben sich die Auffassungen von Dialektik im Wesentlichen in einem Dreischritt vom Wechselgespräch über die Wechselwirkung von Ideen und Begriffen hin zur Wechselwirkung sozialer Kräfte entwickelt:

Aus der griechischen Antike ist Dialektik bekannt als methodisch geführtes (Lehr-)Gespräch, das der gemeinsamen Erkenntnis dient: Im dialektischen Diskurs wird einer These eine Antithese gegenübergestellt, deren Aussage die These einschränkt oder korrigiert, sodass im besten Fall eine Synthese beider Auffassungen entsteht. Schwerpunkte der Überlegungen zur Dialektik werden damit Regeln zur besseren Präsentation der eigenen Argumente und zu einer fundierten Kritik der Argumente anderer.

Ab etwa dem 6. Jahrhundert gehört die Dialektik als Kunst der Disputation zu den sieben freien Künsten; Boethius vermittelt das antike Erbe an die Scholastik. Abaelard prägt mit seiner Methode des Sic et Non – der systematischen Gegenüberstellung von Argumenten pro et contra – die scholastische Methode des Mittelalters, in der ein Autor abwechselnd in die Rollen von Gesprächspartnern schlüpft.

Einen wichtigen Schritt der weiteren Entwicklung der Dialektik macht Baruch de Spinoza mit der Klärung von Begriffen durch ihre Einordnung in ein System von Begriffen, die sich in ihren Wesensaussagen voneinander unterscheiden oder entgegensetzen: Omnis determinatio est negatio.

Ende des 18. Jahrhunderts wendet sich Immanuel Kant kritisch gegen die Dialektik als Technik trügerischer Schlüsse: In der Kritik der reinen Vernunft bezeichnet er die transzendentale Dialektik als Logik des Scheins – das Ergebnis, wenn die Vernunft über die Grenzen möglicher Erfahrung hinausgreift und in unlösbare Antinomien gerät.

Im frühen 19. Jahrhundert befreit Hegel die Dialektik aus den Grenzen des Wechselgesprächs und erweitert sie zu einer wechselseitigen Beeinflussung von Begriffen: der Kern seiner Auffassung von Dialektik werden Negation und dialektische Aufhebung, die in ihrer Aufeinanderfolge die Entwicklung der Begriffe bewirken.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts übernehmen Karl Marx und Friedrich Engels aus Hegels Dialektik den Widerspruch als Motor aller Entwicklungen in der Natur, der Gesellschaft und dem Denken.<ref>Alfred Kosing: Marxistisches Wörterbuch der Philosophie. Verlag am Park, Berlin 2015.</ref> Aber ihr Dialektischer Materialismus stellt Hegel „vom Kopf auf die Füße“, indem sie Hegels Begriffsdialektik durch eine soziale Dialektik ersetzen.

Ab etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts nutzt die Kritischen Theorie in ihrer Begriffsverwendung die kritischen Elemente der Marxschen Dialektik: Max Horkheimer und Theodor W. Adorno wenden sie in der Dialektik der Aufklärung (1947) gegen die Vernunft der Moderne selbst; Adorno entwickelt daraus in der Negative Dialektik (1966) eine Kritik jeder identifizierenden Begriffslogik.

Etymologie

Das Wort Dialektik geht auf das griechische mediale Deponens {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (dialégesthai, „ein Gespräch führen“) zurück; der zugehörige Substantivbegriff {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (dialektiké (téchne)) bedeutet „Kunst der Unterredung“, lateinisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Kunst der Gesprächsführung“. Das Wort setzt sich aus dem Präfix dia- – mit der relationalen Grundbedeutung „durch“, „hin und her“, „wechselseitig“ – und der Wurzel leg- zusammen, die auch in logos (Grundbedeutung: Rede; auch: Rechnung, Verhältnis, Vernunft) und legein (sagen, reden) enthalten ist.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Das Präfix dia- trägt dabei die Struktur des Hin-und-her bereits ins Wort selbst ein: das abwechselnde Sprechen zweier Seiten, die wechselseitige Bewegung zwischen zwei Sprechenden.

Der Infinitiv dialegesthai wird bei Herodot, Thukydides und Gorgias im Sinne des Gesprächs gebraucht. Dialektikê tritt zuerst bei Platon adjektivisch<ref>Platon: Menon 75 d.</ref> und als Substantiv<ref>Platon: Politeia, 534e.</ref> auf und wird hier und in der Folge zu einem technischen Begriff einer Methode bzw. zur Bezeichnung einer Wissenschaft.<ref>Rolf Geiger: dialegesthai. In: Christoph Horn, Christof Rapp: Wörterbuch der antiken Philosophie. München 2002, S. 103.</ref> Die Struktur des „Hin-und-her“ – das wechselseitige Aufeinandertreffen von Rede und Gegenrede – bleibt ein zentrales Bedeutungselement aller späteren Verwendungen des Begriffs. Bis in die Neuzeit behält er im Wesentlichen die Bedeutung einer auf dem Gespräch fundierten Methode der Wahrheitsfindung. Seit dem 18. Jahrhundert hat der Ausdruck viele andere Verwendungen erfahren.

Antike

In der antiken Philosophie bezeichnet Dialektik eine Methode oder Disziplin zum Erwerb und zur Überprüfung von Wissen. Ihr Ausgangspunkt ist die Frage-Antwort-Situation: Der Fragende legt Prämissen vor, die der Antwortende bejaht oder verneint; der Argumentationsfortschritt ergibt sich aus diesem geregelten Wechsel.<ref>Anthony A. Long, David Sedley: Die hellenistischen Philosophen. Texte und Kommentare, übers. von Karlheinz Hülser. Stuttgart 2000, S. 222.</ref> Diese dialogische Form grenzt sich als Methode der Wahrheitsfindung vom Monolog der Versammlungsrede, vom Vortrag während eines Gelages, von der rhetorischen Überredung und der Eristik ab.

Nach Aristoteles soll Zenon von Elea der Erfinder der Dialektik gewesen sein.<ref>Aristoteles, fr. 65 Rose; Diogenes Laertios IX 25 f. und VIII 57.</ref> Zenon entwickelte die Technik, aus der These des Gegners durch Folgerungsketten Widersprüche herzuleiten – ursprünglich, um die eleatische Lehre des Parmenides gegen Einwände zu verteidigen. Platon würdigt ihn im Phaidros als den „eleatischen Palamedes“, der so kunstvoll zu disputieren verstehe ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), dass denselben Dingen gegensätzliche Prädikate zugesprochen werden könnten.<ref>Platon, Phaidros 261d; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 168.</ref>

Neben dieser eleatisch-theoretischen Variante entwickelten die Sophisten eine dialektische Praxis als methodische Vorbereitung auf die Redepraxis. Protagoras bot Schülern gegen Honorar Antilogien – Argumente für wie gegen dieselbe These – an und begründete damit das Disputieren als Lehrgegenstand. Der Dialektiker erscheint bei Gorgias in seiner frühesten sophistischen Ausformung als Gerichtsredner, der gegen Vorwürfe des Anklägers argumentiert.<ref>Protagoras VS 80 A 2; Hippias VS 86 A 2; Gorgias VS 82 B 11a, § 22; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 168.</ref>

Platon und Sokrates

Datei:The Debate Of Socrates And Aspasia (2).jpg
Debatte zwischen Sokrates und Aspasia, Gemälde von Nicolas-André Monsiau (1801)

Zum ersten Mal findet sich der Ausdruck Dialektik als ausgearbeiteter Begriff bei Platon. Er knüpft an die sophistisch-eleatische Praxis an, grenzt sie aber scharf davon ab: Echtes Dialogisieren ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) bestehe darin, Rechenschaft zu geben und zu fordern ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), nicht darin, demagogische Reden zu halten.<ref>Platon, Gorgias 448d; Parmenides 128b; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 168 f.; Rolf Geiger: dialegesthai. In: Christoph Horn, Christof Rapp (Hrsg.): Wörterbuch der antiken Philosophie. München 2002, S. 110 f.</ref>

Dieser Ausdruck – {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (lógon didónai, lat. rationem reddere) – entstammt ursprünglich dem athenischen Beamtenrecht, wo Amtsträger bei offiziellen Prüfungen Rechenschaft über ihre Amtsführung ablegen mussten.<ref>Inscriptiones Graecae I/1, 52, 27; Lysias, Or. 24, 26; vgl. Wolfgang-Rainer Mann: Rechtfertigung I. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 8. Schwabe, Basel 1992, Sp. 251–256, hier Sp. 251 f.</ref> Bei Platon bezeichnet es die normative Dimension der dialektischen Praxis: Wer an einem Frage-und-Antwort-Gespräch teilnimmt, setzt seine Meinung der Prüfung aus und steht für sie ein. Der Dialektiker ist folglich derjenige, der zu fragen und zu antworten versteht.

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Bemerkenswert ist die lautliche Nähe von {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („fragen“) zu {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}: Sokrates bezeichnet sich im Symposion als Sachkundigen der {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – der „Liebesdinge“ –, nicht der Fragekunst. Ein griechisches Wort für „Fragekünstler“ allerdings ist im überlieferten Korpus nicht nachweisbar.<ref>Platon, Symposion 177d–e.</ref>

In den frühen Dialogen betreibt Sokrates diese Praxis als Elenchos ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, „Prüfung“): Er führt durch Folgefragen Widersprüche herbei und zeigt, dass der Antwortende seine eigene These nicht konsistent verteidigen kann. Oft enden diese Gespräche in einer Aporie. Die Methode erlaubt dem Fragenden dabei, ohne eigenes Sachwissen zu prüfen – Sokrates nimmt stets die Haltung des Nichtwissenden ein. Er unterscheidet sich von den Eristikern dadurch, dass er alle dialektischen Untersuchungen als zusammenhängend begreift: Der logos, den ein Mensch zu geben hat, ist letztlich der seines ganzen Lebens.<ref>Platon, Theaitetos 175c–d; Apologie 39c; vgl. Wolfgang-Rainer Mann: Rechtfertigung I. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 8. Schwabe, Basel 1992, Sp. 251–256, hier Sp. 253.</ref>

In den späteren Dialogen – insbesondere Phaidon, Politeia, Phaidros und Sophistes – wird Dialektik zu Platons Fundamentalwissenschaft mit zwei zentralen Methoden: dem Hypothesis-Verfahren, das die unhinterfragten Voraussetzungen anderer Wissenschaften aufhebt und zum ersten Prinzip aufsteigt, und dem Dihairesis-Verfahren, der Kunst der Unterscheidung nach Gattungen und Arten.

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Methodisch ruht diese Unterscheidungskunst auf dem Satz vom Widerspruch: Dasselbe kann nicht zugleich entgegengesetzte Eigenschaften haben und entgegengesetzte Handlungen ausüben – einen Grundsatz, den Platon im vierten Buch der Politeia explizit formuliert und der die logische Bedingung jedes dialektischen Gesprächs bildet.<ref>Platon, Politeia 436b–c.</ref>

Die Dihairesis ergänzt Platon als Korrektur an seiner eigenen früheren Position: Die Politeia hatte Dialektik auf einer Stufe angesiedelt, die der alltäglichen Praxis so entgegengesetzt war, dass sie keine Vermittlung leisten konnte.<ref>Platon, Politeia 592b; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 169 f.</ref> Im Sophistes wird sie vom namenlosen Fremden aus Elea vorgeführt – eine Figur, in der das eleatische Erbe Zenons in eine konstruktive Unterscheidungskunst umgeformt erscheint.

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Die Dihairesis des Sophistes und des Politikos ist Gegenstand einer eigenen Forschungsdiskussion, die fragt, ob es sich um eine bloße Klassifikationstechnik oder um ein Verfahren handelt, das zugleich das Wesen der Dinge aufdeckt.<ref>{{#if: Mary-Louise Gill | Mary-Louise Gill: }}{{#if: Method and Metaphysics in Plato's Sophist and Statesman | Method and Metaphysics in Plato's Sophist and Statesman. | Eintrag}} {{#if: Method and Metaphysics in Plato's Sophist and Statesman | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2023 |, 2023}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/plato-sophstate/ | {{#if: Method and Metaphysics in Plato's Sophist and StatesmanMary-Louise Gill | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Mary-Louise Gill | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Method and Metaphysics in Plato's Sophist and Statesman | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref>

Datei:Louvre Plato, Aristoteles, Socrates.jpg
Büsten von Platon, Aristoteles und Sokrates (Museum des Louvre, Paris)

Dialektik steht als Fundamentalwissenschaft „wie der Sinn über allen Kenntnissen“<ref>Platon, Politeia 534e.</ref> und ist zugleich Mittel philosophischer Politik: Die Kenntnis der Ideen – insbesondere der Idee des Guten – wird zur Bedingung der Übernahme politischer Ämter. In den Nomoi realisiert sich dies in der Institution der „nächtlichen Versammlung erfahrener Greise“.<ref>Platon, Nomoi 960c ff.; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 170.</ref>

Aristoteles

Von Aristoteles liegt die erste explizit-systematisch ausgearbeitete Dialektik vor, enthalten in seiner Topik mit dem Schwerpunkt der Regeln, die ein Disputant zur Führung eines guten Disputs beachten sollte. Aristoteles bestätigt den platonischen Ansatz, Theorie und Praxis zu vermitteln – korrigiert ihn aber: Während Platon der alltäglichen Meinung grundsätzlich misstraute, erkennt Aristoteles ihr einen eigenständigen epistemischen Rang zu.

Dialektik ist bei ihm eine methodische Argumentationsanleitung:

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Der entscheidende Begriff ist der der ἔνδοξα (endoxa): anerkannte Meinungen, die „allen oder den meisten oder den Sachkundigen richtig erscheinen“.<ref>Aristoteles, Topik I 1, 100b21 f.; vgl. Wilhelm Risse: Dialektik I. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 165–167, hier Sp. 166.</ref> Sie sind nicht bloß subjektive Wahrscheinlichkeiten, sondern das öffentlich Anerkannte – und damit ein belastbares Ausgangsmaterial für Argumentation. Ihr Gegensatz ist allein die sophistische Trugschlussargumentation, nicht der wissenschaftliche Beweis. Wenn Aristoteles die Wertschätzung der Dialektik nicht senkt, sondern das der durch Erfahrung begründeten Meinung hebt, widerspricht er Platons totalem Misstrauen gegenüber der alltäglichen Meinung.<ref>Vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 171.</ref>

Dialektische Argumentationen sind Deduktionen und unterscheiden sich von wissenschaftlichen Schlüssen nicht formal, sondern nur durch ihre Prämissen: Wissenschaftliche Prämissen sind „wahre und erste Sätze“, dialektische hingegen ἔνδοξα. Als formale Werkzeuge dienen die Topoi – allgemeine Gesichtspunkte rationalen Denkens wie Gleichheit, Verschiedenheit, Verbundenheit oder Getrenntheit –, nach denen die Meinungen zu einer gestellten Frage bejaht oder verneint werden. Die hauptsächlichen inhaltlichen Kategorien eines Arguments sind für Aristoteles die Unterscheidungen von Akzidenz (eine Nebensache), Gattung (eine Stufe in der logischen Ordnung der Dinge), Proprium (ein wichtiges, aber nicht notwendiges Merkmal) und Definition (eine Wesensaussage).<ref>Aristoteles, Topik I 4–5, 101b–102b; vgl. Wilhelm Risse: Dialektik I. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 165–167, hier Sp. 166.</ref>

Mit der Ausarbeitung der formalen Schlüssigkeitslehre in den Analytica priora erfährt die Dialektik bei Aristoteles eine grundsätzliche Umdeutung: Die Logik zerfällt in einen rein formalen Zweig (Analytik) und einen zugleich materialen Zweig (Topik/Dialektik). Der dialektische Satz fragt, ob die ἔνδοξα zu bejahen oder zu verneinen seien – er ist damit von den Prämissen des Beweises streng unterschieden.<ref>Aristoteles, Analytica priora I 1, 24a22–b12; vgl. Wilhelm Risse: Dialektik I. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 165–167, hier Sp. 166 f.; vgl. {{#if: Robin Smith | Robin Smith: }}{{#if: Aristotle's Logic | Aristotle's Logic. | Eintrag}} {{#if: Aristotle's Logic | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2022 |, 2022}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/aristotle-logic/ | {{#if: Aristotle's LogicRobin Smith | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Robin Smith | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Aristotle's Logic | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref> Diese Doppelstellung – einerseits der Philosophie verwandt, andererseits der Eristik benachbart – bleibt das zentrale Interpretationsproblem der Aristoteles-Rezeption bis ins Mittelalter.

Nützlich ist Dialektik nach Aristoteles in dreifacher Hinsicht: als geistige Übung, bei Begegnungen mit der Menge und beim Durchspielen entgegengesetzter Positionen bei philosophischen Fragen.<ref>Aristoteles, Topik I 2, 100b25 ff.</ref> Im ersten Satz der Rhetorik betont er die Strukturgleichheit von Rhetorik und Dialektik: Beide thematisieren weder das notwendig Unveränderliche noch das in Fachkompetenz Fallende, sondern das, worüber man zu beraten pflegt.<ref>Aristoteles, Rhetorik I 1, 1354a1; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 172.</ref>

Hellenistische Philosophie

In der nachplatonischen und nacharistotelischen Philosophie verändert sich der Begriff der Dialektik erheblich. Die enge Verbindung von Dialektik und Topik, die Aristoteles hergestellt hatte, gerät zunehmend in Vergessenheit.

Die Schüler des Euklid von Megara wurden als erste ausdrücklich „Dialektiker“ bezeichnet, weil sie sich besonders der Behandlung logischer Probleme und Paradoxa widmeten.<ref>Diogenes Laertios II 106; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 173; {{#if: Susanne Bobzien, Matthew Duncombe | Susanne Bobzien, Matthew Duncombe: }}{{#if: Dialectical School | Dialectical School. | Eintrag}} {{#if: Dialectical School | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2025 |, 2025}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/dialectical-school/ | {{#if: Dialectical SchoolSusanne Bobzien, Matthew Duncombe | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Susanne Bobzien, Matthew Duncombe | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Dialectical School | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref> Ihr Vorgehen wurde teilweise auch „eristisch“ genannt. Die Platonische Akademie des Arkesilaos fasste Dialektik als Verfahren auf, jede These mit einem gleichwertigen Gegenargument zu entkräften – ein Erbe des sokratischen Elenchos unter skeptischen Vorzeichen.

Bei den Stoikern wird Dialektik – neben der Rhetorik – zu einem Teil der stoischen Logik im weiteren Sinne. Sie wird definiert als Kunst, richtig zu fragen und zu antworten, und dient der Unterscheidung wahrer und falscher Vorstellungen.<ref>Diogenes Laertios VII 42–48; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 173.</ref> Zenon von Kition illustrierte den Unterschied zwischen Dialektik und Rhetorik mit einem körperlichen Bild: Der zur Faust geballten Hand entspreche die Intensität dialektischer Gedankenführung, der aufgespreizten Hand das weite Ausholen der Rhetorik.<ref>Diogenes Laertios VII 43 f.; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 173.</ref> Die stoische Dialektik umfasst damit nicht nur Logik im engeren Sinne, sondern auch Phonetik, Semantik und Sprachphilosophie – sie wird zur Logik der natürlichen Theologie und zum Moment der Tugend, insofern sie vorschnelle Zustimmung verhindert. Als Dialektiker gilt den Stoikern konsequenterweise allein der Weise.<ref>SVF II 124; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 173.</ref>

Epikur dagegen lehnte den stoischen Dialektikbegriff ab. An die Stelle der Dialektik tritt bei ihm die Kanonik als Logik der Naturphilosophie, die auf sinnlicher Vorstellung und alltäglicher Sprache fußt. Die Dialektiker erscheinen ihm als „Vielverderber“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), die die natürlichen Fundamente der Erkenntnis zugunsten abstrakter Begriffsklärung vernachlässigen.<ref>Diogenes Laertios X 31; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 173 f.</ref>

Cicero knüpft an die stoischen Definitionen an und bestimmt Dialektik als Wissenschaft, Wahr und Falsch zu unterscheiden und methodisch zu disputieren.<ref>Cicero, De finibus II 18; Academica II 91; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 174.</ref> Zugleich vollzieht er eine folgenreiche Verschiebung: Er trennt – gegen Aristoteles – die ars inveniendi (Topik als Findung von Argumenten) von der ars iudicandi (Dialektik als Beurteilung). Die Topik verkümmert dabei zur praktischen Rezeptsammlung für den Redner, die Dialektik zur reinen Urteilslehre ohne Vermittlungsanspruch.<ref>Cicero, Topica 6–8; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 174 f.</ref> Quintilian verfestigt diese Trennung: Dialektik tauge nicht für den Kampf auf dem Forum; die subtilen Untersuchungen dialektischer Disputation verhelfen dem Redner kaum dazu, die meist ungelehrten Richter zu überzeugen.<ref>Quintilian, Institutio oratoria XII 2, 13 f.; V 14, 28 f.; vgl. Armin Müller: Dialektik II. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167–175, hier Sp. 175.</ref>

Spätantike und Mittelalter

Als entscheidender Vermittler der antiken Dialektik an das Mittelalter gilt Boethius. Er übersetzte und kommentierte Teile des aristotelischen Organon und überlieferte die antike Topik in die lateinische Welt. Für ihn war Dialektik primär die Kunst der Argumentenfindung (ars inveniendi), die er von der Analytik als der Kunst des Urteilens (ars iudicandi) unterschied.<ref>Ludger Oeing-Hanhoff: Dialektik III. Die D. von Boethius bis Jungius. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 176–184, hier Sp. 181; vgl. {{#if: John Marenbon | John Marenbon: }}{{#if: Anicius Manlius Severinus Boethius | Anicius Manlius Severinus Boethius. | Eintrag}} {{#if: Anicius Manlius Severinus Boethius | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2021 |, 2021}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/boethius/ | {{#if: Anicius Manlius Severinus BoethiusJohn Marenbon | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: John Marenbon | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Anicius Manlius Severinus Boethius | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref>

Arabisch-islamische Tradition

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Averroës war einer der bedeutendsten Kommentatoren der aristotelischen Logik und Dialektik in der arabisch-islamischen Welt.

In der arabisch-islamischen Welt entwickelte sich, ausgehend von der Übersetzung der Topik des Aristoteles, eine reiche und eigenständige Tradition der Dialektik. Sie differenzierte sich hauptsächlich in zwei Stränge aus: die philosophische Dialektik (jadal) und die formalisierte Disputationskunst (munāẓara).

Die philosophische Dialektik wurde maßgeblich von Al-Fārābī, Avicenna (Ibn Sīnā) und Averroës (Ibn Rushd) geprägt. In Anlehnung an Aristoteles verstanden sie Dialektik als eine Methode, um aus allgemein anerkannten Meinungen ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, mashhūrāt – das Äquivalent zu den griechischen éndoxa) zu wahrscheinlichen Schlussfolgerungen zu gelangen. Sie grenzten sie scharf von der beweisenden Wissenschaft ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, burhān) ab, die auf sicheren, wahren Prämissen beruht.<ref>Vgl. {{#if: Riccardo Strobino | Riccardo Strobino: }}{{#if: Arabic and Islamic Philosophy of Language and Logic | Arabic and Islamic Philosophy of Language and Logic. | Eintrag}} {{#if: Arabic and Islamic Philosophy of Language and Logic | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2022 |, 2022}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/arabic-islamic-language/ | {{#if: Arabic and Islamic Philosophy of Language and LogicRiccardo Strobino | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Riccardo Strobino | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Arabic and Islamic Philosophy of Language and Logic | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}, Abschnitt 4.</ref> Averroës verfasste einflussreiche Kommentare zur Topik und sah die Dialektik als unverzichtbares Werkzeug für Theologie (kalām) und Jurisprudenz (fiqh).

Parallel dazu etablierte sich in genau diesen Feldern – Theologie und Recht – die Disputationskunst munāẓara als eine hochformalisierte, regelbasierte Debattierpraxis. Sie diente der Ausbildung von Gelehrten, der Klärung von Lehrstreitigkeiten zwischen verschiedenen Rechtsschulen und der Verteidigung von Glaubenssätzen. Die munāẓara entwickelte eine eigene Gattung von Lehrbüchern über die korrekte Art des Argumentierens und weist damit starke Parallelen zur scholastischen Disputation des lateinischen Westens auf.<ref>Vgl. Tarif Khalidi: Arabic historical thought in the classical period. Cambridge University Press, 1994, S. 182 f.</ref> Die Werke dieser arabischen Philosophen, allen voran die Kommentare des Averroës, wurden im 12. und 13. Jahrhundert durch die Übersetzerschule von Toledo ins Lateinische übertragen und hatten einen prägenden Einfluss auf die Entwicklung der hochscholastischen Methode.

Byzantinische Tradition

Im Byzantinischen Reich, das die griechischen Originaltexte des Aristoteles durchgehend bewahrte, entwickelte die Dialektik keine Vormachtstellung wie im lateinischen Westen. Sie blieb als formales Werkzeug der alles dominierenden Rhetorik untergeordnet und fand ihre Anwendung vor allem in der juristischen Praxis, die auf der kasuistischen und hermeneutischen Auslegung des römischen Rechts basierte, sowie in der theologischen Polemik.<ref>Für einen allgemeinen Überblick siehe Elizabeth Jeffreys, John Haldon, Robin Cormack (Hrsg.): The Oxford Handbook of Byzantine Studies. Oxford University Press, Oxford 2008, ISBN 978-0-19-925246-6, Teil V, „Intellectual Life“. Zur spezifischen, untergeordneten Rolle der Logik vgl. {{#if:|{{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}| |}}}}{{#if:Katerina Ierodiakonou|Katerina Ierodiakonou: }}{{#if:|{{#if:The Study of Logic in Byzantium|[{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|archivURL|1={{#invoke:URLutil|getNormalized|1={{{archiv-url}}}}}}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel=The Study of Logic in Byzantium}}]{{#if:| ({{{format}}})}}{{#if:| {{{titelerg}}}{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|Endpunkt|titel={{{titelerg}}}}}}}}}|{{#if:https://www.academia.edu/29679194/The_Study_of_Logic_in_Byzantium%7C{{#if:{{#invoke:TemplUtl%7Cfaculty%7C}}%7C{{#invoke:Vorlage:Internetquelle%7CTitelFormat%7Ctitel={{#invoke:WLink%7CgetEscapedTitle%7C1=The Study of Logic in Byzantium}}}}|[{{#invoke:URLutil|getNormalized|1=https://www.academia.edu/29679194/The_Study_of_Logic_in_Byzantium}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel={{#invoke:WLink|getEscapedTitle|1=The Study of Logic in Byzantium}}}}]}}{{#if:| ({{{format}}}{{#if:In: T. Bleecke (Hrsg.): Logic in Byzantium2016{{#if: 2026-04-13 | {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}||1}}}}

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Lateinischer Westen

Im Frühmittelalter war die Dialektik als Teil des Trivium eine der grundlegenden sieben freien Künste. Sie galt als propädeutische Disziplin, die das formale Rüstzeug für alle anderen Wissenschaften bereitstellte, und wurde oft synonym mit dem Begriff der Logik verwendet.<ref>Vgl. Wulff D. Rehfus: Dialektik. In: Wörterbuch der philosophischen Begriffe. UTB, Stuttgart 2003; Peter Schulthess: Dialektik. In: Peter Prechtl, Franz-Peter Burkard (Hrsg.): Metzler Lexikon Philosophie. 3. Auflage. J.B. Metzler, Stuttgart 2008, S. 110.</ref> Ihre Anwendung auf theologische Fragen führte im 11. Jahrhundert zu einem heftigen Konflikt: Die sogenannten „Dialektiker“, wie Berengar von Tours, nutzten logische Argumentation, um Glaubenssätze zu analysieren. Ihnen traten die „Antidialektiker“ entgegen, deren prominentester Vertreter Petrus Damiani die Philosophie als bloße „Magd der Theologie“ (ancilla theologiae) einstufte und den Versuch, göttliche Wahrheiten mit menschlicher Vernunft zu ergründen, zurückwies.<ref>Vgl. Ludger Oeing-Hanhoff: Dialektik III., Sp. 177 f.</ref>

Die Scholastik entwickelte die Dialektik zur zentralen wissenschaftlichen Methode. Peter Abaelard systematisierte mit seiner Schrift Sic et non (Ja und Nein) das Prinzip, zu einer Fragestellung systematisch Für- und Gegenargumente (pro et contra) aus den autoritativen Schriften (Bibel, Kirchenväter, antike Philosophen) zu sammeln, um Widersprüche aufzudecken und zu einer rational begründeten Lösung zu führen.<ref>{{#if: Peter King, Andrew Arlig | Peter King, Andrew Arlig: }}{{#if: Peter Abelard | Peter Abelard. | Eintrag}} {{#if: Peter Abelard | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2024 |, 2024}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/abelard/ | {{#if: Peter AbelardPeter King, Andrew Arlig | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Peter King, Andrew Arlig | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Peter Abelard | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref> Diese Innovation der auf ein „Ein-Mann-Verfahren“ reduzierten Dialektik prägte die mittelalterliche Disputation als Lehrform und fand ihren Ausdruck in der Struktur der Quaestiones in den großen Summen der Hochscholastik, etwa bei Thomas von Aquin.

Aufbauend auf der von Boethius überlieferten Topik entwickelten Logiker des 13. Jahrhunderts wie William of Shyreswood und Petrus Hispanus die Lehre von den Argumentationsorten (loci) weiter. Insbesondere die Summulae logicales des Petrus Hispanus wurden zu einem der einflussreichsten Logik-Lehrbücher des gesamten späten Mittelalters.<ref>Vgl. Ludger Oeing-Hanhoff: Dialektik III., Sp. 179 f.; siehe auch {{#if: Henrik Lagerlund | Henrik Lagerlund: }}{{#if: Medieval Theories of the Syllogism | Medieval Theories of the Syllogism. | Eintrag}} {{#if: Medieval Theories of the Syllogism | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2021 |, 2021}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/medieval-syllogism/ | {{#if: Medieval Theories of the SyllogismHenrik Lagerlund | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Henrik Lagerlund | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Medieval Theories of the Syllogism | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref> Thomas von Aquin unterschied zudem zwischen der dialectica docens, der lehrbaren Theorie des Argumentierens, und der dialectica utens, der Anwendung wahrscheinlicher Argumente in den Einzelwissenschaften.

Neuzeit

Datei:Dialectica Ofendetail.jpg
Eine weiblich personifizierte „Dialectica“ mit Schreibgerät und Tafel zeigt Bildungsanspruch und kulturelle Orientierung der Besitzer. (Ofenmalerei im Seidenhof, Zürich, ca. 1650. heute im Landesmuseum Zürich)

Humanismus und Frühe Neuzeit

Mit dem Aufkommen des Renaissance-Humanismus im 15. Jahrhundert setzte eine Abkehr von der scholastischen Methode ein. Die Humanisten kritisierten die formalisierte Logik der Scholastik als lebensfremd und orientierten sich stattdessen am rhetorischen Ideal Ciceros. Die aristotelische Unterscheidung zwischen der Kunst des Urteilens (ars iudicandi) und der Argumentenfindung (ars inveniendi) verschob sich zugunsten der Letzteren. Maßgeblich hierfür war Rudolf Agricola, dessen De inventione dialectica (1528) die ars inveniendi ins Zentrum rückte.<ref name="Risse167">Wilhelm Risse: Dialektik I. In: Joachim Ritter u. a. (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 167.</ref>

Petrus Ramus (1515–1572) ersetzte die aristotelische Logik durch ein zweigliedriges System aus inventio und iudicium. Seine Dialecticae libri duo (1556) prägten den Schulunterricht vor allem in protestantischen Ländern bis ins 17. Jahrhundert. Die katholische Schultradition folgte dem aristotelischen Lehrplan der Ratio Studiorum (1599); Pedro da Fonsecas Institutionum dialecticarum libri octo (1564) führte die Dialektik als Lehre vom wahrscheinlichen Schließen aus allgemein anerkannten Sätzen (endoxa) fort.<ref>{{#if: Erlend Sellberg | Erlend Sellberg: }}{{#if: Petrus Ramus | Petrus Ramus. | Eintrag}} {{#if: Petrus Ramus | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2006 |, 2006}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/ramus/ | {{#if: Petrus RamusErlend Sellberg | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Erlend Sellberg | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Petrus Ramus | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref> Diese Tradition wirkte in die jesuitische Kasuistik hinein: Im moraltheologischen Probabilismus reichte eine opinio probabilis, gestützt auf anerkannte Autorität, aus, um im Gewissensfall korrekt zu handeln.<ref>{{#if: Rudolf Schuessler | Rudolf Schuessler: }}{{#if: Probability in Medieval and Renaissance Philosophy | Probability in Medieval and Renaissance Philosophy. | Eintrag}} {{#if: Probability in Medieval and Renaissance Philosophy | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2014 |, 2014}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/probability-medieval-renaissance/ | {{#if: Probability in Medieval and Renaissance PhilosophyRudolf Schuessler | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Rudolf Schuessler | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Probability in Medieval and Renaissance Philosophy | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref>

Seit dem 17. Jahrhundert wurde die Bezeichnung der Logik als „Dialektik“ zunehmend aufgegeben. Die angewandte, topische Logik der endoxa – die Kunst, aus allgemein anerkannten Sätzen zu argumentieren – überlebte allein in der Kasuistik. Die wohl letzte bedeutende Dialektik in der Tradition der aristotelischen Topik (siehe weiter oben) legte Joachim Jungius mit seiner Logica Hamburgensis (1638) vor.<ref>Wilhelm Risse: Dialektik I. In: HWPh Bd. 2, Sp. 178.</ref> Ausdruck des neuen Selbstverständnisses ist die Logik von Port-Royal (La logique ou l'art de penser, 1662) von Antoine Arnauld und Pierre Nicole: Beeinflusst vom Cartesianismus, verstand sie Logik als kritisches Instrument zur Absonderung des Irrtums, nicht als Organon der Wahrheitserzeugung.<ref>{{#if: Jill Buroker | Jill Buroker: }}{{#if: Port-Royal Logic | Port-Royal Logic. | Eintrag}} {{#if: Port-Royal Logic | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2014 |, 2014}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/port-royal-logic/ | {{#if: Port-Royal LogicJill Buroker | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Jill Buroker | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Port-Royal Logic | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref>

Baruch de Spinoza schlug in der Ethica (1677) einen grundlegend anderen Weg ein, der nicht einfach eine der vielen Verlagerungen der Akzente war, sondern in nuce ein wirklicher Schritt in der Geschichte dialektischer Logik: Statt der Entgegensetzung von wortreichen Argumenten werden von Spinoza Begriffe zur Schärfung ihrer Konturen in ein Netz von Begriffen gesetzt, statt der Positionierung von Argumenten führt er die Paarung von Gegensätzen ein, die nach einer Inkubation von etwa 150 Jahren zu Hegels Begriffsbewegung führt. Weder die Argumentationsmuster der Schultradition zur Herleitung plausibler Aussagen (topisch-probabilistische Methode) noch das meditative Verfahren Descartes’ bestimmten sein Vorgehen, sondern das axiomatisch-deduktive Verfahren der Mathematik (more geometrico): Was ein Ding ist, ergibt sich bei ihm aus seiner Stellung im System der einander begrenzenden Begriffe, nicht aus dem Urteil anerkannter Autoritäten. In seinem Brief 50 an Jarig Jelles (1674) formulierte er den Grundsatz Omnis determinatio est negatio.<ref>Spinoza: Brief 50 an Jarig Jelles (1674). In: Opera, hrsg. von Carl Gebhardt, Heidelberg 1925, Bd. 4.</ref><ref>{{#if: Don Garrett | Don Garrett: }}{{#if: Spinoza | Spinoza. | Eintrag}} {{#if: Spinoza | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2023 |, 2023}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/spinoza/ | {{#if: SpinozaDon Garrett | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Don Garrett | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Spinoza | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref> Hegel griff diesen Satz in der Wissenschaft der Logik als Vorwegnahme seiner „bestimmten Negation“ auf: Das Positive sei „an sich schon negativ“, weil jeder Begriff seinen Sinn nur im Verhältnis zu seinem Gegenbegriff gewinnt.<ref>Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Wissenschaft der Logik I. In: Werke, hrsg. von Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1969, Bd. 5, S. 121 f.</ref><ref name="Brauer1995">Daniel Brauer: Die dialektische Natur der Vernunft. Über Hegels Auffassung von Negation und Widerspruch. In: Hegel-Studien 30 (1995), S. 101 f.</ref><ref>Vittorio Hösle: Hegel und Spinoza. In: Hegel-Studien (1997), S. 82.</ref>

Datei:Spinoza.jpg
Spinoza (Porträt von etwa 1665)

Mit dem Rückgang der topischen Dialektik veränderte sich auch der Begriff des Wahrscheinlichen grundlegend. Die ältere Schultradition verstand probabilitas als autoritätsgestütztes Fürwahrhalten: Ein Satz galt als wahrscheinlich, wenn anerkannte Autoritäten ihn stützten – genau das Kriterium der topischen endoxa. Davon zu unterscheiden ist verisimilitudo (Wahrheitsähnlichkeit) als Maß der graduellen Annäherung an Wahrheit. Leibniz versuchte, verisimilitudo quantitativ zu fassen und damit einer formalen Behandlung zugänglich zu machen; Christian Wolff definierte das Wahrscheinliche als das „objektiv aus nicht völlig zureichenden Gründen Eingesehene“.<ref name="Risse168">Wilhelm Risse: Dialektik I. In: Joachim Ritter u. a. (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 168, mit Verweis auf Chr. Wolff: Philosophia rationalis (1728), § 577 f., und G. W. Leibniz: Philosophische Schriften, hrsg. von Gerhardt, Bd. 7, S. 44. 57.</ref> Sobald das Wahrscheinliche durch formale Kriterien bestimmt wird, wird die topische Argumentation aus endoxa überflüssig – die Dialektik verliert ihre epistemische Funktion. Wolffs Systematik wurde im 18. Jahrhundert konfessionsübergreifend zum Standardwerk auch an katholischen Universitäten.

Kant

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Im Bereich der praktischen Philosophie unterscheidet Kant eine natürliche Dialektik – den Hang, gegen Pflichtgesetze zu vernünfteln – von der Dialektik der praktischen Vernunft, die aus dem Streben nach dem höchsten Gut als unbedingter Totalität entsteht.<ref>K. Röttgers: Dialektik. In: HWPh Bd. 2, Sp. 186.</ref>

Als Antwort auf die „endlosen Streitigkeiten der Metaphysik“ {{#switch:

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}} gibt Kant dem Begriff der Dialektik eine neue, kritische Bedeutung. Der Begriff ist dabei doppeldeutig: Er bezeichnet einerseits das Verfahren der Vernunft, durch das sie sich in Widersprüche verwickelt, andererseits das Verfahren, eben diese Widersprüche aufzudecken – die „Kritik des dialektischen Scheins“.<ref>K. Röttgers: Dialektik. In: Joachim Ritter u. a. (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 185.</ref> Die „transzendentale Dialektik“ ist kein Organon zur Wahrheitsfindung, sondern die Analyse der notwendigen Illusionen – die „Logik des Scheins“ –, die entstehen, wenn die Vernunft die Kategorien des Verstandes über die Grenzen möglicher Erfahrung hinaus auf das Unbedingte anwendet.{{#switch:

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Datei:Kant Elemente Erkenntnis.svg
Begriffsbeziehungen in der Erkenntnistheorie Kants

Kant analysiert diesen Schein in drei Hauptstücken: In den Paralogismen der reinen Vernunft deckt er Fehlschlüsse der rationalen Psychologie auf; in den Antinomien der reinen Vernunft zeigt er, dass die rationale Kosmologie in Widersprüche gerät, sobald sie die Welt als Ganzes mit Verstandesmitteln begreift; im Ideal der reinen Vernunft analysiert er die Fehlschlüsse der rationalen Theologie.<ref>{{#if: Nicholas F. Stang | Nicholas F. Stang: }}{{#if: Kant's Transcendental Idealism | Kant's Transcendental Idealism. | Eintrag}} {{#if: Kant's Transcendental Idealism | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2023 |, 2023}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/kant-transcendental-idealism/ | {{#if: Kant's Transcendental IdealismNicholas F. Stang | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Nicholas F. Stang | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Kant's Transcendental Idealism | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref>

Die transzendentale Dialektik erfüllt dabei eine kritische Funktion: Die Widersprüche zwingen die Vernunft, die Quellen und Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens zu bestimmen, um sie aufzulösen.<ref>K. Röttgers: Dialektik. In: HWPh Bd. 2, Sp. 186 f.</ref> I

Gott, Freiheit und Seele können danach als regulative Ideen gedacht, nicht aber als Erfahrungsgegenstände erkannt werden. Eine legitime Metaphysik ist nach Kant nur noch als Untersuchung der Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis möglich – als Transzendentalphilosophie.<ref>Peter Prechtl, Franz-Peter Burkard (Hrsg.): Metzler Lexikon Philosophie. Art. Dialektik. Online: https://www.spektrum.de/lexikon/philosophie/dialektik/448 (abgerufen am 14. April 2026).</ref>

Fichte und Schelling

Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling sahen in Kants transzendentaler Dialektik keinen Abschluss, sondern einen offenen Ansatz: Der Widerspruch der Vernunft sollte nicht widerlegt, sondern produktiv in Synthesis überführt werden.<ref>K. Röttgers: Dialektik. In: Joachim Ritter u. a. (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 2. Schwabe, Basel 1972, Sp. 187–189.</ref><ref>{{#if: Günter Zöller | Günter Zöller: }}{{#if: Johann Gottlieb Fichte | Johann Gottlieb Fichte. | Eintrag}} {{#if: Johann Gottlieb Fichte | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2023 |, 2023}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/johann-fichte/ | {{#if: Johann Gottlieb FichteGünter Zöller | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Günter Zöller | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Johann Gottlieb Fichte | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref>

In der Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre (1794/95) entwickelte Fichte drei Grundsätze: Das Ich setzt sich selbst; es setzt dem Ich ein Nicht-Ich entgegen; Ich und Nicht-Ich werden wechselseitig begrenzt und synthetisiert. Dialektik bezeichnet dabei keine Methode, sondern die Struktur des Bewusstseins selbst.<ref>Werner Hartkopf: Die Anfänge der Dialektik bei Fichte und Schelling. In: Zeitschrift für philosophische Forschung 30 (1976), H. 4, S. 531–552.</ref><ref>Werner Hartkopf: Dialektisches und undialektisches Denken. In: Zeitschrift für philosophische Forschung 27 (1973), H. 3, S. 369–390.</ref>

Schelling übertrug diesen Ansatz auf eine Metaphysik des Absoluten. In Vom Ich als Prinzip der Philosophie (1795) ist das Absolute nicht mehr Bewusstsein, sondern indifferentes Sein, das sich in Subjekt und Objekt auseinanderlegt und in der Synthesis zusammenführt.<ref>Werner Hartkopf: Die Dialektik in Schellings Frühschriften. In: Zeitschrift für philosophische Forschung 23 (1969), H. 2, S. 229–244.</ref><ref>{{#if: Michael Vater, David Wood | Michael Vater, David Wood: }}{{#if: Friedrich Wilhelm Joseph Schelling | Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. | Eintrag}} {{#if: Friedrich Wilhelm Joseph Schelling | In: | in}} Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy{{#if: 2012 |, 2012}}.{{#if:{{#if: https://plato.stanford.edu/entries/schelling/ | {{#if: Friedrich Wilhelm Joseph SchellingMichael Vater, David Wood | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Michael Vater, David Wood | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3}}{{#if:{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}} | {{#if: Friedrich Wilhelm Joseph Schelling | | 1 }} }}|Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2}}</ref> Beide wandten sich gegen Kants analytisches Vorgehen, das Begriffe zerlege, ohne ihre Einheit wiederherzustellen.<ref>Peter Prechtl, Franz-Peter Burkard (Hrsg.): Metzler Lexikon Philosophie. 3. Aufl. Metzler, Stuttgart 2008, Art. Dialektik, S. 88 f.</ref>

Hegel

Datei:Hegel portrait by Schlesinger 1831.jpg
Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Im frühen 19. Jahrhundert vollzieht sich mit Hegel ein entscheidender Bedeutungswandel: Dialektik ist nun primär ein der Metaphysik, der Spekulation, entgegengesetzte Methode der Erkenntnis sowie ein Prinzip der inneren Bewegung der Begriffe, ihrer Selbstbewegung im Denken.

Für Hegel ist bereits der antike Philosoph Heraklit ein früher Dialektiker in seinem Sinne. Der Logos als das Prinzip der Welt besteht für Heraklit im Streit (polemos) als [[Liste griechischer Phrasen/Pi#Πόλεμος πάντων μὲν πατήρ ἐστι.|{{

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Die Dialektik wird für Hegel zur Lehre von den Gegensätzen in den Begriffen, deren Unterschiede sich bis zur „Aufhebung der Gegensätze“<ref>Hegel, Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften, §§ 79–82.</ref> durch die „bestimmte Negation“ entfalten: „Dialektik aber nennen wir die höhere vernünftige Bewegung, in welche solche schlechthin getrennt Scheinende [begriffliche Gegensätze] durch sich selbst, durch das, was sie sind, in einander übergehen. [...] Jedes hat das Andere seiner an ihm selbst.“<ref>Friedrich Hegel: Wissenschaft der Logik, Band I., Suhrkamp 1969, S. 111, 155.</ref>

Seit der Phänomenologie des Geistes gilt ihm die dialektische Bewegung als der {{

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}}<ref>Vgl. und siehe Lu De Vos: Dialektik. In: Paul Cobben u. a. (Hrsg.): Hegel-Lexikon. WBG, Darmstadt 2006, S. 183.</ref> Darin ist die Dialektik {{

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}}<ref>Lu De Vos: Dialektik. In: Paul Cobben u. a. (Hrsg.): Hegel-Lexikon. WBG, Darmstadt 2006, S. 182.</ref> Was oft Hegels Dialektik genannt wird, ist für ihn eine Logik, in der der Verstand eine These äußert, die von der umfassender denkenden Vernunft in der Antithese korrigiert wird, die beide in der Synthese „positiv-vernünftig“ aufgehoben werden. Das Wahre oder der Begriff (von ihm auch das Logisch-Reelle genannt) besteht dabei wesentlich aus diesen drei Momenten, die nicht voneinander abgesondert betrachtet werden können:

{{#ifeq: {{{vor}}}@@-@@{{{nach}}} | -@@-@@- | {{#if:trim|Das Logische hat der Form nach drei Seiten: α) die abstrakte oder verständige, β) die dialektische oder negativ-vernünftige, γ) die spekulative oder positiv-vernünftige.}} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|@#@}}{{#if:|{{{nach}}}|@#@}} | @#@@#@ | {{#ifeq: de | de | „{{#if:trim|Das Logische hat der Form nach drei Seiten: α) die abstrakte oder verständige, β) die dialektische oder negativ-vernünftige, γ) die spekulative oder positiv-vernünftige.}}“ | {{#invoke:Text|quoteUnquoted| Das Logische hat der Form nach drei Seiten: α) die abstrakte oder verständige, β) die dialektische oder negativ-vernünftige, γ) die spekulative oder positiv-vernünftige. | {{{lang}}} }} }} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|-}} | - | | {{{vor}}} }}{{#if:trim|Das Logische hat der Form nach drei Seiten: α) die abstrakte oder verständige, β) die dialektische oder negativ-vernünftige, γ) die spekulative oder positiv-vernünftige.}}{{ #ifeq: {{#if:|{{{nach}}}|-}} | - | | {{{nach}}} }} }} }}{{ #if: G. W. F. HegelEnzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse<ref>Näherer Begriff und Einteilung der Logik, § 79.</ref> || }}

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  1. Das endliche, verständige Moment: Der Verstand setzt etwas als seiend.<ref>{{
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  1. Das unendlich negative, dialektische Moment: Die Vernunft erkennt die Einseitigkeit dieser Bestimmung und verneint sie. Es entsteht so ein Widerspruch. Die begrifflichen Gegensätze negieren einander, d. h. sie heben sich gegenseitig auf.<ref>{{
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  1. Das unendlich positive, spekulative Moment: Die Vernunft erkennt in sich selbst die Einheit der widersprüchlichen Bestimmungen und führt alle vorherigen Momente zu einem positiven Resultat zusammen, die in ihr aufgehoben<ref>„Aufheben und das Aufgehobene (das Ideelle) ist einer der wichtigsten Begriffe der Philosophie, eine Grundbestimmung, die schlechthin allenthalben wiederkehrt, deren Sinn bestimmt aufzufassen und besonders vom Nichts zu unterscheiden ist. – Was sich aufhebt, wird dadurch nicht zu Nichts. Nichts ist das Unmittelbare; ein Aufgehobenes dagegen ist ein Vermitteltes, es ist das Nichtseiende, aber als Resultat, das von einem Sein ausgegangen ist; es hat daher die Bestimmtheit, aus der es herkommt, noch an sich. Aufheben hat in der Sprache den gedoppelten Sinn, dass es soviel als aufbewahren, erhalten bedeutet und zugleich soviel als aufhören lassen, ein Ende machen. Das Aufbewahren selbst schließt schon das Negative in sich, dass etwas seiner Unmittelbarkeit und damit einem den äußerlichen Einwirkungen offenen Dasein entnommen wird, um es zu erhalten. – So ist das Aufgehobene ein zugleich Aufbewahrtes, das nur seine Unmittelbarkeit verloren hat, aber darum nicht vernichtet ist.“ Wissenschaft der Logik, Vorrede zur zweiten Auflage; Werke 5, 114. „Das Aufheben stellt seine wahrhafte gedoppelte Bedeutung dar, welche wir an dem Negativen gesehen haben; es ist ein Negieren und ein Aufbewahren zugleich; das Nichts, als Nichts des Diesen, bewahrt die Unmittelbarkeit auf und ist selbst sinnlich, aber eine allgemeine Unmittelbarkeit.“, Phänomenologie des Geistes, A. II., Werke 3, S. 94. Hegels Verwendung von „Aufheben“ schließt, wie sich aus Stellen wie den vorbenannten ergibt, mehrere Bedeutungsmomente ein. In der Hegel-Literatur und Hegel-Schule werden – schon Mitte des 19. Jh., etwa bei Johann Eduard Erdmann – vielfach deren drei benannt: Negieren (tollere), Bewahren (conservare) und auf eine höhere Stufe heben (elevare, sublevare). Diese finden sich auch nach wie vor noch in deutschen Wörterbüchern und wurden auch bei wirkungsgeschichtlich einflussreichen Interpreten wie etwa Martin Heidegger aufgegriffen. Der Textbefund bei Hegel ist indes komplexer, wie etwa kurz und bündig Lu De Vos: Art. Aufheben. In: Paul Cobben u. a. (Hrsg.): Hegel-Lexikon. WBG, Darmstadt 2006, S. 142–144 erklärt. Für eine Darstellung, die dem Dreierschema stärker verpflichtet ist, vgl. etwa noch M. J. Inwood: Art. sublation. In: A Hegel dictionary. Wiley-Blackwell, 1992, ISBN 0-631-17533-4, S. 283–287.</ref> werden.<ref>{{
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Der Kern der Hegelschen Methode und seiner Begriffsentwicklung ist daher die zu einem positiven Ergebnis führende Negation: Trotz seiner Vorbehalte würdigt Hegel Spinozas Omnis determinatio est negatio als einen Satz „von unendlicher Wichtigkeit.“<ref>„Dieser Satz ist von unendlicher Wichtigkeit; nur ist die Negation als solche [in der bei Spinoza nicht-dialektischen Bedeutung] die formlose Abstraktion; der spekulativen Philosophie muss aber nicht schuld [sic] gegeben werden, dass ihr die Negation oder das Nichts ein Letztes sei“ und nicht ein Moment der unendlichen Bewegung, wie Hegel die Negation auch versteht. Hegel, Wissenschaft der Logik, Bd. I., Suhrkamp 1969, S. 121. „Hegel endorses Spinoza's claim that ‚determination is NEGATION‘ (Spinoza, Letter 50), that is, that a thing or concept is determinate only in virtue of a contrast with other things or concepts, which are determined in a way that it is not. (In a typical move, Hegel argues that the indeterminacy (Unbestimmtheit) of being, with which the section begins, is itself a sort of determinacy, since being's indeterminacy contrasts with, and distinguishes it from, the determinacy of QUALITY.)“ Michael Inwood: A Hegel Dictionary. Blackwell, Oxford 2003 (1992), art. determination and determinateness.</ref> Aber Negation ist für Hegel nicht nur eine Methode der begrifflichen Erkenntnis durch Abgrenzung (soweit auch Spinoza), sondern auch der Motor aller begrifflichen Entwicklung: „Diese sich selbst und seine Negation negierende Wechselbestimmung ist es, welche als Prozess ins Unendliche auftritt [an was Spinoza nicht gedacht hat], der in so vielen Gestalten und Anwendungen [fälschlicherweise] als ein Letztes gilt, über das nicht mehr hinausgegangen wird. [Aber] dieser Progress tritt allenthalben ein, wo relative Bestimmungen bis zu ihrer Entgegensetzung getrieben sind, so dass sie in untrennbarer Einheit sind und doch jeder gegen die andere ein selbständiges Dasein zugeschrieben wird.“<ref>Hegel, Wissenschaft der Logik, Bd. I., Suhrkamp 1969, S. 121, 155. Kursive im Original.</ref>

Datei:Traditional yin and yang with dots.png
Das traditionelle Yin 阴 -Yang 阳 mit Punkten.

Im Begriffsspiel der Hegelschen Logik wird der Moment der „bestimmten Negation“ schließlich zur Negation der Negation, wenn mit den bis dahin entfalteten Widersprüchen der Gegensätze zusammen betrachtet: So tragen beispielsweise das Endliche und das Unendliche beide auch die Bestimmung (Eigenschaft) ihres Gegenteils in sich, negieren sich also selbst; diese wechselseitige Negation der Bestimmungen (1. Negation) wird in der Entwicklung, durch die „bestimmte Negation“ (2. Negation) der entfalteten Gegensätze in einem neuen Sosein, im Werden, aufgehoben. Die Negation der Negation oder doppelte Negation ist wieder etwas Positives, das Hegel Affirmation nennt.

Als metaphorischen Denkraum einer Schwarz-Weiß-Grau-Symbolik erläutern M. Walter und Jörg Hüttner Hegels berühmten Satz aus der Rechtsphilosophie: Genau diese Grauzone der Verkehrungen und Aufhebungen, d. h. der Negation von Bestehendem zusammen mit dem zugleich ‚Aufgehobenwerden‘ in einen anderen Bestand bedient Hegels Satz, dass die Philosophie ihr „Grau in Grau“ male (GW 14,1: 16).<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Hegel selbst hat die Herausforderung seines Begriffsentwicklungskonzepts mit dem Farbenspiel von Schwarz-Weiß-Grau zu illustrieren versucht. Eine heute verbreitetere Übertragung des dialektischen Prinzips gelingt im Yin-Yang-Symbol: Auf einer ersten Ebene zeigt es zwei einander sich ausschließende Formen, die die Farbe des jeweils anderen als Nebenform enthalten (Hegel: „Jedes hat das Andere seiner an ihm selbst.“<ref>Friedrich Hegel: Wissenschaft der Logik, Band I., Suhrkamp 1969, S. 155.</ref>) und sich in der Aufhebung zu einer dritten Form ergänzen, auf die die Nebenformen schon vorausdeuten. Auf einer zweiten Ebene, in der chinesische Philosophie, werden die verschränkten Formen als weiblich und männlich gelesen, als komplementäre Kräfte, die in ihrem Zusammenwirken Entwicklungen in Natur, Gesellschaft und Denken hervorbringen.

Die dialektische Vorgehensweise Hegels ist von Zeitgenossen und in der Nachfolge kritisiert worden. Schopenhauer sprach von der Philosophie Hegels abschätzig als „Hegelei“. Seit Kierkegaard ist eine Protesthaltung gegen das System der Dialektik durchaus üblich geworden.

Marx und Engels

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Karl Marx und Friedrich Engels

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickeln Karl Marx und Friedrich Engels aus Hegels Dialektik den Dialektischen Materialismus, eine Lehre von den allgemeinsten Bewegungs- und Entwicklungsgesetzen der Natur, der Gesellschaft und des Denkens.

Laut einer Sentenz von Friedrich Engels stellten sie die Dialektik Hegels „vom Kopf auf die Füße“: „Wir fassten die Begriffe unsres Kopfs wieder materialistisch als die Abbilder der wirklichen Dinge, statt die wirklichen Dinge als Abbilder dieser oder jener Stufe des absoluten Begriffs. […] Damit aber wurde die Begriffsdialektik selbst nur der bewusste Reflex der dialektischen Bewegung der wirklichen Welt, und damit wurde die Hegelsche Dialektik auf den Kopf, oder vielmehr vom Kopf, auf dem sie stand, wieder auf die Füße gestellt.“<ref>Friedrich Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, Teil IV.</ref>

Für Marx bestimmt damit nicht die Entwicklung der Begriffe oder des Geistes – wie bei Hegel – das Handeln und Denken der Menschen, sondern die Befriedigung ihrer Bedürfnisse und Interessen, orientiert an den jeweils gegebenen ökonomischen Verhältnissen. In seiner 8. These über Feuerbach notierte Marx 1845 zu dieser Reinterpretation Hegels: „Das gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch. Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mysticismus verleiten, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis.“<ref>Thesen über Feuerbach, auf wikisource; Schreibweise im Original.</ref> Der von Marx entwickelte Grundgedanke, so Engels, bestehe darin, „dass in jeder geschichtlichen Epoche die vorherrschende wirtschaftliche Produktions- und Austauschweise und die aus ihr mit Notwendigkeit folgende gesellschaftliche Gliederung die Grundlage bildet, auf der die politische und die intellektuelle Geschichte dieser Epoche sich aufbaut und aus der allein sie erklärt werden kann. [...] Die Moral, Religion, Metaphysik und sonstige Ideologie und die ihnen entsprechenden Bewusstseinsformen behalten hiermit nicht länger den Schein der Selbständigkeit.“<ref>Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, MEW Band 4,Dietz-Verlag 1967, S. 581; Karl Marx, Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie. MEW Band 3, S. 26.</ref>

Datei:Anti-capitalism color Restored.jpg
Die Pyramide der kapitalistischen Gesellschaft (Grafik von 1911)

An die Stelle der Begriffsdialektik Hegels setzen Marx und Engels damit zunächst die Wechselwirkung von Basis und Überbau: Die gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse bilden nun die Grundlage für politische, rechtliche, kulturelle und ideologische Entwicklungen, die nur mit Blick auf diesen Zusammenhang richtig verstanden werden können. Aber die Denkform der sozialen Dialektik konkretisiert sich bei Marx und Engels sowohl in einer vertikalen als auch einer horizontalen Perspektive: Das neue materialistische Konzept eines Aufbauverhältnisses gesellschaftlicher Phänomene impliziert in der Perspektive einer historischen Dialektik darüber hinaus auch die Ablösung von Gesellschaftsformationen durch die Entfaltung ihrer inneren Gegensätze – bis hin zu Klassenkämpfen der beteiligten sozialen Kräfte: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, Zunftbürger und Gesell, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedesmal mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen.“<ref>Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, MEW Band 4, Dietz-Verlag 1967, S. 462.</ref>

Nach Marx treibt die soziale Dialektik des Gegensatzes der modernen Klassen von Bourgeoisie und Proletariat, heute als „Lohnabhängige“ bezeichnet, auch im Kapitalismus die historische Umwälzung voran: „Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten [...] wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. [...] Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.“<ref>Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band, MEW Band 23, S. 790 f.</ref>

Marx’ Analyse der Geschichte und politischen Ökonomie wurde philosophische Grundlage der sozialistischen internationalen Arbeiterbewegung und ihrer Parteien sowie auch des Wegs zur sozialistischen Revolution 1917 in Russland. Während alle anderen Konzepte der Dialektik weitgehend oder vollständig in einem akademischen Rahmen verblieben, war der dialektische Materialismus wegen seiner gesellschaftlichen Anwendung in der politischen Diskussion des 20. Jahrhunderts heftig umstritten, insbesondere seine These der geschichtlichen Entwicklung durch Klassenkämpfe, die nach Marx auch den Kapitalismus bestimmen.

20. Jahrhundert

Die analytische Philosophie kritisierte zuallererst die dialektische Sprache, die sich aus Sicht der Sprachkritik nach der linguistischen Wende nicht an die Standards der formalen Logik halte. Man kann sogar sagen, dass die Feindseligkeit gegen oder Empfänglichkeit für Dialektik eines der Dinge ist, die im 20. Jahrhundert die anglo-amerikanische Philosophie von der sogenannten „kontinentalen Tradition“ spaltet – eine Kluft, die nur wenige gegenwärtige Philosophen (darunter Richard Rorty) zu überbrücken gewagt haben.

Weber

Max Weber stellte in seinen Arbeiten zur Wissenschaftslehre im Anschluss an Heinrich Rickert und Emil Lask der analytischen Logik die emanatistische Logik gegenüber, als welche er eine Begriffslogik verstand, die sich an Hegels Dialektik orientiere.

Kritischer Rationalismus

Karl Popper hat Hegels Dialektik folgendem formalen Schema interpretiert:

P1 → VT → FE → P2<ref>Karl Popper: Objektive Erkenntnis. campe, Hamburg 1992, S. 310.</ref>

Dieses Schema kennzeichne den Fortschritt der Wissenschaft: Aufgrund eines Problems P1 aus Welt 3 erfolgt die Aufstellung einer zunächst rein hypothetischen Vorläufigen Theorie VT. Diese wird (z. B. empirisch) überprüft, unhaltbare Elemente werden in einer Fehlerelimination FE ausgeschieden. Das Resultat ist nicht ein absolutes Wissen, sondern ein elaborierteres Problem P2. FE setzt dabei voraus, dass logische Widersprüche vermieden werden müssen, da ansonsten eine Elimination von Theorieelementen, die im Widerspruch zu den bei der Theorieprüfung angeführten Argumenten stehen, nicht möglich ist.<ref>Karl Popper: Objektive Erkenntnis. campe, Hamburg 1992, S. 170.</ref>

Besonders herausgestellt hat Popper sein Beharren auf dem „Gesetz vom Widerspruch“ in seinem Artikel What Is Dialectic von 1937, worin er die nicht-verbesserte dialektische Methode wegen ihrer Bereitwilligkeit kritisierte, sich mit Widersprüchen abzufinden. Später behauptete<ref>Kapitel 12 des zweiten Bandes von Die offene Gesellschaft und ihre Feinde.</ref> Popper, dass Hegels Akzeptanz von Widersprüchen zu einem gewissen Grad verantwortlich für die Erleichterung des Aufstiegs des Faschismus in Europa sei, indem sie zum Irrationalismus ermutige und ihn zu rechtfertigen versuche. Im Abschnitt 17 seines Nachtrags von 1961 zur Offenen Gesellschaft, im englischen Original betitelt Facts, Standards, and Truth: A Further Criticism of Relativism, lehnt Popper es ab, seine Kritik an der Hegelschen Dialektik zu relativieren, er argumentiert, dass sie eine große Rolle beim Untergang der Weimarer Republik gespielt hat, indem sie zum Historizismus und anderen totalitären Denkmoden beitrug und dass sie die traditionellen Standards der intellektuellen Verantwortung und Redlichkeit herabgesetzt habe. Dieser Auffassung hat u. a. Walter A. Kaufmann widersprochen.<ref>Walter A. Kaufmann: The Hegel Myth and Its Method. From Shakespeare to Existentialism: Studies in Poetry, Religion, and Philosophy. Beacon Press, Boston 1959, S. 88–119.</ref>

Frankfurter Schule

Datei:AdornoHorkheimerHabermasbyJeremyJShapiro2.png
Max Horkheimer (links) mit Theodor W. Adorno

Die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno verfasste Essay-Sammlung Dialektik der Aufklärung, die 1944 in den USA erschien, gilt heute als Schlüsselwerk der Frankfurter Schule. Das Werk, das Thesen dazu enthält, „warum die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt“,<ref>Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung. Frankfurt 1988, S. 1.</ref> versteht den historischen Prozess der Aufklärung als dialektisch, diagnostiziert aber, in ihrem vermeintlichen Abschluss in der Moderne sei sie in erstarrter Form die Basis für eine neue Barbarei, die sich im Faschismus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts äußere.

Adorno bezeichnet sein Verständnis von Wissen über die soziale Wirklichkeit im gleichnamigen, 1966 erschienenen, Buch als Negative Dialektik. Es geht um eine Kritik am theoretischen Abschluss der Philosophie zu einem System. Philosophiehistorische Grundüberlegungen sind ein gesellschaftskritisches Korrelat.

Für Adorno ist eine Methode auf Basis des Konzeptes der Dialektik Voraussetzung für eine Theorie, die offen für das bleibt, was begrifflich noch nicht erfasst ist.

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Das philosophische Problem des Verhältnisses zwischen Denken bzw. Sprache und Objekt, das Hegel dadurch löste, den Begriff als potentiell identisch mit dem Objekt (und damit Kants Ding an sich als leere Menge) zu denken, ist bei Adorno so gedacht, dass das Denken selbst den Schein vom vollständigen Erfassen der Wirklichkeit produziert und das, was in der Kohärenz allen Denkens zu einem Zeitpunkt („Totalität“) nicht erfasst ist, in diesem als Widerspruch enthalten ist.

Beispielsweise Wolfgang Fritz Haug kritisierte die Gesellschaftskritik der Kritischen Theorie, bei einer totalen, also abstrakten, also letztlich unpolitischen Kritik des Kapitalismus stehen zu bleiben und nicht auch hier zwischen Positivem und Negativem zu unterscheiden und die Nutznießer des Kapitalismus zu benennen:

„Mit Marcuse müßte man den Begriff repressiver Unmittelbarkeit prägen, ihn aber nicht allein auf die Triebe, sondern zuvor auf die ‚kritische Theorie‘ selbst anwenden. Denn wenn die Kritik ihre Form, historische Arbeit zu sein, abstreift und sich gehen läßt in abstrakt-totale Negation, bleibt sie innerhalb der Unfreiheit stehen.“<ref>W. F. Haug: Das Ganze und das ganz Andere. Zur Kritik der reinen revolutionären Transzendenz. In: Bestimmte Negation ... Aufsätze. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, S. 119. Zuerst veröffentlicht in: Antworten auf Herbert Marcuse, hrsg. v. J. Habermas, Ffm. 1968.</ref>

Positivismusstreit

Die Diskussion im Rahmen des Positivismusstreits war von dem hegelschen Verständnis des Begriffes, dessen Modifikation durch Marx und der Kritik an diesen Positionen geprägt. Nach dem Selbstverständnis der Dialektiker erfasst diese Methode die Grundstruktur der Wirklichkeit. Nur sie könne diese wahrhaft in ihrer Ganzheit erfassen. Der Widerspruch liege hier in der Natur des Denkens und damit auch in der Sache selbst. Weil das systematische und deduktive Denken Widersprüche kategorisch ablehne und ablehnen müsse, da es an der Basis untrennbar an die Logik gekettet sei, könne es diese Wahrheit nicht anerkennen. Aus dieser Sicht steht es dem dialektischen Denken unvereinbar gegenüber.

Habermas erläuterte diese Problematik wie folgt:

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Moderne Formalisierung der Dialektik

Gotthard Günther legte im Rahmen seiner Polykontexturalitätstheorie einen seit 1933 mehrfach ausgebauten Ansatz vor, die hegelsche Dialektik im Rahmen einer mehrwertigen Logik zu formalisieren,<ref>Gotthard Günther: Grundzüge einer neuen Theorie des Denkens in Hegels Logik. 2. Auflage. Meiner, Hamburg 1978, ISBN 3-7873-0435-5.</ref> wobei er sich kritisch namentlich von Jürgen Habermas absetzte.<ref>Gotthard Günther: Kritische Bemerkungen zur gegenwärtigen Wissenschaftstheorie – Aus Anlass von Jürgen Habermas: Zur Logik der Sozialwissenschaften. In: Soziale Welt. Jg. 19, 1968, S. 328–341. (online, PDF, 69 kB)</ref>

Der analytische Philosoph Georg Henrik von Wright hat der Dialektik eine kybernetische Deutung gegeben, indem er Dialektik als Kette negativer Rückkopplungen deutet, die jeweils zu einem neuen Gleichgewicht führen. Anders als die Dialektiker versteht von Wright die Verwendung logischer Begriffe innerhalb der Dialektik als metaphorisch, wobei etwa „Widerspruch“ für Realkonflikte steht. Damit trägt er der Kritik an den Dialektikern Rechnung, nach der sie einer Verwechslung zwischen logischen Widersprüchen, die nur zwischen Sätzen und Propositionen bestehen können, und realen Gegensätzen unterliegen würden, etwa zwischen physikalischen Kräften oder auch gesellschaftlichen Interessen.

Literatur

Gesamtdarstellung
  • Hans Heinz Holz: Dialektik. Problemgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart. (5 Bände) Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-23163-8.
Antike
  • Thomas Bénatouïl, Katerina Ierodiakonou (Hrsg.): Dialectic after Plato and Aristotle. Cambridge University Press, Cambridge 2018.
  • Enrico Berti: Ancient Greek Dialectic as Expression of Freedom of Thought and Speech. In: Journal of the History of Ideas. Band 39, 1978, S. 347–370.
  • Jens Halfwassen: Der Aufstieg zum Einen. Untersuchungen zu Platon und Plotin. (= Beiträge zur Altertumskunde. Bd. 9). Stuttgart 1992.
  • Melina G. Mouzala (Hrsg.): Ancient Greek dialectic and its reception. (= Topics in ancient philosophy. Band 10). De Gruyter, Berlin / Boston 2023. – Rezension von Edward R. Jennings, Bryn Mawr Classical Review 2024.11.37
  • Alexander Nehamas: Eristic, Antilogic, Sophistic, Dialectic: Plato’s Demarcation of Philosophy from Sophistry. In: History of Philosophy Quarterly. Band 7, 1990, S. 3–16.
  • Herbert A. Zwergel: Principium contradictionis. Die aristotelische Begründung des Prinzips vom zu vermeidenden Widerspruch und die Einheit der Ersten Philosophie, Meisenheim 1972.
Mittelalter
  • Johannes Fried (Hrsg.): Dialektik und Rhetorik im früheren und hohen Mittelalter. Rezeption, Überlieferung und gesellschaftliche Wirkung antiker Gelehrsamkeit vornehmlich im 9. und 12. Jahrhundert (= Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien. Bd. 27) München 1997, ISBN 3-486-56028-X (Digitalisat)
  • Hans-Ulrich Wöhler: Dialektik in der mittelalterlichen Philosophie. Berlin 2006.
Neuzeit und Moderne
  • Theodor W. Adorno: Drei Studien zu Hegel. Frankfurt am Main 1963.
  • Theodor W. Adorno: Negative Dialektik. Frankfurt am Main 1966.
  • Theodor W. Adorno, Max Horkheimer: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Fischer, Frankfurt am Main 1969, ISBN 3-596-27404-4.
  • Werner Becker: Hegels Begriff der Dialektik und das Prinzip des Idealismus. Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1969.
  • Rüdiger Bubner: Zur Sache der Dialektik. Stuttgart 1980.
  • Rüdiger Bubner: Dialektik als Topik. Frankfurt 1990.
  • Thomas Collmer: Hegels Dialektik der Negativität – Untersuchungen für eine selbst-kritische Theorie der Dialektik. Focus Verlag, Gießen 2002, ISBN 3-88349-501-8.
  • Ingo Elbe: Dialektik – eigentümliche Logik eines eigentümlichen Gegenstands? Auch in: U. Freikamp u. a. (Hrsg.): Kritik mit Methode? Forschungsmethoden und Gesellschaftskritik. Berlin 2008.
  • Werner Flach: Hegels dialektische Methode. In: Hans-Georg Gadamer: Heidelberger Hegel-Tage 1962. Bonn 1964.
  • Gotthard Günther: Beiträge zur Grundlegung einer operationsfähigen Dialektik. 3 Bände. Meiner, Hamburg, I 1976. II 1979. III 1980. (Aufsatzsammlung von Arbeiten seit 1940 zur Ersetzung aristotelischer Seinslogik durch dialektische Reflexionslogik)
  • Erich Heintel: Grundriß der Dialektik. Ein Beitrag zu fundamentalphilosophischen Bedeutung. Bd. 1: Zwischen Wissenschaftstheorie und Theologie. Darmstadt 1984.
  • Robert Heiß: Die großen Dialektiker des 19. Jahrhunderts: Hegel, Kierkegaard, Marx. Köln 1963.
  • Joachim Israel: Der Begriff Dialektik. Erkenntnistheorie, Sprache und dialektische Gesellschaftswissenschaft. Hamburg 1979.
  • Leo Kofler: Die Wissenschaft von der Gesellschaft. Umriß einer Methodenlehre der dialektischen Soziologie. 1944. Frankfurt am Main: Makol 1971.
  • Karl R. Popper: Was ist Dialektik? (PDF; 325 kB). In: Ernst Topitsch (Hrsg.): Logik der Sozialwissenschaften. 5. Auflage. 1968, S. 262–290.
  • Arthur Schopenhauer: Eristische Dialektik oder Die Kunst, Recht zu behalten. Haffmans Verlag, 2002.
  • Jürgen Ritsert: Dialektische Argumentationsfiguren in Philosophie und Soziologie. Hegels Logik und die Sozialwissenschaften. Münster 2008.
  • Jürgen Ritsert: Kleines Lehrbuch der Dialektik. Darmstadt 1997.
  • Konrad Utz: Die Notwendigkeit der Zufalls. Hegels spekulative Dialektik in der „Wissenschaft der Logik“. Paderborn 2001.
  • Dieter Wolf: Zum Verhältnis von dialektischem zu logischem Widerspruch. (104 kB; PDF). In: Der dialektische Widerspruch im Kapital. Ein Beitrag zur Marxschen Werttheorie. Hamburg 2002, ISBN 3-87975-889-1.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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