Tupolew-Tu-204/214-Familie
| Tupolew-Tu-204/214-Familie | |
|---|---|
| Eine Tu-204-100 der Red Wings Airlines Eine Tu-214 der Transaero | |
| Typ | Zweistrahliges Mittelstreckenflugzeug |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Tupolew PSC |
| Erstflug | 2. Januar 1989 |
| Indienststellung | Dezember 1994 |
| Produktionszeit | Seit 1990 in Serienproduktion |
| Stückzahl | 91 (2024<ref>Ch-aviation – Aircraft Data: Tupolev Tu-204 / Tu-214 (englisch), abgerufen am 12. September 2024</ref>) |
Die Tupolew Tu-204 ist ein zweistrahliges Mittelstreckenflugzeug des russischen Konstruktionsbüros Tupolew. Sie wurde als Nachfolgetyp der Tupolew Tu-154 entworfen und lässt sich mit den Typen Airbus A321, Boeing 737-900ER und Boeing 757 vergleichen.
Geschichte
Die Entwicklungsziele für einen Nachfolger der Tu-154 in Form der Tu-204 beinhalteten ein modernes Mittelstreckenflugzeug mit 196 Sitzplätzen, einer Reichweite von bis zu 6.500 km und zwei Mantelstromtriebwerken, wobei es als erstes sowjetisches Flugzeug neben sowjetischen auch mit westlichen Triebwerken ausgerüstet werden sollte. Die Arbeiten an dem Projekt begannen 1982, eine Attrappe wurde am 14. November 1984 erstmals vorgestellt. Der Erstflug des Prototyps (SSSR-64001) erfolgte am 2. Januar 1989 in Schukowski durch die fünfköpfige Besatzung von Andrej Talalakin,<ref>Ulrich Unger: Mittelstrecken-Jet Tu-204. In: Fliegerrevue 12/1994. S. 40–44.</ref> die Zertifizierung der ersten Variante folgte im Januar 1995. Federführend bei der Entwicklung des Modells war Leo Aronowitsch Lanowski. Das Programm hat jedoch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, da es eigentlich nicht konkurrenzfähig ist. Die Gründe hierfür liegen vor allem in der für den östlichen Markt überdimensionierten Größe und den relativ schlechten direkten Betriebskosten, weshalb die Fluggesellschaften der GUS lieber auf ältere, aber westliche Produkte wie den Airbus A320 oder die Boeing 737 in den klassischen Versionen umsteigen. Das Hauptproblem des Flugzeuges ist hierbei sein viel zu hohes Gewicht. Die Basisversion Tu-204-100 wiegt leer 58 t – ein gleich großer Airbus A321 48 t, eine Boeing 737-900ER sogar nur 44,7 t.
In den Augen der Betreiber zeichnet sich die Tu-204 durch eine vergleichsweise hohe Zuverlässigkeit aus. So verzeichnen zum Beispiel die bei KMV eingesetzten Flugzeuge in ihren zehn Jahren Dienstzeit keinerlei Triebwerksausfälle während des Fluges. Jedoch drängen häufige Engpässe der Hersteller bei der Versorgung mit nötigen Ersatzteilen viele andere russische Fluggesellschaften, auch aus diesem Grund, zu vergleichbaren westlichen Flugmustern.<ref name="KMV"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemeldung der KMV vom 5. Juli 2010 (russisch) ( vom 18. Januar 2011 im Internet Archive) (abgerufen am 7. Januar 2011; 19:07 MEZ)</ref>
Lediglich ein westlicher Kunde wurde in Form des Logistikunternehmens TNT Express gefunden, der die Flugzeuge jedoch mittlerweile ausgemustert hat.
Mit der Jahresproduktion von 8 Flugzeugen hatte die Produktion 2008 ihren Höchststand erreicht.<ref name="Produktion2008" />
Mitte Oktober 2006 waren erstmals Pläne bekannt geworden, die Flugzeugfamilie zu modernisieren, um gegen die westlichen Gegenstücke besser konkurrieren zu können. Die als Tu-204SM bezeichnete Variante (siehe unten) verfügte über eine verringerte Startmasse, eine geringere Reichweite und modernere Triebwerke<ref>RIA Novosti: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Neue Tu-204 soll Airbus 320 Konkurrenz machen ( vom 22. November 2007 im Internet Archive)</ref> und flog am 29. Dezember 2010 erstmals.<ref name="New_TU-204SM_AR">David Parker Brown: Tupolev Moving Forward with New TU-204SM. In: airlinereporter.com. 28. Januar 2011, abgerufen am 25. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mit der geringeren Reichweite passte man sich der westlichen Konkurrenz an, die Masseneinsparungen waren jedoch sehr klein. Langfristig sollte der Typ durch die Irkut MC-21 ersetzt werden. Diese konnte durch einen sehr hohen Anteil an Verbundwerkstoffen in der Konstruktion die Masse deutlich verringern.
Im Jahr 2018 zeichneten sich Probleme für die Betreiber der Tu-204 ab, da der Hersteller nicht genügend Betriebszyklen garantieren konnte: So waren im Vertrag mit der Leasinggesellschaft „Ilyushin Finance“, welche sieben Tu-204 besitzt, 25.000 Zyklen vereinbart worden, während Tupolew nur 8.000 garantieren konnte.<ref>„Ilyushin Finance“ erhielt nicht genügend Landungen, Kommersant, 22. Februar 2018</ref>
Technik
Die Tu-204 gehört neben der Iljuschin Il-96 zu den ersten russischen Flugzeugen einer neuen Generation. Für sie wurden, für diese Zeit, relativ neue Techniken verwendet. Dazu gehörten ein Fly-by-Wire-System, ein Glascockpit mit sechs Farbbildschirmen, Head-Up-Display, eine vollautomatische Landeeinrichtung, eine fortschrittliche, superkritische Tragfläche mit Winglets, westliche Avionik und eine Variante mit modernen westlichen Rolls-Royce-RB211-535-Triebwerken.
Varianten
Tu-204-100/200
Die erste Version des Flugzeuges wurde von Solowjow (jetzt Awiadwigatel) PS90-Turbofans angetrieben. Sie benutzt damit russische Triebwerke und auch russische Avionik. Die Tu-204-200 ist eine schwerere Version mit Zusatztanks zur Reichweitensteigerung. Dieser Typ wird in Kasan gebaut und von den Airlines Transaero und Dalavia betrieben.
Überdies werden mit der Tu-204-100C und der Tu-204-200C auch Frachtvarianten angeboten. Mittlerweile werden auch überarbeitete PS-90A2-Triebwerke mit um 40 Prozent vergrößerten Wartungsintervallen angeboten.
Tu-204-120/220
Um die Konkurrenzfähigkeit der Tu-204 zu steigern, brachte Tupolew eine neue Variante mit westlichen Triebwerken und westlicher Avionik auf den Markt. Der Erstflug der Tu-204-120 mit Rolls-Royce-Triebwerken RB211-535 erfolgte am 14. August 1992. Air Cairo wurde mit einer Bestellung von Tu-204-120 und der dazugehörigen Frachtversion Tu-204-120C im November 1998 Erstkunde. Für größere Reichweiten werden die Tu-204-220 und die Tu-204-220C angeboten.
Tu-204-300
Die Tu-204-300 ist eine um 6 Meter gekürzte Variante der Tu-204, um das Flugzeug an die nötigen Kapazitäten anzupassen. Sie ist in zwei Versionen verfügbar; die für die Langstrecke wird von Awiadwigatel PS-90-A2-Triebwerken angetrieben und hat eine Reichweite von 9.300 Kilometern, die leichtere Version kann lediglich 3.500 Kilometer weit fliegen. Die russische Fluggesellschaft Vladivostok Avia wurde Erstkunde für dieses Flugzeug. Die nordkoreanische Air Koryo setzt ebenfalls die Tu-204-300 ein.
Tu-204SM / Tu-204-400
Die Tu-204SM, auch Tu-204-400 genannt, soll bei gleicher Größe etwa 4 bis 5 Tonnen weniger als das Basismodell Tu-204-100 wiegen und damit den Abstand zum Airbus A321 in etwa halbieren. Dazu soll die Gewichtseinsparung sowohl an der Struktur als auch bei der Ausrüstung realisiert werden. Die Tu-204SM soll über ein verbessertes digitales Zweimann-Cockpit mit überarbeiteten Aviapribor-Holding-Avionik-Systemen verfügen und darüber hinaus ein neues Flugkontrollsystem, eine neue Klimaanlage des Herstellers Liebherr, ein verbessertes Flugunterhaltungssystem sowie elektrisch betätigte Klappen erhalten. Als Triebwerke sind Awiadwigatel PS-90A2 mit ETOPS-Zulassung vorgesehen, man ist jedoch auch im Gespräch mit CFM International und International Aero Engines über eine mögliche Nutzung von CFM56-5/7 beziehungsweise V2500. Dies sind die Triebwerke, die auch an den Konkurrenzmustern von Airbus und Boeing eingesetzt werden.
Der erste Prototyp sollte ursprünglich 2009 erstmals fliegen. Dies verzögerte sich jedoch, so dass der Roll-Out erst am 28. Dezember 2010 stattfand<ref>Tom Zaitsev: Tupolev rolls out first Tu-204SM. In: www.flightglobal.com. 28. Dezember 2010, abgerufen am 8. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, gefolgt vom Erstflug am darauffolgenden Tag, dem 29. Dezember 2010.<ref name="New_TU-204SM_AR" /><ref>David Kaminski-Morrow: VIDEO: Tu-204SM flies for first time. In: www.flightglobal.com. 31. Dezember 2010, abgerufen am 8. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Es ist vorgesehen, dass die Tu-204SM die Tu-204-100 als Standard-Produktionsmodell ablöst. Die für diese Variante entwickelten Änderungen sollen auch für die anderen Modelle der Tu-204-Reihe (einschließlich der Tu-214) übernommen werden.<ref name="showcase204sm">Vladimir Karnozov: Tupolev to showcase Tu-204SM in 2009. Flight International, 17. September 2007, abgerufen am 1. Januar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Laut Tupolew-Muttergesellschaft OAK wurden 70 Prozent aller Systeme der Tu-204SM gegenüber dem Basismodell zum Teil erheblich verbessert.<ref>Tom Zaitsev: PICTURES: Tu-204SM conducts maiden flight. In: www.flightglobal.com. 29. Dezember 2010, abgerufen am 8. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Tu-204-500
Diese Variante der Tu-204-300 soll für Kurzstrecken optimiert werden. Dafür benutzt sie kürzere Tragflächen und erreicht eine höhere Geschwindigkeit. Sie ist ein direkter Konkurrent der Boeing 737NG und ETOPS-zugelassen. Eine überarbeitete Version mit verringerter Flügelfläche (bei identischer Spannweite) sollte 2010 erstmals fliegen. Die geringere Flügelfläche soll für den Einsatz auf Kurzstrecken optimiert werden und dabei eine höhere Reisegeschwindigkeit von Mach 0,82 bis Mach 0,85 (statt bisher Mach 0,8) ermöglichen. Die Tragflächen sollen außerdem aufgrund des verstärkten Einsatzes von Verbundwerkstoffen leichter werden.<ref name="showcase204sm" /><ref>Tupolew: About us. PSC «Tupolev», archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. November 2003; abgerufen am 1. Januar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bis zum Ende 2010 ist jedoch keine Nachricht über diese Variante erfolgt.
Tu-206 und Tu-216
Diese Varianten wurden als Testflugzeuge entwickelt. Die Tu-206 wurde mit Erdgas betrieben, während die Tu-216 Wasserstoff nutzte.
Tu-214
Bei der Tu-214 handelt es sich um eine schwerere und vielseitig verwendbare Weiterentwicklung der Tupolew Tu-204. Die Kabine der Tu-214 ist sehr flexibel und kann je nach Wünschen und Erfordernissen sowohl in reiner Passagier- oder Frachtkonfiguration als auch gemischt als Passagier- und Frachtkonfiguration eingerichtet werden. Die Tu-214 wurde speziell auf Mittelstrecken ausgelegt. Sie entspricht westlichen Zulassungskriterien und ist in ihrer Klasse das in der Anschaffung günstigste Flugzeug.
Neben der Basisvariante gibt es auch noch eine Langstreckenversion mit zusätzlichen Tanks mit einer Reichweite von 8.150 Kilometern, eine Version mit VIP-Ausstattung, die mit Zusatztanks ausgerüstet eine Reichweite von 9.075 Kilometern hat, sowie die „quick-change“-Version Tu-214C3, deren Konfiguration flexibel und schnell zwischen reinem Frachter und normaler Zweiklassenbestuhlung gewechselt werden kann.
Anfang Juni 2009 wurden die ersten beiden im Kasaner Flugzeugwerk in Kasan gebauten Tu-214SR an GTK Rossija (die für den Transport von russischen Regierungsmitgliedern zuständige Fluggesellschaft) übergeben. Bisher (Februar 2013) wurden sechs TU-214SR an Rossija ausgeliefert, zwei weitere sind noch bestellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />planespotters.net: Rossiya Fleet Details ( vom 1. Februar 2013 im Internet Archive), 6. Februar 2013</ref> Die Tu-214PU ist ein fliegendes Kommandozentrum (Punkt uprawlenija). Zwei Exemplare sind als fliegender Gefechtsstand für den Präsidenten im Einsatz.<ref name="aimay12 p13">Alexander Mladenov: Tu-214SUS Delivery Expected in 2012. In: Air International. Vol. 82, Nr. 5, Mai 2012, ISSN 0306-5634, S. 13.</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Russian president takes first flight in new Tu-214PU.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Von der Tu-214 befinden sich außerdem militärische Ausführungen in der Entwicklung beziehungsweise Testphase. So ist vorgesehen, zwei als Tu-214ON bezeichnete Flugzeuge für Open-Skies-Missionen auszurüsten. Die auf der MAKS 2013<ref name=":0">Patrick Zwerger: Spionage-Jet Tu-214R: Die speziellste Tupolew in Russlands Repertoire. 7. Oktober 2022, abgerufen am 10. Oktober 2022.</ref> vorgestellte ELINT-Version Tu-214R soll bei den russischen Luftstreitkräften die Iljuschin Il-20M ersetzen.<ref>Heiko Thiesler: Tu-204 – der Wendeflieger. In: Fliegerrevue Nr. 10/2014, S. 17</ref> Die Flugzeuge mit den Kennzeichen RA-64511 und RA-64514 sind mit dem Radar-System MRK-411 mit Panelantennen links und rechts am Vorderrumpf und einem Rundsicht-Radar an der Rumpfunterseite ausgerüstet.<ref name=":0" /> Der Ersteinsatz erfolgte beim russischen Eingreifen in Syrien 2016.<ref>Vishakha Sonawane: Russia Deploys Advanced Spy Plane TU-214R In Syria’s Hmeimim Military Base. 18. Februar 2016, abgerufen am 8. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Tu-214LMK ist ein fliegender Teststand (Registration RA-64507) mit dem Flugkomplex LMK-214. Das Flugzeug wird für die Erprobung der Ausrüstung für die Tupolew Tu-160M2 und die Tupolew PAK-DA verwendet.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Начаты летные испытания летающей лаборатории Ту-214ЛМК.] In: bmpd.livejournal.com. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Januar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Die Tu-214 wurde insbesondere für das Russische Militär und VIP-Flugzeuge laufend weiterproduziert, mit 34 Einheiten bis zum Sommer 2023 entspricht dies einer Rate von ein bis zwei Flugzeugen pro Jahr. Diese Rate sollte bis 2025 mit finanziellen Hilfen durch die Regierung auf zehn Maschinen pro Jahr gesteigert werden. Daneben ist eine Weiterentwicklung und die Reduktion der wenigen ausländischen Teile im Bereich der Kabine geplant.<ref>Patrick Zwerger: Vom Rohrkrepierer zum Zukunftsjet wider Willen. In: flugrevue.de. 30. Juni 2023, abgerufen am 30. Juni 2023.</ref> Im Jahr 2025 wurde das Flugzeug RA-64536 hergestellt dieses soll 2026 als Business-Flugzeug an die Sogas ausgeliefert werden. 45 Systeme des Typs wurden russifiziert. Mit diesem wahrscheinlich ersten rein russischen Flugzeug wäre in der Zukunft eine stärkere Produktion möglich. Die RA-64535 von 2024 war die erste Tu-214 der neuen Serie aber noch mit weniger russischen Systemen. Bis nach 2027 sind alle Auslieferungen für den Staat und nicht die zivile Luftfahrt geplant.<ref>https://www.business-gazeta.ru/article/685701</ref>
Ab 2026 sollen Erprobungen mit dem von Aeroflot geforderten Zweier-Besatzung-Cockpit erfolgen.<ref>https://www.kommersant.ru/doc/6395267</ref> Russland plante bis 2030 115 Tu-214 zu bauen.<ref>Patrick Zwerger: Was hat Russland mit dieser Tupolew Tu-214 vor? In: flugrevue.de. 25. Juni 2024, abgerufen am 9. November 2025.</ref><ref>https://www.kommersant.ru/doc/6454309</ref> Nach Modernisierung des Kasan-Werks sollen ab 2026 oder 2028<ref>Kazan Aircraft Plant prepares import-substituted Tu-214 for its first flight. In: ruavai.su. 18. November 2024, abgerufen am 9. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> jährlich 20 Flugzeuge produziert werden.<ref>https://www.kommersant.ru/doc/7248336</ref> Ende 2025 bestanden russische Systeme die Zertifizierungstests. Für 2026 wurde der schrittweise Start der Serienproduktion der Tu-214 mit allen wichtigen Systemen aus Russland vorgesehen.<ref>https://tass.ru/ekonomika/26032825</ref>
Betreiber
Mit Stand April 2021 wurden weltweit noch 21 Maschinen der Tupolew-Tu-204/214-Familie betrieben:<ref>planespotters TU-204 operators (englisch) abgerufen am 7. April 2021</ref>
Mindestens sechs Maschinen wurden zwischenzeitlich abgestellt, darunter zwei der Air Cairo sowie mehrere des Logistikunternehmens TNT. Transaero Airlines gab im Januar 2013 die Ausflottung ihrer drei Tu-214 bekannt.<ref>aerotelegraph.com – Transaero lässt Tu-214 am Boden 23. Januar 2013</ref> Bis zum Herbst 2018 flog Red Wings Airlines in Russland als letzter Betreiber des Typs kommerzielle Passagierflüge, ab diesem Zeitpunkt waren nur noch Frachtflugzeuge im Betrieb sowie die nunmehr 14 nicht-kommerziell betriebenen Flugzeuge von Rossiya sowie zwei von Roskosmos.<ref>INSIGHT: The end of the Tupolev 204 passenger aircraft era in Russia, rusaviainsider, 3. Juli 2019</ref><ref>Tupolew 204-300 für den Kosmonauten-Transport in Flugrevue, abgerufen am 22. Juli 2019</ref> Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 und den darauf folgenden westlichen Sanktionen, wollte die russische Regierung die Tu-204/214 wieder für den Liniendienst aktivieren. So sollten bis zu acht Flugzeuge für Red Wing revidiert werden und die ersten zwei im April 2023 ausgeliefert werden. Doch die Überarbeitung verzögerte sich und im Sommer 2023 wurde bekannt, dass die in den Flugzeugen verbauten amerikanischen Notrutschen zwar bei ständiger Wartung eine unbeschränkte Nutzung besitzen, aber nicht so die dafür notwendigen Druckgasbehälter. Die Behälter wurden spezifisch für diese Tupolew und die Irkut MC-21 produziert und können somit auch nicht auf Umwegen beschafft werden.<ref>Patrick Zwerger: US-Notrutschen bremsen russische Airliner aus. In: flugrevue.de. 8. August 2023, abgerufen am 11. August 2023.</ref> Ab Februar 2024 setzt die russische Fluggesellschaft Red Wings die Tu-214 erneut für internationale Passagierflüge ein.<ref>[1] International return for Tu-214 (englisch)</ref>
Im Dezember 2016 hatte die Russische Post mit dem Betrieb von Frachter-Versionen begonnen,<ref name="Produktion2008">Russia To Convert Tu-204 Passenger Jets into Freighters, ainonline.com, 11. März 2019</ref> bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie nur Kleinflugzeuge betrieben.
2022 bestellte Aeroflot 40 Stück Tu-214, fünf Flugzeuge sollten bis Anfang 2025 eingeflottet werden. Aeroflot sollte bis 2030 339 russische Flugzeuge erhalten, darunter 89 Superjet und 40 Tu-214. 2024 meldete die Airline aber keine Tu-214 und keine Superjet mehr in ihre Flotte aufnehmen zu wollen.<ref>https://www.kommersant.ru/doc/6748032</ref>
Ehemalige Betreiber
-
S7 Airlines (Siberia Airlines) Tupolew Tu-204
-
Dalavia Tupolew Tu-214
Zwischenfälle
- Am 14. Januar 2002 wurde eine Tu-204-100 der Siberia Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen RA-64011) bei einem Flug von Frankfurt nach Nowosibirsk aufgrund schlechten Wetters nach Omsk umgeleitet. Beim Landeanflug fielen beide Triebwerke aus, es gelang der Besatzung aber noch, das Fahrwerk auszufahren. Die Maschine schoss 450 Meter über die vereiste Landebahn hinaus und wurde beschädigt, später aber wieder repariert.<ref>Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>
- Am 22. März 2010 stürzte dieselbe Tu-204 (RA-64011), mittlerweile in Diensten der Fluggesellschaft Aviastar-TU, im Landeanflug auf den Flughafen Moskau-Domodedowo ab. Das Flugzeug war auf diesem Flug lediglich mit Besatzungsmitgliedern besetzt. Alle Insassen überlebten den Absturz. Das Flugzeug wurde zerstört.<ref>David Kaminski-Morrow: Aviastar Tu-204 crashes on approach to Moscow. In: www.flightglobal.com. 22. März 2010, abgerufen am 8. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>
- Am 29. Dezember 2012 schoss eine Tu-204-100 der russischen Red Wings Airlines (RA-64047) bei der Landung auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo über das Landebahnende hinaus, zerbrach, fing Feuer und kam teilweise auf einer angrenzenden Schnellstraße zum Liegen. Bei dem Unfall kamen fünf der acht Besatzungsmitglieder ums Leben, drei wurden schwer verletzt. Nach vorläufigen Ermittlungen könnte ein defektes Bremssystem das Unglück ausgelöst haben (siehe auch Red-Wings-Airlines-Flug 9268).<ref>Unfallbericht Tu-204 RA-64047, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. September 2020.</ref>
Technische Daten
| Kenngröße | Tu-204-100 | Tu-204-120 | Tu-214 | Tu-204-300 | Tu-204SM |
|---|---|---|---|---|---|
| Erstflug | 2. Januar 1989 | Oktober 1998 | 21. März 1996 | 18. August 2003 | 29. Dezember 2010 |
| Serienproduktion | ab 1995 | ab 1998 | ab 2001 | ab 2005 | ab 2011 |
| Besatzung (Cockpit) | 3 | 2 | |||
| Passagiere (max.) | 210 | 157 | 194 | ||
| Länge | 46,14 m | 40,19 m | 46,14 m | ||
| Spannweite | 42 m | ||||
| Höhe | 13,88 m | ||||
| Flügelfläche | 184,20 m² | ||||
| Flügelstreckung | 9,6 m | ||||
| Rumpfdurchmesser | 3,8 m | ||||
| Kabinenbreite | 3,56 m | ||||
| Kabinenhöhe | 2,11 m | ||||
| Leermasse | 59.000 kg | 54.000 kg | 60.500 kg | ||
| max. Startmasse | 103.000 kg | 110.750 kg | 107.500 kg | 105.000 kg | |
| Reisegeschwindigkeit | 810 km/h | ||||
| Höchstgeschwindigkeit | 850 km/h | ||||
| Dienstgipfelhöhe | 12.600 m (41.000 ft) | ||||
| Reichweite (ø) | 6.500 km | 6.670 km | 7.500 km | 4.000 km | |
| Triebwerke | 2 × Awiadwigatel PS-90A | 2 × Rolls-Royce RB211-535 | 2 × Awiadwigatel PS-90A | 2 × Awiadwigatel PS-90A2 | |
Siehe auch
Literatur
- Harald Franke: Eine Neuheit aus dem Konstruktionsbüro A. N. Tupolew. In: Horst Schädel (Hrsg.): Fliegerkalender der DDR 1989. Militärverlag der DDR, Berlin 1988, S. 83–87.
Weblinks
- Herstellerwebsite zu Tu-204 und Tu-214 (englisch)
- EASA-Musterzulassung Tupolev TU 204-120CE – EASA-TCDS-A.162 (PDF; 31 kB)
Einzelnachweise
<references />
<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
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